Ein kleiner Ausblick....

...auf eine Geschichte, an der ich zur Zeit schreibe. Vielleicht gefällt dir dieser Ausschnitt ja.

Noah
Es war eine sehr schöne Bestattung. So fern man bei Bestattungen von Schönheit sprechen kann. Aber irgendwie haben sie schon eine gewisse eigene Romantik. Die Stille, die Andächtigkeit die man nur viel zu selten in seinem Leben hat. Die bunten Blumen die um den Sarg prangen. Die stillen schwachen Lichtlein, die von den Gräbern traurig herunter schauen. Der Tod der leise deinen Namen flüstert. Eine Romantik, mit welcher der Tod uns versucht einzulullen, vielleicht damit wir ihn nicht mehr fürchten.
Noah hat mal gesagt, dass wer um einen Verstorbenen trauert, egoistisch ist. Denn unabhängig davon was die Menschen bei einer Beerdigung sagen, in Wirklichkeit zählen sie nur auf welche Teile dieses Menschen ihnen persönlich am meisten fehlen werden. Ich weiß nicht ob er damit Recht hatte. Ich weiß nur dass es bei seiner Beerdigung sehr viele waren die gekommen waren um egoistisch zu sein.
Keiner traute sich etwas zu sagen vor allem nicht während der schönen Zeremonie. Da waren wir wirklich egoistisch. Ich wette er hätte so eine traurige Zeremonie nicht gemocht, aber wie hätten wir denn ausgesehen, hätten wir ihn nicht beerdigt? Ich musste mich die ganze Zeit über bemühen nicht zu Lächeln. Irgendwie fühlte ich mich nicht so traurig wie ich vermutlich sollte. Ich dachte, als ich die Menschen sah die gekommen waren, an all die Geschichten und Anekdoten die uns gemeinsam passiert sind. An all jenes das wir zusammen durchgemacht hatten. Auch an die Lektionen die unser Leben uns gelehrt hatte. Wie wir aneinander als Menschen gewachsen sind. Keine Zeit die man bereut, nein eine Zeit auf die man stolz ist, über die man lächelt. Aber nicht am Grab.

Der Anfang oder das Ende einer Geschichte

Jay Nightwind | 26.06.08 | | 2 Kommentare
Wann immer ich mich bewege, begegnen mir Bilder. Mal welche die einfach vor meinem Auge entstehen, manchmal welche von Menschen künstlich erstellt. Oftmals lasse ich mich von diesen Bildern inspirieren.
Dieses Bild ist mir in dieser Galerie begegnet und ich wollte es mit dir teilen.



Ich frage mich nur: Ist dies der Anfang, oder das Ende einer spannenden Geschichte die noch nicht erzählt wurde?

Schule der Wanderseelen

Auf den grünen Wiesen eines fremden Landes, die Schule der Weltkenner ruht. Sie unterrichten die Menschen, die sie an den Wäldern empfangen und bereit sind über neue Welten zureden, über Länder, Welten und Kulturen zu denken, zu phantasieren und zu musizieren.
Ihre Lehrmeister reisten durch alle Länder aller geistiger Ebenen um ihr Wissen mit den Menschen zu teilen.
Und Nachts dann, wenn der Mond über das Land zieht, werden Lehrmeister und Forscher zu Abenteurern und werden eins mit dem Kosmos den sie bestaunen. Stolz benennen sie die toten Seelen die am Himmel wandern mit ihren früheren Namen.
Später dann, wenn auch mein Wissen weitergegeben wurde, wird es Zeit weiter zuziehen, für mich, der sich der Schreiber nennt, um das spannende Leben fremder neuer Welten auf Papier zu bannen.

Die Nacht des toten Baumes

Jay Nightwind | 25.06.08 | / / / | Kommentieren
In den dichten Wäldern eines fremden Landes, Holzfäller ihre aufwendige Arbeit verrichten. Die Männer mit ihrer nordischen Stärke, die Frauen mit ihrem Geschick. Diese Totenräber welche die Leichen des Waldes, die von der Natur hingerafft wurden, für die Befreiung des Weges der reisenden Seelen entfernen, rasten in einer Bleibe um ihre Kräfte und Helfer zu sammeln.
Und in dem orange getränkten Tal bereiten die Arbeiter, nicht weit vom Prunk, mit aller Härte das Begräbnisritual vor. Abend dann unter den unzählbaren Sternenmengen wird der tote Körper des Baumes verbrannt und die Seele des Waldes wird geehrt, denn der Geist des Baumes zieht als einer der Sterne an den Nachthimmel, um wandernen, streunenden und suchenden Seelen den Weg und die Nacht zu erleuchten und Hoffnung zu geben.
Und wenn die Kälte der Nacht das Feuer und meine Gedanken erfrieren lässt wird es Zeit weiter zuziehen, für mich, der sich der Schreiber nennt, um das schwere Leben fremder neuer Welten auf Papier zu bannen.

Prunk der reisenden Seelen

In den düsteren Ebenen eines fremden Landes, ein Zelt dient den Reisenden aus den halbkalten Gegenden als Bleibe. Die Wirte, einer in Riesen-, der Andere in Kobold-artiger Gestalt Grüßen alle Gäste mit einem freudigen: "Freundschaft, Reisende! Wie kann ich Ihnen dienen?"
Die Musikanten, weitgereiste, spielen fremdartige Musiken und Balladen, welche sonst nur an königlichen Höfen zu hören sind. In einer Ecke des, im Licht der tausend Kerzen und Fackeln, flackerndem Zelt sitzen einige Wanderer die sich der Herausforderung eines neuartigen Wortspiels aussetzen. An einer zentral gelegenden Tafel trinken neulich eingetroffene Forscher und Redner ihre Schmerzen aus den Gliedern und erholen sich von der Arbeit der vergangenden Tage.
Überall sitzen Streuner und Reisende die von Abenteuern, fremden ungewöhnlichen Kreaturen und Trinkphantasien zu erzählen vermögen.
An diesem Ballungspunkt von Phantasie, Möchtegernen und Eintagshelden findet sich allerdings auch ein Chronograph des Lebens, gewappnet mit Papier,Feder und Tinte, der das Leben des Momentes in seinen Worten gefangen nimmt.
Und zu später Stunde, wenn nur noch wenige Seelen um die wilden Lichter tanzen, wird es Zeit weiter zu ziehen, für mich, der sich der Schreiber nennt, um das frohe Leben fremder neuer Welten auf Papier zu bannen.

Über das (gute) Erzählen einer Geschichte

Jay Nightwind | 24.06.08 | / | 3 Kommentare
In der letzten Zeit frage ich mich immer wieder selbst:
Wie erzählst du Geschichten? Ist es gut wie du sie erzählst?

Bevor ich angefangen habe Geschichten zu schreiben, waren diese Fragen mit Schuld daran dass ich nie anfangen konnte. Die Angst niemand würde die Geschichten hören wollen, hatte mich quasi gelähmt. Wie erlange ich die Aufmerksamkeit eines Lesers, eines Fremden oder auch eines Freundes?
Im meinem Kopf fanden die Geschichten statt und ihre Figuren "bevölkerten" mich. Oft erwischte ich mich dabei, wie ich mich gefragt habe "Was würde er hier tun? Würde er sich wohl fühlen?". Ich indentifizierte mich zunehmend mit meinen Figuren, oder vielleicht begann ich auch, sie mit mir zu identifizieren. Was meine Ängste eine Geschichte zu erzählen nur verstärkte.

Die erste Regel zum Erzählen einer Geschichte:

Tu es!
Wer eine Geschichte im Kopf hat und schon alleine darüber nachdenkt sie zu erzählen, hat damit genug Handwerkszeug und Willen es zu tun. Nur die eigenen Zweifel bremsen dich aus. Und die werden dir beim Erzählen (und auch beim Leben) noch oft genug in die Quere kommen.
Aber man muss sich auf der anderen Seite fragen: Wenn ich nicht von den Figuren erzähle, den Landschaften und den Bildern die meine Emotionen malen, welchen Wert haben sie dann? Und wenn ich dann mal sterbe, haben sie überhaupt jemals exisitiert?

Die letzte Frage ist hochgradig philosophisch, aber darauf lasse ich mich jetzt nicht weiter ein. Die muss man vielleicht auch erstmal für sich selbst beantworten oder eine Idee davon entwickeln.


Die zweite Regel zum Erzählen einer Geschichte:
Es mag abgedroschen oder auch albern klingen aber meine Erfahrung sagt es ist wahr:
Es gibt keine Regeln!

Na gut, ganz so ist es nicht, aber man sollte sich folgendes vor Augen halten: Auf dem Papier, in meinen Worten, in dem Bild welches ich male etc. kann ALLES passieren was ich mir vorstellen kann. Pinguine können Medizin studieren und forschen um herauszufinden wie sie mit ihren Flügeln doch fliegen können und auch ein brutaler Krieg der Sonnenblumen und der Tulpen um die Herrschaft auf europäischen Feldern ist denkbar.
Alle sinnhaftigen und undurchdringlichen Regeln der Realität verlieren ihren Wert. Und das sollte man auch für seine Geschichte beherzen.
Wenn es die Geschichte fordert, sollte man die Regeln weg werfen, nur damit sie sich frei entfalten kann. Denn eine freie Geschichte ist in jedem Fall eine gute.

Neben physikalischen, biologischen und Wie-sie-alle-heißen-Regeln, sollte man aber auch jede Regelmäßigkeit der Literatur vergessen.

Oft wenn ich beim Schreiben einer Geschichte nicht voran gekommen bin, hab ich später festgestellt dass mein Schulwissen Schuld daran war. Daher ist Regel 3 der 2 sehr ähnlich.

Die dritte Regel zum Erzählen einer Geschichte:
Erzähle die Geschichte wie DU willst und nicht wie literarische Kategorien es erfordern.

Am besten frag dich erst gar nicht: "Was schreibe ich hier?" Schreib einfach.
Wieviele Menschen denken immer noch ein Gedicht müsste sich reimen und in Fantasybüchern müssten Elfen und Orks unterwegs sein?
Erschaffe deine eigene Kategorie. Oder lass es, es wird schon jemand kommen der deine Geschichte in eine Schublade steckt. Arbeit die du dir sparen kannst.

Ein Beispiel um zu erklären wie ich zu dieser "Regel" gekommen bin:
Ich schreibe jetzt selbst schon seit längerem an einer Geschichte. Am Anfang war ich super motiviert und alles schrieb sich von selbst. Aber als ich mich im dritten Kapitel meines Schriebs befand kam ich in Schwierigkeiten.
Mein Kopf sagte: Kapitel 1: Vorstellung der Personen, Andeutung des Problems
Kapitel 2: Höhepunkt des Problems, Andeutung der Konsequenzen
Kapitel 3: Lösung des Problems, Moral für die Personen, Ende
Aber ich merkte bald, dass Kapitel 3 alleine schon so lang war wie 1 und 2 zusammen. Und es gefiel mir gar nicht. Mit jedem weiteren Wort dachte ich: "Eigentlich ist diese Dreiteilung Mist!"
In einem Moment der Verzweiflung hab ich dann beschlossen drauf zu pfeifen und einfach ein viertes Kapitel anzufangen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie befreiend es für mich war.
Und dann folgte die Erkenntnis: Der Einzige mit der Erwartung der 3 Kapitel warst du selbst. Aber man kann seine Erwartungen ändern bis man zufrieden ist. Anstatt solche Erwartungen zu erfüllen und damit unglücklich zu sein.

Die vierte Regel zum Erzählen einer Geschichte:
Eine Geschichte verändert sich mit einem selbst.
Jetzt wird es etwas wissenschaftlich, aber es ist pur logisch:
Der Mensch kann nur Geschichten erzählen für die er Informationen aus seiner Erfahrung hat. Und da der Mensch so lange er lebt zwangsläufig mehr Erfahrungen sammelt, wird er die selbe Geschichte vermutlich nach einiger Zeit anders erzählen. Vielleicht legt er auch nur andere Schwerpunkte, oder zieht ein anderes Fazit. Vielleicht wird eine komplett neue Geschichte aus den selben Erfahrungen.
Jetzt gilt es eine Warnung auszusprechen: Nur weil man selbst sich verändert MUSS man seine Geschichten aber nicht verändern. Das gilt vor allem für Geschriebenes. Klar kann man nachträglich Feinschliff betreiben, aber man sollte auch zu seinen alten Erfahrungen stehen und den Geschichten die daraus entstanden sind.



Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass diese "Regeln" eine Daseins-Berechtigung haben, unumstößlich sind oder "wahr" sind. Ich will damit nur reflektieren wie ich Geschichten erzähle und vielleicht auch Anreize geben, über seine eigenen Geschichten nach zu denken.
Diese Regeln sollte man auch nicht beim Erzählen zwanghaft befolgen sondern vielleicht sie einfach nur im Herzen oder Kopf tragen (je nach dem von wo ihr eure Geschichten erzählt).

Ich habe nur festgestellt, wann immer ich entsprechend der Regeln vorgegangen bin, hat man mir gesagt ich wäre ein guter Erzähler.

Ein erster Gruß

Jay Nightwind | 23.06.08 | / | 1 Kommentar
Hallo Reisender, Fremder und auch Freund!
Du bist einen langen Weg gegangen um hier her zu kommen oder vielleicht auch nur durch Zufall hier hin geraten. Vielleicht willst du schnell wieder weg weil dieser Ort dir Angst macht oder aber auch bleiben um dich zu verstecken. Vielleicht fühlst du dich aber auch einfach nur wohl, an einem Ort wie diesem.

So oder so, ich heiße dich willkommen. Ich kenne diesen Ort selbst nicht besonders gut, aber sei eingeladen ihn mit mir zu ergründen, zu erforschen, ja sogar mit mir zu gestalten.

Lass uns schauen was wir hier finden oder was uns hier fehlt. Lass uns darüber reden was wir vermissen, lass uns darüber reden was wir nie wieder fürchten wollen oder einfach hier gemeinsam schweigen.

Ich lade dich ein in diesen mir fremden Raum, der mit nichts anderem, aber auch nichts geringerem als meinen Gedanken gefüllt ist. Bring deine eigenen mit und lass uns teilen.