Nach der Rezension zum Webcomic Allan und dem ersten Buch von „The Goon“ möchte ich erneut eine Comicserie vorstellen. Dieses mal handelt es sich um „Scott Pilgrim“ von Bryan Lee O’Malley.
Scott Pilgrim ist ein 23-jähriger Junge aus Toronto der „zwischen Jobs“ steht, in einer erfolglosen Band spielt und gerne Videospiele spielt. Sein Leben ist ziemlich einfach und daran stört er sich auch nicht sonderlich. Eigentlich geht es ihm hauptsächlich darum, einfach eine gute Zeit zu haben, also ein „precious little life“, wie der erste Band auch heißt. Da er so unbeschwert ist, denkt er auch nicht besonders darüber nach, wie fragwürdig es sein könnte, dass er mit dem High School Mädchen Knives Chau ausgeht, obwohl sie erst Siebzehn ist.
Das leichte Leben kommt dann durcheinander, als Ramona Flowers, eine Paketbotin von amazon.ca durch seinen Kopf reist, um ihre Lieferrouten ab zu kürzen. Scott verliebt sich in sie, Knives liebt immer noch Scott und Ramona hat mal so mir nichts dir nichts sieben böse Ex-Beziehungen, die Scott jetzt einen nach dem anderen „besiegen“ muss, damit er mit Ramona zusammen sein kann. Das auch Scott noch Altlasten in seine frische Beziehung mit Ramona bringt, versteht sich von selbst und das Chaos im Protagonistenkader ist perfekt.
Scott Pilgrim liest sich entspannt und ist unkompliziert, trotz aufwendiger Personenkonstellation. Auch wenn die Geschichte um Scott spannend erzählt ist und voller nachvollziehbarer Konflikte steckt, gibt es Phasen, in denen es nur um kleinere Witze und Wortgefechte zwischen Freunden geht. Zudem spielt der Zeichner immer wieder gerne mit der Metaebene des Comics, so erwähnt Scott gerne, dass Teile der Geschichte lieber in einem anderen Buch erzählt werden sollten.
Die Serie soll Sechs Bände haben, von denen Fünf bereits erschienen sind. Ich habe die Serie bisher auf Englisch gelesen, aber ich denke, dass auch in der deutschen Version der Mangaeske Zeichenstil und die herrlich abgefahrene Story begeistern und hervorragend unterhalten können. Bei einem Preis von ca. 8 Euro pro Band (Preise und Seitenzahlen variieren leicht von Band zu Band) macht ein Kauf besonders viel Freude, denn das Preis-Leitungsverhältnis stimmt in jedem Fall. Nur Freunde von Hardcover-Comicheften könnten leicht enttäuscht sein, denn Scott Pilgrim gibt es tatsächlich nur im Manga-Taschenbuchformat.
Jetzt wäre noch zu erwähnen, dass diese Serie in den USA und Kanada (Heimat des Zeichners) so erfolgreich ist, dass sie jetzt vom Drehbuchautor und Regisseur von „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“, Edgar Wright auf den Weg in die Kinos gebracht wird. „Scott Pilgrim vs. The World” wird der Film in Anlehnung an das zweite Buch heißen und der erste Trailer und auch die Besetzung sahen wirklich gut aus. Vor allem fiel mir beim Trailer auf, dass die Szenen fast genau so wie die entsprechenden Szenen im Buch aussahen.
