Ohne Titel

Jay Nightwind | 31.05.11 | / / / | 7 Kommentare
Wenn die Wellen brechen,
weise Männer nicht mehr sprechen,
die Winde sich verlieren,
Sterne, nicht mehr verzieren,
wenn Knospen nicht mehr wippen,
Launen nicht mehr kippen,
dann ergibt es für mich am meisten Sinn,
lege ich mich zu dir hin.

Der General

"Sehr geehrter Herr General,
ich bin mir nicht sicher, ob sie sich an mich erinnern. Ich habe Ihnen damals lange Zeit gedient und muss heute erkennen, es war eine tolle Zeit.
Weshalb schreibe ich Ihnen? Es ist so: Ich habe in letzter Zeit immer wieder das Gefühl, sie würden trotz ihrer außergewöhnlichen Leistungen in Vergessenheit geraten. Trotz Ihrer militärischen Ausbildung waren sie doch immer eine gute Seele, ein treuer Charakter und in mancher schweren Stunde ein guter Kamerad. Sie waren in der Lage spannende Geschichten zu erzählen und mit Ihrer Fröhlichkeit anzustecken, Fertigkeiten, die man innerhalb der strengen Hierarchien sonst nur schwer entdecken konnte und deshalb möchte ich diesen Brief auch als offenen Brief schreiben.
Sie selbst haben sich nie den Strukturen entgegengestellt sondern ordentlich Ihren Dienst getan und wären somit ein Vorbild für viele andere im Truppenverband gewesen. Wie viele von denen waren nur kleine Nummern, nur irgendwelche Treiber, die trotzdem nichts erreichten? Davon haben sie sich aber niemals stören lassen und haben uns immer nach Außen stark vertreten. Jedes Ihrer Kommandos, jede Anordnung war stets taktvoll, auch wenn Ihre Stimme dabei zugegebenerweise ins Schrille abwich.
Dass sie in Vergessenheit geraten, wundert mich wenig. Es liegt in der Natur des Menschen; es ist eine Art kulturelles Kurzzeitgedächtnis, das alte (beliebte) Persönlichkeiten überschreibt, so bald neue junge Anwärter von modernem Format ihren Platz einnehmen. Vielleicht ist es also auch für Sie ein Trost, dass mindestens einer hier draußen an sie denkt.
Im Zeitalter der politischen Forderungen nach Demilitarisierung haben Sie es sogar geschafft, allen Argumenten zum Trotz, bei Gegnern und Anhängern der Truppen gleichermaßen beliebt zu sein, auch wenn es immer mal wieder Misstöne gab. Aber meine Meinung dazu ist, dass ihre Hörer diese Misstöne nur falsch interpretiert haben.
Ich weiß nicht, was sie seit Ihrer Pensionierung so machen, aber ich wette, sie sind immer noch den Künsten zu getan.
General Midi, ich möchte mich bei Ihnen für all die schönen Momente bedanken, die sie in Videospielen oder auch auf Mobiltelefonen mit Ihren polyphonen Klingeltöne erzeugt haben. Ich kann nicht für die Allgemeinheit sprechen, aber sie werden in meinem Herzen (und meinem Game Boy) immer einen Platz haben.

Hochachtungsvoll,
Jay Nightwind"

Haiku #58

Jay Nightwind | 27.05.11 | / / | 1 Kommentar
Kein Wort will bleiben
Reime sind nicht von Verstand
Zu viele Zweige

Katja bewirbt sich

Neulich hat mir eine Arbeitskollegin, Katja, erzählt, wie ihre Bewerbungen für eine Anschlussbeschäftigung laufen, da sie ihr Unternehmen dieses Jahr noch verlassen wird. Wir haben uns über Firmen ausgetauscht, die möglicherweise für sie interessant sein könnten. Während wir uns also unterhalten haben, hat sie aber auch eine Email an eine Abendschule geschrieben, bei der sie zur Zeit eine Fortbildung macht. Sie hatte da einige Fragen zu ihrem Zugriff auf die Internetseite und hat sich damit dann also an den, wie es so schön neudeutsch heißt, "Support" der Internetseite gewandt.
Einige Minuten später, maximal eine halbe Stunde, beschwert sie sich plötzlich, dass ihre Email ja immer noch nicht beantwortet wurde. Ich versuchte Katja zu beschwichtigen, immer hin war sie bestimmt nicht die Einzige die Emails an die Abendschule schickte und zudem war es auch eine gute Uhrzeit, um noch in der Mittagspause zu sein. Katja, ließ das alles aber nicht gelten. Zum einen, machten Mittagspausen an der Abendschule ja gar keinen Sinn, zum anderen war aber ein Support, der nicht supportet ja nicht besonders supportive.
Während ich noch versuchte ihr Vernunft ein zu reden, ratterte schon wieder ihre Tastatur. "Was machst du da jetzt?", fragte ich Katja und sie gab nur an, dass sie "denen" jetzt mal klar mache, woran es denen gehörig fehlte. Mit einem nötigen Grad an Skepsis ging ich zu ihr, um mir auf dem Bildschirm anzuschauen, was sie den armen Leuten an der Abendschule so an den Kopf schmeißen wollte und dann das:

Rezension: Heroes vs. Misfits

Jay Nightwind | 16.05.11 | / / | 5 Kommentare
 
Kein Spandex, keine Masken

Geschichten von Helden mit speziellen Fertigkeiten werden uns im Zeitalter der großen Marvel-Comic-Verfilmungen laufend auf äußerst spektakuläre Art erzählt. Thor, Ironman, Spiderman und der Hulk sogar mehrmals, demnächst auch noch Captain America, wieder die X-Men und die Liste scheint nicht enden zu wollen. Gemeinsamkeiten haben diese Helden dabei reichlich, auch neben ihren Wurzeln im Comic: Zum einen sind sie alle öffentliche bekannte Personen, zum anderen tragen sie Kostüme (meist aus Spandex) und Masken um ihre Identität zu schützen. Aber was passiert, wenn man diese beiden Werte mal aus der Gleichung entfernt?
In "Heroes", einer amerikanischen Fernsehserie von Tim Kring, geht es um ziemlich durchschnittliche Menschen, die im ersten Moment nicht sonderlich viel verbindet. Ein Comiczeichner, der Sohn eines Genetikers, ein Krankenpfleger, ein Poltiker, ein Polizist, die Liste verläuft tief in die Normalität. Erst als eine Sonnenfinsternis, die alle Beteiligten miterleben, zwangsweise die Personen verknüpft, blühen neben ihren Wünschen und Leidenschaften - sei es im Guten oder Schlechten - auch Fertigkeiten in ihnen auf, die denen eines Helden nicht ganz unähnlich sind. Dabei werden aber nicht alle Personen zu Helden, es stellt sich eher ein Spiel mit Intrigen, Konflikten rund um eine große Zahl an Geheimnissen ein. Erst als in Form von Sylar ein Serienkiller auftritt, der scheinbar Menschen mit Fertigkeiten jagt, zeichnet sich langsam ein gemeinsamer Feind ab.
Die Personen in Heroes wirken authentisch und nachvollziehbar. Sie sind unterschiedlich mit moralischer und auch persönlicher Stärke ausgestattet, sie gehen ganz verschieden mit ähnlichen Situationen um und je weiter sich die Serie entwickelt, desto öfter kann man sich mit den Personen identifizieren. Es ist, als würden die Basischaraktere einer modernen Gesellschaft abgebildet. Vom verzweifelten Ehemann, der um seine Frau kämpft und dem kleinen Bruder, der aus dem Schatten des Älteren aufsteigen will, ist alles dabei.
Die Erzählstruktur dabei ist äußerst komplex. Jede Folge besteht aus kleinen episodischen Abschnitten, die immer den Handlungen weniger Personen folgen, die sich dann aber wieder mit den Wegen anderer Personen kreuzen. Auch größere Zeitsprünge sind bei Heroes immer von Bedeutung, sei es in Form von Rückblenden, oder tatsächlichen Zeitreisen. Auch wenn so eine aufwendige Struktur im ersten Moment abschreckend wirken mag, vermag es Heroes durchaus zu packen, denn die Autoren haben sich, zu mindest in den ersten beiden Staffeln eine Unberechenbarkeit beibehalten, die sehr erfrischend ist.
Mit dem weiteren Verlauf der Serie wird allerdings die Zahl der Figuren, Ebenen und wichtigen Geschehnissen so groß, dass sich eine gewisse Unübersichtlichkeit einstellt. Trotz toller Bilder und markanter Dialoge ist es beinahe unmöglich sich alles zu merken.
In der optischen Darstellung gibt sich Heroes dabei sehr sauber. Zwar kommt es immer wieder zu Gewaltszenen, aber um sexuelle Darstellungen zum Beispiel macht man einen Bogen, trotz verschiedenster Liebesplots innerhalb der Serie. Dabei bleibt sie immer sympathisch und nett, was auch an den guten und attraktiven Schauspielern liegt: Milo Ventimiglia und Hayden Panettiere sind da nur zwei von vielen möglichen Beispielen.
Heroes bietet also solide eingängige Unterhaltung und Spannung für jeden Comicfan und Freund von Heldengeschichten, die einfach etwas näher am Boden geblieben sind.
Doch jetzt kommt Misfits:

Two-Face

Jay Nightwind | 11.05.11 | / / / | Kommentieren
Ich bin mir nicht sicher, ob dein zuckendes zögerliches Grinsen von der Freude kommt oder weil der Wind in dein hautloses Gesicht einfährt. Den Punkt, an dem mir von deinem Anblick noch übel wird, den habe ich schon lange überwunden. Die eitertriefenden Muskeln, die deine Mimik in Bewegung halten, lassen mir schon lange nicht mehr die Magensäure hochkommen. Und auch wenn immer noch Asche aus deinem verkohlten Gesicht rieselt, so kennst nur du den Schmerz. 
Dann stellt sich Mitleid ein. Mitleid für Kreatur, die sich selbst schon zu sehr bemitleidet. Für eine Kreatur, die zwar in jedem einen Schuldigen sucht, sich selbst aber für eine Gerechtigkeit hält, dabei aber genau so willkürlich ist, wie der Regen, der auf sie herab fällt. 
Helfen möchte ich dir nicht unbedingt, aber die Herkunft deiner Wunden weckt meine Neugier.
Der einzige Weg, meine Neugier zu stillen, ist für dich, deine gepresste Faust von oben gerade steif durch meine Wangenknochen zu pressen und mich so für Verbrechen zu bestrafen die keiner alleine begangen hat. Mich für Verbrechen zu bestrafen, weil sie keiner verhindert hat. Mich für Verbrechen zu bestrafen, die du begangen hast, damit ich weiß, wie du dich fühlst.
An einem anderen Tag bist du anders.
Du stehst mit dem Antlitz eines weißen Ritters im Sonnenschein und gibst so selbst den Rastlosen ein zu hause in deiner Hoffnung. Dein Lächeln und deine Grübchen erzählen die besseren Geschichten, die keine Fantasie zuvor zu erfassen vermochte, in denen keiner mehr am Boden liegen muss. Du bist ein gelehrsamer Anwalt, der sich niemals das Recht nehmen würde, auch nur ein Urteil zu sprechen. Lediglich greifst du denen - wenn es nur mit einem Witz oder einer Anekdote ist - unter die Arme, denen längst jede zugestreckte Hand verwehrt blieb. Dann bist du vielleicht nicht gut, aber es ist gut mit dir zu sein. Und dann, dann ist von meinem Mitleid nichts mehr zu sehen. Dann bin ich neidisch. Neidisch, auf eine Leichtigkeit, die du nur von denen erworben hast, die dich umgeben. Neidisch, darauf, dass die Menschen dich als gerecht empfinden, aber übersehen, dass du die Gerechtigkeit nicht kennst. Neidisch, weil du dich verändern kannst, so wie der Wind sich dreht.
Ob dein zögerliches zerbrechliches Grinsen von der Freude kommt, weil du weiß, dass du an einem anderen Tag anders bist oder ein aufrichtiges ist, dass weiß du selber nicht. Denn alles was du tust, ist eine Münze.
Keine Münze mit der man bezahlt, sondern eine Münze, die entscheidet wer bezahlt. Eine Münze, mit der man nicht rechnen kann. Eine Münze, die dich verliert. Eine Münze, auf der sich Kopf, manchmal wie Zahl anfühlt.
Und die Münze fliegt.
Heute hattest du einen guten, heute hattest du einen schlechten Tag. Morgen tust du nur das, was dir die Münze sagt. Heute liege ich am Boden, heute fliege ich davon, manchmal kann ich nachts nicht schlafen, weil ich nicht weiß, was für ein Tag morgen kommt.
So ist es dir nur recht. Denn man sieht immer nur eine Hälfte von deinem Gesicht, du drehst dich immer, dass man nur sieht, was du uns sehen lassen willst. Wir sollen Angst vor dir haben und dich gleichzeitig lieben. Wir sollen bei dir sein wollen und dabei vor dir Weglaufen. Wir müssen für und gegen dich sein, weil du ein zweigesichtiges Monster bist.
Ein zweigesichtiges Monster, dass nicht einmal selber zeigt, was für ein Tag es heute ist, nein, du lässt es die Leute im Gesicht tragen. Manchen schenkst du dein Lächeln und anderen verbrennst du die Haut. Aber du weißt es selber nicht, nur die Münze mit ihrem kranken Spiel.
Gerne würde ich dich immer lieben, aber Stadt, das verlangen, wäre zu viel.

Rezension: NichtLustig ChaosLabor

Jay Nightwind | 05.05.11 | / | 7 Kommentare

NichtLustig: ChaosLabor ist ein Kartenspiel für 3 bis 6 Spieler und dauert circa 20 Minuten pro Partie.
Ziel jedes Spieler ist es, selbst keine Karten mehr auf der Hand zu haben. Um das zu erreichen kann jeder Spieler in seiner Runde eine Karte abwerfen oder besser gesagt anwenden.
Denn alle Karten kommen neben verschiedenen Typen (Wissenschaftler, Dinosaurier und Roboter) mit komplett verschiedenen Anwendungsregeln daher. So kann man seinen Nachbarn zwingen Karten nach zu ziehen oder sich selbst erlauben alle Roboterkarten abzuwerfen.
Zusätzlich zu den Typen gibt es auch noch Zahlen auf den Karten die für manche Anweisungen eine Rolle spielen und dann möglicherweise verrechnet werden müssen. Zum Beispiel dann, wenn ein Spieler eine neue Siegbedingung ausspielt und man plötzlich nicht mehr alle Karten loswerden muss, sondern eine Summe von genau 20 mit allen Karten bilden.
Auch die Spielbedingungen können gebogen werden, natürlich immer entsprechend des Textes auf der Karte und wäre das an Chaos nicht genug, gibt es auch noch "schnelle" Karten, die man direkt weitergeben darf, auch wenn man nicht dran ist, zum Beispiel weil ein Spieler flucht oder niest.
Die Aktionen auf den Karten sind witzig und für Kartenspiele sehr ungewöhnlich. So gibt es oftmals Wenden im Spiel und keiner kann vorhersehen, ob er selbst nun auf der Gewinner- oder Verliererstraße ist.
Leider liegt das aber auch an den mehr als mangelhaften Regeln, wenn man zumindest der Spielanleitung folgt. Diese soll zwar einen schnellen Spieleinstieg bieten, lässt aber zu viele Fragen offen, als dass man problemlos spielen könnte. Meist muss am Tisch diskutiert werden wie denn nun manche Karten zu spielen sind, was mangels der Eindeutigkeit der Texte leider äußerst schwierig ist.
Auch wenn Joscha Sauer, der Zeichner der NichtLustig-Cartoons, die Spielkarten illustriert hat, ist von seinem typischen Humor nur wenig zu spüren. Es wirkt eher so, als wäre hier eine erfolgreiche Marke auf das Spiel geprägt worden, um den Verkauf anzukurbeln. Und leider zu unrecht, denn wegen der unklarer Regellage wollte in unseren Spielrunden kaum Spielspaß aufkommen. Für jüngere Spieler und Erwachsene die mit unklaren Spielregeln leben können, dürfte es allerdings immer noch einigen Spaß bieten und mit dem kleinen Format ein geeignetes Reisespiel sein, dass bei einem Preis von circa 6 Euro auch nicht allzu sehr weh tut, wenn es sich als Fehlkauf herausstellt.
Mein persönliches Fazit, wie man der Rezension wohl schon entnehmen kann, ist kein gutes und so rate ich vom Kauf ab. In gleichem oder ähnlichem Format gibt es bessere Spiele, bei ähnlichem Preis.

Nachtgewisper

Jay Nightwind | 04.05.11 | | 3 Kommentare
Lange ist es her, seit dem letzten Nachtgewisper, aber es gibt einige kleinere Neuigkeiten.

Ich arbeite immer noch an den "Nerds", aber jetzt unter anderen Vorzeichen. Ich habe vor, die Serie ein wenig vorzuproduzieren. Das heißt, ich schreibe jetzt die gesamte 0.Staffel zu Ende und veröffentliche sie dann in einem regelmäßigen Turnus. Sollte ich dann damit fertig sein, setzt sich eine andere Serie meines Blogs fort. Vermutlich wird dort den Anfang "Ideendämmerung" machen. So kann ich an Ideendämmerung schreiben, während ihr die Nerds lest und ich hoffe diese Strategie dann immer so weiter führen zu können.

In der letzten Zeit habe ich hier ja immer mehr Fotos eingebunden und außerdem ein wenig aus meinem Leben erzählt, wenn auch noch etwas unzusammenhängend. Auch weiter hin will ich versuchen ein bisschen mehr (Foto-)Blogger zu sein und hoffe, dass die Essener Ecken auch weiterhin in meinem Blog willkommen sind.

Eine der Neuerungen, die ich nun in den Blog bringe, ist die Einbindung von "Soundcloud". Dabei handelt es sich um einen Service für Musikmachende und andere, die Aufnahmen machen, mit dem sie ihre Werke veröffentlichen können. Zu dem können diese Werke dann an konkreten Stellen kommentiert werde und noch einige andere Spielereien sind möglich. 
Für mich ist Soundcloud attraktiv, da ich so die Möglichkeit erhalte euch Aufnahmen von Texten unkompliziert zum Gratisdownload zur Verfügung stellen kann. In der Vergangenheit habe ich das auch schon versucht, war aber sehr unzufrieden mit meinen Möglichkeiten. Ich hoffe dieses Mal wird es zufriedenstellender, aber auch Soundcloud ist nur ein Experiment. Wie es dann an meinem Ende ausgegangen ist, werde ich vielleicht in einer Rezension erläutern.
Für euch wird das ganze so ausgehen, dass ihr euch zum Beispiel jetzt diese Aufnahme von "Ein einfacher Soldat" vom "C@fe-42 Poetry Slam" vom 01.04.2011 in Gelsenkirchen anhören könnt. Und nicht nur das, wenn ihr das kleine Pfeilchen anklickt, könnt ihr die Datei auch ganz einfach herunterladen.
Wer sich für das C@fe-42 und ihren Slam interessiert wird hier fündig.
Hier also die Aufnahme, für die ich mich nochmal herzlichst bedanken möchte:

  

Neben dieser Neuerung, gibt es noch eine Korrektur und noch eine weitere Neuerung.
Zu erst die Korrektur: In Citaras Blog habe ich entdeckt, dass Haiku, die nicht die Natur zum Thema haben eigentlich Senryu genannt werden. Entsprechend ihrer Bezeichnung werde ich in meinem Blog diese Kategorie also in "Haiku und Senryu" umbenennen.
Die Neuerung wird eine weitere Art der Rezension sein, zu der ich aber jetzt noch nicht zu viel sagen möchte. Die Rezensionen werden noch umfangreiche dadurch, aber hoffentlich auch ein wenig spannender. Ich arbeite daran, möglichst bald die erste neue Rezension auf den Weg zu schicken.
Ich hoffe euch haben die bisherigen Rezensionen gefallen, denn ich habe zur Zeit große Freude daran sie zu schreiben. Oder findet ihr, es ist zu viel geworden? Gibt es Rezensionen, die ihr euch wünschen würdet? Lasst mal hören.
Anmerkungen, Anreize und Hinweise sind in den Kommentaren gerne gesehen.
Danke für eure Aufmerksamkeit.

Jagd

"Haben sie diese Person gesehen?
Bleiben sie doch bitte stehen!
Ich will sie doch nur fragen,
ob sie etwas gesehen haben?"

Dreitagebart.
Der Blick ist hart.
Herr der Augenringe.
Ich glaube ich sehe Dinge.

Die ungezählte Nacht am ungezählten Tag.
Keiner merkt, dass ich die selben Sachen trag,
Aus denen steif der Schweiß austreibt,
Weil kein Moment zum Waschen bleibt.

Die Spur ist warm.
Der Blick aufs Konto schwer,
Ich bin offensichtlich arm.
Das Konto leer.

Ich habe einen Schuldenberg
Und auch der ist ihr Werk,
Denn ich quäle mich durch jede Nacht,
Doch am Tag, zeigt sie ihre Macht.

Und deshalb muss ich auch wieder verschwinden,
Um meine Zielperson zu finden.
Ich bin ihr schon seit Jahren hinterher.
Ein einzelner Fisch im großen Meer.

Ein Meer aus vielen Indizien,
Hinweise hinterlässt sie überall.
In Form ihrer Insignien:
Tod und Zerfall.

Unzählige sind durch ihre Hand gestorben.
Sie hat so manches Mahl verdorben.
Dann begleitet sie dich ein ganzes Stück,
doch niemals bringt sie Glück.

Sie ist eine blasse Todesfee,
doch ihrer Taten nicht bewusst.
Gibt sich unschuldig wie frischer Schnee,
Wenn sie uns benutzt.

In dieser Nacht da werde ich sie fassen
Und sie erst davon ziehen lassen,
Wenn sie zurück gibt, was mir gehört.
So vieles hat sie mir zerstört.

Partner, Freunde, Familie hat sie mir genommen,
Doch ich werde all das zurück bekommen.
Das ist mein Wort, so soll es sein:
Heute Nacht, sperre ich sie ein.

Anfangs war ich gut in Schuss,
musste kaum verschnaufen.
Jetzt nach jeder engen Jagd Schluss,
mich ordentlich zusammen raufen.

So viel an mir ist wegen ihr gebrochen,
Viele Leiden vorgebracht.
Noch so viele von ihnen unausgesprochen.
Ich muss sie einholen, noch diese Nacht.

Wo ich früher sorglos übersprang,
muss ich hoffen, dass ich mich wieder fang,
wenn müde Knochen zur Seite knicken.
Konnte sie bisher nie ergreifen, nur erblicken.

Mehrere Schritt' ist sie vor im Lauf,
trotzdem gebe ich nicht auf.
Sie ist nicht mal unauffällig, nur sehr leise,
Sie sichtbar machen nur unsere Beweise.

Daher stürze ich um ein jedes Haus;
Werde sie in die Enge treiben,
Dann räuchere ich ihre Verstecke aus,
Nur um sie ordentlich aufzureiben.

Und dann ist sie nur noch mir,
Kann nicht mehr entrinnen.
Meine Jagd besteht nur aus Gier
Und muss meinen ganzen Tag bestimmen.

Und so geht es Sekunde um Sekunde,
Warte auf die Minute in der man mich befreit,
So dass endet in einer düsteren Stunde,
Heute Nacht, da fasse ich die Zeit.