Sonnensegler

Jay Nightwind | 16.05.13 | / / / |
Auf gerade Linie eingesperrt,
Das traurige Schiff, das einsam fährt,
Der einzige Fortschritt in einer Welt aus Reglern.
Nimm mich mit dir, Sonnensegler.

Wo einst die Blätter sorgsam wachsen,
Heute in Büros Programme blühen.
Metall auf Licht mit sanftem Kratzen,
Funken die an Schienen sprühen.

Einsam auf der Spur aus Licht,
Hinfort aus allen Sphären.
Die anderen sehen dich nicht,
Weil wir sonst nicht mehr füreinander wären.

Segel durchgreifbar zart,
gespannt auf warmen Strahlen,
Dein Körper kalt erstarrt,
Ein Reisen ohne Wahlen.

Wahlen, Entschlüsse, Entscheidungen:
Wir müssen immer schalten.
Doch bei bewussten Verweigerungen:
Verlassen, verstoßen, veralten.

Gerade Linie, gerade fahren,
Nicht immer alles neu gestalten,
Will mich so bewahren,
Gleichförmig frei veralten.

Auf gerade Linie eingesperrt,
Das traurige Schiff, das einsam fährt,
Der einzige Fortschritt in einer Welt aus Reglern.
Nimm mich mit dir, Sonnensegler.

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