Kritzel, Tagebuch eines Jägers (2)

Tag 2, Verbrannte Pfoten und ein Arsch voller Bienen

Glumanda mag kein Wasser! Ich hatte gerade den Fuß in die Wanne gesetz, als dieser stinkende Mistkäfer sein Heil in der Flucht suchen wollte. Dummerweise ohne vorher von mir ab zu lassen. Ich glaube, er hat mich sogar ein Stück angehoben als er lossurrte. Ab da habe ich einen Filmriss. Als ich später neben der Wanne erwachte, war es draußen bereits stockfinster und der dämliche Käfer schlief seelenruhig, meinen Arm in seiner schraubstockartigen Umklammerung haltend. Das Badewasser war natürlich inzwischen erkaltet, also verzichtete ich darauf, es erneut zu versuchen und verschob die Körperhygiene auf später.
Ich muss dringen in den kommenden Tagen mal ein Wörtchen mit dem örtlichen Waffenmeister reden, damit er mir erklärt, wie ich das Kinsekt kontrollieren kann. So wie das aktuell läuft, entspricht das absolut nicht meinen Vorstellungen von Komfort. Naja wenigstens habe ich die Nacht nicht frieren müssen, mit dem Feuerkäfer unter meiner Bettdecke, aber ich glaube nicht, dass die Mädels sich nach einem nach Monsterdung stinkenden, eingesandeten, wenn auch überaus attraktiven Mann verzehren, wenn ein Terriergroßer roter Käfer mit ihm die Bettstatt teilt. Hier muss dringen nachgeputzt werden. So ein richtiger Jagdchampion braucht schließlich seine Groupies und die sollten definitiv keine sechsbeinigen Krabelviehcher mit wasserphobie oder maunzende Fellknäule sein.

Die grüne Trotteline vom Gildenschalter rümpfte heute Morgen wie erwartet ihre dämliche Stupsnase, als ich, Mautzi und Glumanda bei ihr vorbei schauten, um unseren ersten richtigen Auftrag zu bekommen. Memo an mich: Sand im Schritt ist weder lustig noch besonders bequem. Ich brauche dringend ein Bad!

Egal! Jetzt hieß es erstmal Quests, Quest, Quests, Quests! Gleich konnte ich jagen gehen.
Vielleicht einen Rathian erlegen, oder einen Kecha Wacha? Ich war auf alles vorbereitet ...

Ein Rathian Flugwyvern.
20 Meter Muskeln, Zähne und schlechte Laune.
(Bildquelle: http://monsterhunter.wikia.com/)

Ein Kecha-Wacha im Wutmodus.
(Bildquelle: http://monsterhunter.wikia.com/)
... nur nicht auf Angeln, Kräutersuche, Pilzernte, Eierbeschaffung, Bergbau und Steakbraterei. Hallo!? Ich bin Jäger, kein grenzdebiler Sammler! Einstiegsquests, nannte sie das. Ich müsste erst die Grundlagen lernen, behauptete sie. Alle haben mal klein angefangen, belächelte sie mich. Blöde Kuh! Tochter einer stinkenden Seltas. Als ob ich sowas nötig habe.

Grün, hässlich und nervtötend.
Da wo Seltas draufsteht, könnte auch die Gildenjungfer drin stecken.
(Bildquelle: http://monsterhunter.wikia.com/)
Ich, Kritzel, der bald schon größte Jäger aller Zeiten solle meine Zeit mit Blumenpflücken verplempern? Keine Chance!

Naja, ich hab mich dann doch breit schlagen lassen und konnte so wenigstens einige Tränke brauen, die mir später noch gute Dienste leisten werden und ein wenig Krempel für den Rüstungsbau habe ich dabei auch sammeln können. Man(n) ist ja praktisch veranlagt. Außerdem konnte ich mich mit meinem ersten Jagdgebiet vertraut machen. Die Ahnensteppe ist gar nicht mal so übel. Kaum Sand, weite Ebenen und einige Höhlen sind ein guter Ausgangspunkt für reichhaltige Beute. Zum Abschluss des Tages schicke sie mich dann nochmal los, um Honig zu besorgen, der wohl eine gaaaanz tolle alchemistische Zutat seien soll.
Ja, klar! Da will sich bestimmt bloß jemand sein Frühstück sichern. Ich nahm den Auftrag trotzdem an, was allein der Tatsache geschuldet war, das in dem betroffenen Areal räuberische Monster gesichtet worden waren. Endlich konnte ich beweisen was in mir steckt! Sollte sich Mautzi doch währenddessen um den blöden Honig kümmern. Ich hatte Blut gerochen. *
*Ja, sein eigenes Blut. Er bekommt immer Nasenbluten wenn er sich aufregt. (Anmerkung von Mautzi).

Wir erreichten ziemlich schnell den auf der Karte eingezeichneten Ort, wo sich ein Schwarm Wildbienen ihr Nest gebaut hatten. Summend und surrend suchten die emsigen kleinen Biester umher und sammelten den Nektar naher Blumen. Vorsichtig näherten wir uns dem Nest und ich gab Mautzi den Befehl sich mal genauer umzusehen, während ich unseren Rückzug deckte. Der pelzige Feline war gerade dabei das Nest vorsichtig zu öffnen als ein heiseres Gackern und Knurren auf drohende Gefahr hinwies. Sofort löste ich die Gleve von meinen Rücken und schüttelte meinen Arm, um den schlafenden Glumanda zu wecken. Fast gleichzeitig sprangen drei Jaggi aus dem Unterholz. Garstige kleine Predatoren. Typische Rudeltiere, die dank ihren starken Hinterläufe ihr Opfer anspringen konnten, um es dann mit ihren messerscharfen Klauen zu zerreißen. Reflexartig riß ich den Arm hoch und tatsächlich löste sich das Kinsekt von mir und flog auf die Gegner zu. Und wäre dieser dämmliche Feline nicht stehen geblieben, Glumanda hätte zumindest einen der Jaggi getroffen.*
So aber verbrannte das Feuersekret des Kinsekts das Fell von Mautzi bevor ich Glumanda zu mir zurück rufen konnte. Als es dann von dem pelzigen Nichtsnutz abließ, um seinen angestammten Platz wieder einzunehmen, zog es den Gestank von verbrannten Haar hinter sich her und hatte natürlich keine stärkende Monsteressenz ernten können.
*Hätte er dabei nicht laut "Du bist dran, Glumanda!" geschrien, hätte mich der Lachkrampf nicht paralysiert und ich müsste jetzt nicht frieren. Mein schönes Fell, au miau! (Anmerkung von Mautzi)

Wenigstens lenkte der brennende Feline die Jaggi lang genug ab, so dass ich sie mit meiner Gleve niederstrecken konnte.
Raptoren würden Jaggi kaufen. Kleine nervige Vogelwyvern.
(Bildquelle: http://monsterhunter.wikia.com/)
Es war ein ruhmreicher Kampf, eines echten Jägers würdig und so deckte ich mich anschließend mit Trophäen meiner Opfer ein, bevor ich Mautzi in den nahen Teich kickte, um die letzten Schwelbrände zu löschen. Eines muss man dem kleinen Kerl lassen, er ist zäh und trägt es mit Fassung! Außerdem scheint das Allergieproblem erstmal aus der Welt. Heute ist ein schöner Tag. Naja, zumindest war er das bis dahin. Es fehlte ja noch der Honig, doch diese  Bienen erwiesen sich als weitaus gefährlichere Gegner als die Jaggi.
Erneute Memo an mich: Sand im Schritt ist unangenehm! In Kombination mit dutzenden von Bienenstichen erreicht er jedoch eine ungeahnte Qualität von Unbehagen.

Ich hatte nicht wenig Lust der grüne Schlampe den Honig durch die blöde Stupsnase einzuflößen, als sie uns freudig strahlend begrüßte. Ich knallte ihr knurrend die Beute auf den Tisch, kassierte ohne weitere Worte die Belohnung und dann suchten wir den nächsten Heiler auf.

Inzwischen kann ich wenigsten auf der linken Pobacke wieder halbwegs sitzen. Mit dem Bad wird das heute aber wohl wieder nichts. Doch ich lasse mich nicht unter kriegen, denn ich bin Kritzel, und Morgen erlege ich ein richtiges Monster. Notfalls auch das grüngewandete Mistding hinterm Gildenschalter.

Kommentare

  1. Beim ersten Bild dachte ich du schreibst jetzt für/von Schleich...:)

    Weil den
    http://www.schleich-s.com/fileadmin/media/images/item_detail/70509.jpg
    hat Junior erst kürzlich "erlegt"...

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    1. Verdammt erwischt! ^^

      Aber das von dir verlinkte Tierchen hat mehr Ähnlichkeit mit dem Gesellen hier ....

      http://images.onesite.com/capcom-unity.com/user/dubindoh/monster_hunter/monster_hunter_4_ultimate/42910d8d1d7817d6392b60998c9d221b.jpg?v=96000

      Dahin kommen wir aber erst später. ;)

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  2. Haha. Hygiene in Videospielen ist auch ein sehr guter oft übersehender Themenbereich. Sehr gut!

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    1. Es wird definitiv ein Thema, sobald das virtuelle Erlebnis Spiel auf alle Sinne ausgedeht wird. ^^

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