Die stärkste Waffe ist der Stift

 Am 9. Oktober 2012 versucht ein Taliban die zu dem Zeitpunkt 15 Jährige Malala zu erschießen. Eine Kugel trifft Malala, eine zweite ihre Klassenkameradin Shazia und eine dritte trifft das Mädchen Kainat Riaz. Die Mädchen sitzen zum Zeitpunkt der Tat im Schulbus. Und das ist ihr ganzes Verbrechen. Sie wollen zur Schule gehen.


Das Buch "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai in Zusammenarbeit mit der Autorin Christina Lamb erscheint 2013, während sich Malala in Birmingham (Groß Britannien) von dem Anschlag erholt. Es beschreibt eine Jugend, die immer wieder von kriegerischen Auseinandersetzungen und Terror gestört wird.
Malala wächst im pakistanischen Swat-Tal auf. Sie führt ein mehr oder weniger normales Leben, bis die Taliban in Teilen Pakistans die Macht übernehmen. Malala erlebt, wie Nachbarn sich radikalisieren, wie die Amerikaner sich einmischen und wird mit ihrer Familie zur Flucht gezwungen. Sie will eigentlich nur in Frieden leben und zur Schule gehen. Doch die Taliban wollen, dass Mädchen und Frauen Zuhause bleiben. Aus dem Begehren nach einem Grundrecht wird ein politischer Kampf. Malalas Vater betreibt eine Schule für Mädchen und Jungen. Er ermutigt sie, sich für die Bildung von Mädchen zu engegieren und so geraten sie ins Visier der Taliban.

Malala beschreibt, wie ihr Vater Drohbriefe erhält, weil seine Schülerinnen an einem Picknick teilnehmen. Mädchen auf Picknicks, das sei unmoralisch, beschweren sich die selbsternannten Moralhüter. Malala möchte zur Schule gehen, lernen und selbstbestimmt leben. Wie schwach muss die Moral dieser Menschen sein, wenn sie sich von Mädchen auf Picknicks verrücken lässt?

Malala engagiert sich, tritt im Radio und im Fernsehen auf und fordert Bildung für Mädchen. Sie wird als mutiger Teenager "vermarktet". Doch man merkt, sie ist auch einfach ein Mädchen. So streitet sie sich mit ihrer besten Freundin Moniba, liest die Twilight Bücher und träumt von einer besseren Welt. Ein Mädchen, dass die Werte ihrer Eltern übernimmt. Ihr Vater, der für Bildung einsteht und eine Schule führt, engagiert sich politisch und nimmt seine Tochter mit.
Malala formuliert es so: "Ich wusste, dass jedes der Mädchen aus meiner Klasse mit der Unterstützung seiner Eltern hätte erreichen können, was ich erreicht hatte" (Malala Yousafzai: Ich bin Malala, München 2013, S. 264.).

Und genau das ist die Sache: Mit Aufklärung und Bildung, könnten auch andere das schaffen, was Malala geschafft hat. Bildung gibt Menschen Mut und eine Stimme. Sie ist die Stärkste Waffe im Kampf gegen den Fanatismus, gegen Gewalt und falsche Beschuldigungen.

"Ich bin Malala" ist ein großartiges Plädoyer für den gewaltfreien Kampf um eine gerechtere Welt
Das Ergebnis von Bombem ist zwar schneller sichtbar. Aber die Früchte guter Bildung und Aufklärung sind nachhaltig.


"Education is peace", sagt Malala vor der UN:
 

Kommentare

  1. Malala ist mir schon lange ein Licht im Dunkeln. Das Buch besitze ich zufälligerweise sogar, ein Mensch schenkte es mir mal mit dem Hinweis, dass es die Aufgabe unserer Generation sei Brücken zu bauen, in jeglicher Hinsicht. Ich bin bisher nicht dazu gekommen es zu lesen, aber damit hat es sich für die top3 der "langen Sommerferien"-Bücherliste qualifiziert. Danke!

    Da fällt mir als Sympathisant des CCC ein: der Balls of Steel-Award auf dem 32C3 ging dieses Jahr an eine ebenso weibliche, junge Person aus Nahost. Schoss mir gerade so durch den Kopf, weil ich das Motiv sehr stark fand.
    https://mobile.twitter.com/SteveZemach/status/553509350590132225/photo/1

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  2. Malala ist eine ganz große Rhetorikerin. Ein Wunderwerk in Stimme, Mimik und Betonung. Darüberhinaus mit Inhalten, die relevant sind. Auch ohne ihre Biografie zu kennen, bin ich begeisterter Zuhörer, beobachte, was sie als nächstes erzählen mag, denn sie ist ein fühlender Finger auf dem Puls unserer Zeit.

    Ich bin sehr dankbar für diese Rezension und auch ich werde das Buch auf meine sehr kurze "Bald lesen" Liste setzen.

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