Podcast: Essen packt an

Als ich die Wiederbrauchbar verlasse und zum Hauptbahnhof schlender, da spricht mich wie auf Kommando ein Obdachloser an. Eigentlich habe ich gerade keine Zeit mehr. Ich gebe ihm kein Geld. Aber ich nehme mir einen Moment. Frage ihn wie es ihm geht.

Ein paar Meter weiter, wird mir etwas bewußt, nachdem ich gerade zum zweiten Mal einen Podcast mit "Essen packt an" aufgenommen habe. Das sind alles Unsichtbare. Sowohl die Leute von dieser ehrenamtlichen Truppe, als auch die Zielgruppe. Sie sind all diese Leute, die nur in Statistiken als Zahlen auftauchen und nicht besonderer sind als andere. Füllmaterial in Fotos unserer Stadt, diese zig Leute, die den ganzen Tag nicht besonders auffallen. Sie sind mehr wie du und mehr wie ich. Es sind die normalsten Menschen der Welt.

Und genau das macht es sie um so besonderer. Wenn berühmte oder bekannte sich auf die Straße stellen und aktiv werden, dann ist es oft von Promotion für sich selbst nicht zu unterscheiden. Bestimmt handeln viele aus dem Herzen, aber bestimmt halt viele auch nicht. Aber diese Leute, die ich zum Interview getroffen habe, die haben außer Menschlichkeit und Nächstenliebe nichts zu vermarkten.



So sehr ich mich anfänglich geärgert habe, dass die erste Aufnahme qualitativ vollkommener Schranz war, desto mehr habe ich mich gefreut die Epalaner, wie sie sich selbst nennen, viel eher in ihrem Element zu erleben. Ingrid, die eigentlich die ganze Zeit auf dem Sprung ist, weil sie gleich los muss, Obdachlosen Suppe, Kleidung und Zuspruch bringen, hat mich dabei am deutlichsten spüren lassen, was hier der Geist der Sache ist. Nichts ist so wichtig, wie die gute Sache.

Von ganzem Herzen danke ich euch, dass ich euch befragen durfte! Und noch viel mehr, dass ihr diese Stadt mit zu dem macht, was sie sein sollte: Ein Ort für echte, normale Menschen.

Kommentare