Öffis mit Humor nehmen!



Schuhe, die man auch als Monatsticket benutzen kann. Mit dieser Werbeaktion machte die Berliner Verkehrsgesellschaft im vergangen Jahr Schlagzeilen. Eine witzige Aktion - und verdammt gute Öffentlichkeitsarbeit. Tatsächlich habe ich seit dieser Kampange das Verkehrsunternehmen auf Facebook abonniert. Denn die Aktion mit den Schuhen ist keine Ausnahme in Sachen Social Media Auftritt der BVG. Schaut man sich ein bisschen auf den Social Media Kanälen um, stellt man schnell fest - die sind ziemlich unterhaltsam. Hier ein Beispiel:


Die Posts sind aber nicht nur ziemlich witzig, sondern zeigen gleichzeitig eben auch: wir nehmen eure Beschwerden ernst. Zumindest ernst genug, um darüber Witze zu machen. ;)

Dieses Muster setzt sich auch auf dem YouTube- Kanal des Unternehmens fort. Dort gibt es zum Beispiel ein Video, in dem das Rundfunkorchester BVG-Antworten auf Fragen ihrer Fahrgäste singt. Noch nie klang "Busfahrer sind auch Menschen" so schön!
Den Beweis zu diesem gesungenem Zitat tritt das Unternehmen übrigens gleich in einem anderen Video-Format an. Unter dem Titel "BVG Mitarbeiter lesen gemeine Tweets vor" passiert eben genau das: Bus- und Bahnfahrer, aber auch Leute aus anderen Arbeitsbereichen, wie Einsatzplanung, Technik oder Vertrieb lesen Hasskommentare vor und kommentieren diese. Über das Unterhaltende hinaus ein kluger Move - das großen anonyme Unternehmen wird nahbar und menschlich.

Besonders zum Schmunzeln bringen mich aber die BVG-Songs. Ein Beispiel: das Cover von "Ohne dich" von der Band "Münchener Freiheit". Ich zitiere:
"Ohne uns kommst du heut’ Nacht nicht heim.
Ohne uns schläfst du heut’ Nacht hier ein.
Ohne uns kommst du heut nicht zur Ruh’.
Das, was wir woll’n, bist du."
Einfach herrlich! 
Oder erinnert ihr euch noch an Kazim Akboga der mit seinem Song "Is mir egal" eine kleine Internetberühmtheit wurde? Auch der taucht hier wieder auf und erklärt uns quasi, was in Bussen und Bahnen der BVG erlaubt ist - und was nicht. Auf eine eigene Weise wirbt die BVG damit auch für Toleranz. Mein Favorit ist und bleibt aber dieser Werbeclip:



Klar lässt sich darüber streiten, ob ein Verkehrsunternehmen unbedingt hipp und witzig sein soll, aber sagen wirs Mal so: Wenn die Deutsche Bahn anfangen würde, Witze über ihre eigenen Verspätungen zu machen - dann könnten vielleicht auch viele Fahrgäste das Ganze mit mehr Humor nehmen.

Kommentare

  1. Ich war zweimal in Berlin. Zweimal wegen Schwarzfahrens angezeigt worden. Zweimal trotz guter Gründe meinerseits kein Humor von Seitens der BVG gezeigt worden. Just saying... ;D

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