Darf ich vorstellen? Elsa Sylvia Ruhnau

Name: Elsa Sylvia Ruhnau

Geburtsjahr: 1993

Beruf: Studierende (Augenoptik)






Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
Ich wollte unbedingt Bäuerin werden! Weil man meiner kindlichen Vorstellung nach jeden Tag mit den verschiedensten Tieren zu tun hätte. Dann wollte ich was viel grundsätzlicheres für Tiere tun und Tierbeschützerin werden. Was genau das eigentlich ist und wer einen dann dafür bezahlt, hätte ich sicherlich irgendwann herausgefunden, wenn ich mich nicht noch einmal umentschieden und als neuen Traumberuf Französischlehrerin auserkoren hätte. Das war aber bevor ich auch nur die erste Stunde Französischunterricht in der Schule hatte.


Warum hast du deinen Beruf gewählt?
Die Augenoptik ist mir irgendwie so zugefallen. Eigentlich wollte ich studieren, aber meine damalige Freundin, die selber eine Ausbildung angefangen hatte, überzeugte mich, mich auch nach einer umzusehen. Irgendwann sprach ich meinen Optiker darauf an, wie sein Tagewerk so aussieht. Und nachdem er mir lang und breit davon berichtet hatte, schlug er mir direkt vor, bei ihm anzufangen.
Die Augenoptik ist ein spannendes Feld, in dem es immer noch mehr zu lernen und zu entdecken gibt. Und deswegen hab ich mich nach der fertigen Ausbildung doch noch mal dazu entschieden das Ganze zu studieren.


Was bezeichnest du als Heimat?
Meine Heimat ist der Pott. Seitdem ich für mein Studium in den Osten gezogen bin, ist mir schmerzlich bewusst geworden wie sehr ich das Ruhrgebiet vermisse. Ich bin ein ziemlich verwurzelter Mensch und mir fällt es schwer, mich an neuen Orten wohl zu fühlen. Im Ruhrgebiet kenn‘ ich mich aus und ich schätze die offene Mentalität der Menschen, die hier leben.


Magst du Fotos von dir selbst?
Ja, durchaus. Ich mag die, auf denen ich gut aussehe, die mag ja meistens jeder von sich. Aber noch besser finde ich die, auf denen ich die schrägsten Grimassen ziehe. Wenn ich mir Bilder von mir selbst ansehe, skippe ich die schönen häufig schnell durch. Aber die, bei denen ich in lautes Gelächter ausbreche, weil ich so absurd scheiße aussehe, die schaue ich mir immer gerne lange an.


Was bedeutet Freundschaft für dich?
Freundschaft bedeutet für mich 100% ich selbst sein zu können und zu 110% akzeptiert zu werden. Einem Freund kann ich ehrlich sagen, was mich freut, aber vor allem auch, was mich bedrückt oder wenn mir was nicht passt. Außerdem ist es vor allem ein wohliges Gefühl. Freundschaft ist wie ein Stück Heimat, das auch außerhalb der eigentlich Heimat anzufinden ist.


Was ist deine liebste Erinnerung?
Ich bezeichne mich selbst immer als ein Glückskind und ich habe schon viele wunderbare Erlebnisse gehabt. Deswegen fällt es mir hier wirklich sehr schwer, mich auf eine Erinnerung zu beschränken. Aber wenn ich mich so zurück erinnere, sind es vor allem die Augenblicke, in denen ich andere begeistern konnte. Schon als Kind habe ich unheimlich gerne Witze erzählt, um andere zum Lachen zu bringen. Anderen ein gutes Gefühl zu geben, erfüllt mich gleichsam mit einem guten Gefühl.
Als Beispiel bediene ich mich einfach mal einer recht frischen Erinnerung: Als ich kürzlich einen Auftritt bei einem Diversity Slam hatte, war ich relativ frustriert, weil ich dachte mein Text wäre gar nicht beim Publikum angekommen. Als die Veranstaltung dann aber zu ende war, kam eine Zuhörerin auf mich zu und sagte mir, wie toll und lustig und mutig sie meinen Auftritt fand. Zu wissen, dass ich auch nur einen Menschen irgendwie erreicht habe, das hat mir noch Tage später mein Gemüt versüßt.


Was ist deine Vorstellung von Glück?
Jetzt hab ich schon geschrieben, dass ich mich selbst ein „Glückskind“ nenne. Und was verstehe ich genau darunter? Nun, für mich bedeutet Glück das Gefühl zu haben, dass mir gewisse Dinge einfach so zufliegen. Zum Beispiel ist es schon großes Glück gewesen in einer weißen, gebildeten Familie hineingeboren worden zu werden. Dass ich in meinem Leben schon viele wunderbare Menschen kennen lernen durfte und an unterschiedliche Orte reisen konnte, sehe ich auch als großes Glück an. Außerdem finde ich auffällig viele Cent-Stücke auf dem Boden.


Wer ist dein Vorbild?
Wie bei der Erinnerung ist es auch hier schwer, mich zu entscheiden. Seit ich ein Kind bin, habe ich die verschiedensten Menschen bewundert und mir ein bisschen zum Vorbild genommen. Am Anfang waren das vor allem die Heldinnen meiner Lieblingsserien: Dr. Samantha Carter aus Stargate SG 1 oder Xena gehörten zum Beispiel dazu. Starke Frauen, die intelligent waren, Humor hatten und kämpfen konnten.

Als ich älter geworden bin, habe ich meine Vorbilder mehr im echten Leben gefunden. Meine Tante gehörte lange Zeit dazu und die Chefin von meiner FSJ Kultur-Stelle. Frauen, die beruflich ihren Weg gehen, ihre Familie lieben und sich für andere Menschen einsetzen.
Mittlerweile lebe ich ein bisschen nach dem Motto „Kill your heroes“ und versuche mein eigener Held zu sein. Mit jedem Moment, in dem ich stolz auf mich bin, nehme ich mich selbst zum Vorbild und sage mir: „Geil, das hast du schon geschafft!“
Ich habe gelernt, dass ich mich nur vor mir selbst rechtfertigen muss, also versuche ich die beste Version von mir zu sein, die ich mir vorstellen kann.


Wovor hast du Angst?

Dass meine Kinder mich eines Tages dafür hassen, dass ich sie auf die Welt gebracht habe, obwohl es keine lebenswerte Welt mehr ist. Der Gedanke mag weit hergeholt sein, vor allem wenn man bedenkt, dass ich definitiv noch nicht bereit dazu bin, in nächster Zeit Mutter zu werden. Aber aus dieser Angst heraus achte ich persönlich sehr darauf meinen ökologischen Fußabdruck gering zu halten, weniger Müll zu produzieren und meinen umweltbewussten moralischen Kompass an so viele Menschen wie möglich weiter zu geben.


Hast du markante Angewohnheiten?
Die markanteste Angewohnheit wird wohl mein Schluckauf sein. Egal wo ich geh und steh, der ist immer mit dabei. Zumindest solange ich mich wohl fühle. Wenn ich sehr konzentriert oder angespannt bin, habe ich keinen Schluckauf . Wenn man mich kennen lernt, ziehe ich anfangs immer sehr verwunderte Blicke auf mich, weil mein Schluckauf manchmal echt laut und schräg klingen kann. Bisher wurde er mit folgenden Geräuschen assoziiert: Truthahn, Hundewelpe, Kanarienvogel, Huhn. (Die Liste kann gerne ergänzt werden)


Was magst du an dir?
Dass ich unbefangen auf Menschen zugehen kann und in den Momenten des Kennenlernens schon meine entwaffnende Ehrlichkeit an den Tag lege.
Eine Kostprobe: Ich könnte mir kein besseres Kompliment vorstellen als „Du hast einen nicen Ass in der Hose“, wenn man sich gerade seit einer Stunde kennt. Und was soll ich sagen: der nice Ass ist jetzt in der Hose meines Freundes. <3


Was willst du unbedingt lernen?
Optometrie. Deswegen studiere ich das ja auch. An manchen Tagen muss ich mir das selber 3 mal sagen, weil zum Studium leider noch mehr gehört, als die interessanten Sachen rund um die Physiologie des Auges und den menschlichen Sehprozess. Es steckt auch viel Mathe und Physik mit drin und das sind Bereiche, die meinen Lerneifer eher zügeln.

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