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Kanban Board als Organisationsmittel

Möchtegern-Held | 08.06.18 | / | 3 Kommentare

Nachdem Jay in seiner Done-Liste nach unseren Organisationsmitteln gefragt hat und es mir allgemein immer schwer fällt seinen Aufforderungen zu widerstehen, musste ich hier einfach nachgeben. Organisation ist eine meiner Leidenschaften. Gut…ich bin Hauptberuflich Project Manager, also gehört das irgendwie dazu. Beruflich organisiere ich mich halt über Mails, Checklisten, Project-Management-Tools etc., aber für zu Hause ist das einfach nicht tauglich für mich.
Vor einigen Jahren habe ich mich für Scrum begeistern können. Scrum ist eine agile Projektmethodik, die einfach eine hohe Flexibilität an den Tag legt. Eines der wichtigsten Medien ist das sog. Kanban Board. Darauf gehe ich gleich genauer ein. Die eigentlich Scrum Methodik wende ich mittlerweile nicht mehr an, da ich als einziges Team-Mitglied nur mich selbst organisieren muss und dafür brauche ich nicht diverse Meetings. Meine 9 diversen anderen Ichs in mir bekomme ich gut ohne sowas gemanaged (was für eine Wortvergewaltigung übrigens).
Nun aber zum Board und der eigentlichen Organisation. Auf dem Foto seht ihr tatsächlich mein aktuelles Board mit allen Aufgaben, die aktuell so anstehen.

Die Überschriften sind nun recht simpel gewählt. Je nach Projektmethodik kann man die auch anders nennen.

Jedes der Post-It’s stellt ein Thema oder eine Aufgabe dar. Behandelt der Zettel ein Thema, so sammel ich erstmal klein darauf welche möglichen Aufgaben evtl. anfallen. Habe ich beschlossen, dass ich alle Aufgaben zusammen organisiert habe, dann schreibe ich für jede Aufgabe einen eigenen Zettel, denn es ist nie möglich alle Aufgaben auf einmal zu lösen.
Manchmal packe ich auch 2 Sachen zusammen, da es quasi in einem Rutsch passiert (z.B. sauber machen + Einkauf)

Einige Zettel sind auch komplette Tagesplanungen, aber das ist eigentlich nur die Ausnahme, wenn sich ganz viel schnell hintereinander reiht. In diesem Fall das Wochenende mit meinem Sohn. Das ist also eine Daniel-Speziallösung ;)

Rote Zettel sind bei mir wöchentlich wiederkehrende Aufgaben.

Der eine orangene Zettel ist ist eine Lernaufgabe, die ebenfalls wiederkehrend ist.



Nun…jetzt heißt es sich nicht zu verzetteln. 5€ gingen in die schlechte Wortspiel-Kasse.
Links sammle ich die Aufgaben, die ich zu erledigen habe unter TODO. Je höher eine Aufgabe an dem Brett angebracht ist, desto höher hat sie Priorität. Je weiter unten sie ist, desto länger kann sie warten oder ich bin gar gezwungen zu warten. Mein Kuba-Urlaub ist nämlich abhängig von meinen Sprachkenntnissen und meinem Geld. 

Geht ein Zettel auf die rechte Seite der TODO-Liste, dann ist er bald dran. Ist er dann ganz oben und hat somit eine hohe Priorität….ja dann ist er wohl im nächsten Durchlauf fällig.

Durchlauf? Ja! Jeden Sonntag stelle ich mich hin und gehe jede Aufgabe durch, schaue ob ich was ergänzen oder streichen kann oder ob sich die Priorität geändert hat. Dann entscheide ich was ich in der laufenden Woche erledigen möchte oder muss und verschiebe den Zettel ins DOING.
Das heißt im DOING habe ich immer vor Augen was ich diese Woche zu tun habe. Ich bin also fokussiert. Den Rest der Aufgaben kann ich getrost ignorieren. Neige ich dazu mich ablenken zu lassen, dann gehe ich sogar soweit den Zettel solange mit mir rum zu schleppen oder auf’s Handy zu kleben, bis er erledigt ist. Aber erledigt heißt auch wirklich erledigt – alle Leute informiert, die es interessiert, Folgeaufgaben abgeleitet etc.

Ist die Aufgabe dann erledigt, dann wandert er in die DONE-Spalte. Wozu? Warum nicht gleich wegwerfen? Ha! Am Sonntag, wo ich ja die kommende Woche plane, gehe ich nochmal durch das DONE. Ich nehme jede einzelne Aufgabe ab, gehe im Kopf durch was ich da getan habe und dann beginnt der schöne Moment, wo ich die Aufgaben nehme, zerknülle und wegwerfe. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, ob ich bescheuert bin. Nein, aber dieses bewusste Erleben und kurz sich selbst für seinen Erfolg zu feiern ist wichtig. Das Zerknüllen hat einen psychologischen Effekt des „fertig! abgeschlossen!“ – dazu kommt die Haptik. Eine recht große, bekannte Website für den Gebrauchtwagenhandel arbeitet auch mit Scrum. Die treiben das sogar auf die Spitze und stecken die ganzen Aufgaben-Zettel (oder auch User-Stories genannt in Scrum) in einen Briefumschlag und senden sie an ihren größten Mitbewerber. Als ich das gehört habe musste ich über diese Bosheit erstmal herzlich lachen. 

Und so organisiert sich Daniel. Leider kann meine Alexa noch keine Zettel schreiben, sonst hätte ich zumindest eine teilweise Digitalisierung ;) 

Aber ich bin auch neugierig! Gibt es weitere Organisationsformen für euren Alltag?

Die Koch-Blog-Reihe - 10. Katzen würden Whisky saufen

Möchtegern-Held | 08.03.18 | / | Kommentieren

Damit man nicht alleine saufen muss kann man sich auch Katzen anschaffen, oder? Naja…ich habe mir meine beiden Kater Han und Chewie zu mir geholt, weil es ohne Haustiere doch einfach auch ein wenig langweilig in den heimischen vier Wänden ist. Nichtsdestotrotz erleben die beiden auch mal, dass ich hier mal abends einen Whisky genieße.

Kurz nach dem Einzug der beiden war es dann auch mal soweit und vorsichtig schlich sich Chewie an meinen Scotch heran. Der stand in einem weiten Glas auf dem Hocker vor dem Sofa. Ich dachte noch so: „ahh…so blöd kann Chewie nicht sein. Der riecht doch wie scharf das Zeug ist!“. Nur 2 Sekunden später: Chewie ist neugieriger als er clever ist. Tatsächlich schlappte er 2x ordentlich durchs Glas, nieste, sprang vom Hocker auf den Boden, nieste und röchelte reichlichst vor sich hin. Ich dachte schon der kleine verreckt mir. Eilig habe ich Wasser versucht in seinen kleinen Hals zu kippen. Nach aber etwa einer Minute des Schreckens war das ganze vorbei und Chewie ging es wieder gut.

…bekommt ein Kater eigentlich einen Kater?

Nunja. 2 Wochen später…wieder Whiskey im Wohnzimmer. Chewie schleicht sich an und ich denke mir so: „ahhh… so blöd kann Chewie nicht sein. Der weiß doch noch vom letzten Mal wie scharf das ist und dass es ihn fast umgebracht hat.“. *Schlapp* *Schlapp* *hust* *röchel* *nies* *röchel* *HerrchenLachendInPanik*

Schlusswort
In diesem Sinne: ich hoffe ihr hattet Spaß mit der (Food-)-Blogreihe von mir. Mir hat es Spaß gemacht.

Die Koch-Blog-Reihe - 9. Unfälle in der Küche

Möchtegern-Held | 01.03.18 | / | 2 Kommentare
Nun…eigentlich bin ich nicht der Freund von „Abenteuer-Kochen“, aber so manches mal ist das Chaos bereits auch in meiner Küche ausgebrochen. Das Foccacia-Desaster habt ihr ja bereits im letzten Artikel sehen können, aber hier gibt es noch ein paar Highlights, die leider nicht mit Fotos belegt sind.

Das erste Mal
Als ich das erste Mal wirklich alleine in der Küche stand war ein Spektakel. Mit Feuerwerk. Einem Mett-Feuerwerk. Es gab Chilli con Carne und irgendwie muss ich sehr eifrig beim Rühren gewesen sein, denn später fand man es überall in der Küche. Sogar an der Decke.

Pansen braten
Was tut man nicht alles für seine Hunde? Man kocht sogar für sie. So kam meine Ex-Frau auf die Grandiose Idee, dass ich für die Hunde tiefgefrorene Pansen mitbringen soll. Gesagt getan, aber das auftauen dauerte ewig und wir waren uns auch nicht sicher, ob man sie so roh verfüttern kann. Also tat meine Ex-Frau die Pansen in die Pfanne. Bereits nach wenigen Minuten ergriff ich die Flucht aus dem Haus. Es war der Horror. Als würde Pansen nicht schon eh stinken wie die Hölle….heißer Pansen OMFG. Auf die Terasse geflüchtet sah ich dann einen schwarzen, sich bewegenden Fleck direkt vor unserem Lüftungsgitter der Dunstabzugshaube an der Außenwand des Hauses. Eine Horde von Fliegen…also gefühlt hunderte…hatte sich versammelt und wollte teilhaben an dem Pansen. Boah war das widerlich.

Ente und die Spätfolgen
Wie wichtig eine gute Anleitung oder Ansage zum Kochen sein kann durfte ich bei meinem ersten Versuch einer Ente erleben. Ente gekauft – tiefgefroren. Ich war nervös und wollte das Ding nicht versauen, da es irgendein besonderer Tag war und wir uns damals mal Ente gegönnt haben. Meine Ex-Frau meinte: „Das ist ganz einfach. Ente auspacken, in den Ofen und gut durch.“ – gesagt getan. Was sie bei ihrer Ausführung allerdings vergaß zu erwähnen ist, dass man die Alu-Schale in der diese Ente geliefert wurde vielleicht besser mit in den Ofen gibt. Ich bin verdammt nochmal Informatiker. Wenn die Anleitung heißt:

enteExtract();
enteInOfen();
if (enteFertig== true){
enteRaus();
} else {
letItBurn();
}

Dann steht da kein verdammter Parameter, der besagt: Lass die verdammte Alu-Schale unter der Ente! Was dabei rauskommt? Viel Flüssigkeit aus der Ente. Wo die landet? Im Ofen! Was wochenlang noch alles nach Ente riecht und schmeckt? Alles aus dem Ofen. Selbst Pommes und Pizza. Ich empfehle es nicht nachzumachen.

Final Destination
Wir kennen alle diese kleinen Verkettungen von Ereignissen, die zum Tod führen können, oder? Nicht mein Tod, aber der von meinen Schokoschaumküssen kam dadurch, dass mein Gewürzschrank einfach schlecht organisiert ist. Als ich neulich für ein paar Nudeln das Salz herausnehme fielen auch kurz darauf die Muskatnüsse heraus. Vor Schreck öffnete ich das Glas mit dem Salz etwas schnell und verteilte es großzügig in der Küche. Während meiner Putzarbeiten habe ich aber wohl mit dem Arm die Schokoschaumküsse, die neben der Kochfläche standen…auf die Kochfläche geschoben. Die war zwar aus, hatte aber noch genug Hitze die Dinger komplett zu zermatschen und die Packung festzubrennen. Argh!

Die Koch-Blog-Reihe - 8. Foccacia

Möchtegern-Held | 22.02.18 | / | 2 Kommentare

Was leckeres als Beilage beim Grillen? Was schmackhaftes to-go? Einfach nur mal zwischendurch? Läuft. Ich habe das Zeug in Italien kennengelernt und mich verliebt. Ich muss gestehen, dass ich es bei weitem nicht so gut hinbekomme und auch mein Belag reichlich anders aussieht als das was ich damals im Urlaub gegessen habe. Aber: Trotzdem geiles Zeug.

1 gewürfelte Kugel Mozzarella über Nacht im Kühlschrank in einem Sieb abtropfen lassen.

250g Mehl und 1TL Salz mit 10g Hefe, Prise Zucker in 10ml lauwarmen Wasser mischen. Schön geschmeidig kneten, dann in Frischhaltefolie wickeln und eine Stunde im Kühlschrank gehen lassen. Bei dem Foto muss ich gestehen, dass ich eine wesentlich größere Menge in Arbeit hatte und daher ist mir der Teig dermaßen aus der Folie explodiert, dass dieses Dilemma sich in meinem Kühlschrank befand.







Ein Backblech vorheizen. Wie immer bei Käse….Ober/Unterhitze. Den Teig zu dünnen Fladen ausrollen und mit etwas spitzem Löcher hinein pieken. Dann wird der Teig nämlich am Ende etwas knuspriger. Etwas Olivenöl darauf verteilen, aber echt nur hauchdünn. Ein paar Chiliflocken oder wie ich es bevorzuge mit frischem Piri-Piri mit drauf. Wer mag: kann auch Salz an die Sache geben, ich bevorzuge es ohne. Den Mozzarella und Rosmarinnadeln belegen und ab auf das heiße Blech (mit Backpapier drunter). Dauert ca. 10-12 Minuten. Kann heiß, aber auch kalt gegessen werden.


Guten Hunger!

Die Koch-Blog-Reihe - 7. French Toast

Möchtegern-Held | 15.02.18 | / | 2 Kommentare


Dieses mal keine Einzelbildanleitung, weil es eigentlich recht einfach ist. Mir ging es um ein schnelles und einfaches Essen. Ich hatte Bock auf Kaiserschmarren, aber war zu faul den Teig zuzubereiten. Aber bei amazon prime in irgendeinem Film hatte jemand ein „French Toast“ zubereitet. Was ist eigentlich „French Toast“ dachte ich mir und warf Google an: aahhhhh….Arme Ritter! So nannte man das bei uns im Kindergarten damals und ich habe das Zeug abgöttisch geliebt. Leider hatte ich es seit dem Kindergarten nie wieder zu Essen bekommen! Also nun 27 Jahre nicht mehr! Was für eine Schande! Das musste geändert werden.

Ist eigentlich ganz einfach muss ich sagen. Eier zerschlagen und verquirlen und in einen tiefen Teller geben. Toast von beiden Seiten ungetoastet etwa eine Minute einlegen, es saugt sich schnell voll. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen. Toast hinausnehmen, dabei noch etwas abtropfen lassen, sonst gibt es eine riesige Sauerei und fix von beiden Seiten goldbraun anbraten.

On Top kann man dann allerlei Zeugs werfen: Sirup, Honig, Kirschen,… am liebsten esse ich meines allerdings mit Zimt und Zucker, sowie etwas Apfelmuß.

Funktioniert für mich übrigens gut zu jeder Mahlzeit oder auch nur in geringen Mengen als Nachtisch. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Die Koch-Blog-Reihe - 6. Tomate-Mozzarella to go

Möchtegern-Held | 08.02.18 | / | 2 Kommentare

Tomate Mozzarella ist schon geiles Zeug. Aber für unterwegs einfach unpraktisch…denkste! Eben genau diese Herausforderung war es, die zu meistern gilt. Ich musste auf Geschäftsreise und dafür 6 Stunden mit dem Auto fahren und darüber hinaus auch noch über die Mittagspause. Ich hatte absolut keinen Bock auf Fertigfraß und einfache Brötchen. An einer Tanke oder so kostet das auch noch einen Heiden Geld. Also….improvisieren. Einfach mal einen Blick in den Kühlschrank geworfen und geschaut, wie ich das hinbekomme. Klar…Pizzateig! Geile Idee!

Also benötigt ihr:
- Pizzateig
- Cherrytomaten
- Mozarella
- Basilikum-Creme



Den Teig einfach in Zwei gleichgroße Hälften teilen.




Auf eine Hälfte etwas Basilikum-Creme geben/verteilen. Als Verbesserung für dieses Bild: macht keine Fläche, sondern einzelne Klekse, denn dann babbt der Hefeteig als Tasche nachher besser zusammen.



Mozzarella in kleine Stücke schneiden und darauf verteilen. Achtung bei diesem Bildbeispiel: ist etwas zu viel, ich habe mich da übernommen. Sorgt dafür, dass zwischen den einzelnen Teilen genug Abstand ist, dass daraus Teigtaschen entstehen können.

Auf den Mozzarella noch geteilte Tomaten drauf.



Die zweite Hälfte des Teigs auf die belegte Hälfte kippen/werfen/ziehen und dabei beten keinen Scheiß zu bauen, denn das Zeug klebt wie Hulle.



Die einzelnen Elemente an den Rändern aufeinander drücken. Ein Löffel hat sich da bei mir bewährt.



Bei 180 Grad Umluft ca. 15-18 Minuten goldbraun backen. Wer mag kann noch Ei oder Käse on Top geben. Und hier sieht man den Fehler meines Versuchs: das Basilikum hat sich wegen der Fläche und der zu starken Belegung herausgedrückt. Deswegen hielt das ganze nicht ganz super zusammen.



Resultat: scheiß geil süchtig machendes Zeug! Aber Vorsicht, wenn man es wie ich bei der Fahrt futtert. Durch die geringe Größe bemerkt man nicht wie viel man davon gegessen hat und in Null-Komma-Nix haste quasi ne Family-Size-Pizza nebenbei verdrückt. Hab’s dann abends im Hotel gemerkt, weil ich sowas von derbe vollgefressen war.

Die Koch-Blog-Reihe - 5. Kultur am Esstisch

Möchtegern-Held | 01.02.18 | / | 3 Kommentare
Es war Sommer 2017 – Einladungen zum gemeinsamen Grillen fliegen so ins Haus. Mittlerweile gehe ich zu so etwas mit geteilten Gefühlen. Sicherlich schätze ich das gemütliche Beisammensein mit Freunden und Bekannten, sowie die guten Gespräche. Aber spätestens sobald es darum geht sein Essen auf den Grill zu legen beginnt eine kleine Tortur. Da packe ich meine 2 Alufolienpäckchen auf das Rost und meine zum Zuständigen Grillmeister: „dauert so 15- 20 Minuten etwa“. Und schon geht der schiefe Blick zu mir. Vorwurfsvoll als wolle er sagen „Was? Du legst Gemüse auf meinen heiligen Weber?“ oder „20 Minuten soll das Ding jetzt dem Fleisch nun den Platz wegnehmen?“. Da er aber nichts sagt ziehe ich einfach von Dannen zu meinem Bier.

Am Esstisch verzehre ich meinen selbstgemachten Grillkäse – war nämlich gar kein Gemüse. Entweder es wird bemerkt und ich werde darauf angesprochen oder sobald es dem Fleischteller ans Ende geht kommt der Satz: „Hier ist noch eine Wurst – wer will die? Daniel, du siehst noch hungrig aus!“ und wenn ich nicht schnell genug bin wird sie mir schon auf den Teller geworfen.

Aber das Spielchen geht weiter. Sollte man bis zu diesem Zeitpunkt unbemerkt durchgekommen sein und erst nach dem Essen erstaunt festgestellt wird, dass man kein Fleisch ist kommt dann auch mal ein Satz wie „Bist du immer noch auf dem Trip?“ – nein. Es war eine Ernährungsumstellung. Danke. Hat nix mit Trip zu tun.

„Woran erkennt man einen Veganer? Er wird es dir erzählen.“ Den gleichen Witz gab es früher für Vegetarier. Wann immer ich es kann erzähle ich niemandem davon, weil ich eben a) keine Lust auf dumme Sprüche habe und b) niemanden missionieren will. Mit dem Missionieren ist das tatsächlich eine lustige Sache. Kaum sitzt ein Vegetarier am Tisch bekommen sehr häufig Omnivoren (Allesfresser, nicht abwertend gemeint) ein schlechtes Gewissen. Der Vegetarier braucht kein Wort zu sagen – nur weil er da ist und kein Fleisch isst, wird er schon als moralisch/ethische Spaßbremse oder Mahnmal angesehen. Ich selbst wurde nicht missioniert – ich war mit einer Vegetarierin in einer Beziehung und sie hat es toleriert, dass ich Fleisch esse. So halte ich es auch: wer sein Fleisch essen möchte, möge es tun. Ich werde ihm keinen Vorwurf draus machen. Achtung: solange man mich nicht wegen meiner Ernährung anfängt zu diskriminieren. Ich habe einen guten Sinn für Humor und kann über mich selbst lachen, aber man erlebt schon viele Anfeindungen und echt unreif dumme Sprüche.

So finde ich die Frage: „Warum gibt es vegetarisches Hack?“ immer wieder interessant. Gerade ich als „Umsteiger“ orientiere mich leichter an vegetarischem Äquivalent – vegetarisches Hack, Bratwürste, Schnitzel. Soweit so gut. Kommt dann der übliche Folgesatz: „Warum macht man sowas? Ich baue mir ja auch keinen Salat aus Dönerfleisch.“ – das ist dann wieder unreif in meinen Augen. Denn…wie nennst du ein vegetarisches Schnitzel? Unter Schnitzel kann sich jeder etwas vorstellen: Geschmack, Konsistenz, Form, Farbe….alles exakt gleich, nur eben aus Soja. Was soll denn stattdessen auf der Packung stehen? Eine chemische Formel? Goldbraunes, in Form gepresstes, mit Rapsöl angereichertes Soja-Ei-Gemisch?

Wie wehrt man sich denn nun? Ich habe zwei Varianten für mich entwickelt. Erstens, Klappe halten, weiter essen und sich seinen Teil denken – wer sich von meinen Bekannten nun erwischt fühlt…sorry, aber wenn ich keine Chance sehe fair und auf Augenhöhe zu kommunizieren, dann lasse ich es. Und glaubt mir, dass ist die nettere Variante gewesen. Zweitens, hier ein praktisches Beispiel: „Iss du mal dein Gemüse.“ Oder „du frisst meinem Essen das Futter weg“ etc. – da habe ich einfach mal den Fleischteller rüber gereicht, auf die einzelnen Steaks und Bratwürste gezeigt und gefragt: „Möchtest du noch etwas Emma? Oder Irma? Vielleicht doch lieber Else? Die hat vor der Schlachtung noch so liebreizend geschaut.“. Die Dame hat dann abgelehnt und wurde etwas weiß im Gesicht. Ja, ich kann sarkastisch fies sein. Gerngeschehen.

Aber…und jetzt ein großes ABER, es gibt auch nette Reaktionen, man muss sich ggf. gar nicht wehren! Es gibt tatsächlich offene Menschen, die dann hinterfragen was man isst und was nicht, wie man dazu kam etc. – auch da halte ich das Thema meist flach, weil es früher oder später irgendwen nervt, aber wenn ich gefragt werde, dann antworte ich auch. Aber was mir dabei wichtig ist: nicht wertend. Ein Fleischesser ist menschlich nicht weniger Wert als ein Vegetarier oder Veganer. Und ich möchte diesem Menschen auch freundlich in die Augen sehen können, wenn wir mit dem Essen fertig sind. Wäre dem nicht so, dann müsste ich ja 90% der Weltbevölkerung hassen.

Ein Kunde bei dem ich neulich war hatte uns Mittags Brötchen bestellt. Es kam eine Platte mit 20 Brötchen. 4 davon mit Käse, der Rest irgendwelche Sorten Wurst. Als ich mein zweites Käsebrötchen nahm fragte der Projektleiter des Kunden freundlich und mit einem Lächeln: „Sind Sie Vegetarier?“ und ich fühlte mich wohl bei der Frage und von ihm aufrecht akzeptiert.

Die Härte traf mich allerdings echt aus Reihen, aus denen ich einen Angriff nicht erwartet hätte. Von einer Veganerin. Eigentlich dachte ich immer Veganer sind den Vegetariern eher freundlich gesinnt, weil diese ja immerhin schon auf Fleisch und Fisch verzichten. Aber da hat es mich echt böse erwischt: „Ihhh, wahrscheinlich mit Kuhmilch!“. Ich bin immer noch platt. A) „wahrscheinlich“ – sie war sich also nicht mal sicher und b) „ihhh“ – ist ein Ausdruck von Ekel, in dem Kontext aber nicht klar, ob sie nur das Essen ekelig fand oder die Tatsache, dass ich ggf. Kuhmilch verwende oder gar mich als Person aufgrund meiner Einstellung. Wie sich später klärte wohl aufgrund meiner Einstellung. Ich dachte immer Veganer und Vegetarier ziehen zumindest annähernd an ein und dem selben Strang. Aber auch da gibt es wohl feine Unterschiede.

Was ich mir aber wünschen würde ist einfach Toleranz. Lasst mich doch auf Fleisch verzichten, genauso wie ich veganer hoch schätze für ihre Ernährung. Genauso freue ich mich, wenn mein Chef oder Schwager von seinen tollen Ergebnissen ihrer kulinarischen Fleischexperimente am heimischen High-Tech-Grill erzählen. Ich freue mich mit ihnen, dass sie was tolles erlebt haben und blende das dafür gestorbene Tier mal aus. Daher: lasst doch jeden essen was und wie er will. Man muss dazu keine bewertende Meinung haben. Hört auf mit blöden Sprüchen, wenn ihr euch nicht ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt habt. Minderheiten zu beleidigen ist einfach, aber es muss nicht sein. Wir leben in so tollen Zeiten, dass jeder irgendwie ständig Essen hat. Lasst es gut sein und das gemeinsame Essen einfach genießen – egal was auf dem Teller liegt oder aus welcher Überzeugung dies stammt.

Die Koch-Blog-Reihe - 4. Grillkäse

Möchtegern-Held | 25.01.18 | / | 3 Kommentare

Meine Alternative fürs Grillfleisch. Kurzes knappes Rezept, einfach zu machen, sau lecker!

Vatertag 2017 war mein erstes Grillen bei dem ich eingeladen war und da ich zuvor immer nur fertig marinierte Steaks dabei hatte war dieses Jahr Umdenken gefragt. So als Vegetarier. Also google angeworfen: was gibt es? Maiskolben…schön und gut, aber nicht meins und auf besoffenen Kopf eine ordentliche Sauerei. Neee lass mal. Gegartes Gemüse…geht schon. Aber irgendwas fehlte. Also bin ich doch irgendwie auf Grillkäse gekommen und habe mich mal schlau gemacht was drauf muss und etwas variiert.

Ihr braucht:
- Bund Frühlingszwiebeln
- Tomaten
- Basilikum
- Pfeffer (in meinem Fall schwarzer)
- Olivenöl
- Feta Käse
- Backpapier
- Alufolie



Zwiebeln, etwas Basilikum klein schneiden, Tomaten in Scheiben schneiden.



Etwas von den Zwieblen und Basilikum auf ein halbes Stück Backpapier streuen.



Käse drauf, darauf ein wenig Olivenöl, das ganze mit Zwiebeln, Basilikum und Tomaten belegen. Tomaten ruhig auch an die Seiten stellen. Ordentlich Pfeffer drauf (keine Hemmungen der Käse nimmt viel von der Würze später ab).

Im Backpapier einwickeln, drum herum Alufolie und auf dem Grill etwa 15—20 Minuten kochen lassen.