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Ein MashUp der Extraklasse: Runbow

Wenn sich Teams unterstützen!


Ich liebe es, den Geist einer Community zu spüren. Menschen, die ähnliche Interessen haben, unterstützen sich, helfen einander und schaffen es so gemeinsam, ihr Hobby, ihr Medium zu etwas besserem zu machen. In den letzten Jahren, in denen Videospiele immer kommerzieller, immer größer und damit auch popkulturell immer relevanter wurden, entwickelte sich auch die gesamte Gaming-Szene. Es wurde versucht, ein Bewusstsein für die kulturelle Relevanz von Videospielen zu schaffen und damit auch, Themen und Muster in eben jenen zu behandeln und zu kritisieren. Was für Filme, Bücher und Musik schon seit langem fester Bestandteil der öffentlichen Auseinandersetzung ist, fand nun auch einen Platz in der Gaming-Kultur.

Wie so oft fühlten sich einige Menschen durch diese neuen Elemente auf den Schlips getreten und es kam zu großen Anfeindungen, dass es doch nur Spiele seien und bitte keine großartigen Analysen dieser Spiele nötig wären, seien es beispielsweise Debatten über den Gewaltgrad oder Gender-Darstellung. Diese Aufregung über die Auseinandersetzung mit dem Medium Videospiel führte zu einer großen Kluft und heftigen Anfeindungen gegenüber allen, die in Videospielen mehr sehen wollten als einfach nur „ein Spiel“.

Doch was genau hat diese Einleitung jetzt mit dem Spiel RunBow für die WiiU und den PC zu tun? Hat dieses Spiel eine große Kontroverse ausgelöst? Liefert es Denkanstöße oder bleibt es auf veralteten Motiven sitzen? Ist es ein gutes Beispiel für stereotype Darstellung von Figuren in Videospielen?

Nein, darum geht es mir nicht! Es ist einfach ein schöner Lichtblick in den Shitstorm aus Anfeindungen. Ein Titel, der tatsächlich das Prädikat „nur ein Spiel, das Spaß machen soll“ verdient hat, aber vor allem ein Spiel, das zeigt, dass vor allem die Indie-Szene der Videospielentwickler eine Community ist, die gemeinsam die Entwicklung der kulturellen Relevanz annimmt und dabei zeigt: Wir halten zusammen, unser Medium ist uns wichtig und gemeinsam wollen wir einfach nur etwas Gutes schaffen! Gerade im Indie-Bereich finden wir nämlich vermehrt Spiele, die sich der altbackenen Klischees bewusst sind und diese durchbrechen wollen. Und RunBow zeigt, dass hier an einem Strang gezogen wird.

RunBow ist nämlich ein Multiplayer-Spiel, in welchem ihr nach und nach immer mehr Charaktere unterschiedlichster Indie-Spiele freischaltet, so dass ihr eine riesige Community in einem Spiel vereint seht, um dort mit einer simplen Mechanik gegeneinander anzutreten. Teslagrad, Steam World Dig, Guacamelee, Shovel Knight, Hyper Light Drifter und noch viel mehr wurden in diesem Spiel zusammen gepackt! Bis zu 9 Spieler können gleichzeitig an einer Konsole ihre Lieblings-Figur auswählen und mit ihr auf einer Vielzahl von Kursen ein Wettrennen bestreiten. Ihr könnt dabei nur rennen, einen Doppelsprung oder einen Dash ausführen, um so den Parcour zu bestehen, während der Hintergrund dauernd seine Farben zum Takt der Musik wechselt und damit farbige Plattformen verschwinden lässt, sobald sie die selbe Farbe wie der Hintergrund tragen oder eben wieder auftauchen lässt, sobald die Farbe wechselt. So simpel und so genial macht das Spiel mit euch auf der Couch das, was die Entwickler ebenfalls geschafft haben: Das Verdeutlichen einer Gemeinschaft durch den gemeinsamen Spaß trotz eines vordergründigen Wettbewerbs. Eine Community, wie sie aus so vielen anderen Bereichen auch bekannt ist, perfekt formatiert auf den Gaming-Sektor.

Ihr könnt aus einer großen Vielzahl an Spielmodi auswählen, in denen ihr einfach alle gegeneinander mit unterschiedlichen Regeln rennt oder ein Spieler mit dem Gamepad der WiiU gegen alle Rennenden spielt und immer wieder neue Hindernisse und Farbkleckse auf die Strecke setzt. Schaut, wer am längsten überleben kann oder wer zuerst den Pokal erreicht, wer lange genug an einer bestimmten Stelle stehen kann, ohne verdrängt zu werden oder wer in einem Kampf mit verrückten Items als letztes auf der Strecke steht. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Charakterauswahl herrlich abwechslungsreich. Einen Online-Modus gibt es nicht, wenn ihr also niemanden in der Nähe habt, der mit euch WiiU spielen möchte, macht RunBow nicht wirklich Sinn für euch. Ansonsten kann ich aber wirklich nur empfehlen, euch Menschen einzuladen, alle WiiMotes und Nunchuks in Griffweite zu nutzen und ein Spektakel auf dem Monitor abzubrennen. Dann schafft das Spiel nämlich das, was in letzter Zeit sehr oft zu kurz kommt: Ihr fühlt euch wie eine tolle Gemeinschaft, die froh ist, einander zu haben!

Reigns - The Game

oder: Ich tinder mir mein Königreich!



Ich kann mit Mobile Games echt nix anfangen! Oftmals fehlt mir die Komplexität, die Spielprinzipien sagen mir meist nicht zu, es gibt zu viel Ramsch auf den Marktplätzen und vor allem zieht es mir zu schnell den Akku leer.

In der Regel mache ich also einen großen Bogen um die endlosen Endless Runner, Candy Crush Klone, Free2Play-Games oder andere Highscore-Jagden.


Doch dann bin ich auf Reigns gestoßen. Ein kleines Spielchen, in dem ich als König mein eigenes Königreich im Mittelalter regiere, indem ich Entscheidungen einfach durch einen Wisch nach links oder rechts treffe.

Achten müsst ich dabei auf vier Parameter: Die Laune der Kirche, der Bevölkerung, meiner Streitkräfte und meine Finanzen. Jede Entscheidung beeinflusst dabei einen dieser Parameter. Ein kleines Beispiel: Ein benachbartes Königreich steht an meiner Grenze. Ich kann nun entweder meine Armee zur Verteidigung schicken oder es ignorieren. Erste Variante senkt die Laune meiner Armee, zweitere die Laune der Bevölkerung.

Oder der Pastor bittet mich, eine neue Kirche zu bauen. Stimme ich dem zu, verliere ich Geld, aber die Kirche mag mich, lehne ich ab, steigt mein Kontostand, doch mein Ansehen bei den Gottesanhängern schwindet.

So wird jede Entscheidung des Spiels getroffen, bis einer der Parameter entweder bei Null landet oder die Obergrenze erreicht. Je nachdem werde ich dann hingerichtet, setze mich ins Exil ab, ersticke an meinem Reichtum oder habe eine Demokratie errichtet, die meine Dienste als König nicht mehr benötigt. Je nachdem, welche Entscheidungen ich treffe, wie lange ich lebe, was in Zeiten meiner Regentschaft passiert, werden Errungenschaften freigeschaltet und damit neue Karten und Szenarien, die wieder neue Entscheidungen und Geschehnisse ermöglichen, neue Charaktere in mein Königreich holen oder Gefahren entstehen lassen. Mein Sohn will mich hintergehen, der Teufel einen Pakt mit mir schließen, ein unterirdisches Labyrinth voller Skelette und Fallen will erforscht werden... die simple Spielmechanik bietet also eine Unmenge an Möglichkeiten wie ein enorm dickes „Choose your own Adventure“-Buch.


Und das hat mich süchtig gemacht. Ich wollte immer wieder eine neue Regentschaft antreten, meine Entscheidungen entweder wohl überlegen oder einfach mal munter drauf loswischen, um zu schauen, was so passiert. Das zeigt mir zwar einerseits, dass ich mit Sicherheit kein besonders guter König gewesen wäre, aber wen stört das schon? Es ist kurzweilig, es macht Spaß, es ist für die Dauer, ich ich ins Spiel gesteckt habe, mit etwas mehr als 3€ echt günstig und ich kann mich nur schwer davon lösen. Klar, manche Errungenschaften sind sehr kryptisch und ohne einen Guide nicht zu lösen, doch trotzdem kann ich nur eine große Empfehlung aussprechen.



Die größte Faszination lag aber doch woanders.

Das Prinzip, an sich komplexe politische Prozesse auf ein simples Ja oder Nein zu reduzieren und sofort eine Konsequenz zu sehen, zeigt eine wunderbare Parallele zur aktuellen politischen Situation auf. Auch heute versuchen populistische Parteien und Politiker, komplexe Probleme mit einfachen Antworten zu verkaufen. Sollen wir die Grenzen schließen, um die Kriminalität zu senken? Ja? Nein? Wisch links, wisch rechts! Müssen wir Kopftücher verbieten, um Terror einzugrenzen? Wisch nach rechts, ja verdammt! Wollen wir in den Sklavenhandel investieren, um langfristig in Geld zu schwimmen? Wisch rechts, aber sowas von!

Mit einem kleinen Update auf aktuelle Situationen wäre Reigns also der perfekte AfD- oder Trump-Simulator. Und schon wird diese simple Spielerei ziemlich erschreckend. Denn wenn ich einmal darauf fixiert bin, nur noch meine Parameter einzupendeln, war es das mit meinen moralischen Instanzen. Dann geht es nur noch um den eigenen Erfolg, die eigene Position im Königreich. Und es wird erschreckend deutlich, wie Populismus heutzutage funktioniert. Simple Antworten auf politische Prozesse, die der normalen Bevölkerung so nicht klar sind. Und zieht man sich den Unmut der einen Seite zu, wird später an anderer Stelle zurückgerudert, um die Wogen zu glätten, die Parameter also wieder in Balance gebracht.

Entscheidungen und Aussagen fußen nicht nur auf der eigenen Überzeugung, sondern vor allem auf dem Kalkül, die eigene Position sicher zu halten. Und das ist tatsächlich ein Vorwurf, den sich nicht nur die Populisten in der heutigen Zeit gefallen lassen müssen. Relativierung in politischen Prozessen stehen an der Tagesordnung, kalkulierte Aussagen, um am rechten Rand Wähler zu fischen, tauchen mittlerweile in jeder der großen Parteien auf. Das Ganze ist natürlich vereinfacht dargestellt und auch die geäußerte Kritik an heutigen Prozessen ist bei weitem nicht tiefgehend genug, sondern selbst zu einem gewissen Grad polemisch. Aber das darf es auch mal sein! Und Reigns ist dafür eine wundervolle, spielerische Parabel. Schön ist übrigens zu sehen, dass egal, wie kalkuliert man vorgeht, immer ein Ende und damit ein Neuanfang steht. Ob so ein „Happy End“ auch bei uns ansteht... wisch rechts für Ja, wisch links für nein...

Rezension: WWE 2k16

Jay Nightwind | 24.01.16 | / | 2 Kommentare
Videospieljournalismus ist ein Journalismus wie jeder andere. Es gelten für ihn die gleichen Gesetze. Und daher gibt es Geschichten für die viele Ressourcen investiert werden, weil es ein Thema ist, das viele Menschen betrifft und interessieren könnte und dann gibt es die anderen. Da wird die Pressemitteilung genommen, ctrl+c, ctrl+v und ein paar Wörter geändert. Und schnell muss es auch sein, denn es rücken ja laufend neue Inhalte nach, die Arbeit wird nicht weniger. Darunter leidet oft die Recherche, die Untersuchung von Qualitäten, die sich eben nicht im ersten Moment offenbaren, die Faktensammlung ist dann noch gar nicht vollständig. Wer für diesen schnellen Journalismus Beispiele braucht, kann sich ja noch mal das Ping Pong innerhalb der Zeitungen z.B. Zur Kölner Silvesternacht anschauen.

Als Kind und junger Jugendlicher habe ich mir ein monatliches Magazin gekauft, die "Total!, um meine Kaufentscheidungen treffen zu können. Die Tests waren ausführlich und vorallem eines: Zu spät. Obwohl das Magazin die Spiele vor ihrer Veröffentlichung zu gesandt bekam, erschienen die meisten Bewertungen ein bis zwei Monate nach Erscheinen des Spiels. Und ich glaube, diese Zeit für den Reifeprozess der Artikel war gut. Tatsächlich waren meine Fehlkäufe damals die Titel, wo ich mich von dem Text auf der Verpackung habe verlocken lassen. (Preisstabilität ist in der Branche übrigens enorm. König der Löwen gab es damals für 120DM, also heute etwa 60€.)


Ich mag Wrestling. Ich weiß dass es Show ist, aber es ist eine verdammt gute. Die Spiele, obwohl sie nicht von EA sind, folgen inzwischen dem Fifa-NHL-NBA-JedesJahrEinNeuerTeil-Schema. Und auch wenn ich in der langen Vergangenheit – Einstiegsdroge WWF No Mercy auf dem N64 – immer wieder Wrestlingspiele gekauft hatte, haben sie mich auf der Xbox360 irgendwann mit Ladezeiten verloren, die das Spiel einfach unspielbar machten.

Aber irgendwie hatte ich wieder Lust. Die überzogende Show, die unrealistischen uneffektiven Manöver, das alberne Gehabe, ein regelmäßiger Blick in den Youtubekanal der WWE hat mir wieder Appetit gemacht.

Bei IGN habe ich mir eine Video-Review des Spiels angeschaut, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen, es in Bewegung zu sehen und zu hören, was gerade Phase ist. Und auch die Positivliste zu dem Spiel überzeugte mich.
- Das Ladezeiten-Problem ist endlich gelöst!
- Ein gewohnt guter Figureneditor, der alles erlaubt, sogar neuerdings präzisere Gesichtmerkmale wie eine schiefe Nase.
- Ein Ressourcensystem verhindert unbegrenzte Konterreihen, welche die Matches in die Länge ziehen. 
 
Das als die wichtigsten Punkte, die bei mir hängen geblieben sind. Und natürlich leite ich nur so unglaublich langwierig ein, weil ich da begründete Zweifel anmelden möchte. Zweifel, die meiner Meinung nach mit einer längeren Testphase auch bei IGN aufgekommen wären.

Aber fangen wir vorne an: WWE 2k16 ist ein modernes Spiel, die Grafik ist gut bis hin zu sehr gut, der Soundtrack beschränkt sich auf Wrestlingeinmarschmusiken und Menümusik, da dort Billy Idol und Run DMC dabei sind, ist das Teil ein absoulter Hit. Die Steuerung ist in Ordnung. Es gibt DLC, einen Seasonpass, es ist alles so, wie es heutzutage halt so ist bei den Spielen. Im Kern ist alles gut genug, dass es schon mal kein schlechtes Spiel ist.


Das Ladezeiten-Problem ist endlich gelöst! Ist eine sehr positive Formulierung um zu sagen, dass zwar die Ladezeiten vor den Kämpfen kürzer sind als in früheren Spielen, aber das eigentliche Problem ist nicht wirklich gelöst. Ich bin wirklich nicht so penibel was so Wartezeiten angeht, aber zwei bis drei Minuten sind dann doch ganz schön krass, nur um ein schnelles Match mit zwei Spielern zu spielen. Es geht jetzt wirklich schneller vor einem Match, dafür haben sich die Wartezeiten an allen anderen Stellen verlängert. Sich nur im Hauptmenü einmal für den falschen Menüpunkt zu entscheiden, kann schon mal eine volle Minute kosten.
Wenn ich also vielleicht sehr streng messen würde, würde ich vielleicht sogar herausfinden, dass sich zusammengerechnet die Wartezeiten verlängert haben. Und das, ist ziemlich unerträglich und nagt heftig am Spielspaß. Einige von den Problemen mit den Ladezeiten sind vorallem in den letzten Jahren schon längst in anderen Titeln überholt worden. Gerade der Figureneditor ist einer der sieben Höllenkreise, sollte Mensch ungeduldig sein.

Und genau da wird es sehr schade, denn der Figureneditor ist eigentlich das Paradies dieser Spiele. Roman Reigns, Kalisto, Rusev, wirklich kennen tun nur WWE-Fans den aktuellen Kader und wirklich mögen tut mensch sie dann auch nicht immer. Aber das Spiel gewinnt schlagartig an Qualität, wenn aus der Online-Community oder aber auch aus eigener Hand eigene Figuren in die Schlacht ziehen. Meine "Roster" sehen dann oft deutlich prominenter, aber auch wilder aus: Zangief, Scorpion, Captain America, Deadpool, der rote Power Ranger, Jack Sparrow, Cyclops und Spider-Gwen. Dazu kommen aber auch schon eine handvoll Menschen aus meinem Freundes- bzw. Dem Autoren-Kreis dieses Blogs: Hermann, David, Sven, der Hartmann, Thomas und Gabriel von der Weststadtstory.


Es macht einfach mehr Spaß um Titel zu streiten – wie die von mir selbst geschöpfte Full Action Internet Hardcore Fighting Championship inkl. Eigenem Gürtel – wenn plötzlich Leute im Ring stehen, mit denen Mensch sonst das Sofa teilt. Und wenn diese dann martialische Gesten machen, Rumprollen oder von der Ringecke herunter segeln, dann ist die bloße Vorstellung Motor sehr lustiger Momente.

Der Figureneditor ist, was die Modellierung der Figuren angeht wirklich sehr ausführlich, es gibt kaum etwas, was nicht geht. Allerdings bei Merkmalen und Kleidung wird es etwas steif und konservativ. Überaschend, waren frühere Ausgaben da doch sehr liberal. So gibt es nur eine sehr beschränkte Auswahl an Kleidung, die auf den Outfits aktueller und ehemaliger Wrestler basieren. Die meisten guten Online-Kreationen retten sich dadurch, dass eigene Embleme hochgeladen werden können.


Trotzdem war früher mehr Lametta. Männer in Röcken, Frauen mit Bärten, Frauen mit Kapuzenpullovern, Frisuren die nicht nach Geschlecht, sondern Haarlänge getrennt waren, sowas war damals alles möglich. Jetzt sind doch schnell die Grenzen des möglichen erreicht. Auch, weil sehr viel Kleidung nur beim Einlaufen in den Ring getragen werden kann, um Grafikfehler im Ring zu verhindern. Mehr Mut zur Lücke wäre besser gewesen. Es ist ein Kampfspiel, wir haben uns doch seit Jahren an die Grafiküberschneidungen gewöhnt.
Und es ist ja nicht so, als wäre dieses System sonst von glatter geschmeidiger Animation und flüssiger Action geprägt.

Wrestling ist zwar Show, aber da in den Videospielen die Kämpfe eben kein Drehbuch haben – Und damit eigentlich echter als im Original sind – hätten weniger Fülleranimationen und offensichtliche Hilfsgriffe dem Spiel sehr gut getan. Denn auch das "tolle" neue Ressourcensystem hat seine Schwächen.
Konter kosten jetzt eine Ressource. Reguläre Angriffe kosten Ausdauer. Bestimmte Haltegriffe können die Ausdauer wieder auffüllen, sollte der Spieler das Minispiel gewinnen. Die Konterressource füllt sich zwar automatisch wieder auf, aber sollte der Spieler gerade mal raus aus den Kontern sein, ist er den Angriffen schutzlos ausgeliefert. Was dann schon bei leichten Gegnern ein dramatisches Problem sein kann. Die verschiedenen Minispiel, welche gewonnen werden müssen um aus Griffen und Aufgabegriffen zu entkommen, sind nämlich nicht besonders intuitiv und teilweise katastrophal zu steuern. So verliere ich regelmäßig gegen die K.I. Wenn sie nur am Anfang der Partie einen (!) Aufgabegriff platziert bekommt, weil ich das Minispiel nicht beherrsche . Da sind auch die Werte der Wrestler oft zweitrangig.

Wo scheinbar vorher unendliche Konterschlachten geführt wurden, geht es jetzt nur noch darum, sein gegenüber in die Dürre zu treiben. Keine gute Entscheidung. Natürlich ist Wrestling nicht mit traditionellen Beat'em'Ups zu vergleichen, aber egal ob Streetfighter, Tekken, Smash Bros oder Dead or Alive, nirgends wird Kontern begrenzt. Es reicht für gewöhnlich als Hindernis, es meistern zu müssen und das Timing der gegnerischen Manöver drauf zu bekommen. Und das kann motivierend sein. Vor vielen Jahren auf der Dreamcast in Dead or Alive 2, waren die Konterschlachten und das Vorhersehen der nächsten Bewegung des Gegenüber das Beste am ganzen Spiel. Wer online also Konterschlachten beenden will, sollte eher überlegen den Matches ein Zeitlimit zu verpassen. Funktioniert bei allen anderen Spielen auch hervoragend.


Leider sind diese Punkte im Grundsystem schadhaft genug, die restliche Spielerfahrung zu trüben. Die bietet viele tolle Ideen, wie einen Karriere-Story-Modus, in dem der eigene Wrestler den Aufstieg vom Niemand zum größten Superstar vollziehen darf. Oder auch den Universe-Mode, in dem der Spieler komplette Shows und Rivalitäten erstellen darf, ganze Kader basteln und Pay-Per-View-Events erfinden kann. Oder auch das Showcase, in dem die großen Kämpfe der Legende Steve Austin nachgespielt werden können, garniert mit direkten Videoeinspielern, original Sprachmaterial und spektakulärer Präsentation, aber wenn dann die Kämpfe frustrieren, nutz das beste Material nichts.

WWE 2k16 ist kein schlechtes Spiel, aber es reicht nicht zum wirklich guten Titel. Es reicht nicht zum Kultgefühl, wie es einstmals WWF No Mercy geschaffen hat. Es sieht am Anfang echt klasse aus, aber in einer längerfristigen Beobachtung zeigt es seine Schwächen. Aber vielleicht ist genau das Strategie. Denn wer jedes Jahr einen neuen Teil veröffentlicht, der fühlt sich möglicherweise gedrängt immer Innovation zu bieten oder vorhandene Features auszuschneiden, damit sie sich bei der Wiedereinführung gleich als tolle Sensation verkaufen lassen. Vergleichenden zwischen den Editionen sieht dann gut aus, was aber gemessen am Markt trotzdem nicht überzeugt.

Besprechung: Forza Horizon 2 + Storm Island DLC

Jay Nightwind | 06.03.15 | / / | 4 Kommentare

Ich könnte ganze Foto-Love-Storys mit der Foto-Funktion des Spiels bauen und es würde mir nicht langweilig werden. Schaut sie euch an, nehmt euch einen Moment. Klickt eines nach dem anderen durch, öffnet sie in voller Größe, lasst eure Augen mal wirklich ein wenig wandern. Es sind keine Presse-Kit-Screenshots, nein. Das sind Momente, die sich im Spiel kurz aufgedrängt haben. Stimmungsvolle Situationen, die selbst im heißesten Straßenflitzer zum Anhalten nötigen. Kleine Augenblicke, die Forza Horizon 2 besonders machen.

Rotations-Rezension: Far Cry 4

Manchmal gibt es so Titel, die zufälligerweise nicht nur einem, sondern allen in den Konsolenschacht oder auf die Festplatte hüpfen. Warum also nur eine Meinung zu einem Spiel einholen, wenn es offensichtlich mehrere gibt? Formate wie das literarische Quartett haben ja gezeigt, dass Diskusion auch spannend sein kann.
Wir probieren jetzt mal im Blog die Rotationsrezension aus, wo schön der Reihe nach, jeder mal das Spiel - oder die Bewertungen des jeweils anderen - zerfleischen kann. Oder wir uns recht geben. Mal schauen.

Der erste Titel, den Hermann, Stephan und ich uns vornehmen, ist kein anderer als Ubisofts FarCry 4. Wie wir es finden, könnt ihr nach dem Jumpbreak lesen.

Rezension: Disney Infinity 2.0 – Was ist das? Was soll das? Und warum überhaupt?



Sicherlich seid ihr in den Supermärkten oder Spielzeugläden schon über diese wahnsinnig süßen Disney-Figuren gestolpert. Starr, aber sehr detailverliebt gestaltet. Dran steht irgendwas von 2.0 – hat das jetzt was mit Computern zu tun? Muss wohl – bei dem Preis von ca. 10 Euro pro Figur.
Und wie geht das jetzt? Die Internetseite von Disney gibt da wirklich nicht viel Preis. Vorallem weil das ja auf allen Systemen (xbox one, ps4, etc.) laufen soll. Aber wie soll das gehen?

Rezension: I am Bread

Quelle: PCGames
Es gibt ja so manches Spiel, wo man sich direkt denkt: "Wer braucht sowas?" oder "Wer kauft sich denn sowas?".
Eins dieser Spiele ist auch "I am Bread".
Doch vorweg schon mal eins: Ich kaufe mir sowas!

Und nach etwa einer Stunde antesten steht fest: Es war eine gute Entscheidung.
Aber gehen wir es mal durch.
Im Spiel "I am Bread" spielt man eine Scheibe Brot, deren sehnlichster Wunsch es zu sein scheint, getoastet zu werden. Diesem Wunsch geht man als Spieler nach und steuert seine Stulle zum Röster, der nicht unbedingt ein Toaster sein muss. Mal ist es ein Toaster, mal eine Herdplatte und so weiter.

Rezension: Sunset Overdrive

Jay Nightwind | 21.11.14 | / / | 5 Kommentare
Ach kommt, ich spar mir dieses ganze Intro. Ihr wisst, dass es eine Rezension ist, also eröffne ich sowieso mit einer Erinnerung an ein altes Spiel und irgendeinem erzählerischen Element, das ich am Ende wieder aufnehme. Dann habe ich voll die schöne Klammer um die Bewertung dieses Spiels gebaut und fühle mich wie ein total sensationeller Schreibefürst. Dazu wirkt das Ganze wie eine schöne Pointe.

Aber das klemmen wir uns dieses Mal. Für Sunset Overdrive pfeiffen wir auf meine selbstkonstruierten Regeln für Rezensionen. Ist doch eh wieder viel zu lang und liest dann doch keiner so richtig und von der Gesamtheit dessen, was die amerikanische Fachpresse geschrieben hat, wird es vermutlich dann doch nicht abweichen. Willkommen im Hauptstrom.