Rezension: Hive

Jay Nightwind | 01.04.11 | / |

Insekten auf Kriegsfuß

Entgegen dem, was wir im Biologieunterricht lernen durften gibt es scheinbar bei den Insekten keine natürlichen Feinde. Zumindest vereinen sich Ameisen, Spinnen, Grashüpfer und Käfer bei Hive, um die Königin der eigenen Farbe zu schützen.
Ziel dieses Strategiespiels für zwei Spieler ist es, die gegnerische Königin mit Spielsteinen vollständig einzukreisen. Dabei kommt Hive aber ganz ohne Spielbrett aus, denn das Feld auf dem gespielt wird, bildet sich im Laufe der Partie mit Hilfe der sechsseitigen Spielsteine von alleine.
Und auch sonst braucht es keiner besonderen Hilfsmittel, denn Hive spielt sich ohne Würfel und anderes Beiwerk erfreulich unkompliziert. Was nicht bedeutet, dass es ein einfaches Spiel ist.
Alle Spielsteine im Überblick

Die gegnerische Königin einkreisen, wie macht man das?
In der Theorie ist das relativ einfach: Man bekommt einen Satz Spielsteine seiner Farbe, die, repräsentiert durch die verschiedenen Insektenmarkierungen, auf unterschiedliche Arten bewegt werden dürfen. Die fleißigen Ameisen können überall hinlaufen, Käfer können mit ihren kleinen Flügelchen auch auf anderen Spielsteinen landen, Grashüpfer können immer eine durchgängige Linie überspringen, Spinnen dürfen drei Felder und die Königin selbst immer nur ein Feld weit gehen.
Zu Beginn legt der erste Spieler einen beliebigen Spielstein aus. Der Gegenspieler kann mit einer seiner Figuren anlegen und jetzt beginnt das eigentliche Spiel: Jeder Spieler kann nun in seinem Zug entscheiden, ob er eine seiner Figuren bewegen möchte oder einen neuen Spielstein ausspielen möchte. Neue Spielsteine dürfen dabei nur an Spielsteinen der eigenen Farbe angelegt werden, beim Bewegen der Figuren darf sich das Spielfeld nicht in mehrere Spielfelder aufteilen und innerhalb der ersten vier Züge muss jeder Spieler seine Königin ausgespielt haben.

Die weiße Königin ist umringt,
Schwarz gewinnt
Im Laufe der weiteren Spielzüge entwickelt sich nun ein Schlagabtausch, der an klassische Logikspiele wie Mühle oder Dame zwar erinnern lässt, sich aber aufgrund der verschiedenen Spielsteine schon eher dem Schach annähert. Trotzdem bleibt das Spiel, meiner Meinung nach, einfach genug um schnell erlernt werden zu können.

Besonders schön ist, dass durch die geringe Zahl und praktische Größe der Spielsteine das Spiel leicht mitgenommen werden kann und somit auch fast überall gespielt werden kann. Dadurch ist Hive ein gutes Reisespiel oder auch einfach für einen Tag im Park ideal. Mit einer Spieldauer von circa 15 Minuten eignet sich Hive gut für zwischendurch.
 
Die mir vorliegende Version des Spiels kommt noch mit zwei weiteren Spielsteinen daher, die ihre eigenen Spielzüge mitbringen, aber auch für das Grundspiel separat im Handel erhältlich sind. Das Grundspiel beinhaltet  Spielsteine aus Plastik, während die teurere Edition die etwas edleren Carbonspielsteine bietet. Zudem ist bei manchen Versionen eine Tragetasche enthalten die aber, aufgrund minderer Qualität (Unangenehmes Kunststoff Material, unsauber vernäht), nicht ausschlaggebend sein sollte beim Kauf.

Hive ist mit Sicherheit kein abendfüllendes Spiel für die ganze Familie, aber ein perfektes schnelles Spiel für Strategen, das lediglich durch eine Abneigung gegen Insekten getrübt werden kann.

Kommentare:

  1. Hmn, interessant. würde ich gerne mal ausprobieren. Die "Fähigkeiten" der Steine scheinen aber dem Schach wirklich sehr ähnlich. Reizvoll also nur die Freiheit?

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  2. Nein. Natürlich ist die Freiheit reizvoll, aber eigentlich sorgt der freie Spielaufbau dafür, dass jede Partie mit einem anderen Startaufbau beginnt.
    Zudem ist es viel kurzweiliger als Schach.

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  3. Klingt reizvoll.
    Allerdings fehlt es mir an analogen Mitspielern bzw. an der nötigen Freizeit. Wir haben hier zu Hause bestimmt an die 10 Gesellschaftspile rummliegen, für die wir noch krin Zeit gefunden haben. Traurig!
    Daher freue ich mich auch so auf das kommende Gildentreffen. ^^

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