Darf ich vorstellen? Julia Wandelt


Name: Julia Wandelt, genannt Jule

Geburtsjahr: 1992

Beruf: Masterstudentin Lehramt Kunst und Bio, Vertretungskraft an einem Gymnasium für Kunst und Deutsch als Zweitsprache









Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?

Das war glaube ich sehr lange mein Problem, ich habe mir um einen „ernsthaften Beruf“ sehr sehr lange nie wirklich Gedanken gemacht, sondern wirklich erst dann, als das Abitur auf der Matte stand.
Als Kind wollte ich Zauberer oder Weltraum-Pilot werden. Aber das hat nicht geklappt.


Warum hast du deinen Beruf gewählt?
Eine Freundin von mir hat mal gesagt „Finde heraus, was du besser kannst als andere und dann verlang' Geld dafür.“ Im Moment stecke ich ja noch im Aufbau meines Berufes, da ich noch studiere, arbeite aber nebenher bereits an einem Gymnasium als Kunstlehrerin.

Letztendlich war es für mich das, was für mich die größte Schnittmenge meiner eigenen Ansprüche aber auch Fähigkeiten geboten hat. Ich wollte mich künstlerisch auf jeden Fall theoretisch und handwerklich weiterentwickeln, aber nie freie Kunst studieren.
Ich habe aber auch schon, als ich selbst noch zur Schule ging, Nachhilfe gegeben und Kunstkurse mit Jugendlichen geleitet.

Mir sagen die Leute oft, dass ich ganz gut erklären könne und manchmal ein Klugscheißer bin. Da lag das Lehramt doch näher als gedacht.
Ich mag daran, dass diese Arbeit eine gewisse gesellschaftliche Relevanz hat und Jugendliche in ihrer Weltansicht noch nicht so zerknautscht sind, wie ältere Mitmenschen. Ich habe zwar als Nebenfach auch noch Biologie, was ich aber an Kunst vorallem mag, ist, dass es ein Fach ist, dass eine gewisse Narrenfreiheit hat was die Unterrichtsgestaltung und Themenschwerpunkte angeht und man sehr auf die Interessen der Schüler eingehen kann.

Außerdem finanziert es meine privaten Anfälle, wenn ich für ein eigenes künstlerisches Projekt neue Materialien kaufen will. Mal eben neue Linemarker, 3 Töpfchen Aquarellfarbe und 2 Pinsel und Papier oder Tattoonadeln und Tinte gekauft – zack – 50 Euro weg.
Ich verdiene zwar durch gelegentliche künstlerische Aufträge mal einen finanziellen Bonus dazu. Mittlerweile weiß ich es aber zu schätzen, dass hinter diesen Aufgaben und damit meiner Kunst nicht unbedingt eine Kasse klingeln muss.

Und wo wir vorhin beim Thema „Zauberer“ waren. Ich mochte das Bild der Lehrer in den Harry Potter-Büchern total, bei dem jeder von ihnen eine Koryphäe auf seinem Gebiet war. Und so finde ich, sollten viel mehr Lehrer sein.


Was bezeichnest du als Heimat?
Heimat ist ein Ort, mit dem ich Erinnerungen an Personen und Dinge, die mir etwas bedeuten, verbinde. Ein Ort, der mir geholfen hat, mehr zu mir zu werden.


Magst du Fotos von dir selbst? Das kommt sehr auf das Foto an. Oft werde ich nervös, wenn man eine Kamera auf mich hält und ziehe daher auf Schnappschüssen mit Freunden oft eine Grimasse. Bei solchen mag ich oft die Fotos, bei denen mir im Moment der Aufnahme nicht gesagt wurde, dass sie gemacht werden.

Ein Symptom des Kunststudiums ist es aber, viele Menschen zu kennen, die sich mit inszenatorischer Fotografie auseinandersetzen und öfter mal Modelle für ihre Ideen suchen. Diese Fotos mag ich oft. Solche Fotos fixieren aber mehr einen ästhetischen Gedanken als eine Erinnerung an einen Moment.


Was bedeutet Freundschaft für dich?

Freunde sind die Familie, die wir uns selber aussuchen dürfen. Freundschaft ist mir ein hohes Gut. Ich bin zwar auch gerne alleine, weiß aber, dass ich den Rückhalt ausgesuchter Menschlinge brauche und ihnen das Gleiche meinerseits zuspreche.


Was ist deine liebste Erinnerung?
Diese Frage stelle ich mir, seit ich mir beim Lesen des dritten Harry Potter Bandes überlegte, an was ich denken würde, um einen Patronus herauf zu beschwören und ich weiß es bis heute nicht. Für mich gab es irgendwie nie diesen einen Moment vollständigen Glücks. Das finde ich aber überhaupt nicht schlimm und das heißt auch nicht, dass ich ein unglückliches Leben geführt habe. Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen und blicke auf 26 ziemlich interessante Jahre zurück. Ich bin glaube sehr schlecht im vollen Auskosten eines akuten Glücksmomentes, da ich sehr schnell ein neues Ziel vor Augen sehe und mich meistens Dinge glücklich machen, die mich in irgendeiner Richtung vorwärtsbringen und mein Glück sich dann eher über den Prozess verteilt als in einem spezifischen Moment kanalisiert. Zum Beispiel war der Moment natürlich der Hammer, als mir das erste Mal jemand Geld für ein Kunstwerk geboten hat, aber dahinter steht ja auch der Schaffensprozess, der mir eine ungeheure Freude bereitet hat. Oder ein friedliches Bier mit einem Gefährten an einem sorglosen Abend, während die Sonne versinkt, hinter dem aber eine über Jahre aufgebaute Freundschaft steht.
Ist ein schwieriges Thema, ich trainiere mich glaube immer noch darin, Momente in meinem Kopf besser für sich stehen lassen zu können.


Was ist deine Vorstellung von Glück?
Ein gewisses Maß von Unabhängigkeit erreicht zu haben, dass mir die Freiheit gibt, meine Bedürfnisse selbst befriedigen zu können, ohne dabei den Bund zu meinen Liebsten zu verlieren.

Glück kann aber auch in den kleinen Dingen liegen; Der Geruch von frischem Regen an einem Sommertag; Ausschlafen können; Nach einem langen Tag sich einem lieben Menschen chillen… Solche kleinen Glücksmomente sind genauso wichtig.


Wer ist dein Vorbild?
Zu allererst: Meine Mama, dieses verrückte Wesen mit dem Herz einer Löwin, dem Stil einer Lady und der Schnauze eines Seefahrers.
Ansonsten kann ich da schwer auf eine bestimmte Person zeigen. Aber ich finde sehr viele interessant und inspirierend.


Wovor hast du Angst? Ha, und damit wären wir bei meinem Irrwicht. Wobei der sich ganz schön ins Zeug legen müsste, um Zurückweisung, Versagen oder Kontrollverlust bildlich darzustellen.


Hast du markante Angewohnheiten?
Meine Freunde zertifizieren mir gerne einen ausgeprägten Nestbautrieb. Da mir mein Zuhause sehr wichtig ist als Ankerpunkt und nebendran eine Neigung dazu habe, Dinge zu sammeln, die ein „Awwww, du bist nutzlos, aber wunderschön“- Reaktion auslösen, liebe ich es, mein Zuhause gemütlich zu gestalten. Ich verbringe sehr viel Zeit hier, stelle Möbel um oder suche einen Platz für ein frisch erbeuteten Schatz. Um meinen Freund zu zitieren, mit dem ich zusammenwohne: „Okay, wir stellen es um, aber du musst mir versprechen, dass es mindestens 3 Monate so stehen bleibt!“


Was magst du an dir?

Ich bin eigentlich im Großen und Ganzen recht fein damit, wie ich so geworden bin, sowohl charakterlich als auch körperlich. Ich mag mein Gesicht und meine langen Beine. Und ich bin sehr stolz auf mich, dass ich es 2016 geschafft habe, durch Sport 20 kg Gewicht zu verlieren.

Generell mag ich, dass wenn ich mir etwas vorgenommen habe, ich da die Selbstdisziplin aufbringen kann, meine Ziele umzusetzen. Außerdem mag ich meine Faszination für kreatives Schaffen, welche meinen gesamten Charakter vermutlich sehr geformt hat, sowie mein gesamtes Ästhetikempfinden.

Außerdem halte ich für mich eine recht ehrliche Haut und habe auch das Gefühl, dass ich es nach außen ausstrahle, dass meine Mitmenschen es mit mir sein können.

Generell mag ich, dass ich mich mag, denn das war sicher nicht immer so.


Was willst du unbedingt lernen? // Was würdest du gerne mal ausprobieren? Ich will unbedingt mal Fallschirm springen!! Mich faszinierten einfach Höhe und der Gedanke des Fliegens – schon immer. Und Fallschirm springen kommt für mich da am nächsten dran.

Außerdem würde ich gerne Tätowieren mit einer richtigen Maschine lernen, weil es einfach viel mehr Möglichkeiten und Vielfalt bietet, als handpoke Tätowierungen. Und es geht schneller.
Ebenso möchte ich noch lernen, wie man Kupferstiche anfertigt. Den Kurs in der Uni hatte ich leider nicht bekommen.

Ach, es gibt so viele künstlerische Techniken, die ich noch gerne lernen möchte. Einige davon kenne ich wahrscheinlich noch gar nicht…


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