Darf ich vorstellen? Sira Busch

Name: Sira Busch

Geburtsjahr: 1993

Beruf: Mathe Master Studentin











Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
Als ich in der Grundschule war und noch ganz mini, da wollte ich Modedesignerin werden. Weil ich mochte sehr gern Malen und war auch sehr gut darin und irgendwie fand ich aber auch Menschen und wie Menschen aussehen interessant. Und das war dann schlicht das Einzige was mir einfiel. Vermutlich, weil meine Oma Modedesignerin war. Später, so mit 13-15 Jahren dachte ich an Mediengestaltung. Ich wollte eben gern Gestaltung. Architektur strich mal meinen Kopf. Und Psychologie. Weil ich eben Menschen interessant finde. Bei Architektur spielte schon rein, dass ich Mathe integrieren wollte. Und nach und nach dachte ich immer mehr an Mathe und die Ästhetik von Mathematik und fand diese Ästhetik dann spannender als z.B. die Ästhetik von Mode. Und außerdem dachte ich mir, dass ich ja in meiner Freizeit noch kreativ sein könnte - Oh wie naiv ich war an Freizeit zu denken.


Warum hast du deinen Beruf gewählt?
Hups das hab ich ja nun oben schon angeschnitten. Aber ich kann sagen, wie ich dazu genau kam. Weil es war nämlich so, dass ich in der Schule feststellte, dass ich Philosophie auch mag, neben den ganzen anderen Dingen, die ich gern mag. Ich dachte dann, als ich älter war, über ein Philosophie Studium nach. Aber ich war nie so sehr begeistert davon, sehr sehr lange da zu sitzen und einfach zu lesen. Und ich fragte mich deshalb: Was genau an Philosophie fasziniert mich überhaupt? Und ich kam drauf, dass es das logische Denken ist. Und ich verstand, dass man die Kraft des logischen Denkens in der Mathematik noch viel mehr sieht. Und dass man im Mathestudium nicht viel lesen muss. Und dann wurde es das. Und was ich ganz bald nach dem Master mache, das steht noch in den Sternen. Ich wollte immer in die Forschung. Aber die Forschung macht Leute kaputt und verrückt oft.


Was bezeichnest du als Heimat?

Ach mir war Heimat ehrlich gesagt nie so wichtig. Heimat ist nichts, was mich interessiert. Ich habe kein Heimatgefühl und vermisse es auch nicht. Ich würde meinen, dass Heimat für mich sein könnte: Da wo meine Freund*innen sind. Aber die sind überall in der Welt verstreut. Also vllt: Überall ist Heimat, wo ich Menschen finde, mit denen ich mich verstehe auf irgendeine Art und Weise. Aber ich glaube eher: Nirgends. Mit Heimat habe ich nichts zu tun.


Magst du Fotos von dir selbst?
Ja und Nein. Nein weil: Hui manchmal finde ich mich nicht schön. Manchmal erinnert mich meine Mimik und mein Körper an Leute, die ich nicht mag. Bzw. manchmal seh ich zufällig so aus als würde ich was ausdrücken wollen, was ich gar nicht ausdrücken will. Aber auch Ja weil: Wie spannend das alles ist! Was man mit Fotos alles machen kann! Ich finde die Herausforderung sehr interessant, mich so hinzustellen und so zu gucken, dass nachher das Foto rauskommt, was ich im Kopf hatte. Auch wenn es in meinem Kopf nur schwammig war. Aber manchmal sieht man ja dann das Ergebnis und denkt sich: "Ja genau das ist es!". Und manchmal wird man auch überrascht und etwas entsteht, was man gar nicht dachte. Fotographie ist eine recht schnelle Kunst, oder? Und da passieren so oft so interessante Zufälle. Und ich mag gern mehr über mich lernen. Fotos helfen mir irgendwie, mehr über mich zu lernen. Und Fotos sagen so oft so viel.


Was bedeutet Freundschaft für dich?
Was für eine knifflige Frage. Die werde ich jetzt so gut es geht beantworten, aber eigentlich bräuchte ich wohl ein paar Tage/Monate/Jahre, um darüber nachzudenken. Frag mich in 3 Jahren nochmal und die Antwort ist vllt. eine ganz andere. Was ich jetzt gerade sagen würde: Ich glaube Freundschaft ist für mich, wenn Leute sich gegenseitig im Kern verstehen und sich deshalb nicht doof finden. Weißt du, wenn du sofort weißt, was die andere Person denkt, wenn es wenig Erklärungen braucht, wenn es wenig Worte braucht, weil die andere Person einfach deine Art zu denken und zu fühlen versteht. Ich frage mich, ob das schon reicht. Ich glaube wenn du eine andere Person tief verstehst, dann kommt Loyalität bspw. automatisch. Und so ein Verständnis verschwindet auch nicht, wenn man mal ein Jahr keinen Kontakt hat. Außer eine der Personen verändert sich so sehr und die andere nicht und die Veränderung wird dann nicht verstanden. Dann kann einem das Verständnis natürlich aus den Händen rutschen. Ich glaube auch, dass andere Leute sehr anders über Freundschaft reden. Aber für mich ist es das, denke ich.


Was ist deine liebste Erinnerung?
Puh viele eigentlich. Ein paar über die ich nicht rede. Dann fällt mir sofort ein: Mein erster Kraftdreikampf Wettkampf, mein Auftritt auf dem Deichbrand Poetry Slam, deutsche Schülerakademie, Weihnachten in Marburg bei einer Freundin, jeder Augenblick in dem ich erfuhr, dass ich eine Matheprüfung an der Uni bestanden habe. Immer wenn ich mich selbst sehr positiv überraschte und merkte, wie viel Kraft doch in mir steckt oder wenn ich einfach so sehr viel Liebe von Leuten um mich rum spürte. Oh! Und wenn ich nette Hunde treffe!


Was ist deine Vorstellung von Glück?
Eigentlich ging ich immer sehr mit den Eudaimonie Gedanken mit. Allerdings las ich da jetzt lange nicht mehr rein und wer weiß, ob ich nicht mittlerweile nicht mehr finden würde, was mich daran stört. In der Nikomachischen Ethik von Aristoteles stören mich an sich nämlich unfassbar viele Stellen. Wieder: Ich bräuchte hier ein paar Monate, um eine zufriedenstellende Antwort geben zu können, denke ich. Spontan würde ich sagen: Glück ist für mich ein Zustand des Denkens und Fühlens (ich sage nicht: Zustand des Geistes, weil, dann müsste ich ja erst mal "Geist" definieren), indem ich frei bin von pathologischem Selbstzweifel und Hass. Joseph Raz schrieb: "well-being consists of the whole-hearted and successful pursuit of valuable activities". Das fand ich spannend. Ich schrieb ein Paper darüber, wie man "successful" definieren könnte, so dass ich diese Definition adäquat fände. Spannend ist auch, dass für ihn die Aktivität so wichtig ist. Ich bin unsicher, ob ich damit d'accord gehe. Whole-heartedness finde ich sehr wichtig. Aktivitäten mit Wert zu tun finde ich auch "gut". Was das genau ist würde jetzt alles sprengen. Ich finde Fortschritt wichtig. Dass man sich persönlich entwickelt und daran arbeitet ein guter Mensch zu sein. Wenn ich merke ich werde immer freier von Aggression und Hass und Neid, dann habe ich das Gefühl, Glück näher zu kommen.


Wer ist dein Vorbild?
Ich habe eine Vorstellung von mir selbst, die ich als mein Vorbild bezeichnen würde, glaube ich. Ich sage nicht: Ich bin mein eigenes Vorbild, weil das ist ja auch irgendwie Unsinn oder? Wenn ich mein eigenes Vorbild wäre, würde ich dann nicht immer so bleiben, wie ich jetzt bin? Und wo ist dann der Fortschritt. Aber: Ich weiß Dinge, die ich an mir mag und Dinge, die ich an mir nicht mag. Und ich arbeite an den Dingen, die ich nicht mag und oft weiß ich, wie sich eine Person verhalten würde, die diese Dinge, die ich nicht mag, nicht hat. Und sich dann tatsächlich so zu verhalten ist hart. Aber diese Person, die in meiner Vorstellung ist, die ist mein Vorbild. Ich versuche da sehr wenig auf andere zu gucken. Ich kann aber sagen, dass ich einige andere Menschen schon sehr inspirierend finde (inspirierend ist aber mittlerweile auch so ein Wort was so sehr inflationär gebrauch wird). Mich inspirieren reine Herzen, Disziplin, Stärke und alle Menschen, die hart arbeiten. Ich finde die Intelligenz und Disziplin von fast allen Mathematiker*innen krass. Ich finde es inspirierend, wenn Leute nur durch harte Arbeit irgendwas erreichen ohne dass sie besonders hilfreiche Voraussetzungen hatten. Menschen, die ohne ein Haar von Zweifel an sich selbst glauben und daran, dass sie etwas Großartiges erreichen können.


Wovor hast du Angst?
Wespen. Leider sehr doll. Wer weiß warum. Nutz das nicht gegen mich bitte. Manchmal habe ich Angst, weniger gut in etwas zu sein als ich dachte. Und manchmal: Dass alle mich plötzlich hassen. Ich habe auch Angst vor meiner schlechten Zeichensetzung.


Hast du markante Angewohnheiten?
"Markante Angewohnheit" ist kein Begriff, mit dem ich viel anfangen kann. Puh hm. Schlaf ist mir sehr wichtig und das bestimmt mein Handeln und das merkt man glaube ich recht schnell. Ich mag es gern aus Dingen Wettkämpfe zu machen. Ich habe das sehr Spaß dran. Ich mache meist sehr deutlich, wenn ich mit irgendwas nichts anfangen kann und bin da sehr direkt. Ich spreche sehr schnell Dinge an. Mir fällt nicht viel auf die Frage ein.


Was magst du an dir?

Ich bin sehr nett! Und sehr begeisterungsfähig. Begeisterung ist finde ich eine sehr tolle Sache. Und ich mag, dass ich hohe Ansprüche habe. Und ich mag, dass ich nicht aufgebe und Dinge durchziehe. Wobei ich das Wort "durchziehen" furchtbar finde.


Was willst du unbedingt lernen? / Was würdest du gerne mal ausprobieren?
Bodybuilding und Singen gerade aktuell. Singen wollte ich schon immer mal ausprobieren. Wenn es eins noch gibt gerade, was total aus meiner comfort zone raus wäre, dann wäre das singen. Aber ich bin ja nicht unmusikalisch! Und natürlich kann man das lernen! Ich würde das gern lernen. Bodybuilding einfach weil ich Kraftsport mag und Kraftdreikampf habe ich schon ausprobiert und Gewichtheben kommt gerade leider nicht infrage weil ich da keinen Coach wüsste, der mir das alles vor Ort beibringen könnte. Aber Bodybuilding fände ich spannend. Glaube so eine Wettkampf Diät kann sehr lehrreich sein. Wenn auch sehr schrecklich und hui jetzt fällt mir gerade noch was ein, wovor ich Angst habe. Aber: Gerade deshalb würde ich es ja auch gern mal machen+


Siras Arbeit findet ihr hier:
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Kommentare

  1. "Begeisterung ist finde ich eine sehr tolle Sache."
    In der Tradition von Miguel de Cervantes Saavedra und Francis Scott Key Fitzgerald finde ich das auch :)

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