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Kurzgeschichte: Eine Lid(e)lsgeschichte

Der Nachtwind | 28.06.17 | / | Kommentieren
Sie ist ja schon süß. Ihre Haare glänzen im Licht der Neonröhren. Sie lächelt. Das blonde Mädchen, das etwa 10 Meter vor mir in der Schlange steht, gefällt mir auf den ersten Blick. Mir ist warm. Und meine Hände werden feucht, als mir der Schweiß aus den Poren tritt. Ich bin nervös, denn wenn ich sie gleich nicht anspreche, werde ich sie wohl nie wieder sehen. Und wenn es hier an Kasse 2 im Lidl am Essener Hauptbahnhof noch lange dauert, dann wird hier bald das Chaos ausbrechen und dann ist eh alles gelaufen. Der Laden ist voll. Die Schlange ist sehr lang und sie schlängelt sich um die Regale und aufsteller durch den halben Laden. Es ist hier immer so voll und noch nie habe ich mich auch nur annähernd darüber gefreut wie heute, der Tag an dem ich sie gesehen habe.

Sie schaut sich um. Schaut sich die Welt um sich herum gut an und sie wirkt sehr interessiert, an dem was um sie herum passiert. Mich hat sie noch nicht gesehen und ich versuche, auch nicht aufzufallen. Die Menschen um uns herum werden unruhig, verlangen nach der Öffnung einer weiteren Kasse. Es wäre die 10. sie Menschen drängeln und geben Unmutsäußerungen von sich.

Von dem Chaos um mich herum nehme ich gar nicht so viel war. Ich sehe nur sie. Wie sie wohl heißt? Wo sie wohl wohnt? Kommt sie hier aus der Nähe und macht sie gerade ihren Einkauf für diesen lauen Sommerabend oder ist sie nur auf der Durchreise und besorgt sich schnell einen Snack für zwischendurch? Neugierig versuche ich zu erkennen, was sie kauft und sehe die Flasche Pfeffi, die sie im Arm hält. Ah, sie hat auch Chips und Erdnüsse dabei. Vielleicht ist sie auf dem Weg zu einer Feier.

Ich wünsche mir gerade, ich wäre der Kassierer. Dann könnte ich sie einfach so nach ihrem Ausweis fragen und vielleicht einen Blick auf ihren Namen, ihr Alter und ihre Adresse werfen. "Hab einen schönen Abend, Julia!", denke ich. Vielleicht heißt sie ja Julia. Julia, der Platzhaltername einer ganzen Generation, denn irgendwie heißen fast alle Mädchen in meiner Generation Julia. Ich mag den Namen trotzdem. Er hat diesem romantischen Beigeschmack einer dramatischen Liebesgeschichte, die Hunderte von Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Nur noch fünf Meter, dann ist Julia an der Reihe, langsam schiebt sich die Schlange Stück für Stück nach vorne zur Kasse. Ich stelle mir vor, wie Julia und ihre beste Freundin Tabea sich heute im Stadtpark treffen, eine Runde spazieren gehen und sich dann genüsslich die Decke auf der Wiese ausbreiten und es sich bequem machen. Sie strecken die Beine aus, legen sich hin, schauen zum Himmel und unterhalten sich. Tabea erzählt begeistert von ihrem neuen Freund, den sie letzte Woche auf einer Party kennengelernt hat. Die beiden stoßen mit dem Pfeffi aufs Leben an.

Als ich ich wieder aus meiner Gedankenwelt erwache, verschwindet Julia gerade durch die Eingangstür nach draußen und ich schaue ihr verträumt nach.

Manuel ist seit einem Jahr als Slampoet auf den Bühnen NRWs unterwegs und lässt sonst auch keine Gelegenheit aus, seine Wortspiele/Wortwitze irgendwo unter zu bringen. 




Ich halte nichts von guten Vorsätzen

Der Nachtwind | 09.01.17 | | 4 Kommentare
Ein Gastbeitrag von Miriam

Ich halte nichts von guten Vorsätzen. Man setzt sich eine Aufgabe, die man dann ja doch nicht oder wenn nur sehr begrenzt umsetzt. Gute Vorsätze dienen in erster Linie zur Beruhigung des eigenen Gewissens: „Ich wollte ja etwas ändern, aber leider, leider hat es dieses Jahr nicht gelingen wollen. Naja, nächstes Jahr, da klappt es bestimmt.“
Ich halte nichts von guten Vorsätzen. Und ich fasse eigentlich keine. Eigentlich.

Denn ich will etwas ändern an meinem Leben. Und ich brauche dafür etwas Verbindliches. Ein Versprechen an mich selbst. Einen guten Vorsatz eben.
Deshalb hier mein Vorsatz für das Jahr 2017: Den Blick fürs große Ganze wiederfinden.

Ich weiß, dass klingt nicht sonderlich beeindruckend. Auch nicht besonders schwierig.
Aber habt ihr schon mal etwas gesucht, dass ihr verloren habt? Das Gesuchte kann direkt vor euren Augen liegen und trotzdem kann es passieren, dass ihr es überseht.
Ich habe den Blick fürs große Ganze verloren. Und auch wenn das große Ganze logischerweise eine ziemlich große Sache ist, ich übersehe es.

Stellt euch eine To-Do-List vor, auf der die Punkte nacheinander abgearbeitet werden müssen, um am Ende den letzten und wichtigsten Punkt zu erreichen. Eben das, was man unbedingt will.
Ich habe verlernt mein Endziel in all den kleinen Etappen bis dorthin wiederzuerkennen.

Und dadurch habe ich auch verlernt das, was ich tu mit Leidenschaft zu tun. Ich bin zu oft „muss ja“, anstatt „ich will“. Dabei wären viele Dinge, die ich tun muss, eigentlich sowieso Dinge, die ich tun will. Denn sie führen nicht nur zu meinem Ziel, sonder sind sogar ein Teil davon.
Das heißt nicht, dass ich verlernt habe zu kämpfen. Ich weiß nur nicht mehr wofür ich mich eigentlich gerade wirklich ins Zeug lege.

Ich will den Blick fürs große Ganze wiederfinden und dadurch auch meine Freude an dem was ich tu zurückgewinnen. Ich will dass ich wieder erkenne, dass es sich lohnt jeden einzelnen kleinen Unterpunkt auf meiner imaginären To-Do-Liste abzuarbeiten. Ich will, dass ich wieder weiß, wofür ich kämpfe.

Das habe ich mir zum Vorsatz für dieses Jahr gemacht. Das ist ein weiterer Punkt auf meiner To-Do-List. Und ich hoffe, dass ich nicht vergesse, warum er dort drauf steht.

Über die Autorin:
"Du hast eine Geschichte, die relevant ist." hat mir irgendwann mal jemand gesasgt. Am Anfang habe ich das nicht so richtig glauben können. Dann ist mir aber klar geworden: Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen. Und die sind alle auf ihre eigene Art und Weise hörenswert. Mit meinen Gedanken stehe ich deshalb ab und an mal auf Poetry-Slam-Bühnen. Und jetzt wollte ich eben auch mal dieses "Blog"-Ding ausprobieren. 

Warum das Wort eine Waffe ist!

Der Nachtwind | 05.01.17 | / | Kommentieren
Ein Gastbeitrag von von Fatih Serbest

Immer dasselbe Spiel. In den Medien passiert etwas und alle reden darüber. Viele Schreiben auch darüber. Ich habe den folgenden Text in meinem Kopf schon zigmal geschrieben. In Wirklichkeit hatte ich gar keine Lust es in die Tastaturen zu tippen. Jetzt schreibe ich es doch. Nicht weil mich das folgende Thema sonderlich interessiert. Das tut es auch so. Weil ich Sprachwissenschaften studiert habe. In Wirklichkeit aber, konnte ich einfach nur nicht schlafen. Weil ich etwas krank geworden bin. Leichte Grippe. Egal. Kommen wir zur Sache.

In der Sprachwissenschaft gibt es einen Teilbereich. Der nennt sich „Pragmatik“. Darin geht es ganz grob gesagt darum, inwiefern man mit Sprache Handlungen ausüben kann. Da die meisten von euch gerne Wikipedia nutzen und ich nicht wissenschaftlich werden möchte, hier der kurze allgemeine Auszug, womit sich die Pragmatik beschäftigt. Also. Pragmatik:
„…beschäftigt sich in der Linguistik mit der Beschreibung von kontextabhängigen und nicht-wörtlichen Bedeutungen bei der Verwendung von sprachlichen Ausdrücken in jeweils konkreten Situationen und mit den Bedingungen für ihr Entstehen…“.
Nochmal anders. Als sprechender Mensch führe ich auch eine Handlung aus. Handlungen sind in der Sprache, das Äußern von Wünschen, das Vollziehen einer Aussage oder auch eine Beleidigung. In der Pragmatik versucht man diese Handlungen nicht nur aus den ausgesprochenen Worten zu filtern, sondern auch aus der Umgebung, in der eine Handlung vollzogen wird. Dabei kann alles erdenkliche eine Rolle spielen. Der Ort, die beteiligten Personen, die Zeit, das Hintergrundwissen usw. Die zu berücksichtigenden Faktoren sind tatsächlich unermesslich. Zu beachten ist, dass wir genau wissen, was gemeint ist. Wenn mein Arbeitskollege mich fragt: “Und, wie sieht es aus?“ weiß ich ganz genau, dass er wissen möchte, ob ich bei unserem monatlichen Pokerturnier das nächste Mal dabei bin. Das nur, weil ich genau weiß, was auch er weiß. Für einen Außenstehenden kann es verschiedenes bedeuten. Ein Außenstehender müsste interpretieren. Aber genug jetzt, ich möchte unsere Twittergemeinschaft nicht überstrapazieren.

Als handelnder Mensch, in diesem Fall durch das reine äußern von Worten, kann ich natürlich auch strafrechtlich verfolgt werden. Wenn ich nachweislich jemanden beleidige, kann ich bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bekommen (Strafgesetzbuch, Besonderer Teil, §§ 80 – 358, 14. Abschnitt – Beleidigung §§ 185 – 200; Quelle: https://dejure.org/gesetze/StGB/185.html).

Natürlich kann ich auch Menschen mit meinen Worten verletzen. Ich kann das sogar so machen, dass ich hinterher mich aus der Sache ganz unschuldig wirkend, rausziehen kann. Ich könnte zu meiner Ex sagen:“ Und. Hört dein Neuer auch wenn du sagst „Spring“?“ Das wäre bewusst verletzend. Hinterher könnte ich mich verteidigen, indem ich behaupte:“ Du hast mir nie den Freiraum gelassen, den ich gebraucht hab.“

Das Beispiel ist schon fast harmlos. Dennoch verletzend. Nun kann ich natürlich viel weiter gehen. Ich könnte bewusst versuchen eine Meinung zu generieren oder auch, anders ausgedrückt, zu produzieren. Eine Meinung in der Bevölkerung z.B.. Dazu bräuchte ich natürlich eine große Bandbreite an sehr vielen Lesern, die ich über ein Medium (z.B. Zeitung oder eine Internetplattform für Nachrichten) verbreite. Das passiert die ganze Zeit. Obwohl ich seit vier Jahren kein Fernsehen mehr schaue, bekomme ich vieles mit. Leider viel zu viel.

Jetzt komme ich zu dem eigentlichen Thema, was mich stört. Was mich bewegt und was mich verletzt. Ich bin nicht der Einzige. Es geht um die bewusste Benennung von menschlichen Rassen und das bewusste Verbinden von Eigenschaften mit diesen Rassen. Zumindest das scheinbar „unverbindliche“ wiedergeben von Nachrichten, in denen etwas mehr steckt, als nur Worte. Als vernunftbegabte Menschen wissen wir, dass eine Rassenunterteilung der größte Schwachsinn ist. Spätestens nach der Sklaverei von Menschen mit schwarzer Hautfarbe oder dem 2. Weltkrieg.

Aktuell läuft die Debatte über die Bezeichnung „Nafri“. Hier geht es nicht um den Einsatz der Polizei. Nur um das Wort. Das Wort ist nicht nur ein Codewort für eine bestimmte Kategorie von Verbrechern. Das hätte man auch mit weniger hinkriegen können ohne das Wort „Nordafrikanisch“ mit einzubauen. VD67 hätte es auch getan. Abgesehen davon, kriegen wir nicht mit, welche Einsätze unsere Polizei tagtäglich durchführen muss. Hier ist es in den Medien ein heißes Eisen geworden. Weil eine Bevölkerungsgruppe sich angegriffen und beleidigt fühlt. Nicht die, die Verbrechen begangen haben. Die Unschuldigen sind es, die sich verletzt fühlen. Im Übrigen, sind Wörter wie „Islamist“ oder „Ausländer“ oder „Asylant“ mittlerweile in der Sprache auch dort angelangt, wo sie niemals hätten hinkommen dürfen. Zu den sprachlichen Äußerungen der Beleidigungen. Glaubt ihr nicht? Fragt mal die Leute auf der Straße, was sie bei den Worten als Erstes denken. Vielleicht seid ihr auch mutig genug um zu sehen, wohin diese sprachlichen Äußerungen noch führen könnten. Ich möchte es hier nicht aussprechen, aber ich habe als Vater von zwei Kindern, große Angst davor. Für andere ist es Alltag. Vor diesem Alltag fliehen sie. Zurecht!

So. Jetzt hoffe ich, dass ich etwas ruhiger schlafen kann und meine kurz vor dem Ausbruch stehende Krankheit etwas auskuriere.

Über den Autor:
Fatih Serbest, 36 Jahre alt; in Koblenz geb.; in Mainz seit 2002; hab Philosophie, Englische Sprachw. und Deutsche Philologie studiert; schreibe viel

Gastbeitrag: The Cat Lady

Der Nachtwind | 29.09.16 | / / | 1 Kommentar
...oder: Wie ein dummer Satz ein ganzes Spiel ruiniert!

Stellt euch vor, ihr spielt ein Spiel, welches euch komplett fesselt. Die Atmosphäre hat euch sofort, das behandelte Thema begeistert euch... und dann kommt eine Situation, die euch nicht mehr loslassen will und bis zum Ende einen faden Beigeschmack verursacht.

Genau so ist es mir zuletzt ergangen, als ich innerhalb von zwei Tagen Harvester Games' „The Cat Lady“ durchgespielt habe. Hierbei handelt es sich um ein äußerst morbides, spieltechnisch sehr simpel gehaltenes 2D-Adventure. Ihr spielt Susan Ashworth, die direkt zu Beginn durch eine Überdosis Schlaftabletten Suizid begehen will und dadurch in einer Art Limbus, einem Ort zwischen Leben und Tod landet. Hier trifft sie auf die dubiose „Queen of Maggots“, die Susan Unsterblichkeit verleiht, sie ins Leben zurück befördert, dabei aber verlangt, dass Susan nun als eine Art Rache-Engel Mörder*innen zur Strecke bringt.

Die gesamte Spieldauer wird dabei Susans Depression fokussiert und thematisiert. Das Spiel versucht, darzustellen, wie eine manifestierte Depression aussehen könnte, was mit einem Menschen geschieht, der dieser Krankheit am Ende unterliegt. Dabei führt Susan einige äußerst gut geschriebene, innere Monologe, die zusammen mit der Gestaltung ihrer Welt in schwarz, weiß und grau sehr beklemmend, aber auch ergreifend wirken. Einzelne Gegenstände wie Blumen oder Blut erstrahlen immer wieder in grellen Farben und je länger das Spiel dauert, umso mehr Farbe kommt auch wieder in Susans Umwelt, was euch ihre Entwicklung fast schon mit dem Holzhammer präsentiert.

Die Prämisse ist also äußerst interessant, die Thematik gut umgesetzt und hat mich, wie bereits erwähnt, nicht mehr losgelassen, bis ich die Geschichte zu einem Ende bringen konnte. Natürlich stellt sich die Frage, wieso Susan plötzlich innerhalb kürzester Zeit auf so viele Psychopathen trifft, die von ihr zur Strecke gebracht werden sollen, darüber blicke ich aber gerne weg, da diese Aufeinandertreffen trotz der äußerst simplen Spielmechanik, sich nur nach links und rechts bewegen und nur mit begrenzten Objekten interagieren zu können, unfassbar nervenzerreißend inszeniert sind. Hinzu kommen noch ein paar nette Gore-Elemente und ich würde glatt sagen, dass The Cat Lady sowohl als Spiel als auch als Abhandlung einer sehr ernst zu nehmenden Krankheit wunderbar funktioniert.

Wäre da nicht diese eine Stelle, dieser eine Dialog in der Mitte des Spiels. Im Laufe des Spiels bekommt Susan eine neue Mitbewohnerin, Mitzi, welche ebenfalls i die kleine Wohnung einzieht. Nun liegt unsere Hauptakteurin irgendwann in der Badewanne, ihre neue Begleiterin möchte ebenfalls in das Zimmer, um mit ihr zu sprechen. Das Problem, dass sich hier nun auftut, ist, dass Susan dies nur erlaubt, wenn Mitzi nicht lesbisch sei. Susan habe kein Problem mit Homosexualität, aber dass eine lesbische Person auf ihre Brüste starren könne, wäre ihr doch zu viel. Brechen wir die Aussage stumpf herunter, haben wir hier ein „Ich habe nichts gegen Homosexuelle, solang sie nicht in meiner Nähe sind!“

Nun steht es jedem Entwickler*innen-Team frei, ihre Charaktere mit Macken zu zeichnen, homophobe Charaktere in ihre Spiele einzubauen, diese selbst als Hauptfigur zu nutzen. Problematisch wird es aber vor allem dann, wenn diese Macken nicht als solche erkennbar sind. Sie könnten Charakterzüge sein, die Einfluss auf die Geschichte nehmen, indem es sie zu überwinden gilt oder die jeweilige Figur eben „das gemeine Arschloch“ oder „der Feigling/Schwächling“ oder was auch immer ist. The Cat Lady führt diesen Charakterzug allerdings in dieser einen Situation ein und greift nie wieder darauf zurück. Susans Ansichten werden nicht als problematisch dargestellt, sondern sind vielmehr verpackt wie ein dummer Gag in einem ansonsten fast ausschließlich düsteren Spiel. Auch Mitzis Reaktion darauf zeugt eher davon, dass solche Ansichten im „Cat Lady-Universum“ absolut normal zu sein scheinen.

Jetzt mag manch ein Mensch sagen, dass solche Personen mit genau solchen Ansichten Realität seien und dem möchte ich auch nicht widersprechen. Es gibt genug Menschen auf der Welt, die genau so mit dem Thema Homosexualität umgehen. Jens Lehmanns Aussage, dass er sich nicht wohl dabei fühlen würde, mit einem homosexuellen Spieler im Duschraum der Kabine zu stehen, macht deutlich, dass solche Aussagen sogar einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Lehmann wurde dafür allerdings aufs Schärfste kritisiert und auch Susan bzw. die Menschen, welche diesen Charakter entwickelt haben, müssen sich dieser Kritik stellen. Susan Ashworth hat nämlich als Hauptcharakter des Spiels eine Position, die zur Identifikation anregen soll. Ihr trefft oftmals Entscheidungen für sie, die bereits zu Beginn Auswirkungen auf das Ende haben können. Ihr versetzt euch damit in die Rolle einer depressiven Person und setzt euch intensiv mit ihren Gedanken auseinander. Die Besonderheit dieser Rolle sorgt dafür, dass Susan in einer Position steht, in der der flapsige Umgang mit solchen Aussagen höchst problematisch ist. Homosexualität wird im Laufe des Spiels kein einziges Mal mehr thematisiert, dieser kurze Dialog im Badezimmer steht völlig isoliert und bietet keinerlei Mehrwert für die Geschichte. Diskriminierende Positionen werden völlig unreflektiert reproduziert. Er erzeugt keine Charaktertiefe oder hilft dem Erzählen der Geschichte. Der Dialog zeigt nur, dass Susan ein homophobes Arschloch ist und dass die Entwickler*innen solch eine Aussage für nicht weiter beachtenswert halten, es aber trotzdem mal loswerden wollten.

Und so kommt es leider dazu, dass ein an sich absolut empfehlenswertes Spiel nur wenige Sekunden braucht, um den Gesamteindruck heftig zu versauen. Die Grundprämisse, Depression zu behandeln und auch künstlerisch darzustellen, ist nämlich weiterhin verdammt wichtig und gut... schade!



Gastbeitrag - Rezension "Kaum Jemand – Zwischen den Ampelphasen "

Der Nachtwind | 05.07.16 | / | Kommentieren
Beitrag von Dierk Seidel

Am Freitag, den 18.03.2016 veröffentlichte der Künstler „Kaum Jemand“ sein zweites Album mit dem Titel „Zwischen den Ampelphasen“. Hinter „Kaum Jemand“ verbirgt sich Michael Holz, ein Künstler, der sich vielfältig in der Münsteraner Künstlerszene herumtreibt und dabei nie Fehl am Platz ist. Ob Theater, Rezitationen, oder mit seiner Liedermacherkombo „Kaum ein Vogel“. Michael Holz bringt seine teils verträumten, teils kritischen Gedanken vielfach ein. Die Vielfältigkeit zeigt er nun auch wieder auf seinem Soloalbum, welches er in Eigenregie produziert hat.
Bevor ich das Album hörte, wusste ich, dass es gut sein würde, obgleich ich nicht im Voraus wusste, welche Lieder darauf sein würden. Und das sage ich nicht nur, weil ich Michael gut kenne und mit ihm schon mehrfach gemeinsam auf der Bühne stand, sondern weil ich von der Qualität der Lieder und der Konzeption des Albums überzeugt bin.

Das Album wird eingerahmt von zwei Instrumentalstücken („Zwischen Weitkampweg und Waldeyerstraße“ und „Zwischen Küchenbusch und Küste“), hierbei wird Michael von Johanna Espeter an der Geige begleitet und gerade der Anfang weckt den Eindruck, dass das Album sehr getragen und ruhig sein wird. Dem widerspricht aber schon das zweite Lied, in dem er fragt: „bin ich befugt oder unbefugt/habe ich ne anzeige am hals/bin ich bettler oder musikant/bin ich als straftäter bekannt?“ und die Widersprüche zwischen Arm und Reich und den Irrsinn von absurden Verboten in Frage stellt. Begleitet wird er hier wie auch schon live immer regelmäßiger von Anja Kreysing am Akkordeon. Da stimmt alles.

Thematisch setzen sich viele Lieder mit Absurditäten des Alltags (Galaxienkollision), Konsumkritik (Ikea) und dem unbedingten Drang nach Freiheit (Ein Uhu im Birkenhain) auseinander. Gerade die kritischen Töne sind es, die genau wissen, wo sie ansetzen müssen, um satirisch zu treffen:

„ein neuer Michael Jackson im kinderzimmer/gleich kommt er in die kita/chinesisch lernt er dort/im hort“ (Chemie am Strauch).
Und dennoch sind vielleicht die stärksten Stücke die Verträumten und Romantischen wie „Du fehlst mir“ und „Kutterverleih“.
Bilder einer vergangenen Liebe, die man kennt, die wehtun, aber man den Schmerz der Einsamkeit manchmal ertragen muss, um abschließen zu können, bringt Michael Holz in „Du fehlst mir“ zum Ausdruck.
In „Kutterverleih“ kommen die fürs das Album titelgebende Ampelphasen zum Ausdruck und Michael Holz zeigt seine Stärke mit der Sprache zu spielen:
„ein mädchen beißt verträumt in eine nussecke“ und „ein mädchen träumt verbissen von einer nussecke“ . Das Träumen steht in diesem Stück im Vordergrund und lässt einen das Unmögliche wirklich werden. Der Refrain hat Mitsing- und Ohrwurmpotenzial. Soll hier aber nicht zitiert werden. Selber anhören ist angesagt.

Wenn Michael Holz neben dem Klavier zur Posaune greift, werden die manchmal ruhigen Stimmungen seiner Lieder aufgebrochen und lassen die Verspieltheit der Gedanken noch mehr zum Vorschein kommen. Die dezente Vielfalt der Instrumentenauswahl ist passend. Klavier und Stimme stehen immer Vordergrund, Posaune, Geige und Akkordeon fügen sich gut ein ohne sich aufzudrängen.

Den Abschluss des Albums macht das schon angesprochene weitestgehende Instrumentalstück „Zwischen Küchenbusch und Küste“. Es lässt einen über den Titel „Zwischen den Ampelphasen“ nachdenken. Michael Holz beschreibt in seinen Liedern die kleinen Gedanken, die einem eben zwischen Ampelphasen kommen können. Das, was er dann in den Liedern daraus macht ist mehr als nur ein Ampelphasengedanke. Die Stimmungen und Texte begleiten einen noch ein ganzes Stück.

Das Album „Zwischen den Ampelphasen“ ist nur direkt bei Michael Holz bestellbar oder auf seinen Konzerten zu kaufen. Klare Kaufempfehlung.

Kaumjemand.de 
https://soundcloud.com/kaumjemand



Beobachtungen von Leben gespickt mit einem Fünkchen Absurdität und Gesellschaftskritik und Überschriften die nicht zum Text passen, so könnte man die Texte von Dierk Seidel beschreiben – muss man aber nicht. Denn das würde bedeuten, sich auf etwas festzulegen, und das passt dann auch nicht so richtig zu ihm und seinen Texten.

Aufgewachsen in Leer (Ostfriesland), sammelte er seine ersten Slam- und Bühnenerfahrungen 2009 an seinem Studienort Flensburg. Seitdem präsentiert er seine Geschichten und Gedichte regelmäßig auf Poetry Slams und Lesebühnen zwischen Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen – dabei unter anderem bei den Schleswig-Holstein-Meisterschaften 2010 und 2011 und beim ersten Poetry Slam auf dem Deichbrand- Festival 2012. Seit Oktober 2014 findet man ausgewählte Texte auf dem Kreativblog www.kulturkater.de. Er hat Deutsch und Politik in Flensburg studiert und ist Gesamtschullehrer in Nordrhein-Westfalen.

Luxussport 2000

Der Nachtwind | 10.05.16 | / | 3 Kommentare
Seit ein paar Wochen habe ich ein Fahrrad und auch wenn der Mensch im Fahrradladen es „retro“ nennt, es ist alt und für mich ist es eine ziemlich große Sache.
Denn Bewegung macht mir Angst und Sport sowieso.
Denn für Bewegung da muss man sich anstrengen und für Sport eben erst recht.
Nun ist es nicht so, dass ich Angst vor der Anstrengung hätte, ich mag sie nur nicht, aber umgehen mit ihr, das kann ich.

Ich kann sechs Stunden, ohne Pause in Blockseminaren bei schönstem Sonnenschein sitzen, die ganze Zeit gute Laune behalten, mich auf jede Frage melden und voll konzentriert bleiben. Das ist nicht immer super, auf jeden Fall anstrengend und trotzdem machbar.
Ich kann ewig lange Debatten mit Sexismusleugner_innen führen und dabei die ganze Zeit geduldig lächeln, zuhören und meine Argumente immer und immer wieder wiederholen. Das ist eigentlich nie super, auf jeden Fall anstrengend und überraschenderweise machbar.

Was ich nicht kann, ist mit einer Freundin eine halbe Stunde am Rhein entlang spazieren. Das ist nicht super, auf jeden Fall zu anstrengend und deswegen dann auch fast nicht machbar.
Theoretisch wäre ich dazu schon in der Lage, aber es ist einfach so zum Kotzen, wenn du irgendwann merkst, wie du immer weniger Luft bekommst, die Arme und Beine anfangen weh zu tun und du schon wieder stehen bleiben musst. Besonders im Sommer, wo die Sonne, ja bekanntlich, auch in unseren Breitengraden gerne mal scheint und die Temperaturen steigen, ist das noch weniger super, noch anstrengender und ich will es dann auch gar nicht erst machen.

Da ist der Kopf dann schnell nicht mehr bei der Unterhaltung mit der Freundin, den grünen Bäumen, dem glitzernden Wasser oder einfach nur bei der frischen Luft. Das alles ist dann nicht mehr da, es bleibt die Luftnot. Und wenn die nicht kommt, dann die Angst davor. Es hat also gar keinen Sinn rauszugehen, denn entweder machen Luftnot oder die Angst davor das Entspannende am Spaziergang zunichte.
Aber ich hab ja gesagt, dass ich keine Angst vor Anstrengung habe und deswegen hab ich die Angst jetzt langsam so halbwegs Griff. Der Prozess war eher interessant als super, mit Sicherheit anstrengend und trotzdem machbar.
Spazierengehen klappt jetzt also manchmal, noch nicht immer mit Begleitung, denn es ist schwer, bewusst bei sich zu bleiben, wenn noch jemand da ist, aber es klappt. Nur eben nicht unendlich weit und bisher auch nur, wenn ich den Weg kenne. Denn nichts ist fieser als plötzlich irgendwo keine Luft mehr zu bekommen und nicht zu wissen, wie lang es braucht, bis man Zuhause ist.

Aber seit ein paar Wochen habe ich ein Fahrrad und es ist blau und für mich ist es eine ziemlich große Sache. Denn Fahrradfahren ist viel einfach als Laufen und wenn ich nicht mehr kann, höre ich einfach kurz auf zu treten und sitze einfach nur einen Moment da und bewege mich trotzdem weiter fort.

Ich kann die Wege erkunden, die ich mich vorher nicht getraut hab zu gehen, denn mit dem Rad geht das alles viel schneller. Auf dem Gepäckträger kann Proviant mitfahren, so dass ich mich stärken kann, wenn ich mal wirklich nicht mehr kann.

Mir ist jetzt schon klar, dass das für euch nicht ganz so der Wahnsinn ist, wie für mich, aber wahrscheinlich haben auch die meisten von euch kein progredient verlaufende, seltene Herz-Lungenkrankheit, die nur wenige tausend Menschen in Deutschland haben und für die es nicht allzu viele Behandlungsmöglichkeiten gibt. Aber vielleicht habt ihr andere Dinge. Dinge, die euch Angst machen. Dinge, die zu anstrengend sind. Berge, von denen ihr nicht wisst, wie ihr je die Gipfel erreichen sollt. An manchen Tagen ist der Weg zur Bahnhaltestelle so ein Berg für mich, auch wenn die Strecke flach und der Weg nur 500m lang ist.

Aber seit ein paar Wochen habe ich ein Fahrrad und auf dem Oberrohr des Rahmes steht groß und deutlich „Luxuxsport 2000“ und das es ist, was ich mache. Während muskelbepackte Menschen auf ihren Rennrädern an mir vorbeisprinten, während mich durchtrainierte Radelnde in ihren engen Trikots entnervt anschnauben, während sie mich überholen, wenn die Joggerin mit der speziellen Sporthalterung für ihr Iphone an mir vorbei zieht, während der Rentner, der seine halbe Küche auf dem Drahtesel zum Picknick transportiert, warnend klingelt, mache ich Luxussport. Luxussport 2000. Klang wahrscheinlich mal cooler, aber für mich ist es genau das richtige. Luxussport 2000 verlangt nichts von mir. Luxussport 2000 trägt mich, wenn ich nicht mehr kann. Luxussport 2000 vergrößert meinen Radius um ca. eine Million Prozent. Luxussport 2000 bringt mich in drei Minuten, bis zur Bahnhaltstelle, auch wenn der Weg an dem Tag wieder mal einer mehrstündigen Expedition gleicht. Luxusport 2000 ist immer super, manchmal anstrengend und immer machbar.

Hallo mein Name ist Rebecca, ich habe Fahrrad und ich darf hier jetzt auch auf dem Blog schreiben und freue mich, euch alle kennen zu lernen.

Poetry Slam von Innen: Annalouise Falk über Sira Busch

In einem kleinen Ort in Ost-Westfalen, zwischen Lemgo und Paderborn, lebte einmal ein kluges Mädchen mit blauen Augen und langem blonden Haar. Dieses Mädchen heißt Sira. Sie ernährt sich hauptsächlich von Nüsschen und trägt ein Eichhörnchen auf ihrer Haut über ihrem Herzen.

Ihre freundliche Art mit der sie gerne eine Prise Herzlichkeit in die Runde wirft versprach ihr an diesem Ort jedoch keinen Zuspruch, denn sie kam aus Horn. Dort kennt man keine Herzlichkeit. Da bekommt man auf die Fresse. Darum zog das Mädchen schon früh in die Welt hinaus um neue Städte zu entdecken und Menschen zu treffen die ihre Herzlichkeit erwidern konnten.

Genau solcher Art Menschen traf sie bei Poetry Slams. Auf einer ihrer kleinen Reisen zu einer Bühne auf der sie sich für Kreativität und Fantasie in beeindruckend artikulierter Weise stark macht, durfte ich ihre Bekanntschaft machen. Sie erzählte mit leuchtenden Augen von Mathematik und Kunst. Von ihrer Liebe zur Sprache und zum dem glänzenden Instrument Saxophon. Sie mag Zahlen, sie mag Mathe sehr sehr gern, so berichtete sie mir und erklärte mir ihren Traum nach Münster zu ziehen, aus Horn zu fliehen und Mathe in Münster zu studieren.

Vor über einem Jahr wurde dieser Traum zur Wirklichkeit. Doch die Realität weicht ab von ihrer großartigen Vorstellung. Mathe als faszinierende Basis allen Wissens zu verstehen und zu ergründen verschlingt das Mädchen mit den blauen Augen das auch Musik zu spielen, Bilder zu malen und Texte zu schreiben so sehr liebt. Zwölf Stunden vor einem Zettel zu sitzen, die Stirn in Falten zu legen und über Monster-Mengen nach zu denken wird diesem wissensdurstigen und überaus intelligenten Menschen nicht vollends gerecht.
 
Eines Tages wird sie mit ihrem Wissen die Menschheit retten, so schlau ist sie. Doch hoffe ich dass sie immer Zeit finden wird um mal wieder auf Reisen zu gehen. Ob in eine kleine Stadt, auf eine Bühne um Menschen mit Worten zu verzaubern oder in eine Metropole gemeinsam mit mir um die schönsten Bauten in den geheimen Winkeln zu bewundern. Ich liebe den Wortwechsel mit ihr und die verschrobene Art in der sie versteht um die Ecke zu denken.

Manchmal ist Sira schweigsam. Doch sie kann reden, sehr viel reden. In einem Zugwagen zwischen Ostdeutschland und der Tschechischen Grenze hielt sie mir einen Vortrag über die autonome Lebensweise von Henry David Thoreau. Wenn Sira redet hat sie Ahnung wovon sie spricht. Eines Tages wird sie mit ihren Ansichten Bücher füllen. Vielleicht in Zahlenform. Vielleicht in Formeln. Wahrscheinlich werde ich nicht verstehen worum es geht, aber sie wird es mir sicher erklären, vielleicht auf einer Zugfahrt nach Prag.


Annalouise Falk ist auch cool und über sie konntet hier auch schon was lesen. Die beiden Mädels mögen sich nämlich so sehr, dass sie übereinander geschrieben haben.

Poetry Slam von Innen: Jens Kotalla über Sim Panse

Sim Panse
könnte den Schluss zulassen, dass der Poet hinter diesem Namen nichts als Unsinn im Schilde führt. Dass er einem Primaten gleich mit Fäkalien wirft und bei Hörern nur Unmut schürt.

Lediglich letztere Tatsache erweist sich als wahr, wenn man den Wahl-Bremer vor sich auf der Bühne stehen sieht. Mit viel Tiefgang bietet er Verse dar, die so nah, so ehrlich und so treffend zugleich in die Hörzentren der Zuschauer donnern und Herzen entfachen, wie ein Blitz einen Baum. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund, sondern präsentiert den Menschen vor sich, den Menschen vor sich, den sie in seinem erhobenen Gesellschaftsspiegel sehen.
Seit geraumer Zeit ist er nicht mehr nur Solo auf den Slambühnen unterwegs, sondern beeindruckt mit seiner Partnerin Lisa Schöyen und dem Team „Brave New Word“ die Zuschauer der ganzen Republik.

/Objektivität Ende

Ich lernte Sim bei irgendeinem Slam in NRW kennen. Ich weiß selbst nicht mehr bei welchem, denn wir sahen uns seitdem ungefähr auf gefühlt jeder anderen verdammten Veranstaltung.
Ich war selbst erst vor ein paar Monaten gestartet, da fand auch er den Weg zu dieser wunderprächtigen Bühnenkultur. Mittlerweile kennen wir uns fast zwei Jahre.
Ich weiß nicht was, aber irgendwas funkte ein wenig zwischen uns. Wir verstanden uns auf Anhieb super – wie sowieso mit den meisten SlammerInnen – doch ich empfand unsere Beziehung immer als etwas noch besondereres (dieses Wort hab ich nur für dich „erfunden“ Boy! <3).
Häufig schnackt man mit anderen Poeten vor allem über die Kunst an sich, über neue Texte, diesen und jenen Slam, auf dem man war und wo man nicht noch alles morgen und übermorgen und in drei Jahren hinfahren wird gewesen sein. Doch mit ihm begann ich auch zu telefonieren und über unabhängigere Themen zu reden.
Viele der Slam-Kollegen empfinde ich als Kumpels/Kumpelinen, die man gerne wieder trifft und mit denen man gerne die Zeit im Backstage verbringt. Wenige davon wurden zu Freunden, mit denen man sich auch privat trifft und über Privates quatscht. Sim ist einer dieser Menschen. Ich möchte dir für all die vielen schönen Telefonstunden und Labereien danken!

/Subjektivität Ende


Wenn ich homosexuell wäre, würde ich ihn heiraten.

/Fazit Ende


Jens Kotalla ist manchmal eine Motte und immer auf Facebook zu finden. Die meiste Zeit des Tages kommt er aus Münster und das macht er - genau wie Poetry Slam - ziemlich gut.