Richtungen
Schnee und Wind ziehen am Gebäude, das wie ein Schiff knarzt. Ich kann nicht gut schlafen dabei gerade, also greife ich nochmal mein Smartphone. Vielleicht hilft es noch etwas zu schreiben, etwas zu formulieren, etwas in Worte zu fassen.
Was möchte ich dieses Jahr tun? Ich habe nur grobe Richtungen.
Ich mag wieder mehr Glück und Glimmer in mein Leben lassen. Danach suchen. Nicht weil ich durchgängig glücklich und fröhlich sein möchte, ich glaube, das ist mir nicht gegeben, weil da diese Tiefe Traurigkeit in mir lebt und ich diesen immerwährenden Bezug zum Tod habe. Aber ich möchte leben. Und dabei vorleben, dass es den Versuch wert ist. So vielen Menschen beschwöre ich Hoffnung zu haben und versuche ihnen zu helfen Ausgänge aus den verschieden großen Ohnmächten zu finden, aber mein Fortschritt hat sich so in mein Inneres verschoben, dass er von Außen vielleicht nicht mehr zu sehen ist. Und ich brauche nicht für mich die Anerkennung meines Fortschritts von Außen. Aber ich möchte meinem direkten Nachkommen aber auch denen die indirekt nach mir kommen hinterlassen, dass Hoffnung eben auch bedeutet es immer wieder neu zu versuchen.
Ich mag Menschen etwas Last abnehmen. Auch da weiß ich noch nicht genau wie das aussehen kann und soll, aber ich weiß dass ich das im kleinen schon oft versuche, in kurzen Momenten. Ein Witzchen hier und da, nett sein zu Fremden, offen sein. Sowas hoffe ich halten zu können und noch zu vergrößern. Ich habe kein echtes Netzwerk mehr, aber ich vermisse es ein Schieber zu sein, der Leute zusammenbringt.
Es wird mein Gesicht nicht mehr geben. In der Kunst. Denn ich möchte nichts von dem was ich tue groß für mich oder mein Ego. Mir sind die Inhalte wichtiger. Parasoziale Beziehungen sind keine echte Gemeinschaft und ich mag versuchen bei diesem Spiel nicht mehr so stark Teil zu sein. Das wird bedeuten zunehmend weird zu sein, aber das werde ich okay finden. Lieber weird mit einem klaren Gedanken dahinter, als performativ weird um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Es gibt noch mehr Richtungen fürs neue Jahr. Eine ist einfach auch weiter zu machen. Die Routinen und Dinge die mir gut tun und die ich für mich jetzt schon aufgebaut habe. Der tägliche Artikel im Blog. Das Lernen einer neuen Sprache. Meine Tools für die psychische Gesundheit. Und andere Routinen. Darauf lässt sich immer etwas aufbauen. Und ich mag es aufzubauen.
Über weitere Richtungen muss ich mir weitere Gedanken machen, eh ich sie teilen kann. Da ist zu viel Schneesturm auch noch in mir.
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