Gastbeitrag: Der beste Text aller Zeiten

Der beste Text aller Zeiten ist eine subjektive Kategorie. Und genau deshalb habe ich die Einladung meinen zu teilen angenommen (yeah! Danke Jay, auf das wir hier einige beste Texte aller Zeiten vorgestellt bekommen). Für mich ist das die Gelegenheit mir zu überlegen, warum es mir wichtig ist euch We won‘t be here tomorrow von Margaret Killjoy vorzustellen. Eine kleine Einordnung: Margarete Killjoy ist eine transfeminine, radikale anti-autoritäre Linke. Und genau das spiegelt sich auch in ihren Texten wider. Neben grundlegenden Ideen über menschliches Zusammenleben verwebt sie immer Elemente aus den Genres Sci-fi, Folk-Horror und Fantasy miteinander. Margaret Killjoy schreibt glaubhafte queere Charaktere und produziert hochinnovative Beiträge zur Literaturlandschaft. Ihre Texte eröffnen Denkräume, in denen gemeinschaftlich Widerstand am Rande der Gesellschaft geleistet wird. Deshalb ist es klar, dass Margaret Killjoy den besten Text aller Zeiten geschrieben hat!

We won’t bei here tomorrow ------- Spoiler/Inhaltsangabe------


We won‘t be here tomorrow ist eine düstere Reise in die Punkszene New Orleans‘. In der von Sümpfen umgebenen Stadt haben Ghoule das Sagen. Die Protagonistin Mary Walker (auch liebevoll Dead Girl genannt) ist mit diesen Ghoulen einen Pakt eingegangen. Ein kurzes, aber dafür rechtlich konsequenzloses Leben ist der Deal. Mary soll, so wie alle in ihrer Community vor ihrem 30. Geburtstag sterben und bleibt dafür straffrei, egal was sie tut. Das Problem, Mary ist inzwischen über 30 und das bedeutet die Ghoule wollen auch ihren Teil des Paktes nehmen. Weil Mary aber nicht (mehr) sterben will, versucht sie eine Person zu finden, die den Ghoulen seit Jahren entwischen soll. In den Sümpfen um New Orleans findet sie them. Die Person erzählt Mary von den Schwachstellen, der Ghoule und wo diese herkommen. Mary wird darauf klar, dass die Person nicht nur überlebt sondern den Entschlussgefasst hat selbst ein Ghoul zu werden. Um nicht their erstes Opfer zu werden erschießt Mary them. Mit den Aufzeichnungen der Person macht sich Mary auf den Weg die Ghoule zu bekämpfen, auch wenn das ihren eigenen Tod bedeutet.

We won’t bei here tomorrow ------- Spoilerende/Inhaltsangabe------


Ich halte We won‘t be here tomorrow für den besten Text aller Zeiten, weil er mich in einer unaufdringlichen literarischen Form, die nicht künstlich oder konstruiert wirkt daran erinnert: Dass Liebe Verlust bedeutet, wie zerbrechlich Leben ist und dass wir uns unseres Überlebens schuldig fühlen können. Gleichzeitig erinnert mich We won’t be here tomorrow daran, dass wir uns gegen Systeme wehren können, aber dass Systeme sich nicht ändern lassen, sondern dass sie uns ändern. We wont be here tomorrow erinnert mich daran, dass das Gegenteil von unterdrückt sein nicht herrschen ist, sondern rebellieren. Und daran, dass weder vergangene Pakte noch ungewisse Zukünfte mich bestimmen, sondern das, was ich jetzt tue! We wont’t be here tomorrow macht mir Hoffnung, dass Punk lebt. Und bestätigt meine Ansicht, dass Kunst nicht politisch sein darf, sondern sein muss. Der Text ist ein starker take Theorie fühlbar zu machen.

Desshalb ist We wont be here tomorrow der beste Text aller Zeiten. Was denkt ihr über We wont’t be here tomorrow? Welche Kriterien machen für euch den besten Text aller Zeiten aus? Welcher Text gibt euch so ein Gefühl wie We wont be here tomorrow mir?


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Über mich: Kina glaubt an Utopien und damit an die Macht alternativer Erzählungen. In ihrer Abschlussarbeit erzählt sie Geschichten davon, wie wir wirtschaftlich handeln könnten, wenn wir Umwelt und Menschen wertschätzen würden. Auf Bühnen und in ihren Geschichten erzählt sie am liebsten davon was Freiheit und Gemeinschaft sind. In ihrer Comedy macht sie sich darüber lustig, wie absurd glücklich es macht weird zu sein und wie lächerlich Konformismus ist.

Kommentare

  1. Mella7.1.24

    ACH, MANNO! Jetzt wird Lese-Stapel noch größer als er eh schon ist. Das klingt so richtig richtig gut. DANKE, Kina. 😆💜

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  2. "...erinnert mich daran, dass das Gegenteil von unterdrückt sein nicht herrschen ist, sondern rebellieren" ist ein sehr schöner Satz 🩵

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