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Digitale Bilderwelten – Uncharted

Stephan Krahwinkel | 15.03.16 | / / | 3 Kommentare
Wer den Blog ein wenig verfolgt, weiß mittlerweile wahrscheinlich, dass ich sehr gerne fotografiere. Das betrifft nicht nur das „Real Life“, sondern auch Videospiele. Das ein oder andere Game erlaubt die schöne Spielerei namens Fotomodus. Mein bevorzugtes System ist die Playstation 4. Dort darf man dann neben den üblichen Screenshots, die immer möglich sind, in diversen Spielen mit weitaus mehr Fotofunktionen herumexperimentieren.

Das geht zum Beispiel in den Games Driveclub, The Last of Us oder auch in der Uncharted Trilogie, dessen vierter Teil bereits in den Startlöchern steht. Ich habe mich deshalb nochmal durch die Teile eins bis drei gezockt und dabei ein paar Aufnahmen gemacht, die ich hier nun zeigen möchte. Uncharted bietet auch für Hobbyfotografen so unendlich viele tolle Settings und Momente, die es sich lohnt bildlich festzuhalten. Spoiler muss keiner befürchten – bis auf ein paar Schauplätze kann man den Bildern keine Twists oder ähnliches entnehmen. Was man jedoch deutlich sieht, ist der grafische Sprung von Teil eins über zwei hin zu drei. Die Bilder sind nur mit den Mitteln des Fotomodus erstellt und bearbeitet. Wie man sieht stehe ich sehr auf "Kinooptik", daher die schwarzen Balken. Aber nun genug der Erläuterungen, hier ein Haufen Bilder.

Das menschliche Fernsehen

Stephan Krahwinkel | 14.11.15 | / | 6 Kommentare
Die Tagesschau ist immer noch eine feste Stütze im Fernsehverhalten der Deutschen. 20:00 Uhr, das ist in vielen Haushalten die Uhrzeit, zu der diese Sendung den Zuschauer über das nationale und internationale Geschehen informiert. Krieg, Entscheidungen der Regierung, ein Kommentar, Sport, die Lottozahlen – die Viertelstunde ist im Nu vorbei, der Wissenshunger vorerst befriedigt. Später kommen dann die etwas ausführlicheren Tagesthemen. Wenn ich mehr wissen will, schaue ich eben ins Internet. Dort finde ich dank des großen journalistischen Angebots viele weitere Informationen, die eine zeitlich begrenzte Sendung nicht liefern kann. So zumindest an einem „normalen“ Tag.

Journalismus benötigt Zeit, die ihm nicht gewährt wird

Normal war gestern Abend jedoch nichts mehr. Die Terrortaten in Frankreich schockieren, sind entsetzlich und stimmen nachdenklich. Was viele Menschen nun zurecht fordern, sind Antworten: Wer? Wo? Was? Wie? Warum? Den Fehler, den wir dabei jedoch begehen, ist unsere Erwartungshaltung. Diese Antworten haben gefälligst innerhalb weniger Minuten recherchiert, zusammengestellt und verbreitet zu sein. Willkommen im Echtzeitalter. Das kann keine Nachrichtenagentur, kein Fernsehsender leisten. Wie viele Kommentare in den sozialen Medien nun jedoch zeigen, ist das Verständnis dafür gering. Und neben den unfassbaren Taten in Paris macht mich auch dieses Verhalten wütend.

Sportreporter ungleich Krisenreporter

Gestern wurden viele Millionen Zuschauer Zeuge, wie Sportreporter zu Krisenreportern werden mussten und dabei ihre professionelle Maske fiel. Wir sahen besorgte Menschen, die ebenso wie die unschuldigen Opfer und ganz Paris in diesen Wahnsinn gezogen wurden. Auch ihnen Stand die Angst ins Gesicht geschrieben, sie waren ratlos und besorgt. Die Übertragung wirkte wirr. Wer mag es den Verantwortlichen verdenken?

Sie mussten Zeit schaffen für die Kollegen, die in dieser Zeit mit Sicherheit bereits mit Recherche, Vorbereitungen von Sondersendungen und womöglich auch einem Krisenplan beschäftigt waren. Vom Sofa aus lässt es sich hervorragend Twittern, wie scheiße die Öffentlich-Rechtlichen Medien doch gerade berichten. Dass die Kollegen dabei jedoch nur unweit von den direkten Terrorschauplätzen berichteten und de facto selbst mitten im Krisengebiet standen, wird dabei vergessen.

Der Auftrag der Medien

Ohne Menschen wie die Journalisten, die sich an und in die Gefahrenzonen begeben, würden wir manchmal gar keine Informationen erhalten. Und noch viel wichtiger: Die Informationsflut wäre undurchsichtiger, es gäbe keine Instanz, die die Meldungen überprüft, kanalisiert und verständlich verbreitet.

Anstatt sich sofort an wilden Spekulationen zu beteiligen wird eine tragbare Faktenbasis geschaffen, die versucht den Wahnsinn zu ordnen und so vielleicht auch dazu beizutragen, Schlimmeres zu verhindern, indem Warnungen ausgesprochen, Hilfe angeboten und die Zuschauer mit möglichst korrekten Informationen versorgt werden, um so eine vernünftige Krisenkommunikation zu gewährleisten.

Das ist der Auftrag der Medien. Das sollte unser Anspruch an die Medien sein.
Wir sollten letztlich nicht vergessen, dass die Verarbeitung (psychologisch) und Aufbereitung (journalistisch) Schritt für Schritt erfolgen muss und Vorsicht sowie Empathie benötigt. Wahn und Wahnsinn sind nicht so leicht verständlich, dass sie sofort erklärbar wären.

Schildkröten an die Macht


Darf man noch sagen, man ist ein „Kind der 90er“, oder sind dann schon alle genervt? Eigentlich ist das in diesem Fall aber auch nur deshalb interessant, weil zu Beginn der 1990er eine Zeichentrickserie ihren weltweiten Siegeszug antrat, deren Protagonisten Schildkröten sind. Heutzutage hält man das für selbstverständlich, sind die Teenage Mutant Ninja Turtles (bzw. in Europa Teenage Mutant Hero Turtles) doch angesehenes popkulturelles Kultgut. Eines, das ich vergöttert habe, Spielzeug besaß, die Serie liebte und selbst als Raphael im Kindergarten rumturnte. Das konnte man bei deren Entstehung so jedoch nicht absehen. Und eigentlich begann ja auch alles als Comic-Reihe.

Doch kurz zu einem anderen Schauplatz: Angebote wie Netflix und Amazon Instant Video schmeißen nicht nur mit zahlreichen Filmen und Serien um sich, sondern auch mit einem Haufen Dokumentationen. Ich gucke mir in dem Genre gerne einiges an. Meistens geht es um historische Ereignisse, gelegentlich auch Technik, weniger um Umwelt. Und dann rutscht da plötzlich eine Empfehlung in meine Sammlung, deren Titel „Turtle Power“ mich sofort neugierig macht.

Und hier beginnt die Symbiose beider Interessen: Eine Doku über meine Lieblingshelden meiner Kindheit. Das Beste daran: Es lohnt sich diese anzuschauen. In meinen Augen ist sie filmisch nicht perfekt gelungen - dazu gibt es ein paar zu häufige unschöne Wechsel, besonders auf Tonebene, auch wenn der Film insgesamt schön bebildert ist. Inhaltlich hat mich „Turtle Power: The Definitive History of the Teenage Mutant Ninja Turtles“ jedoch vollends überzeugt. Im Kern dreht sich alles um die Beziehung und den Ideenreichtum der Turtles-Schöpfer Peter Laird und Kevin Eastman, die sehr oft selbst zu Wort kommen und tolle Anekdoten erzählen können – so wie eigentlich alle „Talking Heads“, von den Stimmen der Zeichentrickserie über Filmproduzenten bis hin zu Spielzeugproduzenten.



Wir erfahren, wie Laird und Eastman sich begegnet sind, woher die Ideen für die Figuren stammen, dass das erste Comic eigentlich nur ein Spaßprojekt war und bekommen den Weg hin zum weltweiten Phänomen aufgezeigt: Von den Comics über die Zeichentrickserie in Kombination mit der Spielzeugherstellung bis hin zum ersten Kinofilm (der ein wirklich guter ist und damals ein Riesenhit).

Die Dokumentation ist allen zu empfehlen, die sich, klar, für die Turtles interessieren, in Nostalgie schwelgen wollen, aber auch Comicliebhaber (auch über das Handwerk erfährt man ein wenig), Unternehmer (die Herausforderung einer Markenentwicklung und auch Spielzeugentwicklung ist ein Thema) sowie Filmemacher (der erste Turtlesfilm hatte mit großen Problemen zu kämpfen). Ein schönes Stück Unterhaltung!

Die Dokumentation kann man als DVD erwerben oder bei Amazon Instant Video (sowohl im OT als auch auf Deutsch) anschauen. Weitere Infos gibt es in der Internet Movie Database.

Kommentar: Der digitale Freund

Stephan Krahwinkel | 27.04.15 | / | 1 Kommentar
Was sind digitale Wörter – wie diese hier – vereinfacht gesprochen anderes, als Zahlen, die durch komplexe Systeme und Prozesse innerhalb eines Wimpernschlags dekodiert und für uns lesbar dargestellt werden? Und was könnte leidenschaftsloser sein als die Ansammlung und Aneinanderreihung von Zahlen? Zumindest für zwischenmenschliche Beziehungen.

Es ist die Mühe, die in diese verkappten Zahlenkombinationen einfließt. Früher, in Zeiten, in denen handgeschriebene Briefe noch das bevorzugte Kommunikationsmittel waren, erschien die Mühe und die Bedeutung nicht nur offensichtlich, sondern greifbar. Der Autor hatte sich die Zeit genommen, seinen Text wohlüberlegt zu formulieren, den Inhalt vielleicht mehrfach zu ändern und so seinem Gegenüber, dem adressierten Leser, durch die Handwerksarbeit und Gedankengänge seinen Respekt zu erweisen.

Heute, in Zeiten zahlreicher Chat-Möglichkeiten in Form von Whats App, Facebook Messenger oder gar Twitter ist der zwischenmenschliche Austausch scheinbar mühelos. Was steckt schon dahinter, eine schnelle, kurze Nachricht an andere zu schicken?

Doch gereichen diese Möglichkeiten auch zur Erhaltung von Feundschaften?

Für Verabredungen mag es noch genügen, doch Chats ersetzen keine Telefonate und vor allem keine persönlichen Treffen von Angesicht zu Angesicht. Ist dem tatsächlich so? Was, wenn zwei Personen, die sich zwar vor anderen als Freunde bezeichnen würden, sich in Wahrheit jedoch selten oder nie sehen, moderne Möglichkeiten zum geistigen Austausch verwenden und die Verbundenheit genau, wenn nicht sogar ausschließlich, auf diesen leidenschaftslosen Zahlen, die dekodiert werden, beruhen?

Eine ernstgemeinte, mit Bedacht formulierte Frage, inhaltlich a la „Wie geht es dir?“ ist mir jedenfalls lieber, als dieselbe Frage nur aufgrund konditionierter Gesprächseröffnung gestellt zu bekommen. Ich bin dankbar für diese Möglichkeiten, weil sie mir die Chance bieten, auch für räumlich entfernte Personen gefühlt weiter nahe zu stehen und anhand ausgereifter Konversationen unter Beweis zu stellen, auch in diesen zwischenmenschlichen Beziehungen Fleiß und Mühe zu stecken. Und ich danke den Leuten, die das akzeptieren, vor allem aber erkennen: Auch der digitale Freund ist ein Freund. 

Technische Romantik

Stephan Krahwinkel | 11.04.15 | / / | 4 Kommentare
(Urheber: Stephan Krahwinkel/ Bokehemia)

Wenn der Himmel sich rot-golden färbt, verfallen wir gerne in eine romantische, melancholische Stimmung. So auch ich - dann zücke ich gerne die Kamera und versuche diese Momente festzuhalten. Knipse drauf los. Dann werde ich ganz gedankenverloren beim Betrachten der gelben Kugel.

Doch es gibt da auch diesen nüchternen Blick auf das wiederkehrende Ereignis der untergehenden Sonne. Dann wird mein Blick technischer, und ich denke mehr darüber nach, in welcher Zeit ich das beste Foto schießen kann, welche Einstellungen dazu notwendig sind.

Heinrich Heine hat das bereits in einem wunderbar ironischen Gedicht festgehalten:

Das Fräulein stand am Meere...

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.


Während der Nachbearbeitung sehe ich die Bilder dann wieder. Und der technische Blick weicht doch wieder dem romantischen. Ich kann mich einfach nicht entziehen: Dieser Anblick ist einfach herzerwärmend.

Ein schönes Wochenende euch allen!

(Urheber: Stephan Krahwinkel/ Bokehemia)

Texte testen mit dem BlaBla-Meter

Stephan Krahwinkel | 18.02.15 | / | 4 Kommentare
Texter auf der ganzen Welt mühen sich jeden Tag ab, qualitativ hochwertige, zugleich ansprechende und unterhaltsame Texte, Reden, Slogans, Artikel, Berichte, Reportagen, Pressemitteilungen und vieles mehr zu verfassen. Dies gelingt mal mehr, mal weniger gut. An schlechten Tagen fehlt zuweilen die Zeit, weil ein Text unbedingt bis zu einer bestimmten Deadline fertig sein muss, und mal fehlt es dem Verfasser schlichtweg an Inspiration.

In den meisten Fällen kommen dann Texte heraus, die weniger mit guten, spannenden Inhalten überzeugen als vielmehr mit blumigen, jedoch nichtssagenden Umschreibungen und Verschleierungen, die den Text in die Länge ziehen.

Wer hier Abhilfe schaffen und sich selbst testen möchte, kann seine Texte mit dem „BlaBla-Meter“ auf dessen „Bullshit“-Höhe überprüfen. Was genau als „Bullshit“ und „heiße Luft“ gewertet wird, ist zwar nicht ganz klar – ein witziger Stimmungsmesser ist der BlaBla-Meter dennoch. Für englische Texte gibt es auch eine entsprechende Version des BlaBla-Meters.

Einfach ein paar Zeilen oder den gesamten Text einfügen, Enter drücken und das Ergebnis wird sofort anhand einer Skala angezeigt. Dieser Text hat übrigens einen Bullshit-Index von 0.14 und weist laut BlaBla-Meter daher nur geringe Hinweise auf „Bullshit“-Deutsch auf. Viel Spaß beim Testen!



Rotations-Rezension: Far Cry 4

Manchmal gibt es so Titel, die zufälligerweise nicht nur einem, sondern allen in den Konsolenschacht oder auf die Festplatte hüpfen. Warum also nur eine Meinung zu einem Spiel einholen, wenn es offensichtlich mehrere gibt? Formate wie das literarische Quartett haben ja gezeigt, dass Diskusion auch spannend sein kann.
Wir probieren jetzt mal im Blog die Rotationsrezension aus, wo schön der Reihe nach, jeder mal das Spiel - oder die Bewertungen des jeweils anderen - zerfleischen kann. Oder wir uns recht geben. Mal schauen.

Der erste Titel, den Hermann, Stephan und ich uns vornehmen, ist kein anderer als Ubisofts FarCry 4. Wie wir es finden, könnt ihr nach dem Jumpbreak lesen.

Ein Haufen Literatur

Stephan Krahwinkel | 30.06.14 | / / | 5 Kommentare

Im Tempel der Ruhe, den heiligen Hallen der heimischen vier Wände, dort, wo Milchglas und Duschvorhänge, Pflegeprodukte und Duftsprays regieren, ist auch der Ort höchster Konzentration. Weniger aufgrund der zuweilen intensiven Beschäftigung mit den eigenen Verdauungssystemen, sondern vielmehr aufgrund der so immens wichtigen, jedoch in den letzten Jahren, so mein Eindruck, in Vergessenheit geratenen, eigentlich zum Kulturerbe zu erhebenden Klolektüre.

Ja, diese auf die kurze Entspannung oder mitreißende Information, vielleicht auch bewusst der netten Unterhaltung gedachten Prosa oder auch Lyrik für die der Kunst zugeneigten Toilettenliteraten ist doch der einzig wahre Grund für feuerrote, in den Arsch eingepresste Abdrücke der Kloschüssel, diesem Thron der Glückseligkeit.