Heute nicht, Tom Sachs

Als ich morgens im Bett liege, greife ich zu meinem Handy. Mir geht es nicht so toll, meine Seele schmerzt mir aufgrund von einem großen Verlust. Ich werde irgendwie einen Tag haben können, aber eine Sache werde ich nicht schaffen heute: "Output before Input". Das ist eine Empfehlung die der Künstler Tom Sachs für andere Künstler*innen ausgesprochen hat. Als erstes am Tag sich nicht Nachrichten, Soziale Medien, Chats und Emails zu geben, sondern lieber erstmal ein Bild malen, etwas aufschreiben, direkt was erschaffen. Die wichtigen Nachrichten sind danach ja immer noch da, aber unsere kreative Energie ist später am Tag vielleicht schon wieder weg. Aber damit spricht Tom Sachs auch aus der Perspektive einer Person, die es mit der Kunst und Karriere geschafft hat, von dem was öffentlich ist in einer stabilen Familie lebt. Wer mag, kann das alles als Privileg bezeichnen. Wer nicht so priveligiert ist, wird morgens wach, ist aber noch gar nicht erholt, hat vielleicht Leid oder Sorgen, oder sofort auch andere Verantwortungen. Das bedeutet nicht, dass Tom Sachs Vorschlag ein schlechter ist, sondern das wir er Spiel braucht. Wenn wir ihn streng zum Gesetz machen, dann werden wir scheitern. Ist es aber eine Richtlinie die wir immer öfter versuchen zu erfüllen, dann können wir das auch schaffen. Vermutlich nach etwas Vorbereitungen oder Gewohnheiten. Besonders aber eben auch mit der Option immer mal wieder zu entscheiden, nicht mitzumachen. Denn diese Beweglichkeit gibt uns eine gute Verantwortung und Wirksamkeit mit unserem Selbst. Nicht blind der Linie eines anderen Künstlers folgen, sondern einen eigenen Weg und eine eigene Einbindung damit finden. 

Die Idee für diesen Beitrag hatte ich noch im Bett, als ich aber eben gerade den Input vor den Output gestellt hatte. Ich wusste aber, dass ich diese Idee dann irgendwann umsetzen kann, wenn ich aufstehe. Und das wusste ich, weil ich es auch immer mal wieder geschafft habe "Output before Input" zu machen. Und weil ich weiß, dass ich morgens etwas erschaffen kann, konnte ich eben auch das dann noch später tun. Das Ergebnis ist in beiden Fällen ja zum Glück sehr ähnlich, denn ich hatte damit jeden Tag Output. Was gutes Training für kreative und Künstler*innen ist. 

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