Meine Videospiele im November

Blogs sind nun mal Tagebücher im Internet, Weblogs, also geht es viel darum, einfach seine eigenen Erfahrungen zu teilen. Das sehe ich ganz wertneutral und finde das auch grundsätzlich erstmal gut, denn jeder Anlass zum Schreiben ist für jemanden wie mich auch ein gerngesehendes Training.

Als ich im Internet angefangen habe, habe ich auch selbst hier immer noch recht viel gelesen. Bevorzugt Artikel über Videospiele. Früher bei http://www.4players.de/, heute bin ich noch einmal am Tag bei Kotaku.com. Während Gaming-Journalismus früher noch im Netz fantastisch im Text funktioniert hat, passiert jetzt der Kern der Arbeit auf den Videoplattformen. Klar, Games sind ein bewegtes Format, da ist es sinnvoll nah dran zu bleiben.

Dieser Blog hier hat auch immer mal wieder Abbiegungen genommen, um kurzfristig Gaming-Themen zu bearbeiten. Es gab sogar Let's Plays als Texte. Jetzt sitze ich im Moment zuhause und gebe zu, ich vermisse es, mich vernünftig und unvernünftig über Spiele auseinanderzusetzen. Und warum dann nicht die Gunst nutzen, dass wir hier nicht auf Klickzahlen oder sonst was angewiesen sind, sondern einfach freiraus schreiben und reden können.

Ich werde nun also, zum Ende von jedem Monat ein wenig was zu den Spielen schreiben, die ich gezockt habe. Keine fairen Tests, keine objektiven Kriterien, sondern einfach rausholzen und ablästern. Und wenn was gut ist, dann sicher auch brutal überhypen. Also, jetzt für euch, mein November in Spielen.

Forza Horizon 4 (XBox One) 
Definitiv das beste Spiel der Elder Scrolls Reihe. Nein, ist es nicht, aber ich bleibe bei meinem alten Vergleich, dass dieser Open-World-Racer und Skyrim sich ähnlicher sind, als ihnen lieb ist.

Inzwischen hat Forza die unterschiedlichen Spielbereiche, von den verschiedenen Renntypen bis hin zum In-Game-Foto-Tourismus zu auflevelbaren Unterkategorien gemacht, dass mensch eigentlich spielen kann, wie er/sie möchte und auf jeden Fall auflevelt und vorwärts kommt. Das gibt mehr Macht zu den bisher etwas weniger berücksichtigten Spieler*innen-Gattungen, wie zum Beispiel den Designer*innen. Selbst wenn ihr den ganzen Tag damit verbringt, mit eurem Wagen Donuts auf der Stelle zu machen, kommt ihr voran. Lol. Also im Spiel, nicht in Kilometern.

Die Jahreszeiten und spontanen Ereignisse als Serverevents - Geschickt angelehnt und abgeguckt bei Destiny - Tun ihren Teil, das Game frisch zu halten. Dazu gibt es sogar Mini-Story-Quest-Reihen. In einem Racing-Game. Willkommen in 2018, wo alle Spiele alle Genres gleichzeitig sind. Denn auch die Wagen haben jeder einen einzelnen Perk-Tree, mit Verbesserungen.
Und als dann als gratis Content-Update der Streckeneditor rausgehauen wurde, war meine Glückseligkeit vollständig. Die Teile davor haben mich schon lange ans Pad gebunden, aber FH4 ist die Krönung der selbstgeschaffenen Nische. Jeder andere Open-World-Racer macht sich daneben lächerlich.

Das Spiel ist natürlich auch wieder widerlich schön und gut an zu sehen. Ich erwische mich selbst oft genug dabei, wie ich einfach eine halbe Stunde rumfahre, mich über die Brücke aus Harry Potter freue und das virtuelle Brexithausen (Groß Britannien) ganz gut finde.

Eigentlich wollte ich auch gar nicht so viel schreiben, leider ist das Spiel aber nunmal ultra gut. Ich wäre manchmal lieber dieses Spiel, als ich. Dann wäre ich nämlich sehr schön, sehr flexibel und würde allen Spaß machen. So habe ich nur zwei dieser drei Eigenschaften. Also: Wenn ihr die Chance habt - Was in diesem Fall eine XBoxOne bedeutet - dann kauft euch FH4 und schaut nicht mal in Richtung von The Crew. Pfui! Aus!

Soul Calibur V (Xbox One)
Kennt ihr den schon? Wieviele Witcher braucht mensch, um ein Fighting Game spannend zu machen? Offensichtlich mehr als einen, denn auch die Einbindung von Geralt von Rivia reicht einfach nicht um aus SCV ein geiles Spiel zu machen.

Ursprünglich wollte ich als Zusammenfassung nur "Ja, schade." schreiben, weil ich wirklich sauer bin. Eine Etage über den Programmier*innen von Soul Calibur ist das Studio, welches Tekken7 zusammengeklebt hat. Tekken7 ist ein hervorragendes Spiel, das richtig Bock macht und regelmäßig wieder in meiner Konsole landet, wann immer ich digital kämpfen mag. Tekken hat aus alten Fehlern gelernt und die einzigen erkennbaren baulichen Mängel sind störend sexistische Outfits für die Damen im Kader und lange Ladezeiten.

Die Souls-Reihe hat diese beiden Punkte übernommen und noch etwas ins Extrem getrieben. Meine Faustregel, die hoffentlich bei Spieledesigner*innen mal ankommt: Die Ladezeit darf nicht länger sein, als der zu spielende Abschnitt. Wirklich nicht. Gut, wenn die Kämpfe rasant sind, wenn ich aber auf 7 Minuten Arcade-Modus 11 Minuten Ladezeiten bekomme, darf ich doch schon mal laut fragen, wieviel "Spiel" ich hier eigentlich gerade habe, oder? Die andere Faustregel: Frauen können auch vollständige Rüstungen tragen.

In allen anderen Sachen steht SCV anderen Spielen deutlich hinterher. Die Zwei Story-Modi versäumen es schnell und spektakulär mich anzubinden, auch, weil ganz viel in Text und ganz wenig mit Spannung und Relevanz erzählt wird. Die gesamte Hauptgeschichte basiert eigentlich nur auf einer Punchline. Uff. Also, uff ist nicht die Punchline. Das hätte ich sogar noch etwas gefeiert.

Klar, ich habe ein bisschen Spaß mit dem Character-Editor gehabt. Bei der tollen Idee mehr Diversität einzubinden, durch Echsenmenschen, Golems und andere mystische Wesen, ist mensch nicht auf die Idee gekommen, diesen auch mehr (!) Outfit-Optionen zu geben. Die meisten von ihnen können nur reduziert auf die selben Dinge wie die Menschen zugreifen. Meh! Ein festes deutliches Meh!

Ganz im Ernst: Ich besitze dieses Spiel nur, um mich einen Abend lang mit Freund*innen darin zu kloppen, weil es immer noch eines der einsteigerfreundlichsten Beat'em Ups ist. Und nur so spielen die anderen noch mit mir, weil ich sie in allen anderen Games zu feste wegbügel.

Capcom Beat'em up Bundle (XBox One)
Das hier ist einfach. Eine Sammlung die irgendwie falsch benannt ist und zwei Funktionen hat: Erlauben ein paar gute Streetbrawler-Spiele nochmal auf einem modernen System zu besitzen und ein paar Highlights kennen zu lernen, die einem hier niemals begegnet sind.

Es ist ja ein absolutes Trauerspiel in Deutschland, dass Arcade-Automaten hier als Glücksspiel definiert wurden und sich deshalb Arcade-Hallen nie durchgesetzt haben. Sie wären nämlich ab 18 gewesen und im selben Klientel wie Spielotheken. Dadurch ist uns Gamer*innen hier wirklich so manches aufregendes entgangen.

Nunja. Die Sammlung hier ist auf jeden Fall sehr nett. Final Fight und Captain Commando sind die sicheren Qualitätgaranten in dem Set. Battle Circuit hat mich überrascht, mit seinem Auflevelsystem der Figuren. Ich weiß, dass ich mit der Sammlung immer mal wieder Spaß haben werde.

Wer sich nicht sicher ist, wartet, bis das Teil mal im Angebot ist. Bei der aktuellen Rabattierungspolitik auf den digitalen Platformen, geht das ja so schnell und häufig, dass mensch sich fragen könnte, wieso die überhaupt am Anfang einen höheren Preis verlangt haben.

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So, das war meine Zusammenfassung für November. Der Dezember kommt mit ein paar schönen Releases und okayisch viel Zeit für mich. Ich bin gespannt, was da bis zum Jahresende bei mir gezockt wird.

Kommentare

  1. Schönes Tagebuch Jay!

    Die Capcom-Sammlung hört sich spannend an und habe ich noch nicht selbst spielen können.

    Bei Forza Horizon 4 kann ich deine Lobeshymnen auch nur unterstützen und spiele es auch immer wieder. Es ist das fehlende Open-World-Grind-Spiel, dass Destiny 2 nicht sein konnte (vor Forsaken).

    Meine Spieleliste im November war:

    Battle Chasers: Nightwar

    Ein eher klassisches rundenbasiertes JRPG - aber im westlichen Stil und kommt aus den USA. Basiert wohl auf einer mir nicht bekannten Comic-Reihe. Der Stil gefällt mir sehr gut und ich mag die guten alten Final-Fantasy-Rundenkämpfe ohne Action-Timer und sowas. Man arbeitet eine Karte ab, die nach und nach freigeschaltet wird, bekommt neue Gefährten und muss viel leveln.

    Aber nach der 5. Gegend brach meine Lust zusammen. Jedes Mal eine neue Gegend mit neuem Dungeon und die Gegner springen im Level um 3-4 Stufen und man muss wieder oft Gegner erledigen bis man im Level angepasst ist, um den Dungeon zu schaffen.

    Und daaaaaaannnnn geht es wieder von vorne los - neue Gegend, neuer Dungeon, wieder alle im Level zu schwach. Habe es aber aber unter 20 € bekommen und bestimmt 20 Stunden damit Spaß gehabt. Also alles OK, werde es aber wohl nicht zu Ende spielen, da es keine Entwicklung in Sachen Story und Spielprinzip mehr gibt.

    Aber dann kam auch noch Red Dead Redemption 2 raus.

    Hier bin ich nach einer gleichen Spielzeit bis jetzt noch im ersten Spieldrittel und genieße auch die Langsamkeit der Welt und das Western-Gefühl. Es ist halt ein Rockstar-Spiel, wo viele Spiele-Entwickler viel zu viel Lebenszeit in tausende Details verbrannt haben, aber am Ende ist es halt ein wahnsinnig detailverliebtes und perfekt inszeniertes Spiel. Man muss es aber mögen und es ist nicht mit GTA zu vergleichen.

    Ich mag es mit den Menschen zu interagieren, mit der Gang mit den Einwohnern der Welt, ein Pferd zu pflegen und fit zu halten, Waffen zu ölen und dann doch um die Ecke zu reiten und den Zug zu übersehen.

    Es ist ein Hollywood-Film, mit Leslie Nielson Slapstick und eine Western-Simulation.

    Den neuen Online-Modus habe ich noch nicht getestet - muss aber dann nochmal alles davon auf die Spitze getrieben sein.

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