David Choe und Joseph Beuys
Eigentlich mag ich nicht, dass in einigen Ketten im Kapitalismus die Servicekräfte als "Artists" bezeichnet werden. Sandwichartist ist einfach nicht mit meinem Kunstbegriff so vereinbar. Aber als David Choe in einem seiner Videos auf Youtube eine Mitarbeitende Person einer solchen Filialle für ihre Geschwindigkeit und Präzision feiert, ihr bescheinigt "That's learning an art form, that's an artist at work" nehme ich mir einen Moment - der sicher noch nicht vorbei ist - meinen Blick auf den Begriff der "Künstler*in" nochmal zu prüfen. Denn das Erreichen einer Meisterschaft im Handeln, dass kann ich schon als Kunst anerkennen. Wenn jemand ein hochwertiges Schwert schmiedet kann ich das als Kunsthandwerk sehen, warum also nicht auch ein Sandwich? Mal ganz abgesehen davon, dass ich ein gutes Sandwich liebe. Warum soll nicht auch der Code einen Programms so gut geschrieben sein, dass es Kunst sein darf? Ein Auto so gebaut?
Joseph Beuys hat mal gesagt, "Jeder ist ein Künstler" und es kräuselt sich in mir immer wenn ich das höre, weil ich dann doch den Begriff ein wenig Gatekeepen möchte. Nicht unbedingt um Leute auszuschließen, sondern weil ich möchte dass Menschen sich dessen bewusst sind was sie tun. Wer also ein*e Künstler*in ist, soll das bitte gerne selbst vorher entschieden haben. Genauso wie ich eben auch keine anderen Definitionen über die Identität von Personen vornehmen mag und sollte. Aber vielleicht kann ich eben trotzdem die Qualität und das Niveau der Arbeit anderer mit dem Titel und Kompliment der "Kunst" auszeichnen?
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