Steine

Kunst machen fühlt sich oft für mich so an, als würde mensch zwei Steine zusammen schlagen und schauen was passiert. Historisch gibt es auch Hinweise, dass Kunst machen am Anfang der Menschheit auch wirklich genau so war. Während wir die Steine zusammen hauen, lernen wir etwas über uns, wir lernen auch etwas über die Steine, also verändern wir uns, die Steine verändern sich und dann lernen wir nochmal neues über uns. 

Der erste Antrieb liegt in uns selbst, auch wenn sonst niemand da ist. Als Wesen der Gemeinschaft treffen wir auf andere, mit uns und unseren Steinen. Manchen gefällt das Geräusch, manchen die neue Form, manche die Bewegungen, manchen die neue Oberfläche. Manchen gefällt nichts davon. Die wissen dann, was sie schon mal nicht mögen und können etwas anderes suchen. 

Wie andere unsere Kunst sehen macht wiederum etwas mit uns. Wir verschenken etwas, wir tauschen unsere Steine gegen andere, wir unterhalten uns mit anderen darüber, wie sie Steine schlagen. Wir werden Teil der Gemeinschaft. Auch dort verändern wir uns und gehen zurück. Und dieser Teil ist auch wichtig für die Kunst, denn wieder lernen wir etwas über uns. Wollen wir gefallen? Wollen wir nützliches erschaffen? Reicht es uns etwas zu tun? Beeinflusst uns der Geschmack anderer? Wünsche der Gruppe? 

Ich habe nur zwei Steine zusammen geschlagen, aber jemand hat mir dann gesagt, dass es etwas bewirkt hat. Darüber freue ich mich, denn jetzt sind wir für einen Moment verbunden. 

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