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Häppchen: Comics mal anders

Andasch | 20.11.17 | / | 2 Kommentare
Bei Comics denken wir immer an die großen Superhelden: Spiderman, Batman und Superman. Durch das Marvel Cinematic Universe vielleicht auch an Ironman, Antman und so weiter. Aber Comics lesen ja eigentlich nur Kinder oder Nerds. Mittlerweile vielleicht auch einfach Hardcorefans der verschiedenen Universen. Comics haben aber soviel mehr zu bieten. 

Ich möchte heute in aller Kürze nur meinen Lieblingscomic vorstellen. Der hat nichts mit Superhelden zutun. Er ist melanchonisch und spielt in einer Welt ohne Magie oder Superkräfte. Nur eine WG und ihre Bewohner.
Tim Gaedke erlaubt seinen Figuren in Punchdrunk einfach da zu sein. Keine große Heldenreise, keine Lösung. Am Ende ist nichts groß anders, aber es ist doch ziemlich viel passiert. Wie im echten Leben halt..




Fotohäppchen: Die Sonne von Orm

Der Hartmann | 30.10.17 | / / | 2 Kommentare
In meiner Ausbildung habe ich auf verschiedenen Stellwerken gearbeitet und gelernt.
Eins davon war das Stellwerk "Oberhausen West Orm", das in der Mitte des Güter- und Rangierbahnhofs Oberhausen- West gelegen ist.
Während einer Spätschicht haben sich zwei Bilder ergeben, bei denen ich froh war, die Kamera dabei gehabt zu haben



Videohäppchen: Lucky Chops NYC

Der Hartmann | 25.10.17 | / / | 1 Kommentar
Ich liebe ja Bands, die irgendwas machen, was nicht unbedingt alltäglich ist.
Vor kurzem bin ich auf die Band "Lucky Chops NYC" gestoßen und mich schlagartig in diese Truppe verliebt.
Hier ein Beispielvideo



Häppchen: Ruhrgebietsflair

Andasch | 09.10.17 | / | 3 Kommentare
Schon oft hab ich mich gefragt, was genau ich jemandem zeigen kann, der mich aus dem Ausland besuchen kommt. Auf den ersten Blick versteht man den Pott einfach nicht. Wie kann ich ihm/ihr diese kontraintuitive Schönheit zeigen: Dieses pulsierende Leben, diese Betongraue in-die-Fresse-Ästhetik. Ihr wisst schon.
Klar, man kann sone Touri-Tour machen. Einmal ab in die verschiedenen Industrieparks: Westpark in Bochum, Landschaftspark in Duisburg, vielleicht 'n Abstecher ins Bergbaumuseum oder ins Gasometer. Aber haben wir dann wirklich das Ruhrgebiet erlebt? Keine Ahnung.
Irgendwie nicht.
Der Pott ist für mich mehr als all die schlafenden Industrieriesen. Mehr als Bergbau, Currywurst und Herbert Grönemeyer. Es ist, als würde unter all dem Beton Leben fließen und pochen. Es gibt Kultur und Kunst und Musik. 'Ne riesige Poetry- Slam- Szene, viele freie Theater, ne lebendige Musikszene. Egal ob Hip-Hop, Drum 'n' Bass oder Alternativerock. Im Ruhrgebiet findest du alles.
Irgendwann im August habe ich in Essen einen Ort gefunden, der für mich dieses Ruhrgebietsflair irgendwie repräsentiert. Ich hab in Esssen-Frohnhausen einen Döner bei Atilla Döner gegessen. Es war noch angenehm warm und ich konnte in kurzer Hose draußen sitzen. Es war ein guter Tag. Vor dem Laden hatte der Besitzer wacklige Stühle und Tische gestellt. Drei oder vier Meter von mir entfernt, rauschte die A40 vor sich hin. Laut und gleichmässig. Wäre ich aufgestanden, hätte ich auf sie runterschauen können. Von meinem Sitzplatz  aus verwehrte mir aber eine blanke graue Betonmauer die Aussischt. Nach dem Essen trank ich einen türkischen Tee. Direkt vor mir war eine Straße. Ein alter Mann lief seiner Frau hinterher und brüllte etwas. Dann drehte er sich um, sah mich an und sagte: "Eins hab ich gelernt: Frauen und Bussen läuft man nicht hinterher". Dann blieb sie stehen und er lief doch hinterher. Beide brüllten sich dann an. Aber irgendwie liebevoll. Ich weiß es klingt verrückt aber das war wunderschön.
Dieser Wille, allen Widrigkeiten zum Trotz, es schön zu haben, diese eigene Ästethik von Ehrlichkeit und brüllender Liebe und gleichmäßigen lauten Rauschen von Autobahnen...das ist Ruhrpott. Klar, kann man draußen am Kanal in Venedig sitzen und es ist schön. Das ist wirklich nicht schwer. Aber trotz all dem grauen Beton, lauten Geräuschen, Armut und Asiromantik, den Willen zu haben, es irgendwie schön zu machen. Scheiße, das ist Ruhrpott. Das dachte ich so, als ich an meinem Tee schlürfte, die Sonne meine Arme warm machte und mich wunderte, was würde ich Freunden aus dem Ausland zeigen, um ihnen das Ruhrgebiet zu erklären. Vermutlich wäre das ein Ort.

Prosa-Häppchen: Regen

Miriam | 07.10.17 | / | Kommentieren
Es regnet, gießt, strömt, pladdert, schüttet, schifft...
Regentropfen klopfen ans Fenster, als ob sie hinein gelassen werden möchten. Ich stehe im Dunklen und beobachte wie sie die Scheibe runterinnen. Tropfen um Tropfen um Tropfen folge ich mit den Augen. Sonst bewegt sich nichts an mir. Meine Gedanken dafür umso mehr. Sie fluten durch meinen Kopf. Werden vom Rinnsal, zum Bach, zum Fluss, zum Meer. Unberechenbar, dunkel und tief. Überschwemmen meinen Kopf. Und ich spüre wie die Deiche brechen. Tränen laufen meine Wangen hinab wie die Tropfen das Fenster. Fallen auf den Fußboden vor mir und bilden dort eine winzige Pfütze. Und alles was ich denke ist: "Wann hört dieser Regen endlich auf?" 

Fotohäppchen: Sonnenaufgang am Entenfang

Der Hartmann | 28.09.17 | / / | Kommentieren

Nach der Arbeit entspannen, ist eine gute Idee. Ich habe mir den Umstand, im Schichtdienst zu arbeiten, vor einer Weile zunutzen gemacht und bin nach der Arbeit zum Entenfang (Duisburg) gefahren. 
Am Wambach haben meine Kamera und ich uns positioniert und den Sonnenaufgang abgewartet. Es war ruhig. Man hat leise die Autobahn wahrgenommen, ein Güterzug rauschte hinter mir vorbei aber ansonsten Stille. 
Das Warten ist mit einem freien Kopf und ein paar, wie ich finde, schönen Fotos belohnt worden. Mein Lieblingsfoto dieses Morgens seht ihr hier:

Häppchen: Dumm und duselig

Jay Nightwind | 21.09.17 | / | 3 Kommentare
"Da ist ein Fehler in der Überschrift. Es heißt dumm und dusselig."
"Bist du dir sicher? Irgendwie fühlte sich duselig richtiger an."
"Ja, ist es aber nicht. Dusselig mit nur einem s klingt dumm."
"Na na. Wart mal ab. Duselig würde doch bedeuten, dass einem schwindelig ist. Und ich finde, sich zu freuen, so dass man dumm und schwindelig ist, ergibt doch Sinn."
"Ne. Wenn jemand Dusel hat, dann hatte er Glück."
"Na, das ist doch noch besser! Ich freue mich dumm und glücklich"
"Das würde aber nicht glücklich heißen, sondern, dass jemand Glück hatte."
"Und dusselig ist jetzt besser?"
"Nee, aber richtig."
"Wer dusselig ist, ist doch sehr ungeschickt!"
"Ja, so heißt es nun mal. Habe ich mir ja nicht ausgedacht."
"Ich freue mich nicht nur weniger klug, sondern auch noch ungeschickt. Dann ist es ja eigentlich gar keine schöne Aussage?"
"Nee, irgendwie nicht."
"Dann ändere ich die Überschrift."
"In was?"
"Dumm und dusselig macht keinen Sinn."
"Da ist ein Fehler in der Überschrift. Es heißt Sinn ergeben."
"Bist du dir sicher?" 

Prosa-Häppchen: Puzzleteil

Miriam | 03.09.17 | / | 5 Kommentare
Ich puzzle. Ich mache mir ein Bild von dir. Ich hab mir den Randteilen angefangen. Name, Alter, Hobbies, Studiengang, Fachsemester, Beziehungsstatus.... Ich puzzle. Aber habe keine Ahnung aus wie vielen Teile du bestehst. Und weiß deshalb auch nicht, was noch fehlt. Ich suche. Nicht zielgerichtet. Aber hartnäckig. Krame in deiner Erinnerung und deinen Träumen wie in einem Puzzlekarton. Manchmal finde ich einige Puzzleteile, die zusammen passen. Doch ich weiß nicht, wo sie im Gesamtbild hingehören. Sie bleiben Fragmente, die ich im und um den Rahmen herum verteile. Ich puzzle.

Da drückst du mir ein schwarzes Puzzlestück in die Hand. Die Ecken sind abgestoßen, ein Zacken fehlt. Es schluckt alles Licht. "Das muss dahin", sagst du und zeigst auf die Mitte des Puzzles. "Da wo mein Herz ist." Ich nehme dir das Puzzleteil aus der Hand. Es liegt tonnenschwer in meiner Hand. Und dennoch ist es dünn und wirkt zerbrechlich. Ich streiche vorsichtig mit dem Finger darüber. Es fühlt sich rau an und doch weich. Beides zugleich. Ich drehe dein Puzzlestück um. Da leuchten mir unzählige Farben entgegen: Zimtbraun, Nachtblau, Rauchgrau, Rasengrün, Ocer, Taschentuchweiß, Bergrau, Sonnenuntergangsrotorangerosé, Kaffebraun, Waldgrün, Blutrot....
"Ja. Das ist dein Herz", sage ich.
 

Ob unterwegs auf dem Weg zur Arbeit, in der Raucherpause oder auf dem Klo. Unsere Häppchen sind kurze Texte für den kleinen Lese-Hunger zwischendurch - quasi das fast food unter unseren Blogtexten.