Was zum Teufel ist eigentlich ein Poetry Slam?

Wie einige von euch gemerkt haben, gehe ich zur Zeit immer wieder auf so genannte Poetry Slams und erwähne diese auch ziemlich oft. Egal ob ich darüber spreche, auf welchen bin, oder Berichterstattung darüber sehe werde ich den Eindruck nicht so wirklich los, dass keiner so wirklich weiß, was ein Poetry Slam überhaupt ist.
Ich möchte euch das hier mal erklären, erspare euch aber die Geschichtsstunde. Ganz so sicher sind die Wurzeln des Poetry Slam in Deutschland nämlich auch gar nicht.

Was ist ein Poetry Slam?

Ein Poetry Slam ist ein Wettstreit zwischen mehreren Menschen, die mit ihren selbsterstellten Werken gegen einander antreten. Es muss sich dabei nicht zwangsläufig, wie der Name vermuten lässt, um Poesie handeln, sondern es können auch Kurzgeschichten oder ganz andere Texte vorgetragen werden. Die genauen Regeln für den jeweiligen Wettstreit sind dabei so verschieden, wie die Spielregeln für "Maumau" oder "Skat". Soll heißen: Es gibt unwahrscheinlich viele verschiedene Varianten des Wettstreits.

Da es keine übergeordnete Liga oder andere feststehende Struktur gibt, werden die Regeln wohl auch nicht genormt werden. Allerdings gibt es einige immer wiederkehrende Regeln, die sich durchgesetzt haben:
-Die Sprechzeit für jeden Teilnehmer wird limitiert (Meist 5 Minuten)
-Es dürfen neben dem Text keine Kulissen verwendet werden (Gitarre, Masken etc.)
-Das Publikum ist die Jury
-Um ins Finale zu kommen muss man sich qualifizieren, dort wird dann noch einmal mit einem Text angetreten. Ob es mehrere Vorrunden gibt hängt meist von der Zahl der Teilnehmer ab
-Der/Die Gewinner/in darf abschließend noch einen weiteren Text vortragen

Das Problem für den Zuschauer ist dabei, dass er nie vorher weiß, was ihn erwartet. Von witzigen Texten bis hin zu Freestyle Rappern kann ihm alles auf dem Poetry Slam begegnen. Das tolle für den Zuschauer ist, dass er nie vorher weiß, was ihn erwartet. Ein neugieriger Mensch kann auf dem Slam auf Texte und Ideen treffen, für die er sich sonst nie interessiert hätte.

Warum sollte ich zum Poetry Slam gehen?

Wenn du Schreiber bist, dann ist die Antwort ganz einfach: Um von den anderen zu lernen und um sich einem Publikum zu präsentieren, dass einen nicht kennt. Mal ehrlich Freunde und Verwandte setzen doch meist bei der Kritik einen Schutzfilter auf, um die Gefühle nicht zu verletzen. Das ist dem Publikum beim Slam egal. Und wenn man Glück hat, dann helfen einem die anderen Slammer wirklich auch mit guten Tipps und Hinweisen.
Für Zuschauer ist die Antwort nicht ganz so einfach, denn alle Faktoren sind ungewiss. Die Qualität des Slam hängt irgendwo von der Balance zwischen den verschiedenen Slammern und einem motivierten begeisterungsfähigen Publikum ab. Eine Sache ist aber sicher: Poetry Slam, das ist gelebte Literatur, die nicht nur im stillen Zimmer oder auf langen Reisen in Büchern stattfindet. Poetry Slam ist Kunst und Kultur in einem durchaus aktiven Format. Wer sich also neben der Lektüre neue Wege eröffnen will, der sollte mal zu einem Poetry Slam.


Wie finde ich einen Poetry Slam in meiner Gegend?

Eine sichere Methode gibt es da nicht, aber eine durchaus hilfreiche Internetplattform. Bei MySlam, einer Organisationsplattform für Poetry Slammer kann man viele Poeten und auch Slams finden. Zum einen gibt es den praktischen Kalender, aber auch die Slam-Karte. Dabei beschränkt sich die Seite nicht nur auf Deutschland, sondern umfasst so ziemlich alle Länder, wenn man will. Am oberen Rand der Seite ist die Auswahl konfigurierbar.



Wenn irh weitere Fragen haben solltet, dann stellt sie ruhig. Ich beantworte sie dann in einem weiteren Posting.

Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Anmerkungen? Fragen? Wünsche? Schreib gerne einen Kommentar. Ich schaue regelmäßig rein, moderiere die Kommentare aber auch, also bleibt nett.

Vielleicht auch spannend: