Die Sache mit dem Ei

Mein Vater war sicher kein Magier, aber ein paar einfache Tricks hatte er drauf und kannte er. Manches davon waren "nur" physikalische Experimente, aber offensichtlich war gut, dass er sie gezeigt hat, weil ich weiß noch heute was da passiert und woran es liegt. 

Einer seiner Lieblinge waren die gekochten Eier. Mehrere Eier gingen in einen Topf mit kochendem Wasser. Dann hat er eines rausgeholt, es geöffnet, es war Innen hart. Dann hat er einen Moment später eines raus geholt und es war weich. Noch später und es war hart. Und so weiter. 

Diverse Köch*innen und Kochkulturen verwenden solche Techniken fürs Essen. So gibt es Lebensmittel die wenn sie gären eklig werden, dann aber wenn sie noch länger gären wieder genießbar und teilweise sogar köstlich. Der Zeitpunkt wird durch rumprobieren gefunden. 

Wenn wir Kunst machen neigen viele Menschen die ich kenne dazu zu löschen und wegzuwerfen, wenn es nur ein wenig ungenießbar wird. Aber was, wenn das ein wichtiger Abschnitt der Gärung ist? Was wenn es noch mehr Zeit und Einsatz braucht? 
Und dann muss mensch auch gar nicht immer verstehen was da passiert. Es passiert ja sowieso. Vielleicht weil es natürlich ist? 

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