Ryan Holiday
In seinem Buch "right thing, right now" formuliert Ryan Holiday: "Disziplin ist, wenn wir unser Wort uns selbst gegenüber halten."
Das Wort Disziplin ist durch militärische Kontexte mit Selbstaufgabe, Aushalten, Gehorsam verknüpft. Die Vorstellung ist oft jemand der leidet. Ryan Holidays Variante gefällt mir deutlich besser und ist für mich auch plausibler. Denn alles aushalten, das ist auch nicht gut. Einfach alles schlucken ist gefährlich. Da müsste Disziplin als Wert eben mehr tun.
Der Gedanke, dass ich mir selbst ein Versprechen gebe und mich dann bemühe es zu halten, der gefällt mir besser. Das zeigt für mich eine flexiblere und menschliche Version von Disziplin. Und einen ganz wichtigen Wert in uns selbst: Wir kümmern uns damit darum, uns selbst vertrauen zu können. Denn wenn ich mir das Wort gebe, dass ich mich um eine Sache kümmer, dann kann ich auch sicher überprüfen ob das geklappt hat.
Ich denke nur dass es wichtig ist zu verstehen, dass Disziplin - wie so ziemlich alle Werte - sich erst im Handeln zeigt. Denn erst im Handeln werden wir für uns und andere sichtbar. Sich sagen "Ich will immer nett sein zu Menschen" muss sich auch im Handeln zeigen, um überprüfbar zu sein. Und wie wir nett sein wollen, das können wir für uns beschreiben. Und wir können es über die Zeit, wenn wir in Situationen geraten die unsere Disziplin und unsere Werte herausfordern auch überprüfen und anreichern. Wie kann ich nett sein, wenn jemand gerade sauer ist? Wie kann ich nett sein, obwohl mir gerade Unrecht angetan wurde?
Disziplin sollte mehr sein als stumpfer gehorsam. Disziplin ist übbar.
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