Jobs sind Routinen-Sammlungen

Kaffee kochen, Rechner hochfahren, Material sichten, gucken was von gestern noch liegt, Geräte einschalten, richtige Kleidung anziehen, das Telefon aktiv schalten, die Planung sichten, die Route zusammenstellen, den Wagen beladen, die Vordertür aufschließen, die Regale, den Tank oder die Geräte auffüllen, mit den Kolleg*innen austauschen, die Projekte fortsetzen. Es gibt noch unzählige andere kleine Handlungen, die zum typischen Tag in einem Beruf gehören. Es sind so viele, dass früher in der Fernsehsendung "Was bin ich?" Menschen ohne Probleme eine typische Handbewegung von ihrer Arbeit zeigen konnten. 

Ein Beruf ist hauptsächlich eine Sammlung von Routinen und Ritualen. Einige davon haben ihren Rhythmus, andere sind eine Reaktion auf ein Ereignis und mit der Erfahrung erkennt mensch manchmal den Rhytmus hinter Ereignissen die sich wiederholen. 

Ein Beruf ist eine Sammlung von Routinen. Was auch bedeutet, dass wenn wir uns in Routinen üben und sie entwerfen, wir die Chance erhöhen das was wir tun für uns zum Beruf werden kann. Denn ein*e Autor*in, Maler*in, Musiker*in und alle anderen die davon leben, die machen eben nicht nur ihre Kunst als Teil ihrer Arbeit. Da sind Emails, Telefonate, Social Media, Homepage, Netzwerken, Akquise, Rechnungen schreiben und so viele Handlungen mehr, die nicht die Kunst selbst sind, aber zum Machen von Kunst (als Beruf) dazu gehören. 

Routinen und Rituale helfen uns Normalität zu entwickeln und Erfahrung anzureichern. Struktur entsteht, wo Routinen, Ziele und Ressourcen aufeinander treffen. Und Strukturen bedeuten auch, dass wir etwas bauen. 

Wenn du in Betracht ziehst von deiner Kunst zu leben, versuche auch schon früh Raum für die (möglicherweise) unangenehmen Aufgaben einzuplanen. Natürlich ist die Hauptzeit an der Kunst, aber setz dich auch an deine Emails und Recherche. Und wenn du keine Emails bekommst, schau wem du welche schreiben könntest, um möglicherweise mit deinen Wünschen und Zielen voran zu kommen. Mach eine Routine daraus. Denn ein Beruf ist eine Sammlung Routinen.  


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Dieser Beitrag ist auch eine Projektion bzw eine Reaktion auf meine Erfahrung. Denn mein "Büro" ordentlich zu machen, das fällt mir immer wieder schwer, eben auch, weil ich es mir oft nicht gut einplane, keine Routine daraus gemacht hatte und dann so viel vergesse, dass ich jedes mal wieder den Eindruck hatte von Vorne anfangen zu müssen, was nicht dolle motiviert. "Teil dir Zeiten ein" ist weit oben auf der Liste von Dingen, die ich einem früheren Ich rate, wann immer ich die Chance dazu habe. 

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