Beweglichkeit und Routinen

Jeden Morgen schreibe ich meine Pages. Wenn ich alleine bin, versuche ich das als allererstes zu machen. Wenn aber z.B. das Kind bei mir ist, dann sind andere Sachen wichtiger. Aber auch wenn das Kind nicht hier ist, muss ich manchmal "dringend" vorher noch im Bett rumgammeln und vielleicht checken ob endlich das Video von einem Creator online ist auf das ich warte. Oder wenn ich mutig/dumm bin, schaue ich auf die Titelseite einer Nachrichtenwebsite. Manchmal schaffe ich es eben nicht, die Pages zu erst zu machen. 

Vor kurzem habe ich darüber geschrieben, wie Berufe auch nur Sammlungen von Routinen sind. Manchmal werden unsere Routinen aber zu starr. Einige Routinen folgen aufeinander, ja, aber viele auch nicht. Mein Kopf hat mir manchmal gesagt, dass ich es falsch mache wenn ich die Reihenfolge nicht einhalte. Inzwischen sage ich ihm, dass wichtiger ist, dass ich es mache und nicht immer die Reihenfolge. Denn wenn ich morgens erst frühstücke und dann meine Morning Pages schreibe, dann ist das nicht mal eine richtige Erwähnung wert. Es ändert im Ergebnis nicht viel. So sehr, dass ich es fast albern finde diesen Artikel zu schreiben. 

Ich weiß aber, dass diese Beweglichkeit im Kopf geübt werden muss, genauso wie Beweglichkeit im Körper trainiert werden muss, damit wir nicht zu starr werden. Und ich weiß wie schnell es für manche Menschen gehen kann, dass sie sich als Versager*innen fühlen, wenn es zu Abweichungen kommt. Und bei Routinen ist manchmal sinnvoll, dass es die gibt. Unsere Gefühle, Gedanken, Verfassung und Energie sind eben nicht jeden Tag genau gleich. Wir starten nicht jeden Tag bei Null. Manchmal ist es minus Zwei, manchmal ist es Verantwortung außerhalb von uns die vor der für uns kommen muss. Und dann kann es nützlich sein sich daran zu erinnern, dass das Ziel ist die Dinge zu tun und nicht die Reihenfolge möglichst brav einzuhalten. 

Kommentare

Zur Zeit viel gelesen: