kein Geld für Kunst

Aktuell denke ich, während ich selbst mit Kunst kaum Geld verdiene, dass niemand mit Kunst das Geld verdienen sollte. Dazu muss aber gesagt sein, dass ich eigentlich auch finde, dass die Grundsicherung immer gewährleistet sein sollte, egal was mensch arbeitet oder ob mensch gerade auch nicht arbeitet. Viele Arbeit die gemacht wird ist unsichtbar. Pflege von Kindern, Alten, Kranken und der Gemeinschaft zum Beispiel. Menschen sollten das machen können, ohne Angst um ihre Existenzen haben zu müssen. Kunst als Arbeit zu sehen fällt vielen immer noch schwer. Sie argumentieren mit dem Sinn und Nutzen, was nur zeigt, dass sie nicht klar sehen wo überall Kunst passiert. Oder wenigstens Kreativität. Geschrieben in einem Gerät, das jemand entworfen hat, in einem Bus für den jemand Farben ausgesucht hat und ästhetische Entscheidungen getroffen hat. Aber um Kunst voll zu befreien, sollten Künstler*innen nicht auf Geldgeber*innen hoffen müssen. Denn das schwächt einige Aspekte der Kunst ab. Ihre Fähigkeit zur Kritik zum Beispiel. Königshäuser haben kritische Künstler an den Hof geholt und versorgt, um sie stumm zu schalten. Oder zu dem zu machen, was sie eigentlich kritisierten. Und Kunst nur machen zu können, wenn sie die Miete bezahlt, nimmt die Kunst gefangen. Es erschwert den Einstieg. Den Aufstieg. Und wer zu lange von Kunst lebt, dem erschwert es sogar den Ausstieg. Und Kunst machen, als Leben, das ist nicht für jede*n. Das ewige Zweifeln, üben, mehr wegwerfen als mensch behält, noch mehr Zweifel, die Notwendigkeit von Recherche und Proben und einem Herz, das kämpft. Nicht alle haben das alles. Und Geld hilft nicht das zu entwickeln oder zu schützen. Es dämpft und übersteuert Aspekte davon. 

Ich wünsche nicht, das Kunst egal ist. Ganz im Gegenteil. Ich möchte dass wir uns wieder trauen an größeres zu glauben als Geld. Kunst und Geld zu trennen könnte da der Weg sein. Solange das nicht geht, fördert eure Künstler*innen. 

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