Die Reise
In einem alten Buch über Tofu lese ich, wie die Autor*innen durch Japan reisen und mit Meister*innen reden, die Tofu machen und damit kochen. Ich lese, dass sie das tun, weil sie ihr erster Meister losgeschickt hat, denn er hofft dass so die Kunst des Tofumachens bereichert und erhalten wird. Die Reise schien Früchte zu tragen, denn ich lese ja das Buch. Fast dreißig Jahre nachdem es veröffentlicht wurde.
"Wenn deine Mentor*innen keine Mentor*innen haben, dann werd lieber vorsichtig.", sagen einige meiner -lol- Mentor*innen. Alexi Pappas hat daraus sogar einen Podcast gemacht, in dem sie mit berühmten Menschen darüber spricht, von wem sie etwas gelernt haben. Ich denke weiter darüber nach, dass es eine Reise ist.
Auch bei uns gibt es noch reisende Handwerker. Auch wenn ich zu der Kultur dahinter nichts weiß, so erkenne ich sie doch, da sie eine traditionelle Kleidung tragen. Sie erhalten eine Tradition und erneuern sie, in dem sie an so vielen Orten wie möglich lernen.
Ich wünschte unsere Kultur und Gesellschaft hätten dafür mehr Raum. Unter der Lüge von Effizienz und unendlichem Wachstum tun wir solche Reisen und Prozesse als nutzlos ab. Sie werden ein Privileg derer, die schon viel Zugang zu Möglichkeiten und Ressourcen haben. Ich wünschte jede*r hätte die Möglichkeit für seine Künste auf Reise zu gehen und bei Meister*innen einfach zu fragen und zu lernen. Ein Wunsch, dem ich vermutlich auch selbst aktiv nachgehen muss, um diese Realität zu versuchen zu schaffen. Und etwas neues tun, etwas neues lernen, das ist eh gut für uns.
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