nicht gut gealtert

Das Wertesystem verändert sich. Das der Gesellschaft, unser eigenes auch. Weil wir stetig dazulernen, weil sich die Welt immer wieder verändert und weil wir Menschen und anpassen können und wollen. Teilweise räumen wir noch Unterdrückungen auf, die in der Vergangenheit von anderen geschaffen wurden. Wir sollten Ereignisse betrauern und fertig fühlen, die passiert sind, damit wir weiter wachsen können. 

Während wir Menschen diese Chancen haben, haben viele Medien und Kunst diese Möglichkeit nicht. Ein Gemälde passt sich nicht neuen Werten an. Teilweise ist das auch gut, denn damit ist es ein Dokument seiner Zeit und der Probleme in denen es entstanden ist. Diesen Kontext müssen wir sichtbar machen. Denn sonst wirkt es so, als wäre alles immer zur selben Zeit im selben Kontext. Ein Denkfehler auf den wir Menschen - dank dem nicht vergessenen Internet zum Beispiel - gerne reinfallen. Weil dann in Momenten im Jetzt etwas aus der Vergangenheit hoch geholt wird und wir nicht nach Kontexten fragen oder wie Menschen es jetzt sehen. 

Als Künstler*innen müssen wir auch dazu bereit sein, wenn wir den Anspruch haben zu wachsen, alte Werke mal fallen zu lassen. Denn auch wir können nicht alles wissen, alles sehen, alles verstehen und können auch Werte haben, die sich dringend erneuern müssen. Und dann steht da zum Beispiel ein Atze Schröder und sagt, dass er seine Fernsehserie heute so nicht mehr drehen würde, weil sie unter anderem frauenfeindliche Witze beinhaltet. Wer dann mit Cancel Culture versucht Kunst zu verteidigen zeigt nur eines: Unwille sich zu entwickeln. 

Manches altert nicht gut. Es gibt Sachen die sich mit der Zeit veredeln, ja, aber es gibt eben auch Sachen die einfach nur verschimmeln. Und das sollten wir bei Kunst die wir gemacht haben oder auch selbst zu uns nehmen genau beobachten. 

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