Ideal und Realität

Wenn wir Mentor*innen nach ihren Tools, Routinen, Werten, Strategien fragen, dann erzählen sie meist vom Idealzustand. Weil das auch ist, wonach sie streben. Und sie oder auch ich wenn ich etwas gefragt werde, wollen natürlich auch etwas mit guter Aussicht auf Erfolg anbieten. Besonders wenn die Frage ist, wie selbst gearbeitet wird. 

Die tägliche Realität, die ist dann aber anders. Selbst mit hoher Disziplin passiert Menschen einfach Leben. Und Leben hat Störungen für uns parat, die unsere Routinen unterbrechen. Ja, am liebsten würde ich jeden Morgen als allererstes meine Pages schreiben, aber manchmal habe ich direkt morgens einen Termin, oder mal verschlafen, oder eine Schieflage in meiner Energie und dann mache ich etwas anderes. Ja, ich würde gerne alle diese nützlichen Tools wöchentlich benutzen, aber dann denke ich nicht dran oder muss einkaufen gehen oder etwas anderes kommt in den Weg. Und dann Mentees zu sagen: "Ich strebe es an, aber oft klappt es auch nicht." , dass kann sich für einen selbst als Niederlage anfühlen. Und dabei kann Realität so inspirierend sein. 

Denn jemand der etwas neues probiert, wird es eben vielleicht nicht immer schaffen. Und zu wissen dass auch der Profi manchmal abweicht, das kann Sanftheit mit sich selbst geben. Sich bewusst zu machen dass Mentor*innen die Tools und Ideen nutzen, eben weil sie sich selbst helfen müssen und weil es sonst auch bei denen nicht klappt, macht die Sachen wieder menschlich. Denn nur eine Maschine kann alles immer wieder genau gleich machen. 

Und es geht auch nicht darum die Dinge perfekt zu machen. Es geht darum sie zu machen. Und dann lieber durcheinander als gar nicht. Lieber zu spät als nie. 

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