...never this far away from home....

Wir haben in uns Schemata. Wenn wir aufwachsen, dann lernen wir die Welt. Wir lernen durch ausprobieren, Imitation und Fehler. Wir lernen auch durch das was uns angeboten wird, was uns gezeigt und erzählt wird, durch das was uns passiert. Und bei all dem können leider auch Dinge dabei sein, die nicht gut für uns sind. Schemata die zwar logisch sind und irgendwie funktionieren, aber uns schaden. 

Zum Beispiel: Schwierige Gefühle machen keine Freude, aber wenn ich sie mit einer starken Ablenkung verdränge, dann muss ich sie nicht fühlen. Ist eine logische Kette und es funktioniert auch. Ganz manchmal kann sie sogar sinnvoll sein, aber überwiegend ist das nicht gut für uns, denn Gefühle nicht fühlen schadet uns. 

Der Entwurf eines solchen Schemas passiert in großen Teilen im Unterbewusstsein. Auch die Nervenbahnen in unserem Gehirn spielen dabei eine Rolle. Wenn wir so ein Schema verändern wollen, müssen wir in uns graben. Quasi das Unterbewusste nach oben holen. Ich empfehle ganz dringend das mit einer therapeutischen Fachkraft zu tun. Also vorallem dann, wenn starker Leidensdruck eine Rolle spielt. 

Wenn alle Beteiligten gute Arbeit machen, dann lässt sich so ein Schema dann bremsen. Auch wenn einige Menschen dann von "entlernen" sprechen, gibt es viele Hinweise darauf, dass das Verhalten noch sehr lange da ist. Jemand der mit dem Rauchen aufhört vergisst nicht wie Rauchen geht. Die Person entscheidet sich ab dann immer häufiger gegen den Ablauf und die empfundenen Vorteile vom Rauchen. 

Wenn ein Schema nicht mehr benutzt wird, dann passiert nur auch eine schwierige, aber auch spannende, aber auch angsteinflößende, aber auch tolle Sache. Es entsteht eine Lücke. Wir entscheiden uns gegen das Schema, aber was machen wir jetzt? 

"Oh my God
I can't believe
I've never been this faraway from home"
singen die Kaiser Chiefs. Und genau so fühlt sich das Erlebnis an. Wir stehen an der Grenze zum absolut fremden und neuen. Und wir müssen jetzt etwas neues entwerfen. Und wir müssen schauen, dass wir nicht aus Angst davor und Überforderung damit doch wieder zu dem zurück gehen, das wir früher gemacht haben. Und das ist ein wirklich schwerer Part. Aber es ist auch ein sehr lohnender Part. Denn sich dann zu trauen und das schädliche immer öfter abzulegen, das ist krass. Wir müssen Unsicherheit akzeptieren. Denn wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, dann sind wir ganz oft so weit draußen, wie noch nie zuvor.

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