Der neue Preis der Bücher

Vor ein paar Monaten habe ich mir ein Buch für 50 Euro gekauft. Wirkt wie ziemlich viel für ein Buch. Große Fotos, viele fachliche Texte, vermutlich geringe Auflage, aber selbst mit diesen Gründen wirkt es im Vergleich zu vielen anderen Büchern teuer. Und dabei ist es nicht das teuerste Buch, das ich gekauft habe in meinem Leben. 

In den letzten Monaten wird immer klarer, dass das Besuchen von Bücherschränken ein Hobby von mir wird. Ich mag seltsame Bücher, die alt sind und obskure Themen haben. Aber ich freue mich auch, weil viele Leute dort Bücher hineinstellen, die Kunst- und Basteltechniken erklären. Oder schöne Bilder von Natur beinhalten. Ich glaube ich habe inzwischen vier oder fünf illustrierte Naturlexika zu verschiedenen Themen. Alle aus Bücherschränken. 

Falls du Bücherschränke nicht kennst: Ein Bücherschrank ist ein freizugänglicher Schrank, in dem du alte Bücher spenden und abstellen kannst. Sie sollten in lesbarem Zustand sein. Jede Person kann sich aber auch Bücher herausnehmen. Es ist anonym und wird nicht kontrolliert. Die aufstellenden des Schrankes, meist Ehrenamtliche, soziale Einrichtungen oder Leute wie ich, räumen darin auf und gucken ob alles in Ordnung ist. Eine freie Tauschbörse also. 

Wenn ich mir anschaue wieviel Bücher mir in einem Jahr ins Haus gekommen sind, dann sind das so viele wie selten zuvor. Lesen ist mir auch ein großes Hobby geworden. Ich musste es mir erst freischalten, aber jetzt ist es da und füttert Freude und Staunen in mir. Leider kostet es eben Geld. 

Aber es gibt mehrere Rechnungen und Gedanken, die mir diese Last etwas leichter machen. Zum einen eben sehe ich, dass ich zwar manche teure Bücher kaufe, aber auch welche umsonst bekomme. Ein Buch für 50 Euro klingt teuer, aber wenn ich an die vier denke die in der selben Zeit aus Bücherschränken dazu gekommen sind, könnte ich auch sagen, dass ich zehn Euro pro Buch gezahlt habe. Das klingt gar nicht mehr so teuer. 

Setze ich dann dazu ins Verhältnis, wieviel gute Zeit ich mit den Büchern beim Lesen habe, wie sie mir etwas neues beibringen was ich dann anwende und mich inspirieren, so ist dieser Pro-Buch-Preis eben auch noch durch die Zeit teilbar, die ein Buch wirkt. Und da werden bei mir die Bücher sehr schnell sehr preiswert. Manche mehr als andere, aber das empfinde ich als normal. 

Wenn die Sorge kommt, dass ein Buch eigentlich zu teuer ist, mache ich mir diese Dinge bewusst. Manchmal kommt auch noch der Gedanke dazu, dass ich für dümmere Sachen schon mehr Geld ausgegeben habe. (Reden wir mal nicht darüber, wieviel Geld ich in meiner Jugend versoffen habe z.B.) Aber besonders mit den Fragen, wieviel ich zuletzt insgesamt für Bücher ausgegeben habe, und wie lange sie mir nutzen, hilft es mir oft eine gute Entscheidung zu treffen. Das ist für mich der neue oder echte Preis von Büchern. 

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