Text: Vakuum

Als ich das erste Mal den Boden wieder berühre ist nichts anders, außer ich. Die Luft dringt wieder in meine Lungen, das Vakuum geht zurück ins Weltall. Ich fasse meine Zehen an, meine Ellbogen, meine Gedanken. Ich bin ein Mensch. Und als ich das erkenne, werde ich müde, so müde wie ein Ozean. So müde wie ein gefrorenes Gummiband. So müde wie Asphalt in der Sonne. So müde wie ein verspäteter Zug. Da hilft nur Schlaf, also bleibe ich wach. Ein Rabe landet auf meinem Kopf. Es ist die Nacht. Sie holt mich ab und ein. Zeit zu ruhen. Das Vakuum kommt zurück auf die Erde, gesichert in meinem Denken. Morgen ist wieder ein Tag. Morgen bin ich wieder jemand wer. Vielleicht schneide ich mir sogar in den Finger. Oder stoße mir einen Zeh. Hauptsache lebendig. 

Kommentare

Vielleicht auch spannend: