gut
"Das ist gut" schreibe ich zu einer Sache in meine Notizen. Immer wieder mache ich das. Auch bei Sachen die ich bastel, schreibe, baue, sage ich mir selbst "ist doch ganz gut". Das wirkt nicht besonders, aber für mich ist es das. Über den Tag kommt dann aktuell auch immer wieder der Ohrwurm zu einem aktuellen Song zurück. "Du bist gut genug", singt da jemand auf eine ungewöhnliche Art, die in sich jetzt erstmal nicht an sehr guten Gesang erinnert. Ich mag das. Mehr als diesen Refrain habe ich aber auch bisher noch nicht gehört.
Warum ist das für mich besonders? Weil "gut" ist jetzt nicht mal eine krasse Qualität. Da gibt es so viele andere Worte, die das ausdrücken könnten. Für mich geht es aber darum, dass ich es mir überhaupt erlaubt Dinge und Handlungen die von mir selbst kommen zu mögen. Die Erlaubnis mir selbst gegenüber zufrieden zu sein. Die Perfektionismus-Lobby hasst diesen Trick. Denn natürlich ist nie etwas gut genug, wir dürfen nie zufrieden sein, es gibt immer etwas zu verbessern. Ironischerweise produziert die Perfektionismus-Lobby aber auch viel weniger, weil sie diskutieren müssen, wie Perfektion zu erreichen ist. Und diese Diskussion erlernen wir gesellschaftlich zum Teil.
Zufriedenheit mag ich. Da geht es darum auf eine Art zu sein, die einem Frieden schenkt. Und aus (m)einem Frieden heraus schaffe ich es viel besser ich zu sein und etwas zu tun, als wenn ich unzufrieden, gestresst oder unter schwerem Druck bin. Zufriedenheit ist mit ungewöhnlicher Stimme "du bist gut genug" zu singen und dann zufrieden zu sein und zu sagen "das bringen wir so raus".
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