Text: Die Zeiger der Uhr

Die Zeiger der Uhr laufen nur im selben Rhythmus, wenn ich hinschaue. Als mein Blick sich auf etwas anderes wendet, ist es plötzlich zu spät. Oder zu früh. Je nachdem wie und wann mensch auf die Uhr guckt. Wie einen Gummifletscher spanne ich die Zeit lang über meine Finger, schaue wie sie dünn wird, und kaum lasse ich sie los, ist sie weg. Fliegt durch die Unendlichkeit und trifft hoffentlich die Geister des Geldes ins Auge. An meinem Arm hängt eine Uhr und ein Kind, zaubert die Zeit in neue Formen, wo Worte scheitern. Die Schablonen alter befremdlicher Welten wollen mich auffressen. Ich liege auf dem Teppich, lasse meine Hände durch die Wiese und Krümmel fahren, höre das Ticken und sage unhörbar "heute nicht". Dann schlafe ich ein oder werde wach, je nachdem wie weit ich mich in diesem Traum gerade befinde. Meine Uhr hat einen Zeiger für Sekunden, für Minuten, für Wünsche, für Fragen, fürs Seufzen, für Stunden, für Tage, fürs Atmen, für Wochen, für Verspätungen, für alle Worte. Ich weiß nie wie spät es ist und um zu sagen wo im Tag wir sind, schaue ich aus dem Fenster. Schau, ein Sonnenaufgang und ein Regenbogen, es muss der Morgen nach dem friedlichen Umsturz der Uhren der Gierigen sein. 

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