Ideendämmerung: Ausbruchstimmung

Autor: Jay
Verfasst: November 2009

"Wenn du aufhören würdest zu denken, dann könnte ich mich auch konzentrieren."

Schlaf.
Vor mir stand Ignis. Er sah gesund aus und zufrieden. Er gab mir seine warme Hand und ein innerer Frieden durchspülte mich, ja überkam mich regelrecht. "Wenn du mal nach Essen kommen solltest, dann steck die Hände in die Taschen und atme tief durch. So mache ich es auch jedes Mal, wenn ich dort ankomme." Verwirrend aber wahr. Es fühlte sich wahr an.
Wach.
Plötzlich war es kalt an meinem Hals, laut in meinem Kopf, hektisch um mich herum. "Das würde ich lassen, Ziegler!", schrie Sede, die mir so schnell ich es wahrnehmen konnte eine Waffe an den Hals drückte. Ich sah einen uniformierten Mann der mit einem Gewehr auf uns zielte und einen weiteren, der ein Schwert in der Hand hielt. Alles war in rote Beleuchtung getaucht und eine schrecklich laute Sirene zog durch den Raum. "Ich hab schon Ignis erschossen, warum sollte ich vor dem hier halt machen?" Beide knirschten sichtbar mit den Zähnen, sahen aber wild entschlossen aus.
"Du rennst gleich so schnell du kannst, ich werde dir die Richtungen ansagen. Wir müssen vom Schiff und durch die Halle der Charaktere. Was auch immer du siehst, renn so schnell du kannst. Und komm auf keine dummen Ideen, ich werde genau hinter dir sein und hab eine Waffe.", sprach Sede mir in den Kopf.
Sede riss die Waffe von meinem Hals. Ich wurde zu Boden geworfen unter Zieglers beklemmten Aufschrei, als ihm Sedes Schuss das Bein durchschlug. "LOS! Gerade aus und dann direkt rechts!" Ich rannte so schnell ich konnte.
Rechts, Schüsse, Alarm, Gerade, Rechts, Alarm, Schreie, Panik, Panik, Panik.
Mein Herz rannte schon außerhalb meines Körpers mit mir um die Wette. Ich warf einen blitzartigen Blick hinter mich und sah Sede, wie sie den Schwertkämpfer mit Schüssen niederhielt. Dieser wich aber immer intelligent in die Ausbuchten des Schiffes aus. "Guck nach vorne und renn!", schrie sie mir in den Kopf.
Der blöde Rucksack. Ich wusste nicht einmal mehr, ob ich ihn wirklich haben wollte. Was, wenn er mir gar keine Hilfe war? Und was würden die Leute für die Sede arbeitet mit mir tun? Seitdem ich in Absurdistan auf den LKW gezogen wurde war ich nur noch auf der Flucht. Daran müsste ich etwas ändern. Ein Griff in meine verlassene Bibliothek warf die Frage auf, ob das Gegenteil von Flucht wohl die Jagd war, aber Zeit darüber nachzudenken bekam ich leider nicht.
Flucht.
Vorwärts, schnell die Rampe runter, durch den Hangar, durch das Tor, durch den Flur, über die Kisten springen, fast auf dem Boden ausrutschen, abfangen, Tempo aufnehmen, in den rechten Flur, die Treppen hinunter, die Wendeltreppen hinunter, die langen Wendeltreppen hinunter, die langen Wendeltreppen hinunter zum Kern, Kern der Halle und "lauf schneller!".
Sede hatte aufgeholt und war unmittelbar hinter mir. Eine Hand hatte sie mir auf die Schulter aufgelegt, mit der Waffenhand zielte sie weiterhin hinter uns. Während ich ziemlich hektisch und laut atmete, war Sede bester Kondition. Überraschenderweise sagte sie laut: "Gib doch auf, Plaine." Dann feuerte sie in den steinernen Flur durch den wir rannten und lachte ein wenig: "Der Hund lässt sich einfach nicht treffen." Er lies sich nicht treffen? Aber sie konnte doch seine Gedanken lesen. Sede wendete den Kopf zu mir, wurde schneller und schob mich nun plötzlich vorwärts. "Wenn du aufhören würdest zu denken, dann könnte ich mich auch konzentrieren." Konnte sie sich gar nicht aussuchen wessen Gedanken sie liest? Hörte sie etwa alle gleichzeitig? War ihre Gabe zeitgleich ein Fluch? ARRRGGG.
Mit festem Griff quetschte sie mir die Schulter. Wie ein einschlagender Blitz in einen Baum, so brannten ihre Finger sich in Bruchsekunden in mein Fleisch. Brennend zogen Atem und Puls an und gaben mir etwas zusätzliche Kraft in die Beine.
"Sede! Hier!", rief eine vertraute Stimme aus einer Tür, die sich etwas entfernt von uns im Flur auftat. Robert.


Kommentare

  1. Was ist den nun in diesem verdammten Rucksack und was hat es mit dieser Halle der Charaktere auf sich?

    Ahhrg, das ist ja nicht auszuhalten.
    Weiter!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Anmerkungen? Fragen? Wünsche? Schreib gerne einen Kommentar. Ich schaue regelmäßig rein, moderiere die Kommentare aber auch, also bleibt nett.

Vielleicht auch spannend: