Let's Play: XBox One

Direkt mal als erstes: Viele sind ja bemüht die großen Konsolen-Kriege, wie es sie einst zu Sega-Nintendo-Zeiten gab, wieder ins Leben zu heben. Ich habe daran kein Interesse.

Die drei großen Kampffraktionen der Jetztzeit sind XBox-Playstation-PC, ich beende hier schon mal im Vorlauf jede Diskussion in diese Richtung mit einem simplen: Alles hat seine Vorzüge und für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Beitrag schreibe, bin ich zwei Tage lang Besitzer der neuen Konsole von Microsoft. Wie erwähnt, ich bin eigentlich kein Konzern-loyaler Käufer, in meiner Sammlung haben bisher immer die Konsolenplatz gefunden, deren Spiele mich eindeutig überzeugt haben. Und andere musste ich mir dann manchmal einfach nicht mehr kaufen, weil Freunde sie schon hatten. Mensch hat ja selbst auch nicht unbegrenzt Geld, nech?
Die neue XBoxOne habe ich mir dann, als die Entscheidung feststand aber direkt zum Release bestellt. Um meine Erfahrungen mit euch zu Teilen, nun dieses, etwas andere Let's Play. Fangen wir mal vorne an, quasi in der Reihenfolge, in der auch ich mich mit der Konsole beschäftigt habe.

Der Aufbau

Die Konsole besteht im Prinzip aus drei Komponenten, die im Regal/Raum untergebracht werden wollen.

- Das Hauptgerät:
Ein, obendrauf geriffelter, schwarzer Klotz, der von vorne betrachtet schon seine gewisse Eleganz hat. Die etwas seltsame Gitterstruktur der anderen Oberflächen ist der Kühlung der Hardware geschuldet, ist aber irgendwie smypathisch.
Um mit Vokabeln wie "sexy" um mich zu werfen, reicht das Design aber definitiv nicht. Es wirkt eher effektiv und die Vergleiche mit alten Videokasettenrekordern drängen sich wirklich sehr auf.

- Der Kinect-Sensor:
Die auch recht große (im Vergleich zur Sensorleiste der Nintendo Wii) ebenfalls schwarze Kinectleiste, will mittig oberhalb oder unterhalb des Fernseher platziert werden. Da jede Werbung oberhalb als einzige richtige Variante suggeriert, musste ich erstmal unseren Wohnzimmerschrank umgestalten. Eine spätere Lektüre der Anleitung klärte dann auf, dass nur die mittige Stellung am TV-Gerät relevant wäre.
Zur Funktionsweise des Sensors komme ich im Verlaufe des Let'sPlays immer mal wieder.

- Der Stromadapter:
Viele Konsolen haben einen, aber die Geräte der Microsoftfamilie haben immer einen besonders dicken Adapter in der Leitung hängen. Im Vergleich zur vorangehenden Konsolengeneration, der 360, hat sich die Größe zwar nicht verändert, aber das ist immer noch ein Ziegelstein-großes Gerät, das irgendwo im Wohnzimmer versteckt werden will.
Was mit nicht besonders gut gelungen ist. Ich gebe hier Kabellängen die Schuld.

Die Inbetriebnahme

Mal eine persönliche Anmerkung hier:
Eigentlich sollte so eine Erstinbetriebnahme bei einem Menschen mit großer Vorfreude ja was besonderes sein. Jetzt wusste ich schon, dass die Konsole direkt ein Update ziehen muss, um betriebsfähig zu sein. Wofür ich Verständnis habe. Ärgerlich aber, wenn man schon weiß, dass man mit Herunterladen des Updates keine Zeit mehr haben wird die Konsole zu testen. Wenigstens war es ein wichtiger Termin am Releasetag.
Als allererstes erfodert die Xbox eine Art Anmeldung und braucht ein paar Informationen. Alles sehr unspektakulär: Begrüßung, Frage nach dem Wlan + Passwort, ob man schon einen XBoxLive-Account (der Online-Service) hat, Datenschutz - Gähn -, eigene Systemfarbe für die Betriebsoberfläche auswählen und und und und dann wird es spannend. Die Personenerkennung.

Plötzlich sehe ich, gruseligerweise, mein eigenes Wohnzimmer im Fernseher. Und mich, mittendrin. Die XBox hat ein Fähnchen mit meinem Accountnamen über mir geparkt. "Bist du das?", fragt sie höflich. Ja. Bin ich. Und das wird in Zukunft auch reichen, um mich an der Konsole mit meinem Konto anzumelden. Vorher in verschachtelten Menüs - Und ein wirklich ätzender Prozess - kann jetzt jeder Spieler durch einfaches Betreten des Raumes registriert werden. Das ist beides zu gleichen Teilen: Futuristisch und unheimlich. Aber, zu einem viel größeren Teil: Praktisch.
Aber dazu gleich mehr.

Die Bedienoberfläche

Kommt im Kachelstil daher, wie unzählige Smartphonebetriebssystem oder auch Windows 8. Das ganze war eingangs so klar strukturiert, dass ich damit nicht klar gekommen bin. Das mag der Umstellung vom alten Betriebssystem der XBox geschuldet sein, kann aber auch daran liegen, dass hier alles ein wenig dynamischer ist. Nicht alles bleibt in gleicher Position, sondern eine Art Zeitleiste der letztverwendten Funktionen bildet sich am unteren Bildrand.
Über Pins kann man seine Lieblingsfunktionen aber auf einer Nebenseite feststecken, so dass sie immer an der selben Stelle zu finden sind. Die neue Menütaste, die den klassischen Startknopf auf dem Controller ersetzt hilft dabei super aus, alle Optionen komfortabel zu finden. Wenn man erstmal begriffen hat, dass die Menütaste existiert. Ich habe zwei Tage und einen Hinweis von einem Freund gebraucht.

Alle - natürlich - Apps genannten Anwendungen und einige Spiele können über den per Internet zu erreichenden Store heruntergeladen werden. Vielleicht auch alle Spiele, da auch für eine digitiale Version per Kreditkarte bezahlt werden kann, da bin ich mir aber nicht sicher.
Alle Grundfunktionen der Konsole sind dabei als Apps zu beziehen, sind aber kostenfrei. So kann man selbst aber kontrollieren, welche Funktionen die Konsole tatsächlich anwenden kann. Ein Bearbeitungsstudio für Videoclips oder auch die Blurayplayerfunktion sind dabei gratis, aber nicht von Anfang an da, um den Einstieg ins neue System auch nicht zu überfrachten.
Ohne Internet gibt es aber nichts. Willkommen in der Zukunft.

Besonders auffällig ist die Funktion des "Andockens". Musste man früher nämlich aus einem Spiel ganz heraus, wollte man etwas anderes machen, kann man jetzt auch aus einem laufenden Spiel ins vollständige Dashboard. Durch das Andocken kann man so aber sogar eine Funktion, laufenderweise, parallel zu seinem Spiel ablegen.
So könnte ich aber, mal als Beispiel, in Zukunft in einem Spiel online auf Mitspieler warten und parallel dazu mit der Youtube-App Videos gucken. Wenn meine Mitspieler eingetroffen sind, benachrichtigt mich das System. Empfinde ich als extrem praktisch.

Übrigens: Das Freundschaftssystem der Konsole gleicht sich auch den modernen Social-Communities an. Statt Freundesanfragen zu verschicken, kann ich jetzt Leuten "folgen". Dadurch werde ich über ihre Fortschritte informiert und habe andere Features mit ihnen (siehe "Forza").
Folgen sie mir auch, gelten wir als befreundet. Freundschaften können dabei zwischen XBox360 und One übergreifend sein. Das Netzwerk ist verknüft. Alle alten Freundschaften bleiben auch bestehen.

Kinect (Optisch)

Die Erkennung des Spielers durch Kinect hatte ich ja bereits erwähnt. Anfangs funktioniert das Ganze unterschiedlich gut, was aber auch daran liegt, dass mensch ja selten zweimal genau gleich aussieht. Am Anfang sind es so Zehn Sekunden, hat mensch der XBox sein Aussehen "beigebracht", geht es deutlich schneller bis hin zu sofort.

Kinect ist dabei eine erstaunlich präzises Werkzeug. So präzise, dass das futuristische und unheimliche immer gleich auf zusammen bleiben. Manches ist aber einfach erstaunlich. Als ich ein Spiel getestet habe, dass die Kinectlenkung fordert, pausiert plötzlich das Spiel. "Achten sie auf ihre Schritte, es befinden sich Tiere im Raum." Hätte ich nicht mitbekommen, dass einer unserer Haushasen das Sofa eroberte, wäre ich vermutlich noch überraschter gewesen. Das Kinect aber tatsächlich auch Tiere zumindest erkennen kann, fand ich schon verrückt. Den Warnhinweis inklusive Pause sehr nützlich. Wer will schon seinen Liebling aus Versehen treten?

Die Präzision macht sich auch in anderen Bereichen bemerkbar. Als ich ein Video auf Youtube gesehen habe, bin ich rausgegangen, weil ich kurz in die Küche wollte. Das Video pausierte, als die Konsole merkte, dass niemand mehr zum Bildschirm schaut bzw. da ist.

Außerdem ist die Zeit der Eingabe von ewig langen Downloadcodes vorbei. Kinect kann nämlich QR-Codes lesen und so kann in Windeseile jeder geschenkte DLC und andere Schnickschnack heruntergeladen werden.

Was noch alles damit möglich sein wird, muss die Zukunft zeigen. Wie es in manchen Apps und Spielen funktioniert, erläutere ich später.

Für die Datenschützer übrigens mal gesagt: Man kann Kinect auch komplett deaktivieren und auch die Kommunikation zu Servern verbieten, verzichtet dann aber auf die Funktionen von Kinect. Jeder also so, wie er/sie mag.

Kinect (Sprachsteuerung)

Die Konsole lässt sich in allen Menüs auch per Sprache steuern. Das ist gewöhnungsbedürftig. Ich komme mir wie ein Dienstherr oder eher Sklaventreiber vor, habe fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich in den Raum komme und befehle "XBox einschalten". Die Xbox muss angesprochen werden und das klar und deutlich, sonst reagiert sie nicht.
Das hat seine Vorteile, redet man im Satz gebunden über sie, reagiert sie nämlich nicht. Sage ich also zu einem Freund: "Ich hätte gerne eine XBox aus Marshmallows." geht sie nicht aus. Sowieso sind manche Kommandos bewußt komplexer gehalten, um versehentliche Kommandos zu verhindern.

Das verhindert aber auch, dass man sie einfach so herausfindet. Die XBox diktiert nämlich, wie man zu sprechen hat. Gut, dass jeder Anfangs selbst wie ein Roboter mit ihr redet ist eher Ungewohnheit, aber als wir eine DVD fortsetzen wollten, war "fortsetzen" kein gültiges Kommando.
Netterweise bekommt man aber eine kleine Übersicht mit allen akzeptierten Ansagen, wenn man die Konsole ohne weitere Anweisung anspricht. Wird einem aber leider auch nicht wirklich vorher erklärt. Zumindest nicht sonderlich deutlich.

Schneller ist mensch mit der Sprachsteuerung vermutlich nicht, aber in einigen Momenten erlaubt es halt, Dinge parallel zu tun. So kann ich Kinect statt einem Headset zum Sprechen benutzen oder auch eben schnell "XBox aufnehmen" sagen, wenn ich meinen letzte Sequenz im Spiel eben schnell aufzeichnen will. Oder auch einen Skypeanruf könnte ich eben mal annehmen, ohne mein Spiel unterbrechen zu müssen. Oder oder oder. In der Parallelität ist es großartig, aber meine DVDs werde ich wohl weiter mit dem Controller anhalten.

Zu den Sprachfunktionen in Spielen später mehr.

Der Controller

Ist gut.

Das liegt vorallem daran, dass es kaum Unterschiede zum hochwertigen Vorgänger gibt. Kaum, nicht keine.

Start und Back-Taste sind ersetzt durch die Menü und Ansicht-Taste. Deren Funktionen können natürlich varieren, in Abhängigkeit von Spiel oder App. Im Prinzip bleibt die Menü-Taste aber meist der klassischen Start/Pause-Taste treu.

Als Prügelspielspieler habe ich aber direkt einen Vorteil und ein Manko entdeckt, verankert am Digipad auf der linken Controllerseite. Es ist, entgegen dem originalen XBox360-Controller ein Vier-Richtungen-Pad, was viel präziser in der Ansteuerung ist, als das frühere Acht-Richtungen-Pad, das eigentlich auch ein Stick war. Das ist sehr gut.
Leider liegt es nur viel zu tief im Controllerchassis, so dass sich jede Steuerung darauf anfühlt, als würde man seinen Daumen einfach nur auf dem Plastik reiben. Da ist das Spielgefühl nicht sehr gut. Ein kleiner Rückschritt zum früheren Controller.

Auch das neue Vibrationssystem - früher ein kleiner Motor - mit zwei Motoren ist etwas irritierend. Vielleicht wegen den neuen vielfältigen Vibrationsarten beim Spielen oder weil es sich wie ein elektrischer Rasierapparat anfühlt, wenn es mal losgelegt hat. Es klingt auch ähnlich.

Tatsächlich ist der Controller - für meinen Geschmack - seinem geistigen Vater unterlegen. Wenn auch nicht sehr viel. Hier meckere ich aber auch auf hohem Niveau.

Aber wenn wir gerade schon bei der Spielebedienung sind:

Die bzw. meine Spiele&Apps:

Ich bin ganz ehrlich mit euch: Das Start-Line-Up ist schwach. Nicht weil die Spiele schlecht wären, sondern weil nur wenige mit besonderem Alleinstellungsmerkmalen daher kommen. Da ist kein brennendspannender neuer Franchise, keine revolutionäre Neuerung. Es gibt eher zaghafte Schritte zum Beginn. Möglicherweise - Die Angst und Unsicherheit mit den vielen neuen Funktionen deutet es an - auch zu Recht, damit die Leute erstmal die Chance bekommen, das Potential zu erkennen.

Spannend übrigens, bevor ich zu den Spielen komme: Alle Titel lassen sich schon starten und Spielen, bevor sie vollständig installiert sind. Zwar sind dann nicht alle Spielmodi verfügbar, mensch muss aber nicht mehr so lange warten. Die Konsole lässt sich auch beibringen, Downloads im Standby zu erledigen, was weitere Wartenzeiten verkürzt.
So konnte die Konsole dir Drecksarbeit machen, während ich bei dem wichtigen Termin war und alles war fertig, als ich voller Vorfreude zurückkam.

Fifa 14
Ist netterweise in Europa eine (digitale Download-)Beigabe zur Konsole gewesen, ist aber - glaube ich - auf DayOneKäufer beschränkt. Das in Europa drauf zu legen macht Sinn, es ist eine der erfolgreichten Spieleserien hier und ich wette, EA hat es auch gerne gemacht, um dem großen Konkurrenten Pro Evolution Soccer endgültig den Hals zu brechen. Ja, so verbittert schätze ich da den Wettbewerb ein.

Da Fifa in den meisten Sachen nur ein Update eines sehr guten Fussballspiels ist, will ich nur auf markante Neuerungen und vorallem die Kinectfunktionen eingehen.

Mit dem Aufkommen von HD-Fernsehern kamen auch die ersten HD-Spiele auf die Konsolen und sie hatten plötzlich alle eines gemeinsam: Winzige Schriftarten. So winzig, dass einige Spiele auf HD-Ready-Geräten unlesbar wurden und damit unspielbar. EA macht die Bewegung in die andere Richtung und alle Schriften sind plötzlich wieder groß, ja regelrecht riesig. "Bewohner gegenüberliegender Häuser könnten durchs Fenster mitlesen", wäre vielleicht etwas übertrieben, aber es fällt schon sehr auf.
Sowieso ist das, an Wisch-Displays von Handys erinnernde Menü ein wenig irritierend und überladen, auch wenn es sehr gut gemeint ist. Endlich kann man alle wichtigen Spielmodi und Bereiche in einem Bildschirm anwählen. Die Struktur ist eigentlich sehr sehr gut, nur die Aufmachung gefällt mir nicht so.

Das kann ich sonst vom Spiel nicht sagen, alles geht schnell, Ladezeiten sind kaum zu erkennen. Mit einem Tastendruck geht immer alles sofort los. Der Rest ist ganz normales Fifa.

Und dann kommt Kinect. Während die Körpererkennung nicht zum Einsatz kommt, kann viel mit Sprache gemacht werden. Die Mannschaft anfeuern, Bälle einfordern, Spieler auswechseln, den Schiedsrichter beleidigen, alles was Fussball braucht ist möglich. Zwar klemmt das System ein wenig bei den Spielernamen bei Auswechslungen, aber als ich mit einer Abseitsentscheidung sehr - sagen wir mal - unzufrieden war, haben es erst die Kommentatoren erwähnt und dann hat der Schiedsrichter meinen Trainer auf die Tribüne verwiesen.
Vielleicht nicht die nützlichste Funktionen, trägt aber tatsächlich zur Spielstimmung bei. Gerade, wenn man "Los! Los! Los!" ruft und plötzlich umliegende Spieler in den Sprint wechseln, steigt die Intensität des Spiels doch massiv an. Gerade, wenn man Fussball mag.

Forza Motorsport 5
Ich bin ganz ehrlich mit euch: Das ist das Spiel, welches mir die Konsole verkauft hat. Seit Forza 3 verehre ich diese Serie. Nicht, weil sie besser sein könnte als der Konkurent Gran Tourismo auf der Playstation - Das sei den Konsolenkriegern wieder überlassen - Sondern einfach, weil wir zusammen passen. Und dabei bin ich nichtmal Motorsportfan, ja nicht mal Autofahrer.
Aber wenn Fahrzeugindividualisierung, die Moderatoren aus dem geliebten Top Gear und spannende Onlinefunktionen zusammen kommen, dann bin ich am Haken.

Hier werde ich sogar zum Grafikfetischisten, was ich sonst eigentlich nicht bin. Die Wagen sehen nämlich fantastisch aus, die Strecken (endlich) auch und alles ist so gut wie immer.
Und das kann man auf zwei Arten betonen: 1. Alles ist gut 2. Alles ist wie immer
Was bei Forza ein solides Spiel beschert, aber auch ein wenig Schade ist. Kinect wird weniger eingebunden, als bei Forza 4, Spracherkennung ist nur für die Konsolen-, nicht für Spielfunktionen da. Die Karriere wirkt steril, die Wettbewerbe sind ausgeglichen, alles riecht streng nach kostenpflichtigen DLCs. Beliebte Fahrzeuge und Strecken aus den Vorgängern fehlen teilweise nämlich.

Das eine sensationelle neue Feature tritt zur Zeit zu passiv auf, um wirklich Eindruck zu machen: Der Drivatar. Wo in anderen Spielen die Konkurrenten im Spiel vorprogrammiert sind, werden die Datenbankmöglichkeiten des Microsoft-Netzwerkes genutzt, um die Fahrer aus den Profilen anderer Spieler zu generieren. Dabei erlernt das Spiel mein Fahrverhalten und dupliziert mich dann als Fahrer bei meinen Freunden.
Leute, denen ich folge, die das Spiel haben, werden auch berücksichtigt. So fuhr bei mir der Community-Manager von Microsoft "Major Nelson" bisher alle Rennen mit.
Die Rennen werden dadurch tatsächlich spannender, auch wenn nur einer meiner Freunde eine XBoxOne hat und bisher niemand Forza hatte. Trotzdem sind die heruntergeladenen Fahrer unberechenbarer und aufregender als Gegner, als alle bisherigen K.I.-Spieler in den vorherigen Forzateilen. Kombiniert mit dem vergrößerten Fahrerfeld in einem Rennen kommen spannende Duelle um die Platzierungen zu Stande.
Was wieder dadurch relativiert wurde, dass für ein Rennen jetzt schon "Gold"-Wertungen vergeben werden, wenn man es auf die ersten drei Plätze schafft.

Im Vergleich zum aufregenden Festivalrennspiel Forza: Horizon, ist man hier eigentlich sehr bieder und konservativ geblieben. Ich wiederhole mich, aber der Fortschritt ist hier überall sehr zaghaft.

Trotzdem aber übrigens Anwärter für mein nächstes Let'sPlay und eventuell eine gute Gelegenheit, die Aufnahme und Weiterverwendung von Spieleclips zu testen.

Killer Instinct
Ist gratis!
Wenn mensch nur eine Spielfigur haben will. Ansonsten möchte der -noch- sehr rudimentäre Prügler nämlich Geld sehen. Leider eine sehr moderne Entwicklung bei Beat'em'Ups. Zwar gibt es ein Gesamtpaket und zu verschiedenen Zeiten sollen in Zukunft auch andere Figuren immer mal wieder frei zu spielen sein, aber wer immer auf alle Inhalte zugreifen will, muss zahlen.
Da bin ich zwiegespalten. Einerseits gibt es immer Figuren, auf die ich in so Spielen verzichten könnte, die ich selber niemals spiele(n würde). Andererseits möchte ich in Zukunft nicht meine Spiele mit meinem Geld an meinen Geschmack anpassen und dafür unfertige Produkte serviert bekommen.

Einen Story-Modus und ein paar andere Spielmodi hat man sich nämlich auch noch für später aufbewahrt. Dementsprechend schwachbrüstig kommt es daher auch gerade rüber.

Auch wenn das Wiederbeleben einer alten Spielereihe mich erfreut hat, so scheint mir das Spielsystem zu sehr versimpelt. Wie sollte ich es aber auch in seiner Tiefe bewehrten, wenn ich nur eine Spielfigur zur Verfügung habe?

Das mittelmäßige Digipad tut sein übriges, was sehr schade ist, denn die Aufmachung und der Stil gefallen schon sehr gut.

Kinect Sports Rivals - Preseason
Ist eine Demo!
Und mit einer Rennstrecke in nur einer Spielekategorie nur eine sehr dünne. Aber dabei sehr starke.
Hier wird nämlich komplett mit Kinect gelenkt und was sonst als Fuchtelsteuerung verängstigt (ich bin Wii Sports gewöhnt) lebt hier von der Präzision von Kinect.
Ich kann mit meinen Händen durch Öffnen und Schließen, leichtes Kippen des Körpers und Positionierung der Hände den Jetskis sehr präzise steuern und mit Sprachkommandos auch Extras aktivieren. Alles präzise, sauber und unterhaltsam. Hier lassen sich die Möglichkeiten von Kinect endlich erahnen. Hier bin ich wirklich hungrig geworden auf mehr.
Im fertigen Spiel werden viele verschiedene Kategorien zum Einsatz kommen und Kinect als Scanner sogar die Spielfigur modellieren. Darauf bin ich besonders gespannt.

XBox Fitness
Ich habe den ersten Workout getestet und nach 24 Sekunden wieder beendet. Erstens kam ich mir, hampelnd in meinem Wohnzimmer, zu albern dabei vor. Zweitens kam direkt so eine (Sex sells!) amerikanische Trainerin mit ihren Hupfdohlen an der Seite um die Ecke, dass hat für mich nicht funktioniert.

Aaaber ich habe mich dann nochmal dran getraut. Anderer Workout, anderer Trainer, trotzdem Hupfdohle dabei. Der Trainer in dem Video war dann zu ihr sexistisch. Nicht schön, aber das wollte ich nicht bewerten bei dem Test.
Bei der App werden einem also Fitnessvideos abgespielt und per Kinect wird erfasst, ob man die Übungen richtig mitmacht. Dafür gibt es dann Punkte und Bewertungen, jeder Workout hat auch seine Challenges, so dass der Highscore-Sinn des Spielers angesprochen wird. Auch mit Freunden kann man sich vergleichen und mit Personen in der gleichen Altersgruppe.

Ich habe mich schon gefreut, dass ich in dem Zehnminuten.Powerworkout besser war als Männer im gleichen Alter, aber habe auch direkt relativiert, dass es ja nur um all die gehen kann, die den selben Workout gemacht haben.

Das Training zu Videos ist gewöhnungsbedürftig, Sport im eigenen Wohnzimmer um so mehr. Aber: Es hat funktioniert. Auch wenn die Übungen nicht wirklich groß erklärt wurden und alles ein wenig hektisch wirkte, war ich in den Zehn Minuten gut am Pumpen und hatte sogar Spaß. Und das nicht nur wegen der Achievements und Punktzahlen und das trotz dem latenten Sexismus im Video. Da bleibt abzuwarten, ob sich andere Trainingsvideos da intelligenter präsentieren.

Achso: Die muss/kann man kaufen, als XBox-Nutzer mit Goldkonto bekommt man aber viele Workouts frei zur Verfügung.

Das erste Fazit

So fern das bis hier hin möglich ist. Viele Funktionen habe ich auch noch nicht beleuchtet, einiges für ein Urteil nicht ausreichend getestet, möglicherweise (und falls gewünscht) werde ich nach meinem Urlaub weitere XBoxOneLet'sPlays machen.
Viele Möglichkeiten bleiben noch im unklaren, manches weiß aber schon zu gefallen. Vorallem die Sprachmöglichkeiten reizen mich, manche Sachen bringen mich auch auf Ideen, die über das normale Spielen herausreichen könnten.
Auch wenn es sich alles nicht so revolutionär anfühlt, wie es vielleicht sollte, bin ich sehr sehr neugierig. Und wenn auch manche Bewertungen hier etwas hart klangen, bin ich sehr glücklich mit der Konsole. Jetzt wird es aber Zeit, dass die Spiele kommen, die mich vom Hocker reißen. Und da habe ich ein paar schon im Blick.

Kommentare

  1. hm. klingt gar nicht übel. Da ich bislang ja einen Multimedia-PC im Wohnzimmer hatte und kein Freund von Konsolen bin war es bislang ausgeschlossen. Aber die xbox one kommt ja eher wie ein Multimediacenter daher. Auch wenn ich Konsolenspielepreise fürchterlich übertrieben und für lange Zeit unverständlich teuer halte.
    Wie sieht es mit Start- und Reaktionszeiten aus?
    Wie schnell ist das Gerät hochgefahren?
    Startet es aus dem Stand-by via Ansage?
    Wie sieht es aus, wenn das Gerät zwischenzeitlich keinen Strom hatte?
    Wie lange dauert es bis man ein TV-Bild hat? HDTV möglich?
    Hat das Ding komplett digitale Ausgänge? HDMI + Tosslink?

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    1. Start und Reaktionszeiten hängen vom bevorzugten Stand-By Modus ab, hochfahren tut sie per Ton aus jedem Modus.
      Wählt man schnellen Start, sind im besten Fall 4 Sekunden bis zur Verwendung möglich, bei vollem StandBy sind es so circa 17. Ungemessen, geschätzt.

      Bild ist dabei sofort vorhanden, wenn auch nur ein "Ladebildschirm".

      Einen stromlosen Test hatte ich nicht, aber bei erster in Betriebnahme hat die Konsole auch schon sofort auf Sprache reagiert.

      HDTV ist wohl möglich, sogar der Heimreceiver kann angeschlossen werden, konnte ich in Ermanglung einer Receivers aber nicht testen, wie es dann läuft.

      Ausgänge sind "digital", wieviele und welche kann ich gerade nicht sagen. Dafür ist mein Setup zu unspektakulär.

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  2. Schöner erster Einstieg in die neue Konsole. Ich kann deinen Äußerungen nur zustimmen. Meine zusätzlichen Anmerkungen:

    Design: Ich mag den "Klotz". Ich habe aber auch genug Platz für die Konsole und bei manchen IKEA oder sonstigen TV-Möbel könnte es vielleicht eng werden. Aber das schlichte Eckige Design finde ich mal wieder was anderes, nachdem sonst alle die Designs von Apple nachgebastelt haben.

    Menü: Das Menü ist natürlich erstmal gewöhnungsbedürftig. Ich bin gespannt wie das aussieht, wenn die Marktplätze mit Arcade, Indie, Demos, Addons etc. gefüllt werden. Bin aber froh, dass die 2.000 Sub-Menüs der Xbox360 Geschichte sind. Die Sprachsteuerung ist aber auch sehr angenehm, wenn man weiß was man will. Z. B. Gehe zu Youtube oder Gehe zu Fifa 14 - egal wo man grade am rumsuchen war - oder einen Film geguckt hat, der doch nicht so gut ist.

    Sprachsteuerung: Da ich grade dabei war, ich hab es auch noch nicht ausprobiert, aber man kann wohl eigene Kommandos einrichten. Wird am Wochenende mal Zeit, wenn ich Zeit hab.

    P. S. Mein Forza ist immernoch nicht da, verdammtes England!


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  3. Sehr gutes Review, als Fan die neue mit der alten Konsole vergleichen. Hab ich so noch nicht gesehen.

    Auf welche Spiele freust du dich denn?

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    1. Dazu kommt nächsten Freitag schon mal ein Beitrag, aber ich kann es hier auch schon sagen:
      Destiny ist mein absoluter Favorit, The Division hat meine Aufmerksamkeit.

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  4. Ich bin ja zugegebenermaßen eher Sony-Kind, was Konsolen angeht (sonst kaufe ich möglichst gar nichts von Sony), aber dennoch finde ich das Kinect-Konzept eigentlich schon sehr interessant. Vermutlich vergurken sie's am Ende dann aber doch wieder, weil die Core-Games das System nicht gescheit unterstützen. Bin gespannt, was sich da noch tut. Die Hasen-Anekdote ist übrigens klasse. Nettes Gimick der Konsole.

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    1. Wie gesagt, ich entziehe mich da jeder "Konzerntreue". Das Aufbranden des aktuellen Konsolenkrieges auf anderen Websites gefällt mir auch gar nicht. Aber, du darfst natürlich die Playstation gut/besser finden.
      Die PS2 habe ich mir damals noch nachtrgälich für meine Sammlung gekauft, da dort einfach sehr viele gute Rollenspiele leb(t)en.

      Die Hasen mögen dieses Feature auch sehr. Durfte jetzt aber lernen, dass es nur bei Apps & Spielen mit direkter Kinectanbindung funktioniert.

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