Kairosmomente
Kairos ist in der Mythologie ein sehr schneller Gott. Sein Aufgabenbereich ist die gute Gelegenheit. Er taucht nur kurz vor einem auf und wenn mensch dann nicht zugreift, dann ist er weg. Die Sagen rund um Kairos haben ihn zum Namensgeber für eben solche Momente in unserem Leben gegeben.
Diese haben (vielleicht) nicht mit göttlicher Fügung zu tun, sicher aber damit, dass zwei Geschichten oder Situationen in einander passen. Kurzfristig wird ein Platz frei und weil wir überraschend Zeit haben, nehmen wir ihn war. Wir haben angefangen Kunst zu machen und lernen unerwartet jemand kennen der im selben Bereich schon länger arbeitet. Wir steigen in die Bahn und da sitzt jemand mit toller Ausstrahlung, wir haben aber auch Merchandise von der selben Sache an. Momente dieser Art gibt es unzählige.
Sie auch wahrnehmen, das ist der schwierige Part. Denn wo immer Gelegenheiten mit ungenauem Potential auftauchen, setzen sich auch gerne unsere Ängste mit an den Tisch. Die Angst die Situation nicht wert zu sein, die Angst nicht zu können was es braucht und auch die Angst, dass wir von Ablehnung verletzt werden könnten. Leider ist eine logische Antwort es dann zu lassen, weil dadurch fallen viele dieser Probleme weg.
Die eigentlich Antwort ist aber, uns nochmal in unserem Selbstwert zu bestärken und uns klar zu machen, warum wir jetzt gerne handeln wollen. Zum Beispiel die Frage, ob ich in der Situation gerade etwas geben will oder etwas bekommen möchte. Denn wenn ich überraschend einem*r Mentor*in Dank ausdrücken kann, dann ist das auch ein Kairosmoment, aber eben einer in dem ich etwas geben möchte. Wenn ich aber jemandem eine Frage stellen möchte, dann möchte ich etwas nehmen. Manchmal mischt sich beides. Und dafür ist es sinnvoll Bewusstsein zu entwickeln. Und Bewusstsein hilft auch beim Selbstwert und der Selbstsicherheit, denn nicht umsonst wird Selbstbewusstsein oft mit den andren beiden verwechselt.
Wir werden es nicht immer schaffen Kairosmomente wahrzunehmen. Und auch wenn wir darüber trauern dürfen, sollten wir uns dann aufraffen und schauen wie wir uns fürs nächste Mal stärken können.
Quelle: Psychologie Heute Compact Neuanfänge
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