Unter

Von so vielen Stellen im Leben bin ich gewohnt, dass etwas zu viel ist. Menschen haben Angst zu viel zu sein. Reize können zu viel sein. Herausforderungen können zu viel sein. Überfordert. Überstimuliert. Reizüberflutung. 

Eine Freundin schreibt mir und fragt mich ob ich das "Window of Tolerance" kennen würde als Konzept. Ich weiß es nicht mehr und lese es nach. Dann steht da etwas, was mich erreicht und für meine Situation Sinn ergibt. Etwas, was ich nicht bewusst hatte und/oder vergessen habe:
Es kann auch zu wenig sein. 

Unterstimuliert. In mir ist es emotional irgendwie dumpf. Ich bin müde und unmotiviert. Alles ist irgendwie gleich. In Reaktion auf den Impuls von der Freundin raffe ich mich auf und bitte mir Sachen an, die ich die letzte Zeit nicht hatte. Ich mache neue und andere Sachen. Ich nähe etwas, was ich nicht gut kann, aber eben neu für mich ist. Und siehe da, es geht mir besser. 

Natürlich ist es nicht die Lösung für alles, besonders nicht für depressive Phasen, aber es ist wert als Dimension meiner Awareness für mich und andere aufzunehmen. Ist es gerade zu wenig? Bin ich unterstimuliert? Brauche ich Neugierde und etwas worüber ich mich wundern kann? Könnte mich das zurück in den Bereich heben, wo ich mich nicht schlecht fühle? Oder wenigstens näher dran? 

Danke für den Impuls. 

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