Tool: die stille Frage
Wenn du mit etwas unsicher bist, dann brauchst du Sicherheit. Und wenn es um Wissen geht, dann ist es sinnvoll jemanden zu fragen, der sich damit auskennt und dem wir vertrauen können. Dabei ist "Was mache ich gegen Krämpfe in der Wade?", "Wie geht es nochmal ein Haiku zu schreiben?" und "Hast du mich noch lieb?" alle erstmal komplett gleichwertig als Frage.
Spannend ist, dass wir oft die Antworten sogar schon kennen. Denn wir sind uns nicht unsicher, wenn wir gar nichts wissen, wir sind nur unsicher, wenn wir glauben zu wenig zu wissen. Wenn ich gar kein Brot habe, weiß ich dass niemand essen kann, wenn ich ein halbes Brot habe, kann ich nicht sicher sagen, wieviele Menschen ich damit essen lassen kann. (Wenn du hier "doch" sagen möchtest, bleib noch einen Moment bei mir). Manchmal sind wir mit unseren Daten also nicht sicher.
Was mir öfter geholfen hat als ich erwarten würde, ist etwas, was ich jetzt "die stille Frage" taufe. Es ist eine Frage die ich in den Chat oder in eine Email schreibe, manchmal auch notiere, falls ich die Person später sehe. Und dann warte ich einen Moment. In diesem Moment versucht mein Kopf vorherzusagen, was die andere Person wohl sagen könnte. Und manchmal sind dann schon in diesem Überlegungen die Antworten dabei, die ich eigentlich brauche. Ich gehe einen Umweg, um mein Gedächtnis nochmal anders anzusteuern. Manchmal fallen mir so auch gute Rückfragen ein die kommen könnten. Reicht das Brot? Wieviele Leute kommen denn?
Wenn ich trotzdem mit meinen Daten nicht weit genug voran komme, schicke ich meine Frage ab. Oft ergänzt um die Gedanken die ich schon gefunden habe. Manchmal stelle ich eine der neuen Fragen, die durch den Prozess aufgetaucht sind. Und ganz manchmal erkenne ich auf dem Weg, was ich eigentlich gerade brauche. Denn natürlich kann mensch nicht aus sich heraus alles alleine beantworten und schaffen. Und dann ist es sehr sinnvoll mit andren zu kommunizieren.
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