Virtueller Weltall hat mir was über echte Gemeinschaft gezeigt
Als ich nicht selbst herausfinde wie ich das Problem lösen kann, suche ich ein Tutorial auf Youtube. In einem meiner liebsten Videospiele, das bei mir gerade noch mal ein massives Comeback erfährt, gibt es viele Wege zu spielen. Das bedeutet auch, dass Spieler*innen manchmal an Grenzen stoßen. No Man's Sky, hier im Blog auch schon erwähnt, ist ein Erkundungsspiel im Weltall. Es ist eine geteilte Welt zwischen allen Spieler*innen online. "Eine geteilte Welt" trifft es dabei nicht. Das Spiel ist Zehn Jahre alt und nach Angaben der Macher*innen wurde bisher nur 1% des Universums entdeckt. Aber trotzdem gibt es viele Gemeinschaften und aktive Gruppen die in ihrem (Rollen-)Spiel siedeln und erkunden und wirtschaften und sich austauschen. Richtig aktiv in den Communities des Spiels war ich vorher nicht, aber seit mein Mitbewohner und ich gemeinschaftlich in diesem Spiel unterwegs sind, öffne ich mich für diesen Teil des Spiels. Und ich merke was es mit mir macht, wenn ich online auf Stützpunkte anderer Spieler*innen treffe. Selbst wenn diese nur noch wie eine veraltete Ruine wirken. Aber dann sehe ich welche Ideen und Stile umgesetzt werden. Ich nehme mit Ideen mit für meine Projekte. Und dann gehe ich in unsere Bereiche des Spiels zurück und entwickel sie weiter. Die Spuren der Vorgänger*innen, die aktiven Spieler*innen die ich zufällig treffe, das eigene Entwickeln der Stützpunkte und Strukturen: Sie alle sind Zeichen für Lebendigkeit. Auch die Aktivitäten außerhalb des Spiels. Es gibt Wikis und Discordserver die eng mit dem Spiel verknüpft sind, es gibt Streamer*innen und Youtube-Kanäle. Diskussionen in Foren, Tutorials und Antworten überall im Netz. Lebendigkeit. Bewegung.
Während ich auf dem Sofa sitze und mir ein Tutorial anschaue darüber wie ein Problem gelöst werden kann, merke ich wie ich z.B. an diesen Blog denke, aber auch andere Aktivitäten in der Vergangenheit. Genau wie ich mich plötzlich in No Man's Sky als Teil einer Gemeinschaft sehe, auch mir die Menschen vermutlich gar nicht in echt begegnen, versuche ich das auch selbst für Kunst und Schreiben und Kreativität zu sein. Ich veröffentliche jeden Tag etwas für diesen Blog. Das ist Bewegung, Entwicklung, Teilen von Wissen, Anzeigen von Fragen und auch Antworten. Ich zeige teilweise was ich baue, ich erkläre wie ich Dinge mache oder was meine Gedanken dabei waren. Wer diesen Blog ab und an besucht, kann hoffentlich Inspiration für eigene Arbeiten finden. Selbst wenn es der Blick auf meine Texte, Werke, Worte ist mit dem Ergebnis: "Na, das hätte ich aber besser gekonnt." Auch dann ist es Teil von Bewegung in der Gemeinschaft. Denn wenn es dann auch jemand besser macht - Oder auch einfach anders - dann entsteht mehr und wir erkunden mehr.
Würde mensch mich jetzt gerade spontan fragen, schätze ich, dass von der Kreativität vermutlich auch bisher nur 1% entdeckt wurde. Aber das würde ich mehr aus Gründen des Scherzes und der Provokation sagen.
Wichtiger ist mir, dass zu Gemeinschaften beitragen für uns gut ist. Es gibt psychologische Studien die das klar belegen. In etwas Energie zu investieren, dass größer ist als wir selbst und außerhalb von uns liegt, das kann uns erfüllen. Und es ist leichter als wir oft vermuten. Denn schon alleine Danke zu sagen für ein Tutorial, einen beitragenden Kommentar zu schreiben oder etwas zu teilen, das ist schon etwas größer als wir selbst.
Mich motiviert der Gedanke, dass irgendjemand - ähnlich wie ich - auf ein Problem stößt und dann nach Antworten sucht und vielleicht bei mir landet. Ich habe nicht den Anspruch das "eine" oder "beste" Angebot dazu zu machen. Denn verschiedene Menschen brauchen verschiedene Stimmen. Es ist gut möglich dass Menschen den selben Tipp den ich gebe woanders nochmal anders lesen müssen damit er landet. Aber durch meinen Beitrag steigt eben die Chance, dass jemand den richtigen Ton trifft. Und miteinander zur selben Sache reden und nachdenken, das ist eben auch Gemeinschaft. Schön, dass wir zusammen hier sind.
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