Ich brauche keine Träume

Ich habe keine Träume mehr zur Zeit. Keine die ich benennen kann. Keine die mit meiner Kunst zu tun haben. Und nachdem mich das jetzt eine Weile gestört hat, stehe ich plötzlich an einer gedanklichen Weggabelung. 

Aus verschiedenen Gründen haben ich wieder eine Liste in meinem Zimmer auf der ich dokumentiere wenn ich bestimmte Dinge tue, die gut für mich sind. Sport, Aufräumen, Schreiben, sowas. Ich mache am Ende des Tages Striche bei den Dingen die ich geschafft habe. Ich habe extra so klein geschrieben, dass ich aus meinem Zimmer nicht lesen kann was da steht. Nur das Erstellen der Liste hat scheinbar die Gamification geweckt. Es gibt eine Art Punkte und um zu spielen muss ich Dinge tun die eh kleine Erfolge sind, wie gut ist das denn? 

Schon nach kurzer Zeit stört mich nicht mehr, dass ich gerade nicht "das eine Buch schreiben will", "diesen einen Auftritt haben will" oder irgendwelche anderen Erfolge - die manchmal verdächtig klingen als wären sie eine gesellschaftliche und nicht eigene Erwartung an sich. Was ich gerade möchte, das ist ein paar Punkte sammeln. Das reicht. Wenigstens eine gute Sache heute schaffen, vielleicht zwei. 

Ich glaube es braucht keine Träume, aber durch Aktivität das Fenster aufmachen, damit welche die Gelegenheit habe aufzutauchen. Ganz kleine Ziele und Erfolge. Das kann die Forschung sein um irgendwann versprachlichen zu können, was da vielleicht als großer Wunsch oder Traum im Äther wabbert. 

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