Watts Writers Workshop und die Wichtigkeit von Geschichte

Gerne und mit Begeisterung schreibe ich darüber, wie mensch Kunst machen kann und für sich auch darin besser werden kann. Wo viele Menschen sich gerne auf das Handwerkliche fokussieren, bin ich mir sehr sicher, dass es eine Ganzheitlichkeit braucht, die mensch nicht erreicht, wenn nur das Handwerk verbessert wird. Zumal "besser werden" nicht für jede Person bedeutet "besser zu schreiben" oder anders Kunst zu machen. Und (die eigene) Kunstform zu lieben kann eben viele Formen haben. Einer der Aspekte die ich dabei hilfreich finde, ist auch auf die Geschichte und Geschichten der Kunstform zu schauen. Denn darin befinden sich immer wieder Ideen, Inspirationen und Wissen für alle Kreativen heute. "Wir stehen auf den Schultern von Riesen" heißt es oft, wenn Menschen dankbar dafür sind, was Generationen vor ihnen in ihnren Bereichen erfunden und entworfen haben. 

Dank einem Kurzvideo von Tony Weaver Jr., einem Content Creator und Botschafter fürs Lesen und Literaricy, bin ich auf die Geschichte vom "Watts Writers Workshop" aufmerksam geworden. Tony Weaver Jr. zieht in seinem Kommentar Parallelen zwischen den Ereignissen in Watts und dem was in den USA im allgemeinen gerade passiert. In dieser Geschichte liegen aber noch einige weitere wichtige Aspekte dich ich bemerkenswert finde, in all der Schrecklichkeit was da passiert ist. 

Da mir die Geschichte selbst neu ist, kann ich nur eine kurze und ungenaue Synopsis geben: In Watts, einem Ort in den USA kam es zu Protesten durch die unterdrückte POC Bevölkerung. Die Regierung ist mit Polizei dagegen vorgegangen, es ist in Gewalt eskaliert, durch die Aggression der Polizei. In Folge dessen hat sich in Watts ein Zusammenschluss aus überwiegend POC Autor*innen gebildet, die in einem Theater dort aktiv waren. Dieser Workshop wurde durch einen Spitzel unterwandert und dann zu einem späteren Zeitpunkt auch niedergebrannt im Auftrag des FBI. Der Wikipedia-Artikel zu der Geschichte ist hier. Ein Youtube-Video das die Geschichte gut erklärt und mit O-Tönen, auch von dem Spitzel, untermauert ist hier, dabei aber eine kleine Soundwarnung, denn das Video wird bei Zeitmarke 3:30 plötzlich lauter. 

Der Watts Writers Workshop ist in der Gesamtheit der Geschichte der Literatur vermutlich nur ein Augenschlag. Aber ein - für mich - wichtiger. Denn eine der Fragen, die eben nichts mit Technik zu tun hat, die kreative Menschen und Künstler*innen immer wieder umtreibt ist: Kann ich mit meiner Kunst etwas bewirken? Kann ich mit meinem Content etwas verändern? Kann ich etwas bewegen? Und wer alleine in seiner Kammer sitzt und gerade eben nicht mitbekommt, was die eigene Kunst vielleicht gerade macht, sieht das eben nicht. Aber die Geschichten von Menschen zu erfahren - die aus Not und Unterdrückung heraus - ihre Kunst nutzen wollten, und dabei von einem Staat angegriffen wurden, zeigt welche Macht Kunst haben kann. Und natürlich verändert nicht jedes Werk die Welt, aber eine fortlaufende Arbeit, wie es eben der Watts Writers Workshop auch gemacht hat, war dann für ein System doch gefährlich genug, dass sie eingreifen mussten. Watts ist (leider) nicht der einzige Fall wo vorallem unterdrückte Stimmen verhindert wurden und angegriffen wurden. Es ist aber eben ein Beweis. Und es ist ein guter Anlass deren Geschichte auch weiter zu erzählen, weil es auch deren Kämpfen weiterhin Boden gibt, auch über ihre Zeit hinaus. 

Sich in der Geschichte von Kunstformen zu bewegen, trägt auch zur eigenen Meisterschaft bei. Zu wissen wer vor einem kam, Zugang zu den Ideen und Strömungen von früher zu haben, sich als Teil einer Gemeinschaft zu sehen, die über unzählige Generationen hinaus geht. Es hilft auch sich weniger alleine zu fühlen, auch wenn vielleicht bei einem selbst vor Ort gerade keine Community ist von der mensch teil sein kann. 

Ich selbst mag noch mehr über den Watts Writers Workshop lernen. Wenn ich weitere Quellen finde die ich teilenswert finde, dann werde ich sie hier in den Blog bringen. Solltest du etwas dazu wissen oder kennen, teil es gerne auch mit mir. Wenn du eine andere wichtige Geschichte in der Kunst kennst, dann mag ich sie auch gerne hören. Denn ich mag lernen, auf wessen Schultern wir da eben stehen. 

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