Jahresabschlussdepressionen

Jay Nightwind | 17.12.14 | / / | Kommentieren

Dezember. So viele Dinge hören hier auf. Das Jahr zum Beispiel. Die Hinrunde der Bundesliga. Die schönen Tage draußen hören auf. Wir bleiben alle drinnen, kuscheln uns ein. Die guten Lieder im Radio hören auch auf. Die gute Laune des Festivalsommers auch. Das Geschäftsjahr auf der Arbeit hört. So vieles hört hier auf. Das Denken, das hört auch auf.

Anders kann ich mir das nicht erklären. Heute zum Beispiel auf Facebook folgender Kommentar:
"Es gibt eine schreckliche Geiselnahme in Sydney und auf Twitter sind die häufigsten Hashtags Halligalli und Umberto. Was stimmt mit euch nicht?"

Poetry Slam von Innen: No Limit über Sven Golze

Wer ist eigentlich dieser Sven Golze, von dem immer alle reden? Das haben sie sich sicher schon oft gefragt.
Zu RECHT! Sven Golze ist ein Slampoet aus Leverkusen. (Was ein Slampoet ist, das wissen sie als LeserIn dieses Blogs sicherlich. Leverkusen ist eine Stadt mit viel Chemie im Boden. Ich muss das wissen, ich wohne da auch.) Aber Sven ist nicht irgendein Poet. Er ist ein Geschichtenerzähler allererster Kajüte.
Und zwar Geschichten die uns alle angehen. Geschichten über alltägliche Dinge. Dinge die viel zu oft nicht gesehen und Menschen die häufig vergessen werden.
 Wenn sie Sven zuhören wird es sich schwer vermeiden lassen, die Welt einmal aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Und zwar aus einem wichtigen Blickwinkel: weg aus der Ich-Perspektive. Seine ruhige aber dennoch bestimmte Vortragsweise gepaart mit einer fesselnden Bildersprache wird sie für ein paar Minuten in eine andere Welt versetzen. Und zwar in die wirkliche Welt. Weg vom durchgeplanten und gehetzten Alltag, hin zu den Dingen die vor unseren Augen passieren aber von uns nicht beachtet werden. Svens Texte sind eine Ansammlung von Nadelstichen mitten ins Herz des Publikums. Die Charaktere seiner Geschichten könnten ebenso gut unsere unbekannten Nachbarn sein.

Let's Play Yoshis Island #18

OnkelToffa | 12.12.14 | / / / | Kommentieren
Nachdem es letzte Woche ja eine Folge gab die ein bisschen "Überlänge" hatte gibt es heute mal ein bisschen was schnelleres und kurzweiligeres. Der kleine Yoshi entdeckt heute mit seinem Weggefährten Mario den Rock n Roll für sich und die Party geht ab. Viel gibt es über diese Folge eigentlich nicht zu sagen, denn es passiert genau das was ich bereits gesagt habe... der Rock wird gerollt. Was man aber doch erwähnen kann ist, dass mir dieses Level ungeheuer Spaß gemacht hat und ich solche Level viel öfter sehen wollen würde. Schaut es such selbst an und mache euch n Bild von diesem tollem gerolle!

Rezension: I am Bread

Quelle: PCGames
Es gibt ja so manches Spiel, wo man sich direkt denkt: "Wer braucht sowas?" oder "Wer kauft sich denn sowas?".
Eins dieser Spiele ist auch "I am Bread".
Doch vorweg schon mal eins: Ich kaufe mir sowas!

Und nach etwa einer Stunde antesten steht fest: Es war eine gute Entscheidung.
Aber gehen wir es mal durch.
Im Spiel "I am Bread" spielt man eine Scheibe Brot, deren sehnlichster Wunsch es zu sein scheint, getoastet zu werden. Diesem Wunsch geht man als Spieler nach und steuert seine Stulle zum Röster, der nicht unbedingt ein Toaster sein muss. Mal ist es ein Toaster, mal eine Herdplatte und so weiter.

Destiny: Die Zeit auf dem Mars

Jay Nightwind | 10.12.14 | / / / | 2 Kommentare

"Einundzwanzig, Zweiundzwanzig, Dreiundzwanzig, Vierundzwanzig. Das muss schneller gehen. Nochmal. Trommel ausklappen, altes Magazin raus, neues Magazin rein, Trommel einklappen. Vierundzwanzig. Das muss noch schneller gehen."
Vollkommen routiniert schaute Eliza über die Brüstung ihres Verstecks. Eine Phalanx der Kabale trottete über das staubige Feld. Der Feind sammelte sich wieder, um den nächsten Versuch zu starten. Und wieder würde Eliza warten. Es wäre ein leichtes, jetzt diesen einen Soldaten zu erlegen, aber der Lärm und die Aufmerksamkeit würde die anderen dazu bringen, sich vorsichtiger ins Gebiet zu bewegen. Eliza wartete nur auf den passenden Moment.

Poetry Slam von Innen: Johannes Floehr über Lisa Schøyen

Lisa Schøyen ist ein Mädchen und macht Lyrik. Mit beidem hatte ich früher nicht viel an der Mütze. Ersteres änderte sich in der Pubertät, Zweiteres, als ich Lisa und ihre Texte kennenlernte. Erstmalig trafen wir uns beim ehemaligen Neusser "Make some Neuss"-Slam, es muss Anfang 2012 gewesen sein oder wann anders. Sie performte ihren immer noch guten "Geisterfahrer"-Text, wohnte da aber versehentlich noch in ihrer Heimat Mettmann. Dennoch freundeten wir uns an. Ich lernte sie kennen und darüber hinaus, dass ihr seltsamer Nachname aus dem Norgewischen kommt. "Hui, Norwegen!", habe ich da gedacht, "Stockholm, Nokia und IKEA! Und ich liebe Köttbullar!" Hehe, wie dusselig ich war/bin.

Zurück zum Thema: Wir gingen dann gemeinsam auf Slam-Tour durch absurde Bundesländer (u.a. Baden-Württemberg, Bayern), gründeten mit Hank Zerbolesch und Michel Kühn das Projekt "Podcastpoesie" und taten etwas, das man nur mit ganz wenigen Slammern abseits von Auftritten tut: Freizeit verbringen. Sushi essen, Konzerte, sinnlose Besäufnisse, lachen, weinen: Was man halt so macht. Nachdem sie endlich aus Mettmann geflüchtet war, hat sie Münster, Köln und Indien (Klimax! Oder Antiklimax?) erkundet und ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, zwischendurch hat sie auch irgendetwas studiert. Lisa kommt herum, Lisa hat etwas zu erzählen. Ihre Texte haben bisweilen den Anspruch, die Welt ein bisschen besser zu machen, aber Lisa ist dennoch kein verschrobener Hippie und falls doch, dann einer in der bestmöglichen Form. Manchmal hadert sie mit sich selbst und ihren Texten, das sollte sie sich abgewöhnen. Könnte ich nur annähernd so gut schreiben wie sie, dieser Text hier wäre die beste Huldigung der Welt. Ach, Flips. Ach ja, "Flips":

Poetry Slam von Innen: Ankündigung

Ich habe ja mal irgendwann angefangen, hier im Blog auch über Slam zu schreiben. Das fühlt sich dann manchmal komisch an, geht gefühlt auch manchmal an meinen Lesern hier vorbei. Immer und immer wieder habe ich angefangen darüber zu schreiben und dann auch wieder aufgehört.

Woran lag das? Ist doch egal.
Was tun wir jetzt mit dieser angebröselten Reihe hier im Blog? Folgendes:
Nach dem flauschigen und tollen NRW-Slam in Mönchengladbach, kamen mir ein paar recht simpler Gedanken. Was soll ich hier denn immer rummeckern und kritisieren, was bei Slam wie läuft und eine Szene versuche zu durchleuchten, die sowieso alle fünf Sekunden ihre Geschmacksrichtung verändert? Eine Szene, die vorallem jetzt auch gar nicht sooo berühmt ist, dass all ihre Gesichter den Menschen geläufig sind.
Und letzteres, das kann mensch versuchen zu ändern.

Ab morgen werdet ihr jeden Dienstag einen Beitrag über einen Poetry Slammer aus NRW lesen können. Und damit ich, der überhaupt gar nicht mal soviele Slammer vernünftig kennt, mir nicht Sachen ausdenken muss, habe ich einfach die Poetry Slammer aus NRW gefragt, ob sie nicht übereinander schreiben wollen!
Und siehe da: Sie wollen. Sogar viel viel mehr, als ich erwartet habe.

Ihr interessiert euch für junge/aufstrebende Künstler? Ihr wollt verstehen, was dieses Poetry Slam ist? Diese Vorstellungen werden euch zum einen die Personen vorstellen, aber vertraut mir, ihr werdet auch verstehen, wie die Szene dahinter funktioniert.

Den Auftakt macht Morgen Johannes Floehr, der über Lisa Schøyen erzählen wird. Freut euch drauf.