Bildimpressionen: Sonnenuntergang in Heidhausen

Der Hartmann | 04.05.16 | / | 4 Kommentare
Hossa, es ist Frühling!
Das gefällt mir aus vielerlei Gründen, doch vor allem, weil man wieder schöne Landschaftsaufnahmen machen kann, ohne dass es dieses usselige Grau in Grau ist, wie es im Winter häufig der Fall war.
Also bin ich neulich direkt mal losgezogen und habe in Essen- Heidhausen auf den Sonnenuntergang gewartet.

Das sind die Ergebnisse:



Weitere Fotos findet ihr hier.

Friend in Need #10 - Die offensichtliche Antwort

Ich dachte lange Zeit, der Waschmaschinen- und Trockner-Keller in meinem Wohnhaus wäre ein sehr unheimlicher Ort. Es ist dort nicht nur feucht, sondern schon eher sporig. Die Wände dort erinnern immer an diese Szene mit Stiefelriemen-Jack bei Fluch der Karibik, als er mit der Schiffswand verbunden ist. Der "Verhör- und Notfall-Aufenthalt" auf Rikers aber übertraf mein ekeliges Heim-Untergeschoss massiv.

Im flackernden Licht der spärlichen und halbdefekten Neonröhren sah es erst aus, als wäre es eine dieser massiven Graffiti-Wände, wie es sie in New York an jedem eingetretenen Kaugummi gab. Aber als ich in der klischeehaften Beleuchtung näher auf die Wände zu ging, erkannte ich, dass es sich nicht um moderne Straßenkunst handelte. Die Todesschwüre gegen diverse Helden standen hier an die Wände geschmiert, teilweise in Rottönen, die mir nur einen Schluss erlaubten. "Es ist Blut.", erklärte Stark, als ich mit einem Finger die Schrift entlang fahren wollte.

Batmans Augen schimmerten seltsam, als er die Wand betrachtete und an einer Handschrift blieb er besonders lange hängen. Iron Man hingegen nahm seinen Helm ab und schaute überraschend betroffen drein. "Einiges ist mit dem eigenen Blut geschrieben, aber das meiste kam von überwältigten Wachleuten." Dann ging auch seine Hand auf die Wand zu, aber im letzten Moment, bevor er sie berühren konnte, ballte er eine Faust. "Deshalb inhaftieren wir hier keine Superverbrecher mehr. Und deshalb hat S.H.I.E.L.D. das Gefängnis übernommen." Stark war sichtlich unzufrieden, mit der ehrfürchtigen Angst und dem Ekel in meinem Inneren hatte ich nicht besonders viel Empathie für ihn über. "Viel zu spät.", sagte er dann und ich wendete meinen Blick zu Batman.

Dessen Augen blitzten kurz auf, als hätte er ein Foto von etwas gemacht, aber noch ehe ich mir anschauen konnte, worauf er sah, sperrte er mir den Weg ab. "Wir sollten mit deinem Training beginnen.", grummelte er in seiner üblichen tiefen Stimme.

Entgegen meinen Erwartungen, war der Schwerpunkt meines Trainings ein ganz anderer, als ich vermutet hatte. "Was ist der Schlüssel zum Sieg im Kampf gegen einen Superverbrecher?", fragte mich Batman und ich hatte keine Ahnung. "Ich weiß es nicht.", sagte ich und merkte auch, dass mein Kiefer immer noch außer Gefecht war. Da habe ich mich das erste Mal gewundert, wie ich so eigentlich kämpfen lernen soll. "Mach es dir nicht so leicht, Fin. Denk nach.", ergänzte Iron Man, der mit einem großen Abstand einen Kreis um uns herum ablief. "Ihr würdet es nicht so fragen, wenn die offensichtlichste Antwort richtig wäre." - "HA! Der Junge ist gut!", klatschte Iron Man begeistert. Batman, der inzwischen ebenfalls, allerdings andersherum einen großen Kreis um mich herum abschritt, vertiefte diesen Test: "Was ist denn die offensichtlichste Antwort?"

"Ein Superheld zu sein." Das dachte ich. Anders waren die massiven Kräfte der verschiedenen Bösewichte bestimmt nicht aus zu halten. Ich hatte damals ehrlich gesagt noch nie gesehen, was diese Superverbrecher so konnten, aber wann immer es zu einem Kampf kam, lag alles in Schut und Asche. Also mussten da heftige Kräfte am Werk sein.
"Coole Spielzeuge.", nuschelte ich mit einem Lächeln raus. Batman lächelte nicht oft, was vorallem daran zu merken war, dass er nicht wusste, wie gruselig er aussah, wenn er es mit seiner Maske tat. Lachen ging, aber Lächeln ließ ihn wie einen Wahnsinnigen aussehen. Ob Ironman lächelte war nicht mehr zu erkennen, denn Stark hatte seinen Helm geschlossen.
Batman ließ mir meinen Moment des Humor-Triumphes vollständig, fragte dann aber weiter: "Was ist denn die richtige Antwort?"

"Überleben." Nach meiner Überlegung mit der Zerstörung wurde es mir klar. Übermäßige Fertigkeiten hin oder her, wer nicht getroffen wurde, dem konnte nichts passieren. Natürlich helfen coole Spielzeuge und Kräfte dabei, aber, vielleicht waren sie gar nicht so dringend notwendig, wie es den Anschein machte. Genug Passanten entkamen, wenn mal wieder irgendwo Häuserteile herabstürzten, Fahrzeuge sich überschlugen und Projektile einschlugen. Und die folgten nur ihrem Instinkt.

Iron Man nickte, vermutlich anerkennend, was nicht eindeutig zu erkennen war und Batmans Gesicht erfüllte ein gewisser Stolz. Nicht dieser väterliche, sondern dieser Stolz, wenn Menschen sich freuen, dass sie eine richtige Entscheidung getroffen haben. "Sehr richtig.", ergänzte er seinen Blick und fing an zu erklären: "Tony und ich haben beschlossen, dass der Anfang deines Trainings sich hauptsächlich mit dem Überleben von Gefahren beschäftigt. Deine erste Lektion heute wird sich ums Ausweichen drehen."

Ein zischendes Pfeifen zog meinen Kopf wieder zu Iron Man. Ich wusste bis zu diesem Augenblick auch nicht, dass es dieses Geräusch gibt, aber als ich sah, wie er seinen Arm auf mich richtete und sich irgendwas auflud, sprang ich zur Seite weg. Es sollte also keine theoretische Vorbereitung geben, sondern den Sprung ins kalte Wasser. Und wer ins kalte Wasser gesprungen ist, sollte eines sofort tun: Sich bewegen! Sonst erstarrst du. Also lief ich weiter damit Iron Man mich nicht treffen konnte und tatsächlich verfehlte sein erstes Tennisball großes, Tennisball gelbes Projektil. Aber er würde schnell meinen Laufweg vorher sehen können, daher brach in meinen Weg nach links ab, so dass ich nun auf Batman zu lief.

Dieser hob seine Fäuste. Sie wollten es mir nicht nur nicht einfach machen, sondern direkt bockschwer. Aber das machte auch Sinn, immerhin hielten sich Superschurken nicht an irgendwelche Regeln. Sonst wären sie nicht die Superschurken. Ich wendete mich nochmal nach links und spürte, wie mich eines von Iron Mans Projektilen am Hosenbein gestriffen hatte. Ich sollte erst später merken, dass es sich wirklich um Tennisbälle handelte. Aber in diesem Moment hatte mich der sportliche Ehrgeiz schon gepackt. Mir war klar, dass ich Batman und Iron Man nicht besiegen konnte, aber ich könnte mir zumindest richtig viel Mühe geben.
Und als Batman sich langsam in Bewegung setzte, wusste ich auch, dass weniger heute auch nicht gelten würde.



Musiktipp: Dan Bull

Jay Nightwind | 28.04.16 | / | Kommentieren
Drumherum reden ginge, aber ich gebe euch direkt mal dieses Video:

Dan Bull ist Brite, was immer hilft. Keine Ahnung warum, aber ich mag den Humor, die Dialekte, die Musik, die Inseln können was. Nur die Europa-Politik ist etwas zweifelhaft. Okay, nicht nur die, aber ich habe ausreichend positive Vorurteile gegenüber dem vereinigten Königreich.

Wichtiger bei Dan Bull, er ist Nerd und Rapper. Und das hat er voll drauf. Daher ballert er richtig gute Tracks raus, in denen er die Inhalte, den Kult und die Inside-Jokes einiger Spiele aufnimmt. Nicht alles ist Gold, aber wirklich vieles. Besonders dann, wenn das Spiel welches er betextet richtig gut oder kultig ist, werden seine Tracks auch besonders gut.

Beweisstück A:


Beweisstück B:


Das sind alles ganz schön dicke Bretter und grundsätzlich frei auf Youtube zu hören. Auch auf Spotify ist Dan Bull vertreten, wo er sich sogar zwischendurch heimlich immer mal wieder auf Platz 1 der meistgehörten Hiphop-Künstler International schleicht. Nerds halten da offensichtlich zusammen, aber Qualität überzeugt einfach auch.

Nicht nur, dass er gute Texte baut, er hat auch oft den Anspruch sich technisch zu entwickeln, wie es der FarCryPrimal Rap schon zeigt, aber auch stilistisch bietet er viel an. Daher, auch wenn ich das Spiel nur aus einem LP von Hermann kenne, abschließend ein besonders tolles stimmungsvolles Stück:



NeeZension: Batman V Superman

Jay Nightwind | 27.04.16 | / | Kommentieren
"Und? Was sagst du zu Batman V. Superman? Ich muss dich fragen, weil ich auf deine Meinung gespannt bin.", ploppt die Nachricht in meinem Postfach bei Facebook auf. Einen Moment lang fühle ich mich geehrt, da meine Meinung relevant scheint, dann ärgere ich mich, weil ich einem Freund keine faire Antwort geben kann, denn ich habe den Film nicht geguckt. Schade, weil ich mich gerne mit Menschen über Sachen austausche und unterhalte. Aber ich habe einfach nicht vor den Film zu gucken. Nee. Muss ich mich jetzt rechtfertigen, erklären? Nein!
Aber ich will. Zeit für eine Nee-Zension: Die Betrachtung, warum mich ein Inhalt nicht interessiert.

Vor einiger Zeit hat Stephan "Redhead" gut zusammen gefasst, dass der Oberjesus der DC-Comichelden einfach nervt. Mag sein, dass als er in seine Zeit hinein geboren wurde, es für die Menschen wichtig war, eine größere Macht zu sehen, eine Person, die omnipotent und auf Seiten der Menschheit ist, aber ich bin in den 90igern aufgewachsen. Wenn du in einer Welt lebst, in der die Vengaboys, Captain Jack und Mr. President die Charts beherrschen können, spürst du auch als junger Mensch, dass es kein besonderes Talent oder große Kräfte braucht, um etwas in der Welt zu bewegen. Eine allmächtige Obrigkeit ist mir heute ja noch ausreichend suspekt, mit Superman kann ich daher einfach nichts anfangen.

Glück gehabt, der neue Film ist ja schon so konstruiert, dass mensch sich für eine Seite entscheiden kann, ja der Trailer deutet ja schon an, dass genau meine Kritik auch Teil der Story ist: Wie ist mit dem Super-Wachtmeister umzugehen? Wer stopt ihn, falls ihm das Haargel in die Hirnwindungen sickert? Antwort ebenfalls in Trailern angezeigt: Batman.

Der andere Protagonist hat es mit mir auch nicht leicht. Mein Erstkontakt mit Batman waren tatsächlich die Detective Stories Serie mit Adam West, der für immer mein Batman bleiben wird. Das lief samstag morgens auf Sat.1 - damals, als der Samstag Morgen noch Zeichentrick und Superhelden gehörte. Bessere Zeiten.
Er war dieser positive Klugscheißertyp, der eben nicht hauptsächlich mit Wumms im Arm, sondern halt auch mit ordentlich Schmalz IM - statt auf - dem Kopf kämpfte. Ein Detektiv halt. Indizien sammeln, recherchieren, zwischen durch dem Azubi was beibringen, Fälle lösen. Das ging für mich nicht nur klar, sondern war Vorbild. Meine Eltern identifizierten mich als Fan, aber als ich dann die Filme gesehen habe, hat mich Batman wieder verloren. Auch ein grandioser Jack Nicholson Joker konnte mich als Kind nicht an die Filme fesseln.
Ich musste erst zurückgeholt werden, mit "The Dark Knight". Ironie an der Sache: Ins Kino gelockt hat mich der Joker, die Darstellung des Wahnsinnigen und der heimliche leichte Man-Crush auf Heath Ledger, der mich seit "Ritter aus Leidenschaft" fest in seiner Hand hatte. Tja, es sind oft die kleinen Gründe, warum wir etwas mögen oder nicht mögen.
Christian Bale hat sich erst mit seinem dritten Batman-Film als mein Batman beworben, auch wenn die Geschichte der Figur in allen drei Teilen sehr intensiv erzählt wurde. An alle Fans der Trilogie-Theorie: Hier habt ihr mal eine, wo der mittlere Film der Stärkste und nicht der Schwächste ist.

Eigentlich für mich das perfekte Setup: Superman in der Kritik, Batman to the rescue. Ich konnte eine Seite wählen und hätte mir jetzt anschauen können, wie sich die Beiden mit ungleichen Fertigkeiten in einen gleichmäßigen Kampf begeben. Und dann auch noch Jesse Eisenberg als Lex Luthor! Super gut. Auch ein Schauspieler, den ich sehr mag, weil er immer dieser sympathische Loser ist, der es doch immer irgenwie schafft (Social Network, Zombieland, American Ultra). "Was is mit dir? Alles ist doch perfekt!", sagt der virtuelle Schnitt meines Freundeskreises im Kopf.

Nichts ist perfekt. Der Film heißt "Batman V Superman", keine Ahnung welcher Depp glaubt, das "S" von VS wäre noch einzusparen, damit der Titel kürzer ist. Beim ersten Lesen dachte ich kurz, der Film hieße "Batman Fünf – Superman".
Versus ist ein mächtiges, wichtiges Wort. Es ist die engste Konfliktbindung die in meinem Kosmos möglich ist. Jedes Kampfspiel, jedes Epic Rap Battle, jeder Boxkampf, alle verwenden das Versus. Weil es episch ist, weil es reduziert. Die Klammer ist um die Kombatanten gesetzt und geschlossen, nichts, aber auch gar nichts kommt mehr mit rein. Die purste Form des Konfliktes.

Und dann halten sie sich nicht dran. Dann kommt Lex Luthor noch als Rechenoperation außerhalb der Klammer dazu und Darkseid auch noch oben drauf und eh mensch sich versieht, ist der Trailer am Ende, die Bromance zwischen Batsi und Superjesus im vollen Gange, als sie in lupenreinstem sexsistischem Kackscheiß diskutieren, wem von den Beiden denn jetzt die Frau gehört, die gerade gelandet ist. Sie gehört sich selbst, ihr blöden Steinzeitmenschen, SICH SELBST! Wissend, dass die Zusammenstellungen der Casts solcher Filme inzwischen schon den Transfermarktgerüchten der Bundesliga gleichen, ist meist schon weit vor der ersten gesehenden Filmsekunde klar, dass noch andere Helden auftauchen. Cyborg, Aquaman und werweissichnichtnoch. Versus beschreibt den heiligen Zweikampf, die purste Konfrontation und für diesen blöden Film nehmen sie es auseinander.

Und das hätten sie nicht mal gemusst. "Justice League Begins" wäre eine fairer Titel gewesen. Nicht einfallsreich, nicht spektakulär, aber aufrichtig gegenüber den Zuschauern, denn da wollt ihr doch hin! Marvel hat zusammen mit Disney eine Perpetuum Mobile geschaffen, welches Geld in Filmen verbrennt, um Geld für neue Filme zu produzieren. Stephen Strange bekommt seinen eigenen Film! Sie mussten Cumberbatch nehmen, damit den Film überhaupt jemand sehen will. Zurück zu DC.

"Justice League VS. Darkseid" Hätte ich nach dem zweiten Trailer sofort abgekauft. Aber das Duell der Beiden alten Herren von DC, das habt ihr beworben, aber von Anfang an nicht verkauft. Etwa so überraschend, wie Wrestling. Da ist auch kein VS. wirklich echt und es kommen ständig zig andere Leute reingelatscht und stören.

Aber, aber, aber, Jan! Die Geschichte! Die muss doch den Film verkaufen! Hm. Joa. Nö. Der Trailer muss mir den Film verkaufen und wenn dann der größte angekündigte Konflikt schon abgenommen wird, dann funktioniert das nicht. Dann können sie ja gleich den größten Spoiler zum Titel machen! "Star Wars VIII - Han stirbt", würde doch auch keiner mehr gucken wollen! Lernt bei Marvel, da heißt der neue Film "Civil War", was auch Quatsch ist, weil da nun wirklich keine Zivilisten oder Bürger miteinander in Konflikt geraten, sondern ziemlich markant die Helden. Aber "War", den gibt es, den ganzen Trailer entlang, zwischen durch wird zum Nachladen mal kurz gesprochen. Die halten was sie versprechen und den Film, den werde ich mir angucken gehen!