Songcover - "She" Dodie Clark

Hanna Honig | 21.07.17 | / | Kommentieren

Hui! Heute etwas mit dem Kopf in den Wolken! Oder zumindest mit dem Blick.
Aber immerhin versteckt sich hinter diesem Blick ein neues Song-Cover:

Diesmal ist es von Dodie Clark "She" geworden. (Hört euch diese coole Frau an, das lohnt sich!)
Natürlich würde ich mich auch sehr freuen, wenn ihr mal in meine Interpretation dieses Liedes hören würdet, die dann doch etwas am Original vorbei ist.
Persönlich geht es mir aber auch mehr um den Textinhalt.
Ich entdeckte den Song vor ungefähr einem Jahr und war super angetan,
da er schon in seiner ersten Zeile diese Frage stellt: "Am I allowed to look at her like that?"
Und ich kann darauf sehr klar eine Antwort geben: Ja.
Einfach ja.
Eine Frau stellt sich in diesem Lied zunächst die Frage, wie das wohl so ist Frauen zu lieben.
Und ich persönlich denke es IST einfach.
Yeah, wir haben jetzt auch in Deutschland die Ehe für alle (also natürlich nur für die, die wollen :))
und das ist voll super.
Nur glaube ich, dass es nicht "Homo-Ehe" heißen muss, oder "Homo-Liebe".
Diese "Liebe" läuft nämlich im Grunde sehr ähnlich ab und da ist es dann auch egal,
wen mensch jetzt liebt.
Hauptsache wir können das alle noch mit der Liebe.
Der Song ist so ein schönes Herantasten an das "heimliche Verliebtsein",
welches ja wohl jeder von uns schonmal erlebt hat, egal auf wen mensch da jetzt stand.
Juhu! Schon wieder diese Gemeinsamkeiten.
Ach, die sind schön! Und wo die überall auftauchen, ist so faszinierend! ;-)

Also habt euch lieb, wie immer ihr das anstellt.
Ich mag Regenbögen und Einhörner- das ist so UND passt hier rein.

Und jetzt geht es wieder mit dem Kopf in die Wolken, denn es ist schön da oben.

How to Slam: Impulse zum Schreiben von Texten

Jay Nightwind | 19.07.17 | / | 2 Kommentare
Slam ist ein Wachstumsbranche, dementsprechend ist es vollkommen gut und angenehm und vernünftig und schön und überhaupt, dass immer mehr Menschen den Weg auf die Bühne gehen wollen. Dafür braucht es Texte, Ideen und Gedanken; diese müssen dann auch noch in eine Form gegossen sein, mit der menschselbst auch zufrieden ist.

Das ist überhaupt gar nicht so einfach, denn natürlich ist der Anspruch an die eigene Leistung, egal ob an Technik, Inhalt, Performance oder andere magische Werte sehr hoch. Immerhin sind da darußen schon eine Menge Slammer*Innen unterwegs, die alle irgendwie krass sind. Und ständig werden es mehr. Plop! Jetzt gerade ist irgendwo ein heftiger Text entstanden.

Auch wenn der Wettbewerb nur ein aufgesetztes Format ist, um das Publikum in eine Lesung zu integrieren; eine Strategie um einen dramaturgischen Bogen in aneinandergereihte Referate zu bekommen, möchte niemand auf der Bühne schlecht aussehen. Phase 1 kann dabei sein, einen ordentlichen Text zu schreiben. Aber wie geht das?

Das Folgende sind keine Musterlösungen, sondern Impulse. Was für mich funktioniert hat, kann für euch totaler Bullshit sein. Also lest die folgenden Tipps mit nötiger kritischer Betrachtung, überprüft sie auf Sinnhaftigkeit für eure Arbeiten und stellt ruhig Fragen in den Kommentaren. Wir sind alle zum Lernen hier! Stimmt nicht, aber ich unterhalte mich gerne über sowas. Nun aber die Impulse:


Der Text ist nie fertig (und das ist gut so)
Irgendwann hat mensch sein Thema voll gefasst und legt den Stift nieder. Der Text ist fertig. Viele Kunstformen und Prozesse enden mit einem konkreten Produkt. Auch wir haben einen Text, aber eine der wundervollen Eigenschaften vom geschriebenen Wort ist, dass wir später immer noch alles ändern können. Kein Wort muss für immer dort stehen, kein Name so bleiben, keine Passage an ihrem Platz bleiben.

Und das kann unfassbar befreiend sein. Denn nicht immer fallen uns in einer Schreibsitzung alle Wendung, Worte und Techniken so ein, wie wir sie für unseren Text brauchen. Manchmal haben wir sogar noch gar nicht gelernt, was wir brauchen, um unser Werk zu auf die Beine zu stellen, wie unsere Vorstellung es vorgibt. Die Gefahr, dass die erste Version ziemlicher Murks ist, ist allgegenwärtig. Wie schön, dass es ein leichtes ist, eine überarbeitete Version zu schreiben.

Manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir dann denken, die erste Arbeit wäre umsonst gewesen. Ich empfinde das anders, spätestens, seit mir eine weiterer Faktor präsent ist:

Hauptsache schreiben
Bühnenkollege Jason Bartsch hat es wundervoll klar formuliert:
"Schreiben ist ein bisschen wie Sport. Wenn man es täglich macht, wird man nicht unbedingt besser, aber es wird leichter." 
Leichtigkeit bzw. Sicherheit ist wichtig für den kreativen Prozess. Straßenknowledge sagt, dass eine Sache, wenn mensch sie Sieben Wochen durchhält, von einem Versuch zur Angewohnheit wird. Jeden Tag zu schreiben garantiert wirklich nicht, dass mensch ein/e begnadete Künstler*In wird und den nächsten Spiegel-Bestseller raushaut. Aber die Hürde sich an den Notizblock zu machen, an der Rechner zu setzen, die wird geringer.

Weil die Seele Schreiben als Angewohnheit aufnimmt. Aus "Puh, was soll ich nur schreiben?" wird dann: "Komm, das machst du ständig." Und dabei ist es fast schon egal, was du schreibst. Wenn du mehrfach die Woche Sport machen gehst, machst du dir nachher ja auch keinen Vorwurf, dass es die "falschen" Sportarten waren. Hauptsache Bewegung. Optimieren kann mensch sich später immer noch.

Hier eine super simple Technik, welche Bühnenkollege Zwergriese mir weitergereicht hat. Nehm dir vor, jeden Tag eine bestimmte Zahl Wörter zu schreiben! Dabei ist es wirklich egal, was du schreibst. Wenn es dir zu leicht wird oder nicht mehr hilfreich anfühlt, erhöhe die Zahl der Wörter. Schreib Rezepte oder auch Tagebuch. Fasse deinen Tag zusammen. Hauptsache die Tinte fließt.

Kreativität entsteht aus Sicherheit
Forscher*Innen haben sich daran abgearbeitet, Phasenmodelle erstellt, aber im Kern folgendes erkannt: Im kreativen Prozess geht es im weitesten Sinne darum ein Problem zu lösen. Dafür müssen wir in bestimmten Techniken, aber auch mit uns selbst sicher fühlen. Das meint keine vollständige umfassende Sicherheit, aber schon für den Moment. Wenn diese Faktoren gegeben sind, probieren wir rum.

In meiner Erzieherausbildung war das Beispiel im Kunstunterricht, eine Person welche Essen kochen muss, aber nicht die passenden Zutaten für ein ihr bekanntes Gericht hatte. Also schafft diese Person einen Überblick, schaut was sie im Haus hat und überlegt was die verschiedenen vorhandenen Zutaten für Eigenschaften haben. Daraus ergibt sich eine Idee, welche Dinge zusammenpassen können.

Beim Schreiben ist es identisch: Wir wollen eine Sache über die Welt sagen, die uns auf der Seele liegt, aber wissen gar nicht, welche Gedanken wir gerade dazu im Haus haben. Also verschaffen wir uns einen Überblick. Dazu überlegen wir, welche Techniken wir schon draufhaben. Lyrik? Rap? Kenne ich bestimmte Wörter, die mir helfen? Was weiß ich über bestimmte Textsorten? Und wenn wir dann wissen, wie unsere Zutaten/Ideen zueinander passen, können wir uns ein Gericht überlegen.

Darüberhinaus kann es für die Sicherheit wichtig sein, seinen Arbeitsplatz einzurichten. Die Person in unserem Kochbeispiel hat die Küche aufgeräumt und alle Arbeitsschritte vorbereitet, weil sie es so am liebsten mochte. Das ist Sicherheit. Wenn ihr also wisst, dass ihr euch beim Schreiben am wohlsten fühlt, wenn ihr euch im Wald versteckt oder auf dem Bett liegt und Klassik hört, dann schafft euch dieses Umfeld.

Vorsicht: Wenn ihr mehr lernt und mehr beherrscht, können sich eure Sicherheiten verändern. Horcht da ein wenig in euch rein.

Austauschen
Wie arbeiten andere? Was kann ich von ihnen lernen? Hat da jemand ein Problem schon gelöst, welches ich nun vor mir habe? Das findet ihr nur heraus, wenn ihr mit anderen Menschen redet und neugierig seid.

Diesen Punkt nutze ich als Überleitung:
Was macht ihr um ins Schreiben zu kommen? Was sind eure Sicherheiten? Was sind eure Tipps, um vorwärts zu kommen?

Gesprächsstoff #002 - Das Essen mit einem Klon

Jay Nightwind | 12.07.17 | / / / | 6 Kommentare
"Angenommen du würdest mit einem exakten Klon deiner selbst zu Abend essen – glaubst du ihr würdet eure Gesellschaft genießen?"

Jan:
Vorne weg: Nein.
Nicht, weil ich irgendwie ein schlimmer Mensch wäre – Ich glaube beobachten zu können, dass ich die meiste Zeit am Tag ziemlich erträglich bin – Sondern weil ich befürchte, dass mir meine eigene Medizin nicht schmecken würde.

Seit einiger Zeit hat sich meine Art zu kommunizieren verändert. Ich bemühe mich viel stärker, empathisch zu sein. Das bedeutet die eigene Meinung in den Hintergrund zu stellen und sich auf die Gefühlslage und die Gedanken seines gegenüber einzulassen. Dabei hilft es nicht, Ratschläge zu geben und Anekdoten zu erzählen, am besten geht es, wenn mensch offene Fragen stellt, die das Gegenüber auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst bringen.

So gut das ganze aber auch gemacht und gemeint sein mag, bekomme ich immer mal wieder das – freundschaftlich vorgetragene – Feedback, dass mein Gegenüber ausrastet, wenn ich jetzt noch eine Frage stelle. Das hinterlässt mich oft etwas ohnmächtig. Wenn ich nun am Tisch mir selbst gegenüber sitzen würde, wäre ich ebenfalls der Mauer aus Fragen ausgeliefert, während ich vermutlich selbst auch versuchen würde, per Fragen empathisch das Gespräch zu führen. Natürlich ist Interesse gut, aber wenn wir uns Beide dann nichts Erzählerisches anbieten können, verschiebt sich alles in ein schiefes und seltsames Verhör.

Dazu würde es auch sehr von meiner Tagesbestform abhängen. Denn ich habe immer mal wieder Phasen, in denen ich mich selbst überhaupt nicht ausstehen kann. Es ist mir dann unverständlich, wie Menschen mich mögen oder vielleicht sogar lieben können. Meine Eigenschaften und Launen empfinde ich dann als störend und bemühe mich darum, den größtmöglichen Abstand zu meinem Umfeld einzuhalten, weil ich Angst habe, etwas Verletztendes zu sagen oder aufrichtig von ganzem Herzen panne zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass an so einem Tag ein Treffen mit meinem exakten Klon gut ausgehen würde, selbst wenn er bessere Laune als ich hätte. Klar, er würde mir empathisch zu hören, aber ob ich mich darauf dann einlassen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vermutlich fände ich es aber dann deshalb trotzdem sehr spannend, mit mir am Tisch zu sitzen: Ich würde gerne mal unter realen Bedingungen sehen, ob ich mich selbst aus diesen Launen und Phasen herausziehen kann.

Malte:
Ich glaube, ein Abendessen mit einem mir völlig identischen Klon wäre unfassbar langweilig. Ich bin ein Mensch, der es sehr zu schätzen weiß, sich anschweigen zu können, ohne dass es unangenehm wird.

Ein Abendessen zwischen zwei Maltes würde also so aussehen, dass wir schweigend unser Essen vertilgen, danach vielleicht noch gemeinsam etwas zocken und dabei weiterhin einfach die Klappe halten. Es fällt mir manchmal sehr schwer, aus eigenem Antrieb von meinem Tag zu berichten, wenn nicht irgendein besonderes Stichwort gegeben wird. Wäre mein gegenüber ich selber, würde dieses Stichwort allerdings nicht kommen. Die Wahrscheinlichkeit, große Erkenntnisse über mich selbst zu erlangen, schätze ich also als sehr gering ein.

Konfliktpotential würde es höchstens dabei geben, dass wir nicht Beide den selben Charakter bei Mario Kart auswählen könnten und irgendeiner von uns würde sich enorm aufregen, mal nicht zu gewinnen. Vielleicht wäre es also eine ziemlich blöde Idee, nach dem Essen noch gemeinsam vor der Konsole zu hocken, auch wenn das Unterhaltungspotential für andere Menschen nur so auf ein erträgliches Level gehoben werden würde.

Konkret gesagt: Würde ich so einen Abend genießen? Ich glaube, es wäre mir egal, ob ich alleine oder mit einem zweiten Ich im Zimmer wäre. Genuss würde da nicht aufkommen. Dazu sind mir ein paar Unterschiede im zwischenmenschlichen Kontakt einfach zu wichtig.


Tobi:
Kommt drauf an, was es zu Essen gibt ;-)

Nein, keine Ahnung. Ich kann natürlich nur mutmaßen. Allerdings bin ich zwiegespalten.

Auf der einen Seite glaube ich, dass es angenehm ist mit jemandem unterwegs zu sein, bei dem ich kein schlechtes Gewissen haben muss, dass ich zu viel von meiner Arbeit und der Bahn rede.

Auf der anderen Seite: Wenn ich mit meinem Klon rede (also mit mir selbst), dann weiß ich das ja schon alles und kann mir nichts Neues erzählen.
Und wer mich kennt weiß: Ich bin unfassbar schlecht was Smalltalk angeht. Dieses unangenehme Schweigen passiert mir jetzt schon zu oft. Kaum vorzustellen wie es wäre, wenn ich dann mit mir reden müsste.

Es würde wohl so enden, dass wir beide uns so lange Bier reinschrauben, bis wir Beide voll sind, wie ein Schwamm. Dann könnte es wohl ganz lustig sein, auch wenn ich mich spätestens am nächsten Morgen schlecht fühle, weil ich so viel getrunken habe und bestimmt wieder irgendeine Scheiße gebaut habe. Und sei es nur, dass ich noch lauter rede, als so schon.
Oder, was auch gut sein könnte, dass wir Beide uns einfach aufs Sofa klatschen und beim genüsslichen Bier entspannt eine Runde Reggae hören.

Ergo: So lange nicht geredet wird, ist's bestimmt ganz nett. Aber kein Vergleich zum Essengehen mit Leuten, die ich wirklich gern habe. Wie etwa dem restlichen Team des Blogs ( <3 )

Andy:
Ehrlich gesagt, glaube ich: ja. Ich müsste mir keine Gedanken machen, ob es meinem Gegenüber tatsächlich schmeckt oder er sich wegen etwas unwohl fühlt.

Außerdem wäre es fürchterlich interessant mich selbst dabei zu beobachten, wie ich esse oder mich im Gespräch verhalte. Wie ist meine Gestik? Wie meine Mimik?

Und das heißt mein Klon würde das genau so sehr genießen wie ich und niemand müsste ein schlechtes Gewissen haben. Außerdem wäre das eine perfekte Möglichkeit ein paar Punkte auszudiskutieren, bei dennen ich mir noch nicht sicher bin. Ich sehe meistens beide Seiten der Medalien und so eine Diskussion wäre bestimmt hilfreich um ein paar Dinge einmal richtig zu durchdenken. Ich habe gerade darüber nachgedacht, ob das ein guter Podcast wäre, aber wahrscheinlich würden wir so schnell reden, das niemand anders etwas verstehen würde. Wahrscheinlich würden wir uns irgendwann auch im Kreis drehen. Ich brauche in Diskussionen auch eine andere Sichtweise und neuen Input, in zu einem wirklich validen Ergebnis zu kommen.


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"Gesprächsstoff" ist eigentlich eine so genannte Talkbox. Mit Fragen, die zum Gespräch anregen, weil sie nicht so aufgebraucht sind wie andere. Wir nutzen ein paar der Fragen des Basis-Sets, um unsere Gespräche hier im Blog anzuregen. Denn als Blogteam sind wir eigentlich in einer Kennenlernphase, wo es natürlich darum geht, herauszufinden, wer die anderen so sind. Aber wir wollen natürlich auch gerne mit euch sprechen und diskutieren, die Anreize nutzen und von euch neue Impulse bekommen. Also geht die Eingangsfrage natürlich auch an euch und wir freuen uns auf eure Kommentare.

Sandwich #001 - Das Basic

Jay Nightwind | 10.07.17 | / | 5 Kommentare


Die Legende ist einfach. Der Earl von Sandwich hat keine Zeit zum Essen, also lässt er sich seine Mahlzeit zwischen zwei Brotscheiben legen. Damals irgendein Rinderfilet. Gut, dass es an diesem Tag keine Suppe geben sollte.
Unabhängig von der Legende, gibt es aber einen feststehenden historischen Fakt: Ich habe keine Ahnung vom Kochen und Ernährung. Das hält mich aber nicht auf. Besonders hat es mir das Sandwich angetan, da es aus meiner Sicht eine Universalwaffe ist. Sandwich geht immer und gut. Sandwich kann Reste verwerten. Sandwich schläft nie. Sandwich ist für dich da, wenn du müde und betrunken bist. Sandwich kann süß, deftig, scharf und sogar auch crazy. Und alles gleichzeitig.

Foodblog hatten wir bisher auf dieser Seite noch nicht und ich habe wirklich keine Ahnung. Wer kluge Rezepte und Ideen haben will, sollte sich vermutlich woanders umgucken. Chefkoch.de, das Darknet für Lebensmittel ist da ein guter Anlaufpunkt. Wer weiter hier mitliest: Viel Glück, wenn ihr mit mir gemeinsam in die Tiefen der Sandwich-Technologie einsteigt, begonnen auf experimentellem Sandkasten-Niveau.

Okay, genug die Erwartungen nach unten geschraubt. Tatsächlich habe ich mir ein wenig Gedanken gemacht und sowas wie einen Plan entwickelt. Im Rahmen dieses Plans, ist unser erstes Sandwich das "Basic". Es ist so Standard, dass ich keine Zutat konkret benennen muss, sondern meine persönlichen Sandwich-Fachbegriffe einführe. Keine Sorge, alles bleibt sehr bodenständig und einfach, quasi "basic".

Sandwiches stellen sich aus verschiedenen Ebenen zusammen, was eine ihrer größten Stärken ist. Denn beim beherzten vollständigen Biss oder - für die eleganten Kniggerianer*Innen unter uns - dem abgeschnittenen Eckchen, kommen im Mund alle Zutaten gleichzeitig an. Der Architektur der Futterluke ist es aber geschuldet, dass wir nicht alles gleichzeitig schmecken. Beim Kauen kombinieren sich immer wieder unterschiedlich unsere Zutaten. Jeder Bissen ist anders. Das soll mir ein Schnitzel mit Bratkartoffeln mal vormachen.
Dazu kommen die unterschiedlichen Konsistenzen und Oberflächenbeschaffenheiten der Zutaten, welche auch taktil, also in der Berührung, unsere Sinne reizen. Ein gutes Sandwich bietet einen weiteren Erlebnishorizont, als jedes Andreas-Bourani-Album. Da ist auch viel mehr los im eigenen Kopf, wenn mensch ein Sandwich in sich aufnimmt.

Fundament
Am unteren und oberen Ende, so gebietet es die Tradition, aber auch die Architektur des Sandwiches, befinden sich die Fundamente. Fundamentale Fundament-Fundamentalisten schwören hier auf entkrustetes Weißbrot, welches zart angetoastet ist, aber modernere Übersetzungen des Konzeptes erlauben alles, was Halt gibt. Nicht nur seelisch, sondern auch den Zutaten, die da zwischen gehalten werden sollen. Wer gerne einen Kickflip auf seinem Sandwich machen möchte, sollte darauf achten, dass sowohl Boden als auch Dach der Konstruktion fest und griffig sind. Daher haben sich Backwaren wohl durchgesetzt. "Teig, der Zement des Kochs." Oder so.
Bei U-Boot-Sandwichen, also einem Sandwich, welches im Baguette zubereitet wird (Da Baguettes nur unter Wasser auftreten?), gilt das Baguette als Fundament. Warum sich eine Kette die U-Boot-Sandwiche verkauft, nach der U-Bahn benannt hat, ist historisch nicht überliefert und vielleicht einfach nur ein bisschen dumm.


Mörtel
Klar, wenn wir beim Brot vom Fundament sprechen, dann müssen wir bei Saucen und Aufstrichen vom Mörtel sprechen. "Mörtel aufs Brot" klingt komisch, schmeckt aber fantastisch und ohne geht es kaum.Von der klassischen Brotzeit-Entscheidung, mit Butter oder Margarine zu arbeiten, über Frischkäse, bis hin zu selbst gebrauten alchemistischen Erzeugnissen wie hauseigener Sauce, ist hier ebenfalls alles erlaubt.
Bis auf echten Mörtel. Auch wenn er im Ruf steht, für immer satt zu machen, wir wollen zwar kleben, aber nur Brot und Zutaten aneinander.
Außerdem hat unser Mörtel nicht die Aufgabe, satt zu machen. Es handelt sich um eine flexible Schicht, die sowohl Stabilität bieten kann, bestehende Geschmäcker des Sandwiches unterstützen oder kritisieren kann. Da im Sandwich Mörtel häufig zweimal zum Einsatz kommt, können diese Schichten sogar in allen denkbaren Verhältnissen zueinander stehen, in dem wir zwei verschiedene Mörtel verwenden. Wie eine neue Figur in einer Soap-Opera, nur halt deutlich authentischer.

Plot
Wann immer eine Geschichte interessant wird, hat das mit dem Plot zu tun! Wann immer eine Geschichte nicht mehr plausibel ist, hat das mit einem Loch im Plot zu tun! Kein Belag auf einem Sandwich? Die Dramaturgie funktioniert nicht mehr! Die Reise des Helden fällt aus, weil kein Widerstand, kein Konflikt, kein Held, keine Handlung da ist.
Für Mörtel und Fundament tut es mir leid, aber auch schon bei der Schöpfung des Sandwiches waren diese nur Statisten. Und ganz im Ernst: Entkrustetes Weißbrot wird nie einen Academy Award für die beste unterstützende Rolle bekommen. Aber ein guter Belag? Bacon zum Beispiel - Kevin Bacon, hat einen Golden Globe! Was für ein Belag!
Der Plot eines Sandwiches kann alles sein, außer Fundement und Mörtel. Sonst könnte ja alles alles sein und das wird mir hier dann viel zu philosophisch. Besonders wichtig für den Plot sollte aber sein, dass er auch aus eigener Kraft im Mittelpunkt stehen kann. Er hat Charisma, Ausstrahlung und Geschmack. Hach, Geschmack. Stellt euch bitte einmal hin und sagt laut: "Geschmack!" Direkt werdet ihr vor dem geistigen Auge haben, was auf eurem Sandwich liegen sollte.

Ein Beispiel. Fundament: Angeröstetes Toastbrot, Mörtel: Kräuterfrischkäse, Plot: Spiegelei und Bacon, Herausforderung: Gebratene Pilze, Schmuck: Eisbergsalat


Mit Fundament, Mörtel und Plot könnt ihr schon wirklich ein solides Sandwich bauen. Bis jetzt ist das Sandwich aber noch nicht ausreichend von dem Butterbrot, der Bemme, der Knifte, der Stulle oder der Donge -kein Scherz- zu unterscheiden. Dafür braucht es mehr.

Herausfordung
Es war still in Sandwich-County. Es hatte sich herum gesprochen, das Sheriff Plot ein unfassbar guter Schütze war und mit seiner geschmacklichen eisernen Hand nicht nur für Ordnung im Brot gesorgt hatte. Das Leben in Sandwich-County wurde alltäglich und langweilig, es kam kaum mehr zu Aufregung. Es lebten gute Zutaten hier, aber seit sie sich nicht mehr beweisen brauchten, wirkten sie fad. Doch eines Tages kam eine Unruhe zwischen den Brotscheiben auf. Tasty McTasteface war auf dem Weg und er wollte den Sheriff in einem Duell in seine Schranken weisen. Aufgeregt hibbelten alle Zutaten auf und ab. Endlich kam wieder Schwung in die Hütte.
Ein gutes Sandwich braucht keine Herausforderung. Herausforderungen sind ein Gegenspieler, eine Aufgabe für den Plot, dabei dem Plot zum Verwechseln ähnlich. Eine Herausforderung ist selbst ein starker Belag, der auch alleine seine geschmackliche Berechtigung hätte. Und wenn solche Schwergewichte aufeinander treffen, muss die Hierachie neu ausdiskutiert werden. Am besten im eigenen Mund und in mehreren bissigen Runden.


Schmuck

Es geht alles um das Bling Bling und Ching Ching! Das ist im Sandwich-Game nicht anders, als in jeder anderen Kunstform der Pop-Kultur. Es ist eines wenn du Talent hast, aber wenn du dabei klug, gut, attraktiv, krass und selbstbewusst aussiehst, multipliziert das die anderen Eindrücke. Wir wollen ja hier auch nicht nur Brote schmieren, zwischen durch soll ein bißchen Magie passieren. Magie erkennt mensch ja auch am besten am Glitzer. Unser Glitzer sind Kräuter, Gewürze, kleine Handgriffe. Es gilt dabei häufig: "Weniger ist mehr.", sonst kann der Schmuck auch schnell zur Herausforderung werden.
Das ist nicht schlimm, müssen wir aber im Blick haben. Wenn nämlich zu viel auf unserem Sandwich los ist, dann verpassen wir vielleicht etwas. Unerfreulich, wenn mensch dann für 40€ echte handgeschöpftes rotes Hawaiisalz (vgl. Tobi Katze) kauft, mit dem während des ganzen Transportes zum lokalen Gewürzfeinhandel wertschätzend gesprochen wurde, nur damit es dann entweder von einem unmotivierten Käse aus dem Discounter ausgeschaltet wird oder auch schade, wenn wir uns beim Biss ins Sandwich vorkommen, als hätten wir vom hawaiianischen Strand genascht.


Fundament, Mörtel, Plot, Herausforderung und Schmuck sind meine Fachbegriffe für die Sandwiches. Was fehlt? Was sind eure Favoriten? Schreibt es ruhig in die Kommentare!

So Freund*Innen, jetzt haben wir doch eine ordentliche Grundlage um uns in Zukunft hier im Blog mal ordentlich über Sandwiches zu unterhalten.

Song Cover - Meine Gitarre, Julis Song & ich...

Hanna Honig | 06.07.17 | / / | 2 Kommentare



Uiiii, große Aufregung, jetzt stelle ich also meinen ersten Song online! 😊

Also eigentlich ist das gar nicht meiner, sondern Julis, aber ich habe ihn immerhin gecovert.

Das ich als ersten Song ausgerechnet diesen genommen habe, hat zwei Gründe.
Einmal: Es war einer der ersten, den ich spielen konnte, als ich vor fünf Jahren angefangen habe Gitarre zu spielen. Ich habe schon immer gern gesungen und die Gitarre schien mir damals ein passendes Begleit-Instrument zu sein. Auch wenn ich nie wirklich zum ehrgeizigen, "Ich-will-jetzt-alle-Metallica-Songs-auswendig-spielen-können-Gitarristen" geworden bin, beherrsche ich die Grundzüge auf diesem Instrument mittlerweile, aber ich hatte mich halt auch eher auf den Gesang fokussiert.

Der war nämlich schon immer ein gutes Mittel für mich, um mich ein bisschen mehr zu fühlen, ich mag es mich in Songs zu werfen und so Geschichten zu erzählen.
Daher auch Grund Zwei der Veröffentlichung: Im Moment stehe ich sehr hinter der Aussage dieses Liedes. Ich bin noch nicht so professionalisiert und habe daher kein Mikro und nur eine Handy-Kamera, ABER etwas in mir hatte sich dann irgendwie dazu entschieden, einen Sprung zu wagen und mal ein bisschen Musik zu teilen...


Hallo Menschen!
Ich freue mich etwas zu diesem nicen Blog beitragen zu können.
Da ich hier neu bin:
Zu mir: 20 Jahre, Studentin für Germanistik und hoffentlich bald Pädagogik- Lehramt und so ;-), Poetry-Slammerin seit fast einem Jahr und in Essen geboren und verwurzelt.
Das gibt es erstmal über mich zu wissen.

Podcast: Slam in NRW #008

Jay Nightwind | 04.07.17 | / / / | Kommentieren
Hey! Wir sind zurück! Slam in NRW ist wieder da. Der Podcast für alle, die sich für Slam in NRW interessieren. Ist einer dieser effektiven Projektnamen, keine hohe Kunst. Dafür geht es um hohe Kunst, Bühnenliteratur, vor, auf, unter, über, neben der Bühne. Heute mit Christofer mit f, Jonas Hellmich, Marina Falke und einigen weiteren.



Ankündigung:
Ihr sollt auch die Möglichkeit bekommen, euch an unserem Podcast zu beteiligen. Daher geht gerne daraus, interviewt Zuschauer*Innen, Slammer*Innen, Veranstalter*Innen und arbeitet heraus, was ihr für Slam in NRW wichtig findet. Nehmt eure Ergebnisse als Audiodateien auf (MP3!), schickt sie uns an Nachtwindteam at gmail punkt com und wir bauen, wenn es passt, eure Inhalte ein. Natürlich unter Nennung eurer Namen und den ganzen üblichen Ehrerbietungen.

Einsendeschluss ist für dieses Mal der 23.07.2017.

Wir freuen uns auf eure Inhalte!

Nachtwind Live@EMO - SofaGamingSpecial

Unser Team besteht aus Zockern. Ob Konsole, PC oder Brettspiele: Hauptsache, es macht Spaß. Und deswegen haben wir uns nicht lumpen lassen und ein innerhalb unseres experimentellen Nachtwind Live-Formats ein Gaming Special organisiert. Es konnte nicht nur gedaddelt werden, nein es sind natürlich auch Dinge auf der Bühne passiert. Auch bei diesem Event sind wir unserer Idee live Content für den Blog zu produzieren treu geblieben und haben Fotos gemacht, Videos aufgenommen und Tonaufnahmen mitgeschnitten. Man munkelt, dass wohl auch eine "Behind the Sceene" Kamera aktiv war.


Impressionen: Neben dem Bühnenprogramm gab es
jederzeit die Möglichkeit frei an verschiedenen
Spielstationen zu zocken und andere Gäster herauszufordern.


 Die gesamten Fotos des Events findet ihr hier.

Unser Freund David Grashoff ist Zocker, Nerd, Comedian, Poetry Slammer, Familienvater und unzähliges mehr. Trotzdem hat er die Zeit gefunden eine Runde bei uns zu zocken und ein paar Geschichten zum Besten zu geben. 



Unseren Podcast über künstliche Intelligenz haben ja schon vor einiger Zeit veröffentlicht.


Den krönenden Abschluss des Abends machte sixteen-817 mit einem kleinen Chiptune Set.


Insgesamt hatten wir ziemlich viel Spaß an dem Abend. Wir möchten an dieser Stelle allen Gästen und dem Publikum nochmal ganz herzlich für diesen entspannten Abend rund ums Zocken danken.