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Gesprächsstoff #002 - Das Essen mit einem Klon

Jay Nightwind | 12.07.17 | / / / | 6 Kommentare
"Angenommen du würdest mit einem exakten Klon deiner selbst zu Abend essen – glaubst du ihr würdet eure Gesellschaft genießen?"

Jan:
Vorne weg: Nein.
Nicht, weil ich irgendwie ein schlimmer Mensch wäre – Ich glaube beobachten zu können, dass ich die meiste Zeit am Tag ziemlich erträglich bin – Sondern weil ich befürchte, dass mir meine eigene Medizin nicht schmecken würde.

Seit einiger Zeit hat sich meine Art zu kommunizieren verändert. Ich bemühe mich viel stärker, empathisch zu sein. Das bedeutet die eigene Meinung in den Hintergrund zu stellen und sich auf die Gefühlslage und die Gedanken seines gegenüber einzulassen. Dabei hilft es nicht, Ratschläge zu geben und Anekdoten zu erzählen, am besten geht es, wenn mensch offene Fragen stellt, die das Gegenüber auch zur Auseinandersetzung mit sich selbst bringen.

So gut das ganze aber auch gemacht und gemeint sein mag, bekomme ich immer mal wieder das – freundschaftlich vorgetragene – Feedback, dass mein Gegenüber ausrastet, wenn ich jetzt noch eine Frage stelle. Das hinterlässt mich oft etwas ohnmächtig. Wenn ich nun am Tisch mir selbst gegenüber sitzen würde, wäre ich ebenfalls der Mauer aus Fragen ausgeliefert, während ich vermutlich selbst auch versuchen würde, per Fragen empathisch das Gespräch zu führen. Natürlich ist Interesse gut, aber wenn wir uns Beide dann nichts Erzählerisches anbieten können, verschiebt sich alles in ein schiefes und seltsames Verhör.

Dazu würde es auch sehr von meiner Tagesbestform abhängen. Denn ich habe immer mal wieder Phasen, in denen ich mich selbst überhaupt nicht ausstehen kann. Es ist mir dann unverständlich, wie Menschen mich mögen oder vielleicht sogar lieben können. Meine Eigenschaften und Launen empfinde ich dann als störend und bemühe mich darum, den größtmöglichen Abstand zu meinem Umfeld einzuhalten, weil ich Angst habe, etwas Verletztendes zu sagen oder aufrichtig von ganzem Herzen panne zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass an so einem Tag ein Treffen mit meinem exakten Klon gut ausgehen würde, selbst wenn er bessere Laune als ich hätte. Klar, er würde mir empathisch zu hören, aber ob ich mich darauf dann einlassen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vermutlich fände ich es aber dann deshalb trotzdem sehr spannend, mit mir am Tisch zu sitzen: Ich würde gerne mal unter realen Bedingungen sehen, ob ich mich selbst aus diesen Launen und Phasen herausziehen kann.

Malte:
Ich glaube, ein Abendessen mit einem mir völlig identischen Klon wäre unfassbar langweilig. Ich bin ein Mensch, der es sehr zu schätzen weiß, sich anschweigen zu können, ohne dass es unangenehm wird.

Ein Abendessen zwischen zwei Maltes würde also so aussehen, dass wir schweigend unser Essen vertilgen, danach vielleicht noch gemeinsam etwas zocken und dabei weiterhin einfach die Klappe halten. Es fällt mir manchmal sehr schwer, aus eigenem Antrieb von meinem Tag zu berichten, wenn nicht irgendein besonderes Stichwort gegeben wird. Wäre mein gegenüber ich selber, würde dieses Stichwort allerdings nicht kommen. Die Wahrscheinlichkeit, große Erkenntnisse über mich selbst zu erlangen, schätze ich also als sehr gering ein.

Konfliktpotential würde es höchstens dabei geben, dass wir nicht Beide den selben Charakter bei Mario Kart auswählen könnten und irgendeiner von uns würde sich enorm aufregen, mal nicht zu gewinnen. Vielleicht wäre es also eine ziemlich blöde Idee, nach dem Essen noch gemeinsam vor der Konsole zu hocken, auch wenn das Unterhaltungspotential für andere Menschen nur so auf ein erträgliches Level gehoben werden würde.

Konkret gesagt: Würde ich so einen Abend genießen? Ich glaube, es wäre mir egal, ob ich alleine oder mit einem zweiten Ich im Zimmer wäre. Genuss würde da nicht aufkommen. Dazu sind mir ein paar Unterschiede im zwischenmenschlichen Kontakt einfach zu wichtig.


Tobi:
Kommt drauf an, was es zu Essen gibt ;-)

Nein, keine Ahnung. Ich kann natürlich nur mutmaßen. Allerdings bin ich zwiegespalten.

Auf der einen Seite glaube ich, dass es angenehm ist mit jemandem unterwegs zu sein, bei dem ich kein schlechtes Gewissen haben muss, dass ich zu viel von meiner Arbeit und der Bahn rede.

Auf der anderen Seite: Wenn ich mit meinem Klon rede (also mit mir selbst), dann weiß ich das ja schon alles und kann mir nichts Neues erzählen.
Und wer mich kennt weiß: Ich bin unfassbar schlecht was Smalltalk angeht. Dieses unangenehme Schweigen passiert mir jetzt schon zu oft. Kaum vorzustellen wie es wäre, wenn ich dann mit mir reden müsste.

Es würde wohl so enden, dass wir beide uns so lange Bier reinschrauben, bis wir Beide voll sind, wie ein Schwamm. Dann könnte es wohl ganz lustig sein, auch wenn ich mich spätestens am nächsten Morgen schlecht fühle, weil ich so viel getrunken habe und bestimmt wieder irgendeine Scheiße gebaut habe. Und sei es nur, dass ich noch lauter rede, als so schon.
Oder, was auch gut sein könnte, dass wir Beide uns einfach aufs Sofa klatschen und beim genüsslichen Bier entspannt eine Runde Reggae hören.

Ergo: So lange nicht geredet wird, ist's bestimmt ganz nett. Aber kein Vergleich zum Essengehen mit Leuten, die ich wirklich gern habe. Wie etwa dem restlichen Team des Blogs ( <3 )

Andy:
Ehrlich gesagt, glaube ich: ja. Ich müsste mir keine Gedanken machen, ob es meinem Gegenüber tatsächlich schmeckt oder er sich wegen etwas unwohl fühlt.

Außerdem wäre es fürchterlich interessant mich selbst dabei zu beobachten, wie ich esse oder mich im Gespräch verhalte. Wie ist meine Gestik? Wie meine Mimik?

Und das heißt mein Klon würde das genau so sehr genießen wie ich und niemand müsste ein schlechtes Gewissen haben. Außerdem wäre das eine perfekte Möglichkeit ein paar Punkte auszudiskutieren, bei dennen ich mir noch nicht sicher bin. Ich sehe meistens beide Seiten der Medalien und so eine Diskussion wäre bestimmt hilfreich um ein paar Dinge einmal richtig zu durchdenken. Ich habe gerade darüber nachgedacht, ob das ein guter Podcast wäre, aber wahrscheinlich würden wir so schnell reden, das niemand anders etwas verstehen würde. Wahrscheinlich würden wir uns irgendwann auch im Kreis drehen. Ich brauche in Diskussionen auch eine andere Sichtweise und neuen Input, in zu einem wirklich validen Ergebnis zu kommen.


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"Gesprächsstoff" ist eigentlich eine so genannte Talkbox. Mit Fragen, die zum Gespräch anregen, weil sie nicht so aufgebraucht sind wie andere. Wir nutzen ein paar der Fragen des Basis-Sets, um unsere Gespräche hier im Blog anzuregen. Denn als Blogteam sind wir eigentlich in einer Kennenlernphase, wo es natürlich darum geht, herauszufinden, wer die anderen so sind. Aber wir wollen natürlich auch gerne mit euch sprechen und diskutieren, die Anreize nutzen und von euch neue Impulse bekommen. Also geht die Eingangsfrage natürlich auch an euch und wir freuen uns auf eure Kommentare.

Nachtwind Live@EMO - SofaGamingSpecial

Unser Team besteht aus Zockern. Ob Konsole, PC oder Brettspiele: Hauptsache, es macht Spaß. Und deswegen haben wir uns nicht lumpen lassen und ein innerhalb unseres experimentellen Nachtwind Live-Formats ein Gaming Special organisiert. Es konnte nicht nur gedaddelt werden, nein es sind natürlich auch Dinge auf der Bühne passiert. Auch bei diesem Event sind wir unserer Idee live Content für den Blog zu produzieren treu geblieben und haben Fotos gemacht, Videos aufgenommen und Tonaufnahmen mitgeschnitten. Man munkelt, dass wohl auch eine "Behind the Sceene" Kamera aktiv war.


Impressionen: Neben dem Bühnenprogramm gab es
jederzeit die Möglichkeit frei an verschiedenen
Spielstationen zu zocken und andere Gäster herauszufordern.


 Die gesamten Fotos des Events findet ihr hier.

Unser Freund David Grashoff ist Zocker, Nerd, Comedian, Poetry Slammer, Familienvater und unzähliges mehr. Trotzdem hat er die Zeit gefunden eine Runde bei uns zu zocken und ein paar Geschichten zum Besten zu geben. 



Unseren Podcast über künstliche Intelligenz haben ja schon vor einiger Zeit veröffentlicht.


Den krönenden Abschluss des Abends machte sixteen-817 mit einem kleinen Chiptune Set.


Insgesamt hatten wir ziemlich viel Spaß an dem Abend. Wir möchten an dieser Stelle allen Gästen und dem Publikum nochmal ganz herzlich für diesen entspannten Abend rund ums Zocken danken.

Kurzgeschichte: Eine fast wahre Reportage

Andasch | 27.06.17 | / | Kommentieren
Das nachfolgende Transkript, einer fast wahren Radio Reportage stammt vom Lokaljournalisten Johnny Lismus. Nach Jahren der Entbehrung und Ausbildung, nach Volo und Praktika hat Johnny Lismus sein Ziel erreicht. Er ist Journalist geworden. Zurzeit arbeitet er als freier Journalist mit regelmässigen Aufträgen für das Trend Radio "Essen 98 Dreiviertel- wo du hörst"

Ich stehe gerade vor dem Lidl am Esser Hauptbahnhof. Es ist 15:21. Diesen Ort nennen Essener Urgesteine auch Stalingrad. Ich sehe gemischte Kunden. Von Jugendlichen in grauen Stoff-Joggingshosen bis hin zu Familien mit 5 Kindern und Jack Wolfskin-Jacken. Vor mir steht Dirk Koslowski, LKW-Fahrer aus Essen. Er trägt Arbeitshosse schwerere Stahlkappenschuhe und eine Warnweste. Warum sind sie hier Herr Koslowski?

"Naja, dat Büdchen hier, ist halt Lidl, ne? Ich kaufe diese ganze Vegaranier Scheiße nicht. Hier gibbet noch Frikos wie bei Mama"

Sie hören meine Damen und Herren, abseits des Chaos und der Verrohung der Gesellschaft, ist dieser Ort auch ein Stück Heimat. Ein Stück Vergangenheit, Ein Stück Nostalgie und Wohlbefinden.

Meine Damen und Herren, lieber Hörer und Hörerinnen ich werde mich nun mitten in das Gefahrengebiet begegben und live vom Grabbeltisch berichten. Um Mich herum reißen Leute sich gegenseitig aufblasbare Pools und Freizeit Hemden und aus den Händen. Der Geruch erinnert gerade an diesen heißen Sommertagen, an eine Mischung aus Parfümladen und Jungsumkleide. Aus synthetischer Blumenwiese und Bundeswehrkaserne. Aber was ist das? Zwei große, breite in billigen Synthetikanzügen gekleidete Männer mit geschorenen Haaren kommen auf mich zu.

"Entschuldigung haben Sie eine Drehgenehmingung?"

Freier Journalismus benötigt keine Drehgenehmigung. Die Welt muss von diesen Umständen erfahren.

"Bitte begleiten Sie mich zum Filialleiter"

Liebe Hörer und Hörerinnen, Sie können gerade livew mithören wie meine Berichterstattung scharf zensiert werden soll und ich vom Sicherheitspersonal in eine fensterlose kleine Zelle geschleift werde, von der aus der Filialleiter seine Strippen zieht. Der Fensterlose Raum hat weiß-gelbe Wände. An einem billigen, unaufgeräumten Schreibtisch sitzt ein rauchender Mann, Mitte 40. Er hat einen kleinen Bauchansatz und sieht resigniert aus. Warum haben Sie mich in diesen Gulag gebracht?

"Das ist mein Büro; Ich möchte das Sie meinen Laden verlassen."

Die Tonaufnahmen brechen hier ab..

Podcast: Künstliche Intelligenz in Spielen mit Zockhard, David Grashoff und Thomas Engelhard

Jay Nightwind | 20.06.17 | / / | 1 Kommentar
Unser Andy hat also vor kurzem ein dickes Gaming-Special im Jugend- und Freizeitzentrum Emo in Essen Rüttenscheid auf die Beine gestellt. Im Rahmen dieses Abends sind wundervolle Dinge passiert und auch tolle Inhalte entstanden. Dazu gehört dieser Podcast über künstliche Intelligenzen in Videospielen. Mit am Tisch sitzen diverse Profis, Programmierer, Hobbynerds und nette Menschen. Am besten, ihr gebt euch einfach dieses Stündchen feinsten Inhalt.



Natürlich dürft ihr euch das Ganze auch wieder herunterladen und mitnehmen, falls ihr nicht die ganze Zeit am Netz hängen wollt. Wir wünschen gute Unterhaltung!

Gesprächsstoff #001 - Die 3 wichtigsten Ereignisse der Weltgeschichte

Jay Nightwind | 21.03.17 | / / / | 9 Kommentare


Das sagt Jan:
Rosa Parks
1955 weigert sich Rosa Parks ihren Platz im Bus einem Weißen zu geben, nachdem alle Plätze in der Sektion des Busses für Weiße bereits belegt waren. Sie wurde damit eines der vielen Gesichter, die ungerechte Rassengesetze angefochten haben.
Diese Frau weigerte sich, ihren Unterdrückern nachzugeben. Nicht in einem spektakulären Rahmen, sondern da, wo häufig die brutalsten Ungerechtigkeiten stattfinden: In unserer Lebensnähe, jeden Tag.

Macht findet sich halt nicht nur in der politischen Spitze, sondern auch im Alltag. Wir missbrauchen sie, um eigene Priviligien zu sichern, in dem Glauben, andere würden sie uns nehmen wollen. Aber Macht kann mensch sich nicht alleine schaffen, sie wird immer gegeben. Und wenn Macht missbraucht wird, dann muss sie wieder genommen werden. Jeder Souverän über einem Volk hat seine Macht vom Volk bekommen, schon alleine, weil sie sich unterordnen. Rosa Parks ist für mich Sinnbild für die Einfachheit des Protests. Es braucht keine Gewalt, Wissenschaften oder Heldentaten, um bestehende Verhältnisse zu bekämpfen. Es reicht manchmal, sich zu weigern.

Mondlandung
Ich habe sie nicht aktiv erlebt, aber sie prägte meine Jahre als Kind. Mein erstes Lego-Set war die Raumstation (mit Benni aus dem Lego-Film!) und als Kind wollte ich Gärtner auf dem Mond werden. Es gibt da draußen mehr. Es war der nächste logische Schritt für mich als Kind. Wenn die Konflikte auf der Welt gelöst sind, fangen wir unsere Historie von vorne an, in dem wir wieder Wandern. Unser Planet als die Höhle die wir verlassen, um neue Lande, Möglichkeiten und Herausforderungen zu entdecken. Wieder würden wir uns über ewige Zeiten an die neuen Bedingungen anpassen. Und auch wenn ich es nicht mehr miterleben würde, dachte ich, wir könnten die Generationen sein, die den Sprung auf die nächste Ebene schaffen. Da

In meiner Überzeugung bräuchte sich dann auch keiner mehr um die Erde streiten. Die Ziele der Menschheit wären größer als die bestehenden Konflikte. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass wir als Kleinkinder - nach dem Entwicklungspsychologen Piaget - Dinge lernen, in dem wir ausprobieren und daraus Muster ableiten. Erst können wir greifen. Dann greifen wir alles. Wenn das geht, wissen wir wie man greift. Klar, den Planeten Erde haben wir auch noch nicht vollständig erschlossen, aber warum nicht kindlich neugierig bleiben. Da draußen gibt es soviel zu entdecken, soviel zu probieren, soviele Sterne, die wir uns in den Mund stecken müssen, um herauszufinden, wie sie funktionieren könnten. 

Gründung der Arbeiterjugend
Es könnte auch ein anderer Jugendverband sein, aber über die lange Zeitschiene gesehen, bin ich nun mal bei einer Nachfolgerin der Arbeiterjugend gelandet. Eine Organisation junger Menschen als eigenes Lebensumfeld in dem sie Utopien entwickeln, aber auch leben können, hat für mich besondere Bedeutung.

Die Gesellschaft nimmt den Menschen mit jugendlichem Alter immer mehr Möglichkeiten sich die eigene Wirksamkeit und Relevanz für die Gesellschaft zu zeigen. Gefühlt werden diese Einschnitte immer brutaler, da Jugendliche stark verschult, eingebunden, überfördert und überfordert werden. Eine freie Freizeit gibt es kaum mehr, Bereiche in denen Verantwortung und Teilhabe gelernt werden können, müssen erkämpft werden. Jugendverbände und Jugendhäuser bestärken in der Eigenaktivität.

Auch wenn ich politisch nicht immer mit meinem Verband übereinkomme, bin ich jeden Tag dankbar, für die Möglichkeiten und Entwicklungen, die ich dort erfahren durfte. Ich habe Kompetenzen erworben, die meinen Charakter und dadurch mein Leben geprägt haben. Der Jugendverband hat mit Bestätigung gegeben, als Familie es verpasst hat und hat mir erlaubt mich zu verwirklichen, als mir andererorts die Möglichkeiten fehlten. 


Und Tobi findet:
Erfindung der Dampfmaschine

Es war irgendwie abzusehen, dass ich als Hobby- und Berufseisenbahner mit diesem Punkt aufkreuze. Denn ohne die Dampfmaschine wären wir wohl nicht da, wo wir heute sind, eisenbahntechnisch gesehen.
Denn hätten James Watt und weitere kluge Köpfe im 18. Jahrhundert diese Maschine nicht entwickelt, wäre es womöglich nicht so schnell zur ersten Dampflok gekommen.
Die Dampflok ist zwar ökologisch betrachtet jetzt nicht unbedingt optimal aber auf ihr basieren alle Züge, die heute durch die Länder fahren. Von der Museumsdampflok bis hin zum hochmodernen Hochgeschwindigkeitszug.
Und auch wenn es aktuell, in Deutschland zumindest nicht so aussieht, der Transport auf der Schiene von Personen und Gütern ist immens wichtig für die Entlastung der Straßen und für die Entlastung der Umwelt

Elvis Presley
Man kann über die Musik Presleys denken, wann man möchte. Ich für meinen Teil kann sagen, dass es absolut nicht meine Welt ist.
Doch seine Musik war wichtig, denn daraus hat sich viel entwickelt.
In den 50ern startete die Rock 'n' Roll- Welle, für die Presley einer der ersten und wichtigsten Vertreter war. Aus ihr entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten so ziemlich jeder Musikrichtung, die auch nur im Entferntesten etwas mit Rock zu tun hatte.
Genres wie Grunge, Progressive- Rock, Metal hätte es so vielleicht nie gegeben, wenn es den Rock 'n' Roll nicht gegeben hätte.
Und Presley hat ihn salonfähig gemacht. Merci vielmals.

Erfindung des Buchdruckes Als Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert den Buchdruck erfand, wurde ein wichtiger Schritt für die Zukunft getan.
Dadurch, dass Schriften nun viel einfacher vervielfältigt werden konnten, konnten Wissen und Informationen viel einfacher und vor allem viel preiswerter verbreitet werden.
So gesehen basiert die Moderne auf eben jener Erfindung.
Der Einfluss auf die Bildung, auf Katastrophenschutz (durch Verbreiten von Informationen) und so ziemlich jeden anderen Aspekt des alltäglichen Lebens ist immens und dafür können wir definitiv den Hut ziehen.

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Andy sagt:
Ich fühl mich gar nicht richtig in der Lage zu sagen, was die 3 absolut wichtigsten gesellschaftlichen
Ereignisse der Weltgeschichte sind. Dafür bin ich zu wenig Experte, kenne zu wenig Variablen. Deshalb versuche ich an dieser Stelle, Ereignisse aufzulisten von dennen ich denke, dass sie mein bzw. unser Leben hier sehr stark beinflusst haben. Ob sie tatsächlich die wichtigsten sind, möchte ich nicht entscheiden. Es sind nur Vorschläge oder Norminierungen.

Entdeckung des Penicillins
Alexander Flemming,  seines Zeichens schottischer Bakteriologe, hat 1928 Penecillin in einem Schimmelpilz entdeckt. Penecillin hatte antibakterielle Wirkung und wurde somit zum ersten Antibiotika der Welt. Schlagartig änderte sich die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen um 10 Jahre. Nach oben! Penicilin führte dazu, das wir bakterielle Infektionen sicher und effizient bekämpfen konnten. Sei es nun bei Wundinfektionen nach Operationen oder bei bakteriellen Lungenentzündungen. Plötzlich hatte man tatsächlich ein wirksames Mittel gegen Bakterien entdeckt.
Die Entdeckung von Penicillin und anderen Antibiotika hat unsere Gesellschaft maßgeblich verändert und spielt auch in unserer heutigen Gesellschaft eine große und wichtige Rolle.

Das Manhattan Projekt und andere Atomwaffentests
Atomwaffen sind ziemlich scheiße. Verrückt wie viel Wissenschaft Menschen auf sich nehmen um sich gegenseitig möglichst effizient zu töten..
Die Entwicklung von Atomwaffen führte zum Ende des zweiten Weltkriegs und einer ganzen Ära der Angst im kalten Krieg. Ich glaube unsere Geschichte wurde ganz enorm von diesen Waffen geprägt.
Auch wenn wir heutzutage kaum noch was davon spüren. Die Möglichkeit ganze Nationen mit einem Knopfdruck auszuradieren ist eine neue, nie da gewesene Option.


Marshall Plan und die Gründung der Bundesrepublik Deutschland
Nach dem zweiten  Weltkrieg war Deutschland zerstört und wirtschaftlich am Ende. Die USA verabschiedete 1948 ein Wirtschaftswiederaufbauprogramm mit Krediten, Rohstoffen und Lebensmitteln. Nach diesen 4 Jahren ging es Deutschland (und anderen westeuropäischen Staaten) wirtschaftlich wesentlich besser als vor dem Krieg. Während der nächsten zwei Jahrzehnte kam es in ganz Westeuropa zu einem nie da gewesenen Wohlstand. Es wird als Nachkriegsboom bezeichnet. Ich bin zu wenig Wirtschaftswissenschaftler um eine fundierte und stichhaltige Analyse des Plans und der Wirtschaft zu dieser Zeit liefern zu können. Sorry. Aber ich glaube das der Marshallplan maßgeblich beinflusst hat, wohin sich meine jetzige Heimat entwickelt hat. Unsere jetzige wirtschaftliche Stärke wäre ohne die Hilfe der USA wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Aber wie gesagt, dass ist Westentaschen Wirtschaftwissenschaft meinerseits. Außerdem wurde kurz danach die Bundesrepublik Deutschland gegründet und das Grundgesetz verabschiedet. Ich denke, dass das ein unheimlich wichtiger Meilenstein für unsere weitere Entwicklung war.

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Malte meint:

Industrielle Revolution
Ich würde die industrielle Revolution als Fluch und Segen zugleich bezeichnen. Legte sie einerseits den Grundstein zur Ausbeutung diverser Arbeistkräfte und teilte die Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche sich fortsetzte und letztendlich zum Kapitalismus führte, wie wir ihn heute kennen, kamen durch die Nutzung diverser Maschinen und den damit größeren Produktionsmengen auch mehr Menschen an diverse Gegenstände, die den Lebensalltag erleichtern und bereichern konnten. Maschinen, größere Mengen an Büchern, Fahrzeuge. Also Gegenstände, die einiges an Komfort für zukünftige Generationen bereit hielten und worauf wir nicht mehr verzichten möchten. Technische Errungenschaften sind fast nie etwas schlechtes. Problematisch ist oft nur, was der Mensch daraus macht und wie er sie verteilt.

Die Nutzung der Elektrizität
Zuerst wollte ich etwas von der Entdeckung schreiben, etwas Recherche zeigte mir aber den logischen Schluss, dass die Existenz von Elektrizität weit vor der Nutzung bekannt war. Dementsprechend beschränke ich mich auf den Zeitpunkt, den ich nichtmals konkret festlegen kann, ab dem Elektrizität wirklich flächendeckend eingesetzt wurde. Ich bin generell ein Mensch, der Fortschritt auf jeder Ebene feiert, dementsprechend legte die Nutzung der Elektrizität die Basis für alle weiteren Errungenschaften, die in den letzten Jahrzehnten eine nie vorher dagewesene Fortschrittsgeschwindigkeit erzeugte. Es gibt viele Sachen, auf die der Mensch verzichten kann und die wirklich dem reinen Komfort dienen. Ein Leben ohne Elektrizität wäre für mich allerdings unvorstellbar und ich halte es für ein Unding, dass es immer noch Orte auf der Welt gibt, denen dieser Fortschritt nicht ermöglicht wird.

1933 - 1945
Der schwärzeste Fleck der Menschheitsgeschichte, der das Weltgeschehen beeinflusst hat wie kaum ein anderes Ereignis. Erinnerungskultur, kollektive Schuld und der generelle Umgang mit Nationalismus sind Themen, die heute noch thematisiert werden. Der Grundsatz Adornos, dass Auschwitz sich nie wiederhole, ist eine der größten Maximen, die ich mir in meinem täglichen Handeln vor Augen halte. Menschen, die der Zeit hinterhertrauern oder der Meinung sind, doch endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen stolz sein zu dürfen auf dieses Land, denn schließlich hätten wir alle überhaupt nichts mit unserer Vergangenheit zu tun, gibt es leider noch viel zu häufig.


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"Gesprächsstoff" ist eigentlich eine so genannte Talkbox. Mit Fragen, die zum Gespräch anregen, weil sie nicht so aufgebraucht sind wie andere. Wir nutzen ein paar der Fragen des Basis-Sets, um unsere Gespräche hier im Blog anzuregen. Denn als Blogteam sind wir eigentlich in einer Kennenlernphase, wo es natürlich darum geht, herauszufinden, wer die anderen so sind. Aber wir wollen natürlich auch gerne mit euch sprechen und diskutieren, die Anreize nutzen und von euch neue Impulse bekommen. Also geht die Eingangsfrage natürlich auch an euch und wir freuen uns auf eure Kommentare.

Verstehst du die Welt noch?

Andasch | 06.03.17 | | 1 Kommentar
Verstehst du die Welt noch? Wie ist die momentane wirtschaftliche Lage in der Ukraine und wie schätzt du den weiteren Verlauf ein? Wie funktioniert eigentlich Gentechnik? Wie funktionieren die Verschlüssungsalgorithmen die dich schützen? Warum stellst du dich immer an die Schlange im Supermarkt die am längsten dauert? Was genau macht die europäische Zentralbank? Wie funktioniert ein Kühlschrank? Warum werden Computer heiß? Wer auf der Welt führt eigentlich zurzeit Krieg mit wem? Warum genau funktioniert Kommunismus nicht? Wirklich? Funktioniert Kapitalismus? Wirklich? Wirklich nicht? Was bedeutet funktioniert? Was ist eine dDOS-Attacke? Wieso ist Licht immer gleich schnell, egal wie schnell sich der Körper bewegt der es austrahlt? Was ist eigentlich ein schwarzes Loch? Wie funktioniert Aspirin? Warum macht mich Alkohol trinken glücklich? Warum rauche ich? Wieso bin ich traurig, wenn ich an dich denke? Woher kommt eigentlich das Geld, das Staaten sich leihen, wenn sie alle im Minus sind? Wer bekommt die Zinsen dafür? Was ist eigentlich ALS und warum habt ihr euch dafür Wasser über den Kopf schütten lassen? Wie funktioniert das Internet? Wie wird Plastik hergestellt? Wie funktioniert Werbung? Wie Propaganda? Warum lernen Menschen eigentlich sprechen? Ist die Griechenland-Krise eigentlich schon vorbei? Wie funktionieren Musikboxen? Was ist ein BIOS und was ist eine Registry-Datenbank? Wie funktioniert WLAN? Warum bekommt man vom Rauchen Krebs? Was ist eine Farbtemperatur? Wie funktionieren Datenbanken? Wie funktionieren eigentlich Autos? Warum fliegen Flugzeuge? Weißt du wie dein Fernseher funktioniert? Wie funktioniert Backpulver? Warum funktioniert dein Kalkentferner fürs Bad? Wie sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Türkei und Russland? Was sind Euro-Bonds? Was ist das Higgs-Boson? Wie können Abgeordnete eigentlich über alles Bescheid wissen und dann darüber abstimmen?Was hälst du vom Brexit und warum genau? Woher weißt du das? Wie wahrscheinlich ist ein Bürgerkrieg in Deutschland? Warum sind Terroristen eigentlich Terroristen? Wann genau entscheiden sie sich viele Menschen umzubringen und warum? Sind das böse Menschen? Gibt es einen Unterschied zu Soldaten? Wie beinflussbar ist die Weltpolitik? Was passiert in Syrien und warum? Ist es gut, dass SnapChat an die Börse geht? Was sind Mobilfunkstandards wie 2G, 3G und LTE? Wieviele Atombomben gibt es auf diesem Planeten? Glaubst du Grundlagenforschung ist sinnvoll? Was ist CRISPR/Cas? Wie werden eigentlich die Werte von deinem Blut gemessen beim Arzt? Und was bedeuten sie?

Verstehst du das alles noch?

Nachtwind Live! - Was ist da denn los?

Jay Nightwind | 27.12.16 | / / / | Kommentieren

Als ich am nächsten Morgen wach geworden bin, da hatte ich ein ganz ungewöhnliches Gefühl. Das ich glücklich und zufrieden war, das kannte ich schon. Mein Lächeln hatte aber auch diese schelmische Spitze im rechten Mundwinkel. Ich fühlte mich mächtig.

Nicht Macht über irgendetwas oder jemanden, sondern Macht um Dinge zu tun. Aus einer besonders schnapsigen Idee heraus, hatte ich beschlossen den Blog einfach mal auf die Bühne zu bringen. Live. Viel weiter reichte der Plan auch nicht. Jede/r Eventmanager*In weint innerlich: Es gab gar kein Konzept, nur Rahmenbedingungen. 15.09.2016, Weststadthalle Essen, freier Eintritt. 

Jetzt könnte ich hier erklären, wie ich mir das Konzept überlegt habe. Erst mich ein wenig selbst lobhudeln, dann ein wenig Fame ans Team abfallen lassen, dann aber wieder mich ins glänzende Scheinwerferlicht schieben. Weil ich immer noch sehr stolz auf diesen Abend bin, hätte ich da schon Lust zu, finde es aber etwas unelegant. Lieber möchte ich euch zeigen, was wir bei unserem ersten Abend so alles erlebt haben.


Zu einem guten Abend gehören spannende Gäste und gute Musik. Mit "Nice Bag of Tasty" konnten wir Beides erfüllen. Zudem konnte ich meinem schlechten Gewissen entgegen arbeiten, weil ich schon häufiger Stephan, Thomas und Kati versprochen hatte, ihnen Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen, ohne aber auch nur einmal intensiv nachzuhelfen. Diesmal passte alles für alle und ich war richtig froh, dass sie dabei waren. Beim Soundcheck hat unser Andy schon gesagt, dass wenn sie "Cute without the E" spielen, er extrem glücklich wäre. Und obwohl ich das Lied vorher nicht kannte, habe ich ihn gut verstehen können. Weil dieser Moment aber ihm gehört, bekommt ihr hier mal das etwas prominentere "Chop Suey"-Cover präsentiert.



Ein weiterer Gast könnte euch hier schon aus dem Blog bekannt sein, weil wir ihn zum Podcasten getroffen haben. Der Kalligraph Florian Schreiber aus dem Unperfekthaus sollte nochmal seine Fertigkeiten auf der Bühne bzw. auch im Video zeigen. Denn in einer Audiospur kommt ja so eine visuelle Kunst nur wirklich schlecht zur Geltung.

Ein Blick hinter die Kulissen: Wir wussten vorher nicht, dass der Camcorder den wir verwenden wollten, nicht gleichzeitig übertragen und filmen kann. Was deshalb wichtig war, weil wir auch dem Live-Publikum zeigen wollten, was Florian da gerade auf dem Tisch veranstaltet. Es war ein absoluter Glückgriff, dass wir zwei Kameras vor Ort hatten. Aber sicher nicht unsere letzte technische Panne, wie auch einer unserer Gäste später noch kommentieren sollte.



Vieles war nicht ganz fertig durchdacht und auch nicht ausführlich getestet im Vorlauf. Aber unser Publikum hat es uns verziehen, je einige fanden es sogar sympathisch. Fehler machen scheinbar sympathisch, so lange du eine kleine Veranstaltung bist, die auch von Anfang an als Experiment angekündigt wurde. Trotzdem nehmen wir natürlich jedes Feedback ernst und mit, so sehr, dass wir den Zuschauern sogar angeboten haben, ihren Netzangewohnheiten weiter zu folgen, und zu kommentieren. Dafür stand neben der Bühne unsere "Kommentarfunktion" bereit:


Wie ihr sehen könnt, haben wir die ganze Breite des Blogs, aber auch die ganze Breite unserer Fertigkeiten in den Abend gebracht, denn natürlich sind all diese Fotos von unserem Tobi, der herumgewirbelt ist, um den vielen verschiedenen Programmpunkten fotografisch gerecht zu werden. Das ganze Album mit allen Bildern - die Tobis Ansprüchen gerecht geworden sind - gibt es übrigens auf Facebook auf unserer Seite "Der Nachtwind".

Als weitere Gäste hatten wir zwei sehr besondere Menschen dabei. Christofer mit f war zu dem Zeitpunkt Vize-NRW-Meister im Poetry Slam, ist darüber hinaus aber auch ein guter Freund. Langfristige Leser des Blogs dürften ihm öfters begegnet sein. Sowohl bei Webslam, als Autor, in der NRW-Slam-Promo "readytoBO" und vermutlich bei noch viel mehr. Er war gerade im Begriff sein erstes Bühnenprogramm zu spielen, so richtig als Kabaretist und nicht "nur" als Poetry Slammer.
Ihm an die Seite konnten wir Rene Sydow stellen. Ein Teufelskerl, mit dem ich zwar beim Slam in Kontakt gekommen bin, der aber Schauspieler, Autor, Filmemacher, Kabaretist und noch so vieles mehr ist.
"Rene Sydow ist so berühmt, er hat eine Wikipedia-Seite!" - Christofer mit f
Da Rene mit einem frischen zweiten Bühnenprogramm "Warnung vor dem Munde" schon mehr Kerben im Revolver hatte, haben wir beschlossen die Beiden in einem Podcast-Interview zusammen zu bringen. Zu hören gibt es das natürlich wieder bei uns in der Soundcloud und runterladen und mitnehmen könnt ihr das auch:



Es ist noch einiges mehr passiert. Wir haben einen kleinen bekloppten spontan Slam-Jam gemacht, Andy hat ein kurzes Live-Play für "We happy View" gemacht, die Band war toll und und ich kann mich zwar an alles noch genau erinnern, aber es wirklich nicht gerecht wieder geben. Und hier werde ich kein Selbstmarketing anfangen und sagen "Weil alles so unfassbar geil war!", sondern ehrlich bleiben:
Wir haben uns mächtig gefühlt. Wir konnten tun, was wir wollten. Und wir haben uns gefreut, dass im Publikum Freund*Innen saßen, die uns ihren Abend anvertraut haben. Leute, die unserer Einladung zum Spiel gefolgt sind. Ihr seid unfassbar geil.

Wenn ihr euch alles angucken wollt, gebt euch diese Youtube-Playlist.

So sehr, dass wir den Blog jetzt noch häufiger auf die Live bringen wollen. Und was auch immer dort passiert, bringen wir natürlich auch wieder mit zurück in den Blog. (Wer also nicht zu uns kommen kann, bringen wir die Sachen nach hause.)

Am 24.03.2017 sind wir zum Beispiel im "Kinder- und Jugendtheater Dortmund" im Rahmen der Open Stage. Es wird Kurzgeschichten, Interviews, Spiele und hoffentlich sogar eine kleine Art Modenschau geben. Die Details dazu bringen wir noch in den Blog,

Am 19.05.2017 wagen wir uns sogar daran einen gemütlichen Zockevent im Emo - Jugend und Freizeitzentrum in Essen zu starten, bei dem gespielt werden kann, aber auch auf der Bühne diverse Menschen aus Industrie und Szene zu Wort und Tat kommen werden. Auch da schreiben wir nochmal was zu im Blog.

Hach! Was sind das für aufregende Zeiten. Ich freu mich.

5 Minuten Naturwissenschaftskram: Stammzellen

Andasch | 22.12.16 | / | Kommentieren
Okay. Stammzellen haben wir alle schon mal irgendwie gehört. Aber was genau können die Dinger eigentlich und wie funktioniert das? Und sind Stammzellen nicht eigentlich irgendwie doch scheiße, weil man sie nur aus Embryos gewinnen kann?
In den nächsten Fünf Minuten, erfahrt ihr alles was man über Stammzellen wissen muss.

Stammzellen sind der Ursprung eines jeden Säugetiers. Jedes Säugetier, jeder Mensch stammt aus einer einzigen Zelle ab. Eine einzige scheiß Zelle. Diese Zelle teilt sich dann bis ein ausgewachsenes Lebewesen entstanden ist. Das Besondere an dieser Stammezelle ist: Sie trägt alles was es braucht um einen gesamten Organismus zu bauen. Diese eine Zelle kann zu jeder Zelle eines Organismus werden. Egal ob Muskelzelle, Nervenzelle oder Hautzelle. Ganz egal. Unsere kleine tapfere Stammzelle kann zu allem werden. In der Schule habt ihr vielleicht gelernt, dass alle tierischen Zellen gleich sind. Das ist aber Quatsch. Zellen sind hochdifferenzierte Arbeiter. Sowas wie Spezialisten in ihrem Gebiet. Einmal auf dem Weg zu einem Spezialisten gibt es aber keinen Weg mehr zurück.

Und warum sind Stammzellen für die Forschung so wichtig?

Da gibt es eigentlich zwei große Gründe. Einerseits kann man so Forschung an Stammzellen machen, ohne dafür einen Embryo zu "opfern" oder einen bestimmten Zelltyp in Zellkultur züchten ohne Mäuse, Ratten oder ähnliches töten zu müssen. Die Stammzellen könnten dann in vielen Experimenten genutzt werden.
Andererseits, sollten wir tatsächlich mal soweit sein ganze Organe aus Stammzellen züchten zu können, können diese dann ohne Abstoßungreaktion in Menschen transplantiert werden. Würden wir Organe aus Stammzellen aus Embryonen transplantieren, gäbe es wie bei jeder gewöhnlichen Transplantation auch hier Abstoßungreaktionen. Und selbst sollten diese ausbleiben, wäre der Patient sein ganzes Leben auf Medikamente - Immunsupressiva - angewiesen. Stammzellen aus dem eigenen Gewebe könnten das verhindern. Der Körper würde die eigenen Zellen nicht als Feind wahrnehmen. Das wird personalisierte Medizin genannt und gilt als so was wie der heilige Gral im Kampf gegen Alzheimer, Parkinson, ALS und Co.

Reprogramming: Der Weg zurück

Ja ich weiß, ich hab vorhin gesagt, Zellen die einmal spezialisiert sind, können nicht mehr zurück. Aber 2006 hat ein japanischer Forscher geschafft aus ausdifferenzierten Zellen wieder Stammzellen zu machen. Er nannte diese Zellen induzierte pluripotente Stammzellen. Der Forscher heißt Shin’ya Yamanka und hat 2012 den Nobelpreis für seine Entdeckungen bekommen. Dies funktioniert durch die nach ihm benannten Yamanaka Faktoren.
Kurz gesagt, man kann Zellen dazu zwingen vier bestimmte Gene "auszuführen". In der Biochemie nennt man dieses ausführen exprimieren. Werden die Yamanaka Faktoren exprimiert, resetten die Zellen sozusagen und werden wieder zu Stammzellen.
Damit habe ich mich eine Zeit lang im Praktikum beschäftigt. Ich habe aus Bindegewebe einer Maus Stammzellen gezüchtet. Diese können dann wieder zu allen anderen Zellen ausdifferenzieren.

 Abbildung 1: Induzierte pluripotente Stammzellen

Auf Abbildung 1 sind die ersten induziert pluripotenten Stammzellen zu erkennen. Sie sind sehr klein und annähernd rund. Um sie herum sind noch viele Fibroblasten ("Bindegewebe") zu sehen. Ich habe sie außerdem mit einem grün leuchtenden Farbstoff markiert (B) um sie besser zu identifizieren.

Nach mehreren Tagen haben sich größere Kolonien gebildet, wie in Abbildung 2 zu sehen ist.

Abbildung 2: Tag 14 nach Anzucht; Induzierte pluripotente Stammzellen nach Antikörperfärbung


Außerdem habe ich versucht Stammzellen zu verschiedenen Zelltypen zu differenzieren. Das Ergebnis könnt ihr in Abbildung 3 begutachten. Links seht ihr die ganz normalen Durchlicht Bilder. Leider befanden sich die Zellen oft am Rand meiner Kulturschale. Durch die Reflexion des Lichts sieht man dort leider relativ wenig. Allerdings habe ich diese Zellen auch markieren und färben können. Rechts seht ihr also die gefärbten Zellen.  Vereinfacht gesagt seht ihr von oben nach unten: Hautzellen, Muskelzellen und Nervenzellen.


Abbildung 3: Durchlichtbilder der Zellkulturen unter Differenzierungsbedinungen (rechts), sowie durch Antikörperfärbung sichtbar gemachte Zelltypen von oben nach unten: Epithelzellen ("Hautzellen"; Myozyten ("Muskelzellen"), Neurone ("Nervenzellen")