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In aller Kürze: Vadrum

Der Hartmann | 17.10.16 | / | Kommentieren
Vor einiger Zeit bin ich beim Stöbern auf YouTube auf einen sehr interessanten Menschen gestoßen.
Die Rede ist von Andrea Vadrucci, Künstlername "Vadrum".
Wie man dem Namen "Vadrum" schon ableiten kann, handelt es sich hier um einen Schlagzeuger. Das ist erstmal nichts Besonderes, doch was er macht, das hat es in sich.
Vadrucci verbindet nämlich das Schlagzeug mit klassischer Musik, was eine unfassbar gute Idee ist, meiner Meinung nach.
Vadrum ist ein Virtuose an der Schießbude und hat ein Händchen für das Kombinieren dieser beiden, doch schon unterschiedlichen Welten.
Wie es bei klassischer Musik üblich ist, variiert auch er die Lautstärke und die Art zu spielen. Mal etwas kräftiger mit mächtig Kasalla in den Sticks, manchmal doch eher behutsam und gemächlich.
Wer sich von Andrea Vadruccis Können überzeugen möchte, dem kann ich folgende Hörproben nur dringend ans Herz legen





Mein Problem

Der Hartmann | 10.10.16 | / | 5 Kommentare
Es gibt Dinge, in denen ich mittelgut oder sogar ziemlich passabel bin. Fotografieren zum Beispiel. Das kann ich gut, vor allem wenn man bedenkt, dass ich mir das Meiste selbst beigebracht habe. Das soll jetzt kein Schulterklopfen bei mir selbst sein, sondern deutlich machen, dass ich darin etwas auf dem Kasten habe.
Aber wenn es eine Sache gibt, in der ich mal so richtig schlecht bin, dann ist es das Ansprechen von Frauen. Konnte ich nie, kann ich immer noch nicht. Da bin ich wirklich grottenschlecht drin, das können andere besser, wenn auch häufig mit mittelmäßigem oder gar keinem Erfolg.
Ich erlebe es immer häufiger, dass Typen, die aussehen wie ein Teller bunte Knete mit einem so dermaßen unbegründetem Selbstbewusstsein auf wirklich schöne Frauen zugehen und dann Sprüche loslassen, für die sich sogar Fips Asmussen schämen würde.
Angefangen mit den Klassikern, die, und da möchte ich jede Wette eingehen, noch nie gezogen haben. Sätze wie: "Hat's weh getan?" und dann auf den fragenden Gesichtsausdruck der Gegenüber hin die Antwort: "Der Aufprall, als du vom Himmel gefallen bist.". Dieser Satz ist so abgrundtief scheiße, dass man sich gar nicht stark genug gegen die Stirn hämmern kann, um für diese Antwort einen adäquaten Facepalm zu erzeugen.
Wenn ich so etwas mitbekomme, habe ich ein so unfassbar immenses Bedürfnis, mich für solche Vollidioten im Namen aller vernünftigen Männer zu entschuldigen.
Dann gibt es da noch Typen, die etwas einfallsreicher sind.
Bei denen kommt dann zum Beispiel der Satz: "Wenn ich dir hinterherlaufe, behältst du mich dann?"
Das ist nicht weniger peinlich und mindestens genauso intelligenzbefreit, wie das erste Beispiel.
Auch an dieser Stelle:
Liebe Frauen, falls ihr schon mal mit solchen Halbprimaten zu tun gehabt haben solltet, tut mir das leid. Ich kann euch nur guten Gewissens versichern: Wir sind nicht alle so!
Ich weiß nicht, wo diese Ballonköppe diese absurde Menge Selbstvertrauen hernehmen. Ich schätze, dass die Pomade, mit denen die sich ihre Frisur zurechtwichsen allmählich durch die Kopfhaut diffundiert und in deren Gehirne einsickert.

Zurück zu mir, schließlich ist das hier mein Therapieersatz.
Wenn ich mich in dieser Situation wiederfinde, also dass ich eine holde Maid erblickt habe und ich Interesse an einer vernünftigen Konversation habe, dann läuft das bei mir eher so ab:
Ich gucke erstmal, ob ich noch irgendwo etwas Selbstbewusstsein finde und mach mich auf den Weg zu ihr.
Während ich auf sie zulaufe, gehe ich im Kopf den ersten Satz, den ich ihr sagen will immer und immer wieder durch, schließlich ist der erste Eindruck immens wichtig.
Und dann stehe ich vor ihr. Wenn ich noch sprechen kann, ist alles gut und die erste Hürde ist gemeistert.
Oftmals allerdings stehe ich da, stammel irgendeine schwachsinnige Scheiße vor mich hin und geh mich danach betrinken.
Gehen wir aber mal davon aus, dass ich tatsächlich Worte herausbekomme. Wir erinnern uns, ich hatte mir ja einen Satz parat gelegt, den ich jetzt bringen muss, um nicht für geistig naturtrüb gehalten zu werden, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Und ich kann guten Gewissens behaupten: Klappt nicht. Zumindest nicht bei mir. Denn in diesem Moment,wenn die Vorbereitung Früchte tragen soll, tritt mir die Schüchternheit mit Anlauf zwischen die Beine und ich stehe da wie ein in der geistigen Gefriertruhe lebender Vollidiot. In aller Regel lass ich irgendeinen uninteressanten Funfact fallen, wie etwa: "Wusstest du, dass Partygäste bei einer Musiklautstärke von 88 Dezibel mehr trinken, als bei 72 Dezibel?"
Dann drehe ich mich weg und gehe, auch wenn ich dadurch dann eine zurecht sehr irritierte Person zurücklasse. Ich kann es halt wirklich nicht.
Meine Freunde versuchen mir teilweise auch Tipps zu geben. Die sagen dann: "Ey Tobi, sag doch einfach, dass du Fotograf bist und sie gerne für ein Shooting hättest!"
Mag sein, dass das ziehen könnte, doch da halte ich nicht viel von. Mir wäre nicht wohl dabei, wenn ich mein Hobby dazu "missbrauchen" würde.
Irgendwie will das alles nicht so richtig bei mir klappen. Vermutlich habe ich zu hohe Ansprüche. Wobei, eine gut aussehende, humorvolle, intelligente, Bärte liebende, meinen Musikgeschmack mindestens okay findende, sich gerne fotografieren lassende Frau zu finden kann ja sooo schwer auch nicht zu finden sein.
Ich bin aber auch eine unglaubliche Pfeife wenn es darum geht, Flirtversuche zu erkennen.
Vor ein paar Jahren war ich als Fotograf bei einem Konzert in einer Essener Veranstaltungshalle. In der Pause kam eine wirklich gut aussehende Frau zu mir und fragte, ob ich ein Foto von ihr machen könnte. Weil ich ein netter Mensch bin, habe ich das dann auch getan, ihr das Foto gezeigt... Und dann bin ich weggegangen.
Erst drei Jahre später verriet mir Jay, der in unmittelbarer Nähe des Geschehens stand: "Tobi, die stand voll auf dich!"
Auch an dieser Stelle: Danke Jay, der Hinweis kommt etwa drei Jahre zu spät!
Nun gut, mittlerweile habe ich mich mit meiner Unfähigkeit abgefunden. Mir ist mal gesagt worden, das würde mich charmant machen, was ich durchaus erstrebenswert finde.

Dennoch eine Anmerkung:
Es heißt ja immer, der Mann solle die Initiative ergreifen und die Frau "erobern". Das klingt immer ein bisschen nach Mittelalter und nach erstürmen von Burgen, doch Frauen sind keine alten Gemäuer. Sie sind in aller Regel selbstbewusste, schöne Menschen.
Allerdings wird ja vom "neuen Mann" geredet, der sensibler, einfühlsamer und gefühlvoller ist, als noch vor ein paar Jahrzehnten, was ich durchaus sehr gut finde.
Deswegen müssen wir mehr Rücksicht auf einander nehmen und nicht in einer Erwartungshaltung nach dem Motto "Soll er/ sie doch den ersten Schritt machen" verharren. Das wird nicht funktionieren.
Wenn es jemanden gibt, den man mag, dann sollte man ihm oder ihr das sagen und irgendwie versuchen die Schüchternheit, sofern vorhanden, zu umgehen, auch wenn es schwer ist.
Ich danke fürs Zuhören.

#ReadyToBO - Promo für den NRW-Slam 2016

Es ist jedes Jahr ein Highlight, wenn die Poetry Slam Szene in NRW zusammen kommt, um die Landesmeisterschaft auszutragen. Dieses Jahr kommen wir in Bochum zusammen, damit in einem der Bundesländer mit der höchsten Dichterdichte (Hihi), entschieden werden kann, wer denn 2016 am besten textlich ankommt.

Leider ist die Aufmerksamkeit für die Meisterschaft bei den potentiellen Zuschauern nicht so hoch, wie ich es erwarten und wünschen würde. Mir fehlt der "Hype", die Aufregung. Ruhe vor dem Sturm? Mag sein, aber so einen Sturm kann mensch auch beschwören. Zum Beispiel - meine aktuelle Faszination bricht da nicht ab - in dem mensch wie beim Wrestling eine "Promo" macht. Eine Ansprache und Aufforderung, die Interesse auf den Event lenken soll. So was könnte dann zum Beispiel mit dem aktuellen Vize-Meister laufen und so aussehen:



Oder es könnte auch eine Slammerin sein, die sich unzählige Siege in der letzten Saison anstecken durfte.



Oder es könnte auch ein sportgepumpter Performer sein, der aus seiner zweifelhaften Begeisterung für Wrestling und Kampf seinen Antrieb bezieht:



Egal wie es sich zuträgt, es sind Leute, die großen Spaß hatten, mit einem Augenzwinkern ihre Motivationen für den NRW-Slam darzustellen. Unter dem Hashtag #ReadyToBO geht es auf Facebook etc. weiter und wir hoffen darauf, dass auch andere Slammer mitmachen, erzählen was dieses Jahr ihre Ziele und ihr Antrieb sind.

Danke an unser Team für die Drehtage:
Tobi, Andy, Lio, Tom Lindemann, die Jungs von Sparta Essen und die Weststadthalle Essen.

Ich bin alt

Der Hartmann | 29.07.16 | / | Kommentieren
Guten Tag, mein Name ist Hartmann und ich bin 22 Jahre jung.
Zumindest auf dem Papier. Schließlich gibt es einen Unterschied zwischen dem tatsächlichen, und dem gefühlten Alter. 
Menschen, die mich kennen wissen, dass ich ein 80- Jähriger, gefangen im Körper eines Jungspundes bin. 
Oder um es kurz zu machen: Ich bin zu alt für mein Alter!
Woran ich das fest mache? Ganz einfach:

Wenn ich sitze und mich dann erhebe, geht das nicht ohne Gestöhne in respektabler Lautstärke. Je nach Tiefe der Sitzfläche benötige ich auch Dinge, an denen ich mich abstützen kann, damit ich überhaupt hochkomme. 
Beispiel: In meinem Wohnzimmer steht ein Sessel. Wenn ich aus diesem aufstehen möchte, dann muss ich mich am Tisch festhalten, sonst krieg ich den Arsch nicht hoch. Oder ich wippe mit dem Sessel vor und zurück, bis ich genug Schwung aufgebaut habe, dass ich die vorhandene kinetische Energie dazu nutzen kann, meinen alten Leib hochzuwuchten. 
Nein, mein Haus ist nicht seniorengerecht eingerichtet. 

Hinzu kommt, dass ich auch bei Weitem älter aussehe, als ich bin. Ich meine, für Anfang 20 habe ich erstaunlich viel Bart und erstaunlich wenig Haare auf dem Kopf. Ja, Haarausfall ist kacke, auch wenn ich das lichter werdende Haar mittelmäßig gut zu kaschieren weiß.

Ganz davon abgesehen passiert es mir, dass ich nachts nicht durchschlafen kann, weil ich Mitten in der Nacht austreten muss.
Naja, meistens habe ich davor dann auch das eine oder andere große Bier getrunken aber ich kann mich noch an Zeiten erinnern... Okay, was heißt erinnern? Das ist in meinem Alter ja so eine Sache aber ich weiß, dass es mal Zeiten gab, in denen ich auch durchschlafen konnte, wenn ich hackedudeldicht war.
Aber das ist schon lange her.
Wobei ich auch sagen muss, dass es extremst selten vorkommt, dass ich mal voll bin wie ein Schwamm. Aus dem Alter bin ich raus. Also ich war nie drin aber trotzdem habe ich das hinter mir gelassen.
Übermäßiges Saufen habe ich allerdings noch nie verstanden. Den Kater am Folgetag ist mir das einfach nicht wert. Dann trink ich lieber ein paar Bier weniger und fühl mich am nächsten Tag nicht so, als würde ein Bandenkrieg in meinem Kopf stattfinden.
Und es ist ja nicht nur das. Wenn ich ordentlich einen in der Mütze habe fange ich auch irgendwann an, unkontrolliert Blödsinn zu faseln. Das mache ich nüchtern zwar auch aber wenn ich mir dann so richtig einen hinter den Knorpel gezogen habe, dann nimmt das Überhand! Und das will ja keiner.
Ne, dann doch lieber gemütlich Bier trinken, statt sich bumsvoll zu saufen.

Zurück zum Thema, nächstes Beispiel:
Kreuzfahrten sind ja bekannt dafür, dass vor allem die Fraktion der Graumelierten mit diesem Verkehrsträger unterwegs sind. Jetzt ist es so, dass ich neulich tatsächlich den Kauf eines Kreuzfahrttickets in Erwägung zog.
Gut, es handelte sich um ein Ticket für die "Full Metal Cruise" was im Wesentlichen ein schwimmendes Metalfestival ist aber dennoch, und das möchte ich doppelt unterstreichen:
Ich stand kurz davor auf eine Kreuzfahrt zu gehen!

Und dann dieser ganze Technikkram. Da habe ich alter Mann den Überblick verloren! Alle zwei Wochen bringen die ein neues Smartphone auf den Markt, dann sabbeln die irgendwas von selbstfahrenden Autos und was weiß ich nicht noch alles.
Und wenn dann die ganzen Kiddies blubbern höre, da versteht man doch auch nichts! Neulich in der Bahn fangen zwei von denen an sich über Snapchat zu unterhalten.
WAS ZUM HENKER IST SNAPCHAT?
Wobei, ich habe aufgegeben verstehen zu wollen, was diese ganzen Apps und Social Media- Plattformen sein sollen.
Als ich in deren Alter war, da hatten wir noch SchülerVZ! Das war damals das non- plus- ultra.
Wir hatten ja nichts, damals.
Und heute wird man von Social Media zugeschüttet, von Twitter, Facebook und wie die nicht alle heißen.
Jetzt weiß ich wenigstens, wie meine Eltern sich wohl gefühlt haben müssen, als das damals alles losging.

Aber bei allem, was ich gerade so erzähle möchte ich nicht, dass es zu Missverständnissen kommt:
Ich habe nichts gegen Rentner. Das sind mit Sicherheit auch Menschen. Menschen, die auf der Autobahn mit 80 auf der linken Spur kriechen und mir immer mit dem Satz kommen: "Als ich in Ihrem Alter war, hatte ich auch so schöne Haare.", wobei ich dann immer denken muss: "Als Du in meinem Alter warst, war doch alles noch in schwarz- weiß."

Wie gesagt, von mir aus darf es Rentner geben, da habe ich kein Problem mit.
Ich habe nur Angst, dass ich in naher Zukunft dazu gehöre. Zur Zeit fühle ich mich ja zum Glück nur so. Ich hoffe ja, dass ich noch ein paar Tage habe, bis ich zu denen gehöre.
Dann bin ich auch einer von denen, die im Supermarkt an der Kasse stehen, während sich dahinter eine Schlange biblischen Ausmaßes bildet und sage zur Kassiererin, während ich im Kleingeldfach meines Portmonees rumstochere: "Sie haben's ja lieber passend, nich?"

Ganz davon abgesehen habe ich für das Rentnerdasein überhaupt keine Zeit.
Auch wenn es nicht so aussieht, ein Rentner hat festgelegte "Arbeits"- Zeiten, schließlich gibt es ja viel zu tun.
Als Rentner muss man einkaufen, beim Hausarzt rumsitzen, Mittagsschlaf halten und Kochsendungen gucken.
KOCHSENDUNGEN! Ich kann ja noch nicht mal kochen. Das wäre ja wohl völlig bescheuert, wenn ich mir das dann angucken würde.
Aber ne, als Rentner, da ist nichts Füße hochlegen und tun, was einem Spaß macht, nein! Das ist knochenhart, was die Kukident- Generation jeden Tag für ein Programm abspulen muss!

Es wird sich viel verändern. Dann ist es vorbei mit Urlaub in den Bergen oder am Strand. Nein, denn als Rentner geht man auf Städtereise.
Dann tingelt man von einem Ort in den nächsten. Und wo man nicht alles hinkommt. Als Rentner auf Städtetour besucht man so exotische Weltmetropolen wie Bad Salzuflen oder Untermaubach- Schlagstein.
Ich kann es kaum erwarten auf die alte Seite der Macht zu wechseln.

Konzertbericht: The Red Hot Chilli Pipers

Der Hartmann | 17.05.16 | / | 2 Kommentare
Als ich 2015 in Schottland war, betrat ich in Edinburgh einen Laden.
Aus den Boxen der Musikanlage schallte Dudelsackmusik.
Doch es war nicht dieses "Typische", was einem sofort im geistigen Gehörgang erscheint, wenn man das Wort "Dudelsack" hört, also nicht dieses "drei dicke Schotten stehen auf saftigen grünen Wiesen und sackpfeifen vor sich hin".
Nein, es war anders.
Es war rockig, es hatte Schmackes und es klang verdammt gut.
Auf einem kleinen Fernseher konnte man sich das Ganze dann auch visuell reinziehen.
Bislang kannte ich so eine ansatzweise ähnliche Musik nur von Bands wie den Dropkick Murphys oder The Real McKenzies.
Aber die Musik in diesem Laden hatte etwas Eigenes, ich hätte noch stundenlang dort bleiben können.
Zurück in Deutschland wurde direkt das Album "Live at the Lake" der "Red Hot Chilli Pipers" gekauft und seit jeher rauf- und runtergehört.
Umso vorfreudiger wurde ich als bekannt war, dass eben diese großartige Band aus Schottland hier in Essen auftreten würde.
Es war klar: Ich muss da hin.
Und so kam es dann auch. Am 14.04. 2016 war es dann soweit. Das selbe Programm wie auf der CD nur halt live.
Nahezu pünktlich ging die Show los. Keine Vorband, keine Ansagen, nichts. Und das war auch gut so.
Die Halle ging schon gut steil, als der Großteil der Band (alle bis auf die Pfeifer) zu Beginn in minimaler Ausleuchtung auf der Bühne stand und das Intro spielte.
Die drei Bagpiper standen auch schon dort, allerdings im Dunklen und mit dem Rücken zum Publikum.
Beim Wechsel vom Intro in den Hauptteil des Anfangsliedes "Insomnia/ Jack Elliott's Favourite/ The Dragon's Lair", setzten dann auch das Licht und die Dudelsäcke unter tosendem Gejubel des Publikums ein.
Das war der Beginn eines der besten Konzerte meines Lebens.
Die acht Kiltträger auf der Bühne spielten teils eigene Lieder, teils hervorragende Coverversionen von bekannten Stücken wie "Everybody Dance now", "Don't Stop Believin"  oder dem ZZ Top- Knaller "Gimme all your Lovin'".
Man merkte, dass die Musiker ihren Spaß hatten, zumindest grinsten sie häufig.
Außerdem machten sie so manche Faxen, die unglaublich gut rüberkamen. Wie etwa den Klassiker bei Rockkonzerten:

Etwa in der Mitte der ersten Hälfte gab es auch ein "Dudelsack- Wettbewerb". 
Die drei Pfeifer spielten nacheinander jeweils ein Solo und das Publikum sollte durch Jubel und Applaus abstimmen, wer denn nun Sieger war. 
Ich gestehe, ich habe mich enthalten, schließlich waren alle drei so unfassbar gut, dass man sich meiner Meinung nach gar nicht entscheiden konnte. 

In der Mitte der zweiten Hälfte wurde mein Schlagzeugerherz besonders glücklich gemacht, denn es gab auch ein Drumbattle. 
Der Percussionist, der ebenfalls die Marching- Snare (also eine Trommel, wie sie auch bei Paraden oft gespielt wird), trat gegen den Schlagzeuger der Band an. Dieser spielte die Tom- Tom- Variante der Marching- Snare.
Es war großartig, da nicht nur exakt und extrem schnell gespielt wurde, sondern zwischendurch noch mit den Drumsticks getrickst wurde. 
Und gegen Ende des Drum- Offs duellierten sich die beiden Kontrahenten noch gegenseitig mit den Sticks. 


Fazit: 
Es war ein unglaublich großartiges Konzert, das durch eine musikalische Intensität geglänzt hat.
Ich muss gestehen, ich war anfangs ein bisschen skeptisch, ob ich knappe zwei Stunden Dudelsackklänge aushalte, ohne dass es sich tot hört.
Doch ebenso wie bei der CD kann ich sagen: Definitiv nicht!

Und wer jetzt noch eine Hörprobe haben möchte: Bittesehr!
(Das ist im Übrigen das Anfangslied, das im Text oben beschrieben ist, nur in größerer und teils anderer Besetzung)





Bildimpressionen: Sonnenuntergang in Heidhausen

Der Hartmann | 04.05.16 | / | 5 Kommentare
Hossa, es ist Frühling!
Das gefällt mir aus vielerlei Gründen, doch vor allem, weil man wieder schöne Landschaftsaufnahmen machen kann, ohne dass es dieses usselige Grau in Grau ist, wie es im Winter häufig der Fall war.
Also bin ich neulich direkt mal losgezogen und habe in Essen- Heidhausen auf den Sonnenuntergang gewartet.

Das sind die Ergebnisse:



Weitere Fotos findet ihr hier.

Kurzgeschichte: Als ich mal abnehmen wollte

Der Hartmann | 20.04.16 | / | 7 Kommentare
Es ist ja kein Geheimnis:
Ich bin dick. Das ist mir eigentlich relativ egal, doch vor einiger Zeit stellte ich mich morgens nach dem Aufstehen auf die Waage. Als mich dann eine dreistellige Zahl diabolisch angrinste, musste ich erstmal tief durchatmen. Ich redete mir ein, dass das nicht sein kann und dass ich mich aufgrund meines vor Schlaf noch völlig verquollenen Gesichts bestimmt verlesen habe.
Also stellte ich mich, nachdem ich das Aufstehen so einigermaßen verarbeitet hatte, nochmals auf das Messinstrument.

Es war vollkommen klar, dass das Ding irgendwie kaputt sein musste.
Also schaffte ich mir eine neue Waage an. Doch auch die schien nicht ordnungsgemäß zu funktionieren. Ich tauschte sie um und bekam ein Ersatzgerät. Allerdings stimmte auch hiermit etwas nicht.
Also wieder zurück ins Fachgeschäft, wo ich so langsam aber sicher für bescheuert erklärt wurde. Ich erklärte dem Mann hinter dem Kundenschalter, warum ich das Gerät umtauschen wollte.

Er musterte mich, schaute mehrfach an mir hoch und runter und sagte: "Die Waage ist in Ordnung. Sie sind einfach nur fett."
Unverschämtheit! Was erlaubt sich dieser Hampelmann, so mit mir zu reden? "Ich mag zwar dick sein aber Du bist ein kolossaler Vollarsch!" dachte ich. Ich musste mich beherrschen es nicht laut zu sagen.
Ich diskutierte noch etwas mit ihm, bis er völlig entnervt zustimmte und die offensichtlich defekte Waage entgegen nahm und ich mir für die Gutschrift eine Neue mitnehmen durfte.
Wieder zu Hause angekommen, wurde das Gerät direkt getestet.

Kurz darauf stellte ich folgende Hypothesen auf, was sein konnte:
Entweder sind alle Waagen auf diesem Erdenrund defekt oder der Kackspast im Elektromarkt hatte recht und ich bin tatsächlich damals lachend mit einem Döner in der Hand an meinem Idealgewicht vorbei gelaufen.
Ich ging zu meinem Hausarzt, er würde es ja wohl am Besten wissen. Nach den üblichen Höflichkeitsfloskeln fragte er mich, was mir fehle.
Ich entgegnete: "Sagen Sie mal: Bin ich zu dick?"
"Kommt drauf an. Tragen Sie unter Ihrem T- Shirt eine Schwimmweste?"
"Ähm... Nein?"
"Dann sind Sie zu dick."
Scheiße... Ich hätte es wissen müssen. Gravitation ist ein Arschloch! Wäre sie es nicht, hätte ich mein Idealgewicht sogar unterschritten!
"Also komm ich um eine Diät nicht rum?" fragte ich den Mediziner.
"So lange Sie keine Karriere als Hüpfburg machen wollen, sollten Sie eine Diät machen."
Seit wann glauben Ärzte eigentlich, dass sie lustig sind?
Ich schaute den Medizinmann an uns sagte energisch: "Pass mal auf, du bescheurter  Regionaldruide! Wenn ich lachen will, geh ich in den Zirkus oder guck mir Videos von dicken Kindern an, deren Eis auf den Boden fällt! Aber von so einem Lelleck wie dir, lass ich mir das nicht sagen!"
Wutentbrannt stürmte ich aus der Praxis.

Zu Hause dachte ich über die Worte des Arztes nach.
"Naja, er wird schon Recht haben" dachte ich, gefolgt von der kausalen Schlussfolgerung: "Scheiße, dann muss ich ja abnehmen!"
Ich nahm mir vor, 10 Kilo abzunehmen. Ich dachte, dass das im Rahmen des Möglichen sein müsste. Einen Monat später verriet ein Blick auf die Waage, dass ich noch 15 Kilo von meinem Ziel entfernt war.
Also musste ich mich am Riemen reißen. Beim Frühstück überlegte ich mir, wie man den Fettanteil in dieser Mahlzeit reduzieren könnte. Statt Weißbrot aß ich seitdem Körnerbrötchen, den Kaffee trank ich schwarz, lediglich auf die Margarine konnte ich nicht verzichten, schließlich darf es beim Schlucken nicht quietschen.
So ging ich dann bei jeder Mahlzeit vor. Ich strich hier und da was weg. Irgendwann bestand mein Mittagessen nur noch aus einem Salatblatt und abends gabs... Luft. Ich setzte mich hin und atmete minutenlang nur noch ein. Ich konnte nicht einmal Staub essen, selbst der setzt sich ganz ungut auf meinen Hüften ab.

Und ich hielt es durch! Also zwei Tage aber da war ich schon mächtig stolz auf mich.
Doch danach ging es nicht mehr. Zwar war ich völlig geschwächt, doch nach wie vor prankte dieses Feinkostgeschwür in meinem peripheren Blickfeld.
Ich war frustriert. FDH (also "Friss die Hälfte) und Ernährungsumstellung funktionierten nicht. Also musste ich zu radikaleren Mitteln greifen.
Ich kündigte meinen Handy- und Festnetzvertrag, damit ich nicht in Versuchung kam bei
Lieferdiensten anzurufen, ließ in jedem Geschäft im Umkreis Fotos von mir mit der Aufschrift "Diesem Mann nur Wasser und Roggenkekse verkaufen" aufhängen und verschenkte jegliche Süßigkeiten aus meinem Vorratsschrank an Bedürftige, sprich an den Ortsverband von Weight Watchers.
Doch selbst mit dieser Methode habe ich unerklärlicher Weise noch Gewicht zugelegt. Vielleicht weil ich noch Vorräte in meinem Bart gesammelt hatte, die ich für schlechte Zeiten dort aufbewahre.

Ich entschied mich noch radikaler vorzugehen. Also machte ich die Jesus- Diät. Ebenso wie der langhaarige Mann in den weiten Klamotten und den Löchern in den Händen zog ich mich für drei Tage in eine Höhle zurück und ließ von einem Baggerfahrer einen massiven Felsbrocken vor den einzigen Ausgang der Grotte legen. Ein Entkommen war für mich also unmöglich.

Das Einzige, was ich in die Höhle mitnahm, war was zu lesen und meinen alten Gameboy mit Super Mario.
Nach zwei Tagen fiel mir schlagartig ein: Ich hatte dem Baggermenschen nicht gesagt, wann er mich hier wieder rauslassen soll.
Scheiße. Und hab Super Mario schon durchgespielt...

Fotosession mit Lea

Der Hartmann | 11.03.16 | / | 2 Kommentare
Vor kurzem hatte ich das große Vergnügen, mit Lea ein kleines "Shooting" zu machen. Wir hatten Glück, das Wetter spielte mit. Also ging es mit der Kamera bewaffnet nach draußen.
Ohne viel zu erzählen: Hier sind die Fotos.
Vielen Dank an der Stelle nochmals an Lea, die den Job vor der Kamera wirklich hervorragend gemacht hat!



Noch mehr Ergebnisse der Fotosession gibt es hier