Posts mit dem Label Gedichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Ohne Titel

Jay Nightwind | 19.11.12 | / / | Kommentieren
Wäre es doch so,
Dass ich Feuer in den Augen,
Den Kopf im Fluß
Und die Füße geerdet trage,

Dann wäre ich froh,
Dass meine Taten wohl taugen,
In mir kein Verdruß
Und ich selten klage.

Aber ist es so,
Dass ich Wasser in den Beinen,
Den Kopf voller Feuer
Und Sand in meinen Augen fällt,

Dann wäre ich froh,
über Mut, so wie deinen,
Ein Kreis voller Treuer
Und das, was Menschen zusammenhällt.

Sei es nun so
mit Feuer, Wasser und Erden,
mit Kopf, Füßen und Augen,
oder wie es es sonst ist

Ich bin nur froh,
Soll der Tag noch was werden,
Sollen alle Kommenden was taugen,
Wenn du an meiner Seite bist.

Alte Liebe & Stockholmsyndrom

Alte Liebe
Die eine,
bleibt ganz unbeeindurckt, wie ich an ihren Kurven scheiter. Zwar lacht sie nicht, eine Reaktion hätte ich mir trotzdem gewünscht. Ein leicht verliebtes Seufzen. Nicht mal ein Stöhnen, ein Seufzen hätte mir gereicht.
Doch während ich pruste und nach Atem schnappe; an mir zweifle, ob ich das überhaupt noch kann, bleibt sie einfach liegen.
Ich spuke einen ekligen Klumpen aus, da ich sonst an meinem Speichel ersticken würde.
Ich sehe sie an. Alt und staubig, hart gebaut. Sie hat ihren schönen Seiten, aber sie wirkt nicht schön.
Bisher war ich immer treu verliebt, blind, ignorierend, dass mein Liebling so viele andere neben mir hat. So viele Jüngere, so viele Erfahrendere. Ich bin vielleicht nicht mehr der Richtige. Wenn ich sie anfasse, dann ist die Erregung weg. Dann ist es eher als wären wir Freunde.
Vielleicht haben wir uns entlebt. Vielleicht kenne ich sie gar nicht gut genug. Vielleicht kommt die Liebe zurück.
Ich zwinge mir selbst ab weiter zu joggen und wundere mich über meine Stadt. Was ist nur mit uns passiert?

Stockholmsyndrom
Die andere,
Steter Tropfen höhlt den Stein:
Ich will weniger ein Stadtmensch sein.
Will alt und grau den Feldweg schreiten,
Nachbarlos nicht über Krach bestreiten,
An Wegen, nicht an Straßen wohnen,
der Blick aufs Land soll mich belohnen.
Am Horizont, entfernt, die Zechen,
nicht mehr vorm Fenster, Blickbild brechend.
Kein Kioskgeschwätz, kein Fahrzeuglärm,
ich liebe es hier, doch muss mich entfern'.
Nie geglaubt, gewagt zu hoffen,
der Heimattreuste wird der Welt nun offen.
In meinem Herzen bleibt für immer Essen,
auch fern der Stadt, im Dorfe, niemals vergessen.
Doch kein Grund wie ein trauriges Lied zu kling',
Stockholmsyndrom: Ich liebe meine Entführerin.

Ade an die Freude oder: Würde Schiller heute leben

Jay Nightwind | 25.09.12 | / / / | 4 Kommentare
Freude, schöner Hoffnungsfunken
Völker im Delirium.
Wir betreten vollbetrunken
Benommheit, dein Ewigtum.
Fernsehsender binden wieder,
Was die Bildung einst geteilt,
Alle Menschen werden dümmer,
Wo die Flimmerkiste strahlt.

Wem der große Wurf gelungen,
Medial ein Stern zu sein,
Wer vor Bohlen auch gesungen,
Scheint nicht ganz bei Trost zu sein.
Ja - wer auch nur etwas Geld
sein nennt auf dem Erdenrund:
Konsumiere bis der Blick bricht,
tue es per Netzwerk kund!

Freude heißt 'ne starke Leber
und 'ne starke Feiertour.
Freude, Freude, nie mehr denken,
denn rasend rennt die Lebensuhr.
Blumen rauchen, Kleidung kaufen,
So teuer dass die Börse brennt
Pleite sein ist keine Schande,
wenn jeder deinen Namen kennt.

Freude, schöner Hoffnungsfunken,
Völker im Delirium.
Wir haben dich längst vergessen,
Bleibe nicht, kehr lieber um.
Unsere Kindern lernen dann wieder,
Was das Fernsehen einst geteilt,
Alle Menschen werden Brüder,
wo kein falsches Vorurteil weilt.

Springermauer

Jay Nightwind | 17.09.12 | / / / | Kommentieren
Früher stand man auf der Mauer,
Stets zum Sprung bereit.
Innerlichst zusammengekauert,
Verging nie Leben, nur die Zeit.
Der Dorn sitzt tief,
Das Bild zerlief,
In treuer liebener Einsamkeit.

Lieblos ging man dann zu Boden,
Aber auf der sichr'n Seite,
Fühlte sich um sich betrogen,
Schritt flüchtend in die Weite.
Beschwor sich selbst,
Dass du nie fällst,
Doch fragend, wann man wieder zu der Mauer schreite.

Man glaubte, man wär' zu feige
Körper und Seele auf zu teilen,
Nur weil niemand ein Mal zeigte,
Wie man die Wege geht, die steilen.
Doch verlangt ein Mensch nicht,
So wird er zum Licht,
So dass andere Menschen zu ihm eilen.

Heute steht man an der Mauer,
Nie weniger zum Sprung bereit.
Innerlichst ist man nun schlauer:
Mut, der wächst nur mit der Zeit.
Wie auch Freunde, die man besingt,
Nur fand, weil man nicht springt.
Und das, ist doch auch Gemeinsamkeit.

Hach

Jay Nightwind | 02.05.12 | / / / | Kommentieren

Manchmal, werde ich vom Träumen wach.

Dann merke ich, dass mein Körper schwitzt, meine Stirn ist heiß
und zerworfene Decken sind einer Schlacht Beweis.
Die bessere Hälfte, sowohl des Bettes, wie auch mein Glück,
sind kaum betroffen, doch dreht meine Liebste sich ein Stück,
um mir die selbe Frage wie jede Nacht zu stellen:
"Wieder diese Träume, die dich quälen?"

In jeder Nacht sucht es mich heim,
der Traum, etwas anderes zu sein.
Mein Körper verändert sich,
ich bekomme ein anderes Gesicht.
Die Haut spannt und die Muskeln wachsen an.
Aus mir erwächst ein anderer Mann.
Einer von größerer Statur,
entgegen meiner zwergischen Natur.
Mein Körper dehnt und streckt,
mein Kreuz das reckt,
der ganze wandelnde Körper hebt sich,
ein anderer Mensch durchgeht mich.

Eine wohlig warme Geborgenheit,
die mich von Sorg und Leid befreit.
So entgleitet mir jede Nacht ein: "Hach,
ich wäre so gerne Alexander Bach."

Keine Sorge,
zwar sind nächtliche Träume auch eine Bettfantasie,
eine erotische Komponente hatten diese Träume nie.

Aber ich wäre so gerne er,
mit einer Stimme so schwer,
aber voller perfomativer Kraft,
die sich heftig zusammen rafft
und alle die mächtigen Wörter trägt,
die er in seine Texte legt.

Wörter von Macht und Mächtigkeit,
schallen ewig durch die Zeit,
die Mensch am Abend mit ihm verbringt
und um adäquate Antworten ringt.
Doch seine Zeilen füllen alle Räume aus
tragen dich in die Nacht heraus.

Hach,
ich wäre so gerne Alexander Bach.
Ein Slammer, ein Poet und nie banal,
Ein Typ, nie typisch, ein Original.

Er ist schon ein guter, oft auch ein Berater
Wo er auftritt ist Schauspiel, es ist Theater.
Es wäre schwer, als er, ihm gerecht zu werden,
In seinem Körper, ohne seinen Geist auf Erden,
der durch jeden seiner Texte fließt
und jedes Wort umschließt.

Doch mit seinem Geist, wäre ich echt ein derber Texter.
Hach,
doch ich bin mehr so H.P.Baxxter.

Luftballonmädchen

Jay Nightwind | 23.04.12 | / / / | 3 Kommentare
Mit winzig kleine Wellen,
gelöst von einem sanften Stoß,
die über die Oberfläche schnellen,
drückst du dich von den anderen los.

Hüpfst über diese Seen,
in dem die anderen als Masse stehen.

Getragen von der Leichtigkeit,
gefasst in deinem Luftballon,
Macht sich der Schweremut bereit,
entschwebst du schon.

Mit leichtem Schritt,
der sanft die Oberfläche tritt.

Du hüpfst und springst,
wie in Kindertagen.
Lachst und singst,
bei allen Fragen.

Die Welt ist unten grau genug,
du siehst sie bunt in deinem Flug.

Gewählt hast du dann mich,
mit dir mit zu fliegen.
Wäre es so nicht,
wäre ich wie die anderen geblieben.

Du bist mein Luftballonmädchen,
fliegst den Sorgen schnell davon,
denn gemeinsam haben wir keine,
teilen deinen Träumerluftballon.


Papiertiger

Jay Nightwind | 01.11.11 | / / / | 3 Kommentare

Mein Kopf ist so leer,
wie vor mir das Stück Papier.
Komm großer Papiertiger,
komm und stärk’ ihn mir!

Und ich starre und warte,
dass er wittert die Fährte,
dass sich die Blockade im Kopfe,
jetzt nicht auch noch verhärte.

Und es beginnt tigerig zu riechen
Und es rascheln papierene Klauen.
Er kommt tatsächlich zu mir,
was mich aufhält verhauen.

Und ich drehe mich nicht um.
Lass ihn friedlich anrücken,
habe keine Angst vor ihm.
Tatzen die auf Augen drücken.

Sanft wiegt er mein Gesicht
und beginnt sein Werk:
Spricht mit entschlossenen Worten:
"STÄRK! STÄRK! STÄRK!"

Waage

Jay Nightwind | 25.07.11 | / / / | 3 Kommentare
Jage seit Nächten meinen Träumen hinterher
Und wären es nur die schlechten,
Aber träumen fällt so schwer,
Wenn an aller Morgen Tage
Sonne und Pflicht sie dir zerschlagen.

Laufe seit Tagen meinem Leben hinterher
Und wäre es nur ein schlechtes,
Aber leben liegt so schwer,
Wenn in jeder kurzen Weile
Der Schlaf versucht dich zu ereilen

Es ist wie bei einer Waage,
Wenn auch eine ungeeichte,
Weil ich beide Waagenschalen trage,
Die man zur Geburt mir reichte.

So soll man fleißvoll Leben,
Der Gesellschaft hingegeben
Und immer nützlich werken,
die Gemeinschaft zu bestärken.

Aber man soll auch begehren,
Seinem Geist zu ehren,
Etwas Unmögliches zu greifen:
Ein Wunsch soll in dir reifen.

Wenn Wunsch und Gesellschaft widersprechen,
Wem soll man dann die Treue brechen?
Und mit dem Entzug des teuren Schlafs,
Wird man fürs Denken auch bestraft.

Es geht wohl stets um die Balance
Und du sollst dich stets bemühen,
Sie zu halten, wenn du kannst.
Aber in meinen wenigen Erdentagen,
Will ich ein Gewicht nur tragen.

Und so wage ich, Waage, ein verrücktes Stück,
Lege beide Gewichte vorerst zurück
Und lass die Schwere ein paar Tage Schwere sein,
Lehne mich zurück,
Breche das Schema
Und schlafe ein.