Choice-Paralysis und Tools

Viel Auswahl ist gut. Bis es nicht mehr gut ist. Denn wenn wir Menschen zu viel Auswahl haben, neigen wir dazu einzufrieren. Dieser Effekt wird dann als Choice-Paralysis benannt. Auswahl-Lähmung könnte mensch es übersetzen. Aber was kann ich denn tun um dem ganzen vorzubeugen? Ein paar Ideen, wie sich Ideen eingrenzen lassen.

Unabhängig davon mit welcher Methode wir unsere Auswahlen bearbeiten wollen, ich empfehle immer alle Möglichkeiten und alles was zur Auswahl steht zu visualisieren. Entweder aufzeichnen, malen oder schreiben. Ganz manchmal hilft sogar das schon, um Sachen ausschließen zu können. Ich bin kein Psychologe, aber wann immer die Hand anfängt beim Denken zu helfen, kommen wir zu neuen Ergebnissen. Woran das liegt, kann ich nicht sagen, aber Schreiben wird nicht umsonst als "Denken auf dem Papier" bezeichnet.

Die Überschriften der einzelnen Möglichkeiten habe ich mir selbst ausgedacht, das sind keine offiziellen Titel für Tools. Sorry.

Der schwächste fliegt
Wenn wir alle Optionen vor Augen haben, dann kann es schwer sein sich für einen Favoriten zu entscheiden, aber was öfters mal gelingen kann, ist die Variante zu finden, die uns am wenigsten gefällt. Und damit wir nicht wieder zu viel gleichzeitig machen, teilen wir uns das in Runden ein. Diese Methode lässt sich auch gut in Gruppen anwenden, weil es sehr gut möglich ist zusammen Gründe und Ideen zu finden, warum eine Idee ausscheiden soll. Solche Diskussionen kann mensch auch manchmal ganz gut mit sich selbst führen und Argumente gegen bestimmte Argumente und Auswahlmöglichkeiten finden.

Why not both? 
Ein eleganter Weg die Möglichkeiten zu reduzieren kann auch die Frage aus einem Werbespot sein, aus dem dann ein berühmtes Internet-Meme geworden ist. Alles da um die Frage darum geht welcher von zwei Snacks der bessere ist, fragt ein Kind "Why not both?", "warum nicht beides?" und das ist eine richtig gute Frage. Bei kreativen Ideen kann das bedeuten, entweder zwei Ideen zu kombinieren oder auch dafür beide Ideen umzusetzen. Da wo wir einen Widerspruch finden, manchmal weil Idee nacheinander auftauchen, ist es spannend zu überprüfen, wieviel davon sich wirklich widerspricht.

Um Hilfe bitten
Ist so nahe liegend, dass wir es häufig vergessen oder nicht hinbekommen. Aber Freund*innen, die vielleicht schon mal in ähnlichen Situationen waren zu fragen "Was würdest du tun?" kann uns helfen bestimmte Optionen auszuschließen oder neue Impulse zu bekommen, wo uns selbst nichts mehr einfällt. Und ein weiterer Vorteil ist, wo uns vielleicht emotionale Bindung an die Optionen lähmt und überfordert, können andere Menschen sich emotional von den Optionen komplett trennen, weil sie selbst nicht betroffen sind.
Wer es ein bisschen mit Rollenspiel mag kann statt echte Menschen auch virtuelle Charakter befragen und sich in sie herein versetzen. So fragt ein Scherz als Empfehlung im Internet oft "Was würde Batman tun?", aber wenn wir an Stelle von Batman ein anderes Vorbild von uns setzen, in welches wir uns reinversetzen können, kann auch das helfen Entscheidungen zu treffen, weil wir Prämissen klarer erkennen.

8-80
An die vorherige Methode angelehnt, können wir auch gedankliche Versionen von uns selbst zu unseren Berater*innen machen. So wird oft empfohlen - so auch von Beth Pickens - Dinge und Situationen aus der Sicht unseres Acht-jährigen Ichs und unseres Achtzig-jährigen Ichs zu betrachten. Was fände unser junges ich cool, wenn wir uns dafür entschieden hätten, aber unsere alte Version kann auch stolz darauf sein oder sich wenigstens nicht schämen. Diese Gemeinschaft zwischen den beiden herzustellen kann einen Moment dauern, ist aber eigenlicht immer möglich.

Good old Randomness
Kann ich für große Entscheidungen im Leben nicht empfehlen, aber wenn es nur um die Lösung der Paralyse geht, dann kann auch der Würfel entscheiden. Der ist gerecht, weil ihm alles egal ist und oft wenn wir den Würfel werfen und alle anderen Optionen ausschließen, wird uns im Werfen des Würfels klar, welche Version wir eigentlich bevorzugen. Und wenn nicht, dann haben wir aber ein Ergebnis und können dann aber weiter machen.

Sicher gibt es noch mehr Methoden und ich bin auch interessiert daran noch weitere kennenzulernen. Welche Tools, Gedanken und Methoden kennt ihr noch, welche helfen besser Entscheidungen treffen zu können?

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